TY - THES A3 - Brännström, Fabian A3 - Goertz, Roland A3 - Krause, Ulrich A3 - Pieper, Ralf AB - In der vorliegenden Arbeit wurden die Gefährdungen für Einsatzkräfte bei Einsätzen der Feuerwehr und der Hilfeleistungsorganisationen an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ermittelt und bewertet. Neben anderen Faktoren macht insbesondere der, durch die Menschen verursachte, globale Klimawandel es nötig, Emissionen aus dem Verkehrssektor, die durch die Verbrennung fossiler Energieträger entstehen, drastisch zu reduzieren. Daher kommen immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Energieträgern zum Einsatz, die keine oder deutlich weniger klimaschädliche Emissionen verursachen. Mit steigenden Fahrzeugzahlen mehren sich aber auch Unfallereignisse, wobei diese Fahrzeuge bzw. deren Lade- und Tankinfrastruktur beteiligt sind. Daraus resultiert die Fragestellung, inwieweit damit neue Gefährdungen für Einsatzkräfte bei ihren Tätigkeiten an Fahrzeugen mit alternativen Energieträgern verbunden sind. Werden neuartige Gefährdungen erkannt, ist zu klären, inwieweit die bisherigen Methoden, Techniken und Taktiken der Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen anwendbar sind bzw. einer Anpassung bedürfen. Dies wurde mithilfe einer semi-quantitativen Gefährdungsbeurteilung und einer daraus folgenden Maßnahmenableitung analysiert. Dazu war es zunächst notwendig, einen Überblick über die zurzeit in Verwendung befindlichen alternativen Energieträger sowie deren spezifische Eigenschaften und Gefährdungen zu verschaffen. Danach wurden musterhafte Szenarien festgelegt, um den Einsatzalltag der Einsatzkräfte abzubilden und einzelne Einsatzszenarien bezüglich ihrer gefundenen Gefährdungen und evtl. auftretenden Risiken vergleichen zu können. Die gefundenen Maßnahmen wurden im Anschluss an die Gefährdungsbeurteilung mit Hilfe einer Nutzwertanalyse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet. Ein weiterer Aspekt der Arbeit war es, zu beleuchten, wie menschliche Entscheidungen im Einsatzgeschehen zustande kommen, durch welche Faktoren Entscheidungen beeinflusst werden können und inwieweit schnelles und richtiges Entscheiden von Einsatzkräften trainiert werden kann. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine ganze Reihe Gefährdungen identifiziert werden konnten, die bisher im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen oder Fahrzeugbränden nicht bzw. nicht in dem Umfang von den Einsatzkräften zu erwarten waren. Allen voran ist dabei die Bildung von gefährlichen explosionsfähigen Atmosphären durch Ventinggase aus Hochvoltspeichern oder gasförmige Energieträger zu nennen, die insbesondere in umschlossenen verkehrstechnischen Anlagen entstehen können. Aber auch die Exposition mit Gefahrstoffen, Strahlflammenerscheinungen, zerknallende Gasspeicherbehälter oder Ventingereignisse bei Hochvoltspeichern, die unter Umständen auch erst verzögert einsetzen können, zählen zu spezifischen Gefährdungen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Als Einsatzszenarien, die mit den größten Gefährdungen für Einsatzkräfte verbunden sind, konnten Unfälle und Brände von Fahrzeugen identifiziert werden, bei welchen Personen in den Fahrzeugen eingeklemmt sind und mit technischen Hilfsmitteln befreit werden müssen. Handelt es sich dabei um gasbetriebene Fahrzeuge, strömt der gasförmige Energieträger aus bzw. brennt das Fahrzeug und findet das Szenario im umschlossenen Raum statt, erhöht sich das Risiko für die beteiligten Einsatzkräfte drastisch. Den höchsten Nutzwert erzielen diejenigen Maßnahmen, die durch technische Maßnahmen verhindern, dass Ventinggase aus einem Hochvoltspeicher bzw. gasförmige Energieträger aus dem Gasspeicherbehälter austreten. Dies zu realisieren, würde einen extremen Nutzen für Einsatzkräfte aber auch Fahrzeuginsassen und weitere beteiligte Personen bedeuten. Weitere Maßnahmen mit hohem Nutzwert sind z. B. das Zugreifen der Einsatzkräfte auf für sie relevante Fahrzeugdaten an der Einsatzstelle, um z. B. kritische Ereignisse rechtzeitig zu erkennen, bauliche Maßnahmen an umschlossenen verkehrstechnischen Anlagen, Erweiterung der apparativen Ausstattung der Einsatzkräfte, Anpassung von Einsatztaktik und Kräfteansatz sowie die konsequente Schulung und Unterweisung zu diesen Themen. AU - Pelzl, Tim CY - Wuppertal DO - 10.25926/BUW/0-1077 DP - Bergische Universität Wuppertal LA - ger N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026 PB - Bergische Universität Wuppertal PY - 2026 SP - 1 Online-Ressource (XII, 359 Seiten) : Illustrationen T2 - Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik TI - Fahrzeuge mit alternativen Antrieben als Verkehrsträger: Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen für Einsatzkräfte bei Einsätzen der Feuerwehr und der Hilfeleistungsorganisationen UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-7630 Y2 - 2026-10-22T15:15:11 ER -