TY - THES A3 - Reutter, Ulrike AB - Ridepooling-Systeme wurden in den vergangenen Jahren vielfach als flexible Ergänzung des öffentlichen Verkehrs erprobt, insbesondere in Räumen mit geringer Nachfrage oder begrenztem ÖPNV-Angebot. Während zahlreiche Angebote praktisch umgesetzt wurden, bestehen hinsichtlich ihrer tatsächlichen Treibhausgaswirkungen weiterhin erhebliche Unsicherheiten. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass bisherige Untersuchungen häufig auf Simulationen, modellhaften Annahmen oder nur eingeschränkt vergleichbaren empirischen Datengrundlagen beruhen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, wie Ridepooling-Systeme auf Basis realer Betriebsdaten belastbar hinsichtlich ihrer THG-Wirkungen bewertet werden können und welche betrieblichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen die ökologische Wirkung beeinflussen. Hierzu wird eine standardisierbare und auf reale Betriebsdaten übertragbare Methodik zur THG-Bilanzierung von Ridepooling-Systemen entwickelt und exemplarisch auf vier Linienbedarfsverkehre unterschiedlicher Raum- und Betriebsstrukturen in Deutschland angewendet. Die Methodik orientiert sich an der DIN EN 16258 und basiert auf einer Well-to-Wheel-Betrachtung der verkehrsbedingten Emissionen. Ergänzend erfolgt eine kontextbezogene Referenzbewertung. Hierfür werden kontrafaktische Substitutionsszenarien entwickelt, in denen die Verkehrsleistung der Ridepooling-Systeme hypothetisch auf alternative Verkehrsmittel verteilt wird. Sensitivitätsanalysen untersuchen den Einfluss betrieblicher, energetischer und fahrzeugtechnologischer Rahmenbedingungen auf die THG-Bilanzierung. Die Ergebnisse zeigen, dass sämtliche untersuchten Ridepooling-Systeme im Status quo des Jahres 2022 unter Verwendung des deutschen Strommixes höhere spezifische THG-Emissionen aufweisen als die jeweilige Referenzmobilität im Betriebsgebiet. Dies verdeutlicht, dass ökologische Vorteile realbetriebener Ridepooling-Systeme nicht aus dem Angebotsprinzip selbst folgen, sondern wesentlich von Nachfrage, Auslastung, Leerkilometeranteil und Energieversorgung abhängen. Insbesondere Fahrzeugantrieb, Strombereitstellung, Besetzungsquote und betriebliche Effizienz haben wesentlichen Einfluss auf die ökologische Bewertung der Systeme. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ökologische Defizite insbesondere in nachfrageschwachen Betriebsräumen teilweise durch vollelektrische Fahrzeugflotten in Kombination mit emissionsarmem Ladestrom kompensiert werden können. Die Arbeit stellt eine auf harmonisierten Betriebsdaten beruhende Methodik zur THG-Bilanzierung realbetriebener Ridepooling-Systeme bereit. Sie schafft damit eine Grundlage, um unterschiedliche Systeme systematisch zu vergleichen und ihre ökologische Wirkung kontextbezogen einzuordnen. Zugleich zeigen die Ergebnisse, dass ökologische Wirkungen maßgeblich von betrieblichen, räumlichen und energetischen Rahmenbedingungen abhängen. Darüber hinaus werden Grenzen bestehender Ansätze sowie Herausforderungen hinsichtlich Datenverfügbarkeit, Intermodalität und Übertragbarkeit realbetriebener Systeme aufgezeigt. AU - Bruder, Peter CY - Wuppertal DA - 2026 DO - 10.25926/BUW/0-1046 DP - Bergische Universität Wuppertal KW - Ridepooling KW - geteilte Mobilität KW - öffentlicher Personennahverkehr KW - Treibhausgasbilanzierung KW - ökologische Bewertung KW - Linienbedarfsverkehr KW - reale Betriebsdaten KW - demand-responsive transport KW - public transport KW - shared mobility KW - greenhouse gas accounting KW - environmental assessment KW - real-world operational data KW - well-to-wheel assessment LA - ger N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2026 PB - Bergische Universität Wuppertal SP - 1 Online-Ressource (XI, 214 Seiten) : Illustrationen, Diagramme, Karten T2 - Bauingenieurwesen TI - Entwicklung und Anwendung einer Methodik zur ökologischen Bewertung von Ridepooling-Systemen UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-7320 Y2 - 2026-09-15T12:18:46 ER -