TY - THES A3 - Ferdinand, Nicola K. A3 - Hofmann, Markus J. AB - Im Zuge des demographischen Wandels ist das Verständnis altersbedingter Lernunterschiede zentral für die aktive Teilhabe älterer Menschen. Frühere Forschung legt nahe, dass sozio-emotionales Feedback, etwa durch Gesichtsausdrücke, das Lernen bei älteren Erwachsenen erleichtern kann. Dies könnte auf motivationale Veränderungen im Alter oder kompensatorische neuronale Mechanismen zurückzuführen sein. Unklar ist jedoch, ob diese Vorteile entwicklungsbedingte Veränderungen im höheren Lebensalter widerspiegeln oder auf erhöhte kognitive Anforderungen infolge begrenzter Arbeitsgedächtniskapazität zurückgehen. Zudem umfasst sozio-emotionales Feedback mehrere Dimensionen: Emotionalität, Sozialität und kommunikative Bedeutung, und es ist bislang unklar, welche davon den beobachteten Lernvorteilen zugrunde liegen.In drei Studien mit einer probabilistischen Lernaufgabe wurden (1) die Arbeitsgedächtniskapazität, (2) die emotionale Intensität sowie (3) die Sozialität der Feedbackstimuli systematisch variiert. Die neuronalen Mechanismen der Feedbackverarbeitung wurden mithilfe ereigniskorrelierter Potenziale untersucht. Der Fokus lag dabei auf der feedbackbezogenen Negativität, die mit der Detektion unerwarteter Ereignisse assoziiert ist, sowie auf der P3b-Komponente, die die Aktualisierung von Arbeitsgedächtnisrepräsentationen widerspiegelt.In Studie 1 wurde bei jüngeren Erwachsenen die Arbeitsgedächtniskapazität manipuliert, während sozio-emotionales Feedback (Gesichter) mit nicht-emotionalem Feedback (fragmentierte Gesichter) verglichen wurde. Sozio-emotionales Feedback erleichterte das Lernen und verstärkte die neuronale Verarbeitung weitgehend unabhängig von der Arbeitsgedächtniskapazität. Dies führte zu einer präziseren Kontrolle der Stimulusmerkmale in den folgenden Studien. Studie 2 untersuchte daher die Rolle der emotionalen Intensität, indem schwache und starke Gesichtsausdrücke als Feedback bei jüngeren und älteren Erwachsenen verglichen wurden. Beide Gruppen lernten besser nach stark emotionalem Feedback, wobei ältere Erwachsene einen größeren Lernvorteil zeigten. Die neuronalen Ergebnisse zeigten zudem, dass jüngere Erwachsene beim Aktualisieren von Arbeitsgedächtnisinformationen vor allem auf die Valenz des Feedbacks zurückgriffen, während ältere Erwachsene zusätzlich die emotionale Intensität integrierten. Studie 3 isolierte die soziale Komponente sozio-emotionalen Feedbacks, indem soziale (unbekannte Handgesten) mit nicht-sozialen (abstrakte Formen) Stimuli verglichen wurden. Beide Altersgruppen lernten besser aus sozialem Feedback, wobei ältere Erwachsene erneut größere Vorteile zeigten. Die neuronalen Reaktionen wiesen altersspezifische Muster bei der Detektion unerwarteter Ereignisse auf, während soziales Feedback insgesamt die Aktualisierung von Arbeitsgedächtnisinformationen erleichterte.Die vorliegende Dissertation erweitert bestehende Befunde, indem sie zeigt, dass sozio-emotionales Feedback das Lernen über unabhängige Mechanismen unterstützt, welche sich über die Lebensspanne hinweg unterscheiden. Die Ergebnisse legen nahe, dass Lernvorteile durch sozio-emotionales Feedback bei älteren Erwachsenen nicht ausschließlich auf erhöhte Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis zurückzuführen sind, sondern auch einen biologisch begründeten Verarbeitungsvorteil widerspiegeln könnten. Dieser scheint zudem durch motivationale Veränderungen verstärkt zu werden. Insgesamt tragen die Befunde zu einem besseren Verständnis motivationaler und kompensatorischer Mechanismen während des Alterns bei und sprechen für den gezielten Einsatz sozio-emotionalen Feedbacks, zum Beispiel in digitalen Lerninterventionen. AU - Braunwarth, Jana Isabelle CY - Bochum DA - 2026 DO - 10.25926/BUW/0-1053 DP - Bergische Universität Wuppertal KW - Alterungsprozesse KW - Feedback Verarbeitung KW - EKP KW - FRN KW - P3b KW - Aging KW - Feedback processing KW - ERP LA - eng N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026 PB - Bergische Universität Wuppertal SP - 1 Online-Ressource (xii, 232 Seiten) : Illustrationen, Diagramme T2 - Psychologie TI - Feedback-induced learning in aging minds: Neural and behavioral adaptation to socio-emotional feedback UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-7394 Y2 - 2026-09-16T19:52:43 ER -