TY - THES AB - Angesichts ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitskrisen erscheint eine tiefgreifende Trans-formation von Städten – als Organisationsform des Menschen im Raum – unumgänglich. In diesem Licht hat der Akteurstypus der Stadtmacher im deutschen Fachdiskurs und auch im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) an Bedeutung gewonnen. Stadtma-cher – zumeist bürgerschaftlich oder zivilgesellschaftlich verwurzelte Akteure, die eigene bau-lich-räumliche Projekte vorantreiben – werden als Impulsgeber für eine gemeinwohlorientier-te Stadtentwicklung „von unten“ gehandelt. Die vorliegende Arbeit prüft diese Erwartung am Fall Utopiastadt in Wuppertal in den Jahren 2010 bis 2021. Sie analysiert das transformative Potenzial von Stadtmachern und leitet kausale Mechanismen zu seiner Erklärung ab. Mithilfe der Theorie strategischer Handlungsfelder nach Neil Fligstein und Doug McAdam wird Stadt-entwicklung als Problem kollektiven Handelns begriffen. Dessen tiefgreifender Wandel wird operativ als die Formation neuer oder die Transformation bestehender raumbezogener Hand-lungsfelder gefasst. In zwei prozessanalytischen Teiluntersuchungen rekonstruiert die Arbeit zunächst Prozesse der Flächen- und Quartiersentwicklung in der Wuppertaler Nordstadt und belegt weitreichende Veränderungen. So konnte in der Flächenentwicklung um den Bahnhof Mirke ein Wechsel von einer marktorientierten Verwertung hin zu einer vielfältigen, ge-meinwohlorientierten Akteurslandschaft erreicht werden. Im Umfeld des Bahnhofs kam es zur Entstehung einer neuen, politisierten Quartiersidentität, die weit über die Programmatik des ursprünglichen Städtebaufördergebiets hinausweist. Zur Erklärung dieser Veränderungen re-konstruiert die Arbeit drei kausale Mechanismen. Diese erklären, (1) wie Stadtmacher durch Mobilisierung fluide Situationen, in denen Wandel möglich wird, schaffen, (2) durch kollabo-rative Governance hybride Projekte mit etablierten Akteuren anstoßen und (3) im Zuge von Mobilisierungsprozessen die Entstehung neuer kollektiver Identitäten befördern können. Die Arbeit zeigt, dass Stadtmacher als Impulsgeber, mobilisierende Akteure, Koproduzenten und Ermöglicher für andere Akteure (trans-)formativ wirken können. Ihr Erfolg hängt nicht nur vom eigenen strategischen Geschick ab. Förderlandschaft, räumliche Strukturen und die Kooperationsbereitschaft anderer Akteure ermöglichen und begrenzen das (trans-)formative Potenzial von Stadtmachern. Entscheidend erweisen sich im untersuchten Fall die spezifischen Strukturen der Städtebauförderung in Nordrhein-Westfalen, das Vorhandensein aufeinander bezogener, vernachlässigter Räume sowie der Wille der kommunalen Akteure in Wuppertal zur koproduktiven und politischen Unterstützung Utopiastadts. Sowohl die konzeptionelle Perspektive auf Stadtentwicklung als auch die erarbeiteten Mechanismen verstehen sich als potenziell übertragbar. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur raumbezogenen Governance-Forschung, schafft einen theoretischen Rahmen für die Analyse ähnlicher Stadtmacher-Prozesse in anderen Städten und hat Implikationen für die Strategieentwicklung von Stadtmachern und kommunalen Akteuren gleichermaßen. AU - Bachmann, Boris CY - Wuppertal DA - 2025 DO - 10.25926/BUW/0-983 DP - Bergische Universität Wuppertal KW - Urbane Transformation KW - Stadtentwicklung KW - Lokale Politik KW - Urbane Governance KW - Stadtmacher KW - Wuppertal KW - Strategische Handlungsfelder KW - Kausale Mechanismen KW - Upscaling KW - Urban Transitions KW - Urban Development KW - Local Politics KW - Urban Governance KW - City-Makers KW - Strategic Action Fields KW - Causal Mechanisms LA - ger N1 - Bergische Universität Wuppertal, Dissertation, 2025 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - [2025] SP - 1 Online-Ressource (XV, 472 Seiten) T2 - Politikwissenschaft TI - Das transformative Potenzial der Stadtmacher: (Trans-)Formation von Handlungsfeldern und Mechanismen des Wandels in der Stadtentwicklung am Beispiel Utopiastadt in Wuppertal UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:468-2-6695 Y2 - 2026-03-27T15:11:25 ER -