TY - THES AB - Non-formale berufliche Weiterbildung gilt als zentrale Säule lebenslangen Lernens und wird häufig als Instrument zur Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit, zur Anpassung an technologischen Wandel sowie zur Reduktion sozialer Ungleichheiten diskutiert. Trotz ihrer hohen quantitativen Bedeutung nach dem Arbeitsmarkteintritt ist die empirische Befundlage zu Determinanten und Arbeitsmarkterträgen non-formaler Weiterbildung heterogen und teilweise widersprüchlich. Die kumulative Dissertation untersucht vor diesem Hintergrund systematisch, unter welchen Bedingungen Beschäftigte an non-formaler beruflicher Weiterbildung teilnehmen und in welchem Ausmaß sich Weiterbildungsaktivitäten in arbeitsmarktrelevanten Erträgen niederschlagen. Theoretisch ist die Arbeit an der Schnittstelle ökonomischer und soziologischer Erklärungsansätze verortet. Neben humankapital-, signal- und suchtheoretischen Überlegungen werden strukturalistische Perspektiven wie Arbeitsmarktsegmentation, Credentialismus und technologische Wandlungsprozesse herangezogen, um Weiterbildungsentscheidungen und -erträge nicht allein als Resultat individueller Investitionskalküle, sondern als eingebettet in betriebliche und arbeitsmarktliche Kontexte zu verstehen. Ein zentrales analytisches Leitmotiv bildet dabei die Beschäftigten-Arbeitsplatz-Passung als vermittelnder Mechanismus zwischen individuellen Merkmalen und betrieblichen Opportunitäten. Empirisch stützt sich die Dissertation auf drei eigenständige Beiträge, die unterschiedliche methodische Zugänge kombinieren. Der erste Beitrag analysiert anhand von Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) die Determinanten betrieblicher non-formaler Weiterbildung und zeigt, dass nicht nur individuelle, sondern insbesondere die Passung zwischen Qualifikationen, Fähigkeiten und Arbeitsplatzanforderungen die Weiterbildungsteilnahme strukturieren. Über- und fehlpassende Beschäftigungsverhältnisse gehen mit signifikant geringeren Weiterbildungschancen einher, was auf selektive betriebliche Investitionsentscheidungen verweist. Der zweite Beitrag untersucht die Rolle non-formaler Weiterbildungsnachweise für zwischenbetriebliche Arbeitsmarktmobilität und prüft, ob Weiterbildung als Signal im Prozess der Arbeitsplatzzuweisung fungiert. Die Ergebnisse der Experimentalstudie zeigen, dass non-formale Weiterbildung die Beschäftigungschancen erhöht und dabei sowohl Motivation als auch berufliche Fähigkeiten signalisiert. Die Befunde legen zudem nahe, dass bislang ausbleibende Mobilitätseffekte in der bisherigen Forschung vermutlich auf Selektions- und Selbstselektionsmechanismen zurückzuführen sind. Der dritte Beitrag erweitert die Perspektive auf Arbeitsmarkterträge, indem strukturelle Bedingungen systematisch einbezogen werden. In der experimentellen Studie wird analysiert, inwiefern der Nutzen non-formaler Weiterbildungsnachweise für Beschäftigungschancen von beruflichen Automatisierungsrisiken abhängt. Die Befunde zeigen, dass der arbeitsmarktliche Wert von Weiterbildung kontextabhängig variiert und in Berufen mit hohem Automatisierungsrisiko geringer ausfällt. Insgesamt leistet die Dissertation einen Beitrag zur Erweiterung des Forschungsstands zu non-formaler beruflicher Weiterbildung, indem sie mikro-, meso- und makrostrukturelle Einflussfaktoren integriert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Weiterbildung weder ein per se ungleichheitsreduzierendes Instrument noch ein verlässlicher Karrierehebel ist, sondern in hohem Maße von betrieblichen Passungsverhältnissen und strukturellen Arbeitsmarktbedingungen abhängt. AU - Schimke, Benjamin CY - Wuppertal DO - 10.25926/BUW/0-977 DP - Bergische Universität Wuppertal KW - Berufliche Weiterbildung KW - Betriebliche Weiterbildung KW - Lebenslanges Lernen KW - Beschäftigten-Arbeitsplatz-Passung KW - Fähigkeits-Aufgaben-Passung KW - Überqualifikation KW - Beschäftigungsfähigkeit KW - Signalling KW - Technologischer Wandel KW - Berufliches Automatisierungsrisiko KW - Faktorieller Survey KW - Continuing vocational education and training KW - Firm-based training KW - Lifelong learning KW - Employee-job match KW - Skill-task mismatch KW - Overqualification KW - Employability KW - Technological change KW - Automation risk KW - Factorial survey LA - ger N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - 2025 SP - 1 Online-Ressource (96 Seiten) : Illustrationen T2 - School of Education/Institut für Bildungsforschung TI - Determinanten und Arbeitsmarkterträge non-formaler beruflicher Weiterbildung UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-6630 Y2 - 2026-04-03T12:10:20 ER -