Titelaufnahme
- TitelAlois Riehl an Vaihinger, Neubabelsberg, 6.11.1910, 3 S., hs., einzelne unleserliche Worte von anderer Hd. mit Bleistift transkribiert, Wasserzeichen ZENOBIA MILL | IVORY PAPER, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a
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- StandortStaats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a
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Alois Riehl an Vaihinger, Neubabelsberg, 6.11.1910, 3 S., hs., einzelne unleserliche Worte von anderer Hd. mit Bleistift transkribiert, Wasserzeichen ZENOBIA MILL | IVORY PAPER, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a
Neubabelsberg d. 6. November[a] 1910.
Sehr geehrter Herr College.
Von einem geplagten Berliner Professor dürfen Sie zumal beim Semesteranfang eine prompte Antwort nicht erwarten – und damit entschuldige ich, daß Ihre Schreiben[1] mehr als eine Woche ohne Erwiderung geblieben sind.
Die Sache mit Dr Ristilsch[2] soll Ihnen keine weitere Sorge machen, will der junge Gelehrte mich hören, so soll er mir willkommen sein; daß er sich mit seiner Entdeckung einer dritten Art Deduction getäuscht hat, muß er selbst einsehen, wenn er die Stelle noch einmal überlegt und | mit der in der Streitschrift gegen Eberhard[3] vergleicht.
Warum sollten Sie ihm mein Urteil (an Collegen Bauch) nicht mitteilen? Ich stehe gerne für dasselbe ein.
Schwerer zu beantworten ist Ihre zweite Anfrage.
Herr College Güttler muß viel Geld haben, da er die Preisaufgabe nicht blos erneuert[4], sondern den oder die Preise erheblich erhöht. Und wenn auch die Erwartung gerechtfertigt sein mag, daß das erneute Preisausschreiben einen besseren Erfolg hat als das erste, so empfinde ich doch nicht die geringste Neigung, noch einmal als einer der „Richter“ zu fungiren. | Nur wenn zuvor Külpe sowohl als Stumpf zugesagt haben[5] werden, will ich mir die Sache noch einmal überlegen.
Darüber erhalte ich wohl Ihren gefälligen Bescheid[6].
Mit freundlichen Grüßen Ihr sehr ergebener
A. Riehl.
Kommentar zum Textbefund
Kommentar der Herausgeber
2↑Dr Ristilsch ] nicht ermittelt; vermutlich im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Güttler-Preisaufgabe (vgl. Riehl an Vaihinger vom 1.2.1908). Die Beurteilungen sind ohne Namensnennung der Verfasser abgedruckt bei Vaihinger: Drittes Preisausschreiben der „Kantgesellschaft“. Carl Güttler- Preisaufgabe. Welches sind die wirklichen Fortschritte, die die Metaphysik seit Hegels und Herbarts Zeiten in Deutschland gemacht hat? Urteil des Preisrichterkollegiums. In: Kant-Studien 15 (1910), S. 547–549.3↑Streitschrift gegen Eberhard ] vgl. Kant: Über eine Entdeckung, nach der alle neue Kritik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll (1790); gegen Johann August Eberhard (1739–1809).4↑Preisaufgabe nicht blos erneuert ] ursprünglich im März 1908 ausgeschrieben (vgl. Kant-Studien 13 (1908), S. 190–192), 1910 ohne Preisverteilung beendet (vgl. Riehl an Vaihinger vom 1.2.1908), kam es zu einer erneuten Ausschreibung, vgl. Vaihinger: Drittes Preisausschreiben der „Kantgesellschaft“. Carl Güttler-Preisaufgabe. (Wiederholt). In: Kant-Studien 16 (1911), S. 132–134. Datiert im April 1911. Eine erneute Bearbeitung ist nicht nachgewiesen, eine weiterer Bericht nicht erschienen.5↑Külpe sowohl als Stumpf zugesagt haben ] Oswald Külpe und Carl Stumpf fungierten gemeinsam mit Riehl als Preisrichter; vgl. Vaihinger an Stumpf vom 1.5.1910.▲
