Titelaufnahme
Titelaufnahme
- TitelNutzung von Evidenz in Reflexionen pädagogischer Situationen von Lehramtsstudierenden / vorgelegt von Anna-Lena Molitor
- Weitere TitelUse of Evidence in Reflections of Pedagogical Situations by Pre-service Teachers
- Verfasser
- Gutachter
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (vi, 143 Seiten)
- HochschulschriftBergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026
- Verteidigung2026-07-21
- SpracheDeutsch
- DokumenttypDissertation
- SchlagwörterLehramtsstudierende / Lehrkräftebildung / Wissensintegration / Evidenznutzung / Epistemische Prozesse / Evidenzorientierung / Evidenzorientiertes Denken und Handeln von Lehrkräften / Pre-Service Teachers / Teacher education / Knowledge Integration / Use of Evidence / Evidence Orientation / Epistemic Processes
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Klassifikation
Zusammenfassung
Die vorliegende Dissertation verortet sich im Forschungsfeld der Nutzung von Evidenz für das professionelle Denken und Handeln von Lehramtsstudierenden. Sie untersucht, wie Lehramtsstudierende verschiedene (evidenzbasierte) Wissensbestände anwenden und zueinander in Bezug setzen, um pädagogische Situationen zu verstehen und mögliche Handlungsoptionen zu entwickeln. Ungeklärt ist bislang, wie genau Lehramtsstudierende die angewendeten Wissensbestände integrieren und in welchen Strukturen diese dann zueinander stehen. Eine Modellierung entsprechender kognitiver Prozesse erscheint vor dem Hintergrund der Entwicklung potenzieller Fördermaßnahmen relevant. Daher nimmt die vorliegende Arbeit Bezug zu Desiderata zur Erforschung der Mindful Integration, um diese Prozesse zu modellieren. Das Konzept der Mindful Integration modelliert neben wissenschaftlichen Wissensbeständen auch andere Formen des Wissens wie beispielsweise Erfahrungswissen und die Integration verschiedener Wissensformen. Die Desiderata werden in vier vorwiegend qualitativen Einzelbeiträgen bearbeitet. Dabei werden die kognitiven Prozesse der Integration durch informationsverarbeitende Prozeduren, also epistemische Prozesse, in Reflexionen von Lehramtsstudierenden operationalisiert. Die Strukturen integrierten Wissens werden durch Verbindungen verschiedener Wissensbestände in Concept Maps operationalisiert. Die Erkenntnisse der Einzelbeiträge rücken folgende Aspekte in den Fokus: Es scheint Lehramtsstudierenden bislang unzureichend zu gelingen, verschiedene Wissensbestände zueinander und zu einer pädagogischen Situation in Beziehung zu setzen. Insbesondere zeigen sich Brüche zwischen dem Schlussfolgern und dem Herstellen von Anwendungsbezügen. Zudem scheint weniger relevant, welche epistemischen Prozesse die Studierenden nutzen, sondern viel mehr, wie sie die Prozesse anwenden und ob diese eher allgemein und normativ genutzt werden oder spezifisch und abwägend. Gerade diese qualitative Ausprägung der epistemischen Prozesse konnte in der vorliegenden Arbeit nicht durch Prompts und Feedback beeinflusst werden. Es zeigt sich insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass Lehramtsstudierende womöglich von Fehlkonzepten belastete erfahrungsbasierte Wissensbestände nutzen, dass die Auswahl thematischer Schwerpunkte großen Einfluss auf die Nutzung und Integration von Evidenz zu haben scheint. Die Nutzung und Integration von insbesondere erfahrungsbasierten Wissensbeständen und inwieweit die Integration expliziert werden kann, scheint auch bei den Strukturen integrierten Wissens eine wichtige Rolle zu spielen. Die Erkenntnisse der vorliegenden Dissertation schaffen eine Grundlage für weitere Forschung zu potenziellen Fördermaßnahmen, um insbesondere die Qualität genutzter Prozesse zu verbessern, aber auch Bezüge zur praktischen Handlungsebene herzustellen.
Abstract
This dissertation is situated in the field of research on the use of evidence for professional thinking and actions of pre-service teachers. It examines how pre-service teachers apply different (evidence-based) bodies of knowledge and relate them to each other in order to understand pedagogical situations and develop possible options for action. The exact processes by which pre-service teachers integrate evidence and the structures in which these parts subsequently relate to each other remain unclear. Modelling the corresponding cognitive processes appears relevant in the context of developing potential support measures. This dissertation therefore addresses key research desiderata on the concept of mindful integration. In addition to scientific knowledge, the concept of mindful integration also models other forms of knowledge, such as experiential knowledge and the integration of different forms of knowledge. The desiderata are addressed in four individual predominantly qualitative contributions. In doing so, the cognitive processes of integration are operationalised through information-processing procedures, i.e., epistemic processes, in reflections by pre-service teachers.The structures of integrated knowledge are operationalised through connections between different bodies of knowledge in concept maps.The findings of the individual contributions draw attention on the following aspects: Pre-service teachers seem to have had insufficient success so far in relating different bodies of (evidence-based) knowledge to each other and to a pedagogical situation. In particular, there are discrepancies between drawing conclusions and establishing practical applications. Furthermore, it seems less relevant which epistemic processes the pre-service teachers use, but rather how they apply the processes and whether these are used in a general and normative way or in a specific and deliberative way. It was precisely this qualitative aspect of the epistemic processes that could not be influenced by prompts and feedback in the present research. It is particularly evident, especially against the background that pre-service teachers may use experience-based knowledge which is burdened by misconceptions, that the selection of thematic focal points seems to have a major influence on the use and integration of evidence. The use and integration of experience-based knowledge in particular, as well as the extent to which integration can be made explicit, also seem to play an important role in the structures of integrated knowledge.The findings of this dissertation lay the foundation for further research into potential support measures, with a view to improving the quality of epistemic processes, but also to establishing links to practical action.
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