Titelaufnahme
- TitelVaihinger an Friedrich Jodl, Straßburg, 10.11.1877, 3 S., hs., Briefkopf Prägestempel: Monogramm H V in zwei ovalen Medaillons, darüber Blütenkranz, darunter Akanthuslaub, Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507
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- StandortWienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507
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Vaihinger an Friedrich Jodl, Straßburg, 10.11.1877, 3 S., hs., Briefkopf Prägestempel: Monogramm H V in zwei ovalen Medaillons, darüber Blütenkranz, darunter Akanthuslaub, Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507
Straßburg 10 Nov[ember] 77
Geehrter Herr Doctor!
Ihr freundlicher Brief[1] hat mich sehr erfreut. Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre gütige und loyale Mittheilung Ihrer Absicht und vor Allem für diese selbst. Daß Sie diese Absicht hegen und hoffentlich schon theilweise zur That haben werden[a] lassen[b], war mir eine angenehme Genugthuung, indem meine Ansicht, Hume[c] verdiene doch wenn auch keine eigene Centennialfeier, so doch eine ehrenvolle Erwähnung, wenn andere für die geistige und culturelle Entwicklung des Menschengeschlechtes weniger bedeutsame Männer so hoch gefeiert werden, – dadurch bestätigt wird. |
Der allgemeine Inhalt Ihres Aufsatzes, wie Sie ihn mir mitzutheilen die Güte hatten, verspricht sehr viel und ich bin auf Ihre näheren Ausführungen des Gedankens und des Vergleiches sehr gespannt. Es ist mir um so angenehmer, wenn Sie dies in die Hand nehmen wollen, als ich selbst in der nächsten Zeit absolut keine Muße finden werde, diese Ehrenschuld abzutragen. An die Allgemeine Zeitung hatte ich zwar auch gedacht, aber eben für den nicht zu Stande gekommenen[d] Aufsatz im vorigen Jahr. Dagegen die weiteren Gedanken wollte ich einer Fachzeitschrift anvertrauen. Indessen das hat gute Zeit, um so mehr, als Sie es ja nun in die | Hand nehmen. Fassen Sie sich doch ja nicht zu kurz. Ihr Gedanke verdient eine weitere Ausführung, und das Publicum soll überhaupt merken, daß die Philosophie auch ihre Ansprüche machen darf. Lassen Sie sich durch keine Rücksicht auf mich abhalten, Ihre Gedanken in jeder beliebigen Ausdehnung bis auf die Gegenwart auszudehnen. Sie haben ohnedieß schon seit so langer Zeit in philosophicis[e] geschwiegen. Benützen Sie die Gelegenheit, in behaglicher Breite (wenns auch mehrere Artikel gibt) Ihre Ansichten uns mitzutheilen.
Bitte grüßen Sie bei Gelegenheit Herrn Prof. Huber[f] aufs Beste.
Mit freundschaftlichem Gruß Ihr
Dr Hans Vaihinger
Kommentar zum Textbefund
Kommentar der Herausgeber
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