TY - THES A3 - Heller, Vivien A3 - Gerlach, David AB - Die lernprozessbegleitende Diagnostik stellt eine zentrale professionelle Anforderung an Lehrkräfte dar, da diagnostische Informationen eine wesentliche Grundlage für die adaptive Gestaltung von Unterricht und Förderung bilden. Die vorliegende Dissertation untersucht die lernprozessbegleitende Diagnostik im Kompetenzbereich Lesen als fachspezifische Kernpraktik von Deutschlehrkräften und fragt danach, wie sich Lehramtsstudierende diese Kernpraktik im Rahmen eines Praxissemesterkurses aneignen. Im Zentrum stehen dabei die Bearbeitung fallbasierter Vignetten sowie das Verhältnis von Aneignungsweisen, fachlichem Vorwissen und Überzeugungen zur lernprozessbegleitenden Diagnostik. Die Untersuchung basiert auf Datensätzen von 29 Masterstudierenden des Faches Deutsch, die im Rahmen eines Vorbereitungs- und Begleitseminars zum Praxissemester zwei Textvignetten zu Lesediagnostik und Leseförderung bearbeiteten. Ergänzend wurden ihre Überzeugungen zur lernprozessbegleitenden Diagnostik anhand von Essays sowie ihr fachliches und fachdidaktisches Vorwissen mithilfe eines Fragebogens erfasst. Die Auswertung der Vignettenbearbeitungen erfolgt mittels typenbildender qualitativer Inhaltsanalyse; die Essays werden qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet und gemeinsam mit den Vorwissensdaten in die vergleichende Analyse einbezogen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Art und Tiefe der Auseinandersetzung mit den fallbasierten Lerngelegenheiten. Es lassen sich vier Bearbeitungstypen unterscheiden: ein fallorientierter und wissensintegrierender, ein falldistanzierter und wissensisolierter, ein falldistanzierter und wissensrestringierter sowie ein domänenspezifischer Mischtyp. Die Befunde verdeutlichen, dass fachliches Vorwissen allein keine hinreichende Voraussetzung für eine fachlich angemessene Bearbeitung diagnostischer Situationen darstellt. Entscheidend erscheint vielmehr, in welchem Maße vorhandenes Wissen aktiviert, auf konkrete Fallsituationen bezogen und für begründete diagnostische und förderbezogene Entscheidungen genutzt wird. Auch innerhalb der Bearbeitungstypen zeigen sich unterschiedliche Überzeugungsmuster zur Funktion lernprozessbegleitender Diagnostik. Die Studie verdeutlicht damit die Bedeutung hochschulischer Lerngelegenheiten, in denen angehende Lehrkräfte theoretisches Wissen fallbezogen anwenden, reflektieren und mit professionellen Handlungsanforderungen verknüpfen können. Fallbasierte Formate bieten hierfür einen Ansatzpunkt, bedürfen jedoch einer gezielten didaktischen Gestaltung, um die Aneignung fachspezifischer Kernpraktiken zu unterstützen. AU - Knobloch, Rebecca CY - Wuppertal DA - 2026 DO - 10.25926/BUW/0-1066 DP - Bergische Universität Wuppertal KW - Lernprozessbegleitende Diagnostik KW - Lesediagnostik KW - Kernpraktiken KW - Lehrkräftebildung KW - Praxissemester KW - Fallvignetten KW - Learning-process-oriented assessment KW - Reading assessment KW - Core practices KW - Teacher education KW - Practical semester KW - Text vignettes LA - ger N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026 PB - Bergische Universität Wuppertal SP - 1 Online-Ressource (217 Seiten) T2 - Germanistik TI - Lernprozessbegleitende Diagnostik im Kompetenzbereich Lesen als Kernpraktik: Umgang mit Lerngelegenheiten und Überzeugungen angehender Deutschlehrkräfte im Praxissemester UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-7527 Y2 - 2026-09-16T06:11:18 ER -