<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000103-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Jodl</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>10.11.1877</date>, <note>3 S., hs., </note><note>Briefkopf Prägestempel: Monogramm </note><quote type="rdg">H V</quote><note> in zwei ovalen Medaillons, darüber Blütenkranz, darunter Akanthuslaub</note>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0103" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000103-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1877-11-10">10.11.1877</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/119305429">Friedrich Jodl</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118554735">David Hume</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117031429">Johann Nepomuk Huber</name></note><note type="repository">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Jodl</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>10.11.1877</date>, <note>3 S., hs., </note><note>Briefkopf Prägestempel: Monogramm </note><quote type="rdg">H V</quote><note> in zwei ovalen Medaillons, darüber Blütenkranz, darunter Akanthuslaub</note><anchor type="delimiter"/>, <bibl type="pubPlace">Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-133507</bibl></head></front><body><dateline>Straßburg 10 Nov<add>[ember]</add> 77</dateline><salute>Geehrter Herr Doctor!</salute><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-344"/>Ihr freundlicher Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-344"/> hat mich sehr erfreut. Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre gütige und loyale Mittheilung Ihrer Absicht und vor Allem für diese selbst. Daß Sie diese Absicht hegen und hoffentlich schon theilweise zur That haben <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-345"/>werden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-345"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-346"/>lassen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-346"/>, war mir eine angenehme Genugthuung, indem meine Ansicht, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-347"/><hi rend="underline"><name>Hume</name></hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-347"/><hi rend="underline"><name/></hi> verdiene doch wenn auch keine eigene Centennialfeier, so doch eine ehrenvolle Erwähnung, wenn andere für die geistige und culturelle Entwicklung des Menschengeschlechtes weniger bedeutsame Männer so hoch gefeiert werden, – dadurch bestätigt wird. <pb/></p><p>Der allgemeine Inhalt Ihres Aufsatzes, wie Sie ihn mir mitzutheilen die Güte hatten, verspricht sehr viel und ich bin auf Ihre näheren Ausführungen des Gedankens und des Vergleiches sehr gespannt. Es ist mir um so angenehmer, wenn Sie dies in die Hand nehmen wollen, als ich selbst in der nächsten Zeit absolut keine Muße finden werde, diese Ehrenschuld abzutragen. An die Allgemeine Zeitung hatte ich zwar auch gedacht, aber eben für den nicht zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-348"/>Stande gekommenen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-348"/> Aufsatz im vorigen Jahr. Dagegen die weiteren Gedanken wollte ich einer Fachzeitschrift anvertrauen. Indessen das hat gute Zeit, um so mehr, als Sie es ja nun in die <pb/> Hand nehmen. Fassen Sie sich doch ja <hi rend="underline">nicht zu kurz</hi>. Ihr Gedanke verdient eine weitere Ausführung, und das Publicum soll überhaupt merken, daß die Philosophie auch ihre Ansprüche machen darf. Lassen Sie sich durch keine Rücksicht auf mich abhalten, Ihre Gedanken in jeder beliebigen Ausdehnung bis auf die Gegenwart auszudehnen. Sie haben ohnedieß schon seit so langer Zeit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-349"/>in philosophicis<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-349"/> geschwiegen. Benützen Sie die Gelegenheit, in behaglicher Breite (wenns auch mehrere Artikel gibt) Ihre Ansichten uns mitzutheilen.</p><p>Bitte grüßen Sie bei Gelegenheit Herrn <hi rend="underline"><abbr>Prof.</abbr> </hi><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-350"/><hi rend="underline"><name>Huber</name></hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-350"/><hi rend="underline"><name/></hi> aufs Beste.</p><p>Mit freundschaftlichem Gruß Ihr</p><signed>D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> Hans Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-344"><lem>Ihr freundlicher Brief</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Jodl an Vaihinger vom 7.11.1877</note></app><app type="philological" corresp="#ED-345"><lem>werden</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-346"><lem>lassen</lem><note>doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-347"><lem><hi rend="underline"><name>Hume</name></hi></lem><note>in <abbr>lat.</abbr> Schrift</note></app><app type="philological" corresp="#ED-348"><lem>Stande gekommenen</lem><note>am Zeilenwechsel: </note><rdg>Stande- gekommenen</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-349"><lem>in philosophicis</lem><note>in <abbr>lat.</abbr> Schrift</note></app><app type="philological" corresp="#ED-350"><lem><hi rend="underline"><name>Huber</name></hi></lem><note>in <abbr>lat.</abbr> Schrift</note></app></listApp></back></text></TEI>