Titelaufnahme
Titelaufnahme
- TitelFeedback-induced learning in aging minds: Neural and behavioral adaptation to socio-emotional feedback / vorgelegt von Jana Isabelle Braunwarth
- Verfasser
- Gutachter
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (xii, 232 Seiten) : Illustrationen, Diagramme
- HochschulschriftBergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026
- Verteidigung2026-07-29
- SpracheEnglisch
- DokumenttypDissertation
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Zusammenfassung
Im Zuge des demographischen Wandels ist das Verständnis altersbedingter Lernunterschiede zentral für die aktive Teilhabe älterer Menschen. Frühere Forschung legt nahe, dass sozio-emotionales Feedback, etwa durch Gesichtsausdrücke, das Lernen bei älteren Erwachsenen erleichtern kann. Dies könnte auf motivationale Veränderungen im Alter oder kompensatorische neuronale Mechanismen zurückzuführen sein. Unklar ist jedoch, ob diese Vorteile entwicklungsbedingte Veränderungen im höheren Lebensalter widerspiegeln oder auf erhöhte kognitive Anforderungen infolge begrenzter Arbeitsgedächtniskapazität zurückgehen. Zudem umfasst sozio-emotionales Feedback mehrere Dimensionen: Emotionalität, Sozialität und kommunikative Bedeutung, und es ist bislang unklar, welche davon den beobachteten Lernvorteilen zugrunde liegen.In drei Studien mit einer probabilistischen Lernaufgabe wurden (1) die Arbeitsgedächtniskapazität, (2) die emotionale Intensität sowie (3) die Sozialität der Feedbackstimuli systematisch variiert. Die neuronalen Mechanismen der Feedbackverarbeitung wurden mithilfe ereigniskorrelierter Potenziale untersucht. Der Fokus lag dabei auf der feedbackbezogenen Negativität, die mit der Detektion unerwarteter Ereignisse assoziiert ist, sowie auf der P3b-Komponente, die die Aktualisierung von Arbeitsgedächtnisrepräsentationen widerspiegelt.In Studie 1 wurde bei jüngeren Erwachsenen die Arbeitsgedächtniskapazität manipuliert, während sozio-emotionales Feedback (Gesichter) mit nicht-emotionalem Feedback (fragmentierte Gesichter) verglichen wurde. Sozio-emotionales Feedback erleichterte das Lernen und verstärkte die neuronale Verarbeitung weitgehend unabhängig von der Arbeitsgedächtniskapazität. Dies führte zu einer präziseren Kontrolle der Stimulusmerkmale in den folgenden Studien. Studie 2 untersuchte daher die Rolle der emotionalen Intensität, indem schwache und starke Gesichtsausdrücke als Feedback bei jüngeren und älteren Erwachsenen verglichen wurden. Beide Gruppen lernten besser nach stark emotionalem Feedback, wobei ältere Erwachsene einen größeren Lernvorteil zeigten. Die neuronalen Ergebnisse zeigten zudem, dass jüngere Erwachsene beim Aktualisieren von Arbeitsgedächtnisinformationen vor allem auf die Valenz des Feedbacks zurückgriffen, während ältere Erwachsene zusätzlich die emotionale Intensität integrierten. Studie 3 isolierte die soziale Komponente sozio-emotionalen Feedbacks, indem soziale (unbekannte Handgesten) mit nicht-sozialen (abstrakte Formen) Stimuli verglichen wurden. Beide Altersgruppen lernten besser aus sozialem Feedback, wobei ältere Erwachsene erneut größere Vorteile zeigten. Die neuronalen Reaktionen wiesen altersspezifische Muster bei der Detektion unerwarteter Ereignisse auf, während soziales Feedback insgesamt die Aktualisierung von Arbeitsgedächtnisinformationen erleichterte.Die vorliegende Dissertation erweitert bestehende Befunde, indem sie zeigt, dass sozio-emotionales Feedback das Lernen über unabhängige Mechanismen unterstützt, welche sich über die Lebensspanne hinweg unterscheiden. Die Ergebnisse legen nahe, dass Lernvorteile durch sozio-emotionales Feedback bei älteren Erwachsenen nicht ausschließlich auf erhöhte Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis zurückzuführen sind, sondern auch einen biologisch begründeten Verarbeitungsvorteil widerspiegeln könnten. Dieser scheint zudem durch motivationale Veränderungen verstärkt zu werden. Insgesamt tragen die Befunde zu einem besseren Verständnis motivationaler und kompensatorischer Mechanismen während des Alterns bei und sprechen für den gezielten Einsatz sozio-emotionalen Feedbacks, zum Beispiel in digitalen Lerninterventionen.
Abstract
In an aging society, understanding age-related differences in learning is crucial for supporting older adults’ active participation in everyday life. Previous research suggests that socio-emotional feedback, such as facial expressions, may facilitate learning in older adults, potentially reflecting motivational shifts or compensatory neural mechanisms. However, it remains unclear whether these benefits reflect developmental changes in older age or also increased cognitive demands in younger adults due to working memory limitations. Moreover, socio-emotional feedback comprises multiple facets; emotionality, sociality, and communicative meaning and it remains debated which of these drive learning benefits. Across three studies using a probabilistic learning task, (1) working memory capacity, (2) emotional intensity, and (3) the sociality of feedback stimuli were systematically manipulated. Neural mechanisms underlying feedback processing were investigated using event-related potentials (ERPs), focusing on the feedback-related negativity (FRN), associated with the detection of unexpected events, and the P3b, reflecting the updating of working memory representations. Study 1 manipulated working memory load in younger adults while comparing socio-emotional (faces) with non-emotional (scrambled faces) feedback. Socio-emotional feedback facilitated learning and enhanced neural processing largely independent of working memory capacity, motivating for a more precise stimulus control in subsequent studies. Study 2 therefore examined the role of emotional intensity by comparing weak and strong facial expressions as feedback in younger and older adults. Both groups learned better after strong emotional feedback, but older adults showed a stronger benefit. Neural results further indicated that younger adults primarily relied on feedback valence for working memory updating, whereas older adults additionally integrated emotional intensity. Study 3 isolated the social component of feedback by comparing social (unfamiliar hand gestures) with non-social (abstract shapes) stimuli. Both age groups learned better from social feedback, with older adults again showing greater benefits. Neural responses revealed age-specific patterns in the detection of unexpected events, while social feedback generally enhanced working memory updating across groups. The present dissertation extends findings that socio-emotional feedback supports learning via multiple, partially dissociable mechanisms that differ across the adult lifespan. The results suggest that learning benefits from socio-emotional feedback in older adults are not solely attributable to increased working memory demand, but may reflect a biologically grounded processing advantage, which is strengthened by motivational shifts. Together, these findings advance current accounts of motivational and compensatory mechanisms in neurocognitive aging and recommend the targeted use of socio-emotional feedback in more applied contexts such as digital learning interventions for older adults.
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