Titelaufnahme
Titelaufnahme
- TitelDeterminanten und Arbeitsmarkterträge non-formaler beruflicher Weiterbildung / vorgelegt von Benjamin Schimke
- Weitere TitelDeterminants and Labor Market Returns of Non-Formal Continuing Vocational Education and Training
- Verfasser
- Gutachter
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (96 Seiten) : Illustrationen
- HochschulschriftBergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026
- Verteidigung2026-01-19
- SpracheDeutsch
- DokumenttypDissertation
- Institution
- SchlagwörterBerufliche Weiterbildung / Betriebliche Weiterbildung / Lebenslanges Lernen / Beschäftigten-Arbeitsplatz-Passung / Fähigkeits-Aufgaben-Passung / Überqualifikation / Beschäftigungsfähigkeit / Signalling / Technologischer Wandel / Berufliches Automatisierungsrisiko / Faktorieller Survey / Continuing vocational education and training / Firm-based training / Lifelong learning / Employee-job match / Skill-task mismatch / Overqualification / Employability / Technological change / Automation risk / Factorial survey
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Zusammenfassung
Non-formale berufliche Weiterbildung gilt als zentrale Säule lebenslangen Lernens und wird häufig als Instrument zur Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit, zur Anpassung an technologischen Wandel sowie zur Reduktion sozialer Ungleichheiten diskutiert. Trotz ihrer hohen quantitativen Bedeutung nach dem Arbeitsmarkteintritt ist die empirische Befundlage zu Determinanten und Arbeitsmarkterträgen non-formaler Weiterbildung heterogen und teilweise widersprüchlich. Die kumulative Dissertation untersucht vor diesem Hintergrund systematisch, unter welchen Bedingungen Beschäftigte an non-formaler beruflicher Weiterbildung teilnehmen und in welchem Ausmaß sich Weiterbildungsaktivitäten in arbeitsmarktrelevanten Erträgen niederschlagen. Theoretisch ist die Arbeit an der Schnittstelle ökonomischer und soziologischer Erklärungsansätze verortet. Neben humankapital-, signal- und suchtheoretischen Überlegungen werden strukturalistische Perspektiven wie Arbeitsmarktsegmentation, Credentialismus und technologische Wandlungsprozesse herangezogen, um Weiterbildungsentscheidungen und -erträge nicht allein als Resultat individueller Investitionskalküle, sondern als eingebettet in betriebliche und arbeitsmarktliche Kontexte zu verstehen. Ein zentrales analytisches Leitmotiv bildet dabei die Beschäftigten-Arbeitsplatz-Passung als vermittelnder Mechanismus zwischen individuellen Merkmalen und betrieblichen Opportunitäten. Empirisch stützt sich die Dissertation auf drei eigenständige Beiträge, die unterschiedliche methodische Zugänge kombinieren. Der erste Beitrag analysiert anhand von Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) die Determinanten betrieblicher non-formaler Weiterbildung und zeigt, dass nicht nur individuelle, sondern insbesondere die Passung zwischen Qualifikationen, Fähigkeiten und Arbeitsplatzanforderungen die Weiterbildungsteilnahme strukturieren. Über- und fehlpassende Beschäftigungsverhältnisse gehen mit signifikant geringeren Weiterbildungschancen einher, was auf selektive betriebliche Investitionsentscheidungen verweist. Der zweite Beitrag untersucht die Rolle non-formaler Weiterbildungsnachweise für zwischenbetriebliche Arbeitsmarktmobilität und prüft, ob Weiterbildung als Signal im Prozess der Arbeitsplatzzuweisung fungiert. Die Ergebnisse der Experimentalstudie zeigen, dass non-formale Weiterbildung die Beschäftigungschancen erhöht und dabei sowohl Motivation als auch berufliche Fähigkeiten signalisiert. Die Befunde legen zudem nahe, dass bislang ausbleibende Mobilitätseffekte in der bisherigen Forschung vermutlich auf Selektions- und Selbstselektionsmechanismen zurückzuführen sind. Der dritte Beitrag erweitert die Perspektive auf Arbeitsmarkterträge, indem strukturelle Bedingungen systematisch einbezogen werden. In der experimentellen Studie wird analysiert, inwiefern der Nutzen non-formaler Weiterbildungsnachweise für Beschäftigungschancen von beruflichen Automatisierungsrisiken abhängt. Die Befunde zeigen, dass der arbeitsmarktliche Wert von Weiterbildung kontextabhängig variiert und in Berufen mit hohem Automatisierungsrisiko geringer ausfällt. Insgesamt leistet die Dissertation einen Beitrag zur Erweiterung des Forschungsstands zu non-formaler beruflicher Weiterbildung, indem sie mikro-, meso- und makrostrukturelle Einflussfaktoren integriert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Weiterbildung weder ein per se ungleichheitsreduzierendes Instrument noch ein verlässlicher Karrierehebel ist, sondern in hohem Maße von betrieblichen Passungsverhältnissen und strukturellen Arbeitsmarktbedingungen abhängt.
Abstract
Non-formal vocational continuing education and training is widely regarded as a central pillar of lifelong learning and is frequently discussed as an instrument for maintaining employability, adapting to technological change, and reducing social inequalities. Despite its high quantitative relevance after labour market entry, empirical evidence on the determinants and labour market returns of non-formal continuing training remains heterogeneous and partly contradictory. Against this background, this cumulative dissertation systematically examines the conditions under which employees participate in non-formal vocational training and the extent to which such training activities translate into labour market-relevant returns. Theoretically, the dissertation is situated at the intersection of economic and sociological explanatory approaches. In addition to human capital, signalling, and search-theoretical considerations, structuralist perspectives, such as labour market segmentation, credentialism, and processes of technological change, are employed to conceptualise training decisions and returns not merely as outcomes of individual investment calculations, but as embedded in organisational and labour market contexts. A central analytical focus is placed on employee–job match quality as a mediating mechanism between individual characteristics and organisational opportunities. Empirically, the dissertation draws on three independent contributions that combine different methodological approaches. The first contribution analyses longitudinal data from the German National Educational Panel Study (NEPS) to investigate the determinants of firm-based non-formal training. The results show that participation in training is structured not only by individual characteristics, but in particular by the match between qualifications, skills, and job requirements. Overqualified and mismatched employment relationships are associated with significantly lower training probabilities, pointing to selective firm-level investment decisions. The second contribution examines the role of non-formal training certificates for inter-firm labour market mobility and tests whether training functions as a signal in the process of job allocation. The results of the experimental study indicate that non-formal training increases employment chances by signalling both motivation and occupational skills. Moreover, the findings suggest that the lack of mobility effects reported in previous research is likely attributable to selection and self-selection mechanisms. The third contribution broadens the perspective on labour market returns by systematically incorporating structural conditions. Using an experimental design, it analyses whether the value of non-formal training certificates for employment chances varies with occupation-specific automation risks. The findings show that the labour market value of training is context-dependent and lower in occupations with high automation risk. Overall, the dissertation contributes to advancing research on non-formal vocational continuing training by integrating micro-, meso-, and macro-level determinants. The results demonstrate that non-formal training is neither inherently inequality-reducing nor a reliable lever for career advancement, but instead strongly contingent on organisational match structures and broader labour market conditions.
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