Titelaufnahme
Titelaufnahme
- Titel…Materie – Resonanz – Lebenswerk : über das Bildungspotenzial des Materials / vorgelegt von Sarah Starosky
- Verfasser
- Gutachter
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (248 Seiten)
- HochschulschriftBergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2025
- Verteidigung2025-10-02
- SpracheDeutsch
- DokumenttypDissertation
- Schlagwörter
- URN
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Klassifikation
Zusammenfassung
Die Dissertation untersucht das Bildungspotenzial des Materials im Kontext kunst- und werkpädagogischer Praxis. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass materialgebundenes Tun über reine Formgebung hinausreicht und Materialien als aktive Resonanzpartner an der Hervorbringung von Bildungsprozessen beteiligt sind. Bildung wird dabei nicht als primär kognitiver Vorgang verstanden, sondern als leiblich vermittelter Prozess, der sich in der tätigen Auseinandersetzung mit Material vollzieht.Theoretisch verortet sich die Arbeit an der Schnittstelle von Philosophie, Phänomenologie, Anthropologie und Kunstpädagogik. Zentrale Bezugspunkte bilden Konzepte von Materialität, Leiblichkeit und Resonanz, auf deren Grundlage der Begriff der Materialresonanz entwickelt wird. Dieser bezeichnet ein wechselseitiges Antwortgeschehen zwischen Mensch und Material, in dem Wahrnehmung, Handlung und Sinnbildung miteinander verschränkt sind. Material erscheint dabei nicht in passiver Weise, sondern als wirksames Gegenüber, das Widerstand, Struktur und Eigenlogik einbringt und dadurch Bildungsprozesse anstößt. Methodisch verbindet die Arbeit theoretische Analyse mit einer phänomenologisch-hermeneutischen und autoethnografischen Untersuchung eigener Werkprozesse sowie einer ergänzenden empirischen Studie. Untersucht werden unter anderem das Drehen an der Töpferscheibe und das Arbeiten mit Holz. Analysiert werden leibliche, affektive und kognitive Dimensionen des materialbezogenen Arbeitens sowie deren Bedeutung für Selbstwirksamkeit, Aufmerksamkeit, Urteilsfähigkeit und Könnerschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass Bildung als material-leiblicher Prozess zu verstehen ist, in dem sich Subjekt und Welt wechselseitig formen. Materielle Praxis erweist sich dabei als zentraler Ort der Selbst- und Weltbegegnung. Abschließend wird herausgearbeitet, dass kunst- und werkpädagogische Lernräume besondere Potenziale für resonante Bildungsprozesse bieten und im Kontext zunehmender Digitalisierung eine zentrale bildungstheoretische Bedeutung gewinnen. Bildung erscheint so als lebenslanger Prozess, in dem sich biografische Erfahrung, tätige Auseinandersetzung und Sinnbildung im Medium des Materials verschränken.
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