Titelaufnahme
Titelaufnahme
- TitelLernprozessbegleitende Diagnostik im Kompetenzbereich Lesen als Kernpraktik : Umgang mit Lerngelegenheiten und Überzeugungen angehender Deutschlehrkräfte im Praxissemester / vorgelegt von Rebecca Knobloch
- Verfasser
- Gutachter
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (217 Seiten)
- HochschulschriftBergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026
- Verteidigung2026-07-16
- SpracheDeutsch
- DokumenttypDissertation
- Schlagwörter
- URN
- DOI
Zugriffsbeschränkung
- Das Dokument ist frei verfügbar
Links
- Social MediaShare
- Nachweis
- Archiv
- IIIF
Klassifikation
Zusammenfassung
Die lernprozessbegleitende Diagnostik stellt eine zentrale professionelle Anforderung an Lehrkräfte dar, da diagnostische Informationen eine wesentliche Grundlage für die adaptive Gestaltung von Unterricht und Förderung bilden. Die vorliegende Dissertation untersucht die lernprozessbegleitende Diagnostik im Kompetenzbereich Lesen als fachspezifische Kernpraktik von Deutschlehrkräften und fragt danach, wie sich Lehramtsstudierende diese Kernpraktik im Rahmen eines Praxissemesterkurses aneignen. Im Zentrum stehen dabei die Bearbeitung fallbasierter Vignetten sowie das Verhältnis von Aneignungsweisen, fachlichem Vorwissen und Überzeugungen zur lernprozessbegleitenden Diagnostik. Die Untersuchung basiert auf Datensätzen von 29 Masterstudierenden des Faches Deutsch, die im Rahmen eines Vorbereitungs- und Begleitseminars zum Praxissemester zwei Textvignetten zu Lesediagnostik und Leseförderung bearbeiteten. Ergänzend wurden ihre Überzeugungen zur lernprozessbegleitenden Diagnostik anhand von Essays sowie ihr fachliches und fachdidaktisches Vorwissen mithilfe eines Fragebogens erfasst. Die Auswertung der Vignettenbearbeitungen erfolgt mittels typenbildender qualitativer Inhaltsanalyse; die Essays werden qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet und gemeinsam mit den Vorwissensdaten in die vergleichende Analyse einbezogen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Art und Tiefe der Auseinandersetzung mit den fallbasierten Lerngelegenheiten. Es lassen sich vier Bearbeitungstypen unterscheiden: ein fallorientierter und wissensintegrierender, ein falldistanzierter und wissensisolierter, ein falldistanzierter und wissensrestringierter sowie ein domänenspezifischer Mischtyp. Die Befunde verdeutlichen, dass fachliches Vorwissen allein keine hinreichende Voraussetzung für eine fachlich angemessene Bearbeitung diagnostischer Situationen darstellt. Entscheidend erscheint vielmehr, in welchem Maße vorhandenes Wissen aktiviert, auf konkrete Fallsituationen bezogen und für begründete diagnostische und förderbezogene Entscheidungen genutzt wird. Auch innerhalb der Bearbeitungstypen zeigen sich unterschiedliche Überzeugungsmuster zur Funktion lernprozessbegleitender Diagnostik. Die Studie verdeutlicht damit die Bedeutung hochschulischer Lerngelegenheiten, in denen angehende Lehrkräfte theoretisches Wissen fallbezogen anwenden, reflektieren und mit professionellen Handlungsanforderungen verknüpfen können. Fallbasierte Formate bieten hierfür einen Ansatzpunkt, bedürfen jedoch einer gezielten didaktischen Gestaltung, um die Aneignung fachspezifischer Kernpraktiken zu unterstützen.
Abstract
Learning-process-oriented assessment is a central professional requirement for teachers, as diagnostic information provides an essential basis for the adaptive design of instruction and support. This dissertation examines learning-process-oriented assessment in the domain of reading as a subject-specific core practice of German language teachers and investigates how preservice teachers develop this core practice within a course accompanying their practical semester. The study focuses on students’ responses to case-based vignettes as well as on the relationship between their approaches to developing the core practice, their subject-specific prior knowledge, and their beliefs about learning-process-oriented assessment.The study is based on data sets from 29 Master’s students of German who respond to two text vignettes concerning reading assessment and reading support as part of a preparatory and accompanying course for the practical semester. In addition, their beliefs about learning-process-oriented assessment were elicited through essays, while their subject-specific and subject-didactic prior knowledge was assessed using a questionnaire. The vignette responses are analysed using type-building qualitative content analysis. The essays are analysed by means of qualitative content analysis and considered together with the prior-knowledge data in the comparative analysis. The findings reveal substantial differences in the ways and depth with which students engaged with the case-based learning opportunities. Four types of response were identified: a case-oriented and knowledge-integrating type, a case-distanced and knowledge-isolating type, a case-distanced and knowledge-restricted type, and a domain-specific mixed type. The findings indicate that subject-specific prior knowledge alone is not a sufficient prerequisite for an adequate professional response to diagnostic situations. Rather, what appears to be crucial is the extent to which existing knowledge is activated, related to specific cases, and used to make reasoned diagnostic and support-related decisions. Different patterns of beliefs regarding the function of learning-process-oriented assessment can also be observed within the response types. The study thus highlights the importance of university-based learning opportunities that enable preservice teachers to apply and reflect on theoretical knowledge in relation to specific cases and to connect this knowledge with professional demands of teaching practice. Case-based formats provide a promising approach to this end, but require purposeful didactic design to support the development of subject-specific core practices.
Inhalt
Statistik
- Das PDF-Dokument wurde 1 mal heruntergeladen.

