<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Paul Siebeck an Martha Windelband, Kennenburg bei Esslingen, 27.10.1915, 2 S., Ts. (Abschrift), Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 A 0368,3</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000872-4"/><style type="text/css">
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Frau Geheimrat Martha Windelband <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Heidelberg ] unterstrichen&#xD;&#xA;">Heidelberg</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Heidelberg ] unterstrichen">[a]</a> Landfriedstrasse.</p><p class="ED-p">Hochverehrter Frau Geheimrat, erst gestern habe ich die Nachricht vom Tode Ihres l<span class="ED-add">[ieben]</span> Mannes erhalten, auch die Zeitungen, die darüber berichteten, sind mir durch einen Zufall gänzlich entgangen. So komme ich erst heute dazu, Ihnen mein herzlichstes <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Beileid ] vgl. Heinrich Rickert an Paul Siebeck vom 2.11.1915: Ich komme heute mit einer Anfrage und einer Bitte. Auf Wunsch der Frankfurter Zeitung habe ich einen Nachruf für Windelband geschrieben, der in diesen Tagen erscheinen wird. Er ist sehr lang geworden, wohl mehr als doppelt so lang als der Nachruf für Lask [in: Frankfurter Zeitung vom 17.10.1915, auch separat erschienen]. Aber ich konnte es nicht gut kürzer machen, wenn ich ein einigermaßen abgerundetes Bild von Windelbands Bedeutung als Forscher und Lehrer geben wollte, und trotzdem habe ich sehr vieles zum Teil aus Raummangel, zum Teil auch deswegen fortlassen müssen, weil es für die Zeitung nicht geeignet war. Ich habe den Artikel mehreren Menschen vorgelesen, die zum Teil von Philosophie sehr wenig, zum Teil auch viel verstehen, und alle waren der Meinung, daß der Artikel auch weiteren Kreisen ein Bild von Windelbands Wesen und Bedeutung als Philosoph geben werde. Sie meinten zugleich, ich solle diesen Aufsatz nicht nur in einer Zeitung veröffentlichen, und ich hätte in der Tat Lust, ihn in etwas erweiterter Form auch als Broschüre drucken zu lassen. Selbstverständlich weiß ich, daß es vom Standpunkt des Verlegers aus ungünstig ist, eine Abhandlung in Verlag zu nehmen, die eine weitverbreitete Zeitung zum größten Teil bereits veröffentlicht hat. Aber da es sich um Windelband handelt, darf ich wohl trotzdem bei Ihnen anfragen, ob Sie geneigt sein würden, meinen Nachruf als Broschüre zu drucken und herauszugeben. Er würde in nicht allzugroßem Format zwei oder höchstens drei Druckbogen umfassen und aus vier Teilen bestehen, welche die Ueberschriften tragen: Die Herkunft, die Werke, die Lehre, der Lehrer. Ich darf wohl hoffen, daß ich keine Fehlbitte tue, und ich bitte Sie, mir recht bald eine freundliche Antwort zukommen zu lassen. Ich könnte in acht, spätestens zehn Tagen das Manuskript völlig fertig haben, und es müßte dann allerdings bald gedruckt werden, so daß es möglich noch in diesem Monat erscheinen kann, denn das Ganze ist unter dem unmittelbaren Eindruck des Todes entworfen und niedergeschrieben und darf nicht später als in einigen Wochen erscheinen. […] Ich habe viele Briefe wegen meines Nachrufes für Lask erhalten und daraus zu meiner großen Freude gesehen, wie viel Liebe und warme Freundschaft dieser nicht leicht zugängliche Mann besaß. Es hat doch recht viele Menschen gegeben, die durch seine Aeußerlichkeiten zu seinem eigentlichen Wesen vorzudringen vermochten. Nun habe ich außer meinem liebsten Schüler auch meinen liebsten Lehrer verloren. Der Tod von Windelband wird auch für Sie ein außerordentlich schmerzlicher Verlust sein. Wir haben Beide daran schwer zu tragen, und doch war der Tod wohl für Windelband eine Erlösung, da er in der letzten Zeit körperlich sehr gelitten haben muß. Aber daß der Krieg, der uns schon so viel nimmt, in dieser Zeit uns auch diesen Mann nehmen mußte, das ist sehr hart. Er wird nicht zu ersetzen sein, weder als Forscher noch als Lehrer. Durch dreißig Jahre hindurch habe ich ihn gekannt und ganz unendlich viel von ihm gehabt. Ihre Bekanntschaft mit ihm reicht ja in eine noch weitere Zeit zurück; sowie Siebeck an Rickert vom 5.11.1915: Der Tod Windelbands hat mich schwer und tief getroffen. Seit dem Jahre 1880 bin ich mit ihm bekannt und immer näher befreundet worden. Autor und Verleger haben stets in voller Harmonie gestanden, eine Zeitlang war ich sein Zuhörer im Kolleg über Geschichte der neueren Philosophie [vgl. Windelband an Siebeck vom 16.5.1882]. Ich und mit mir mein Verlag hat unendlich viel an ihm verloren. Doch ich rede von mir. Was war er erst Ihnen? Ich weiss Ihren Verlust voll und ganz zu bemessen und kann von Herzen mit Ihnen trauern. Innerhalb kurzer Zeit den liebsten Schüler und den liebsten Lehrer zu verlieren, ist herber Schmerz. Ihre Schrift über Windelband zu verlegen ist mir Ehre, Freude und liebe Pflicht. Schicken Sie Ihr Ms. bald, damit Ihnen Ruge nicht zuvorkommt. Im Vertrauen gesagt, hat auch er mir ein Ms. angeboten, ich habe aber abgelehnt (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. UB Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, S. 100–101). – Arnold Ruge veröffentlichte: Wilhelm Windelband. Eine Studie. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162 (1916), S. 54–71 u. S. 188–221 sowie in dass. 163 (1917), S. 36–46. Separat unter dem Titel: Wilhelm Windelband. Leipzig: Barth 1917 (Sonderdruck aus Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162/163).&#xD;&#xA;">Beileid</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Beileid ] vgl. Heinrich Rickert an Paul Siebeck vom 2.11.1915: Ich komme heute mit einer Anfrage und einer Bitte. Auf Wunsch der Frankfurter Zeitung habe ich einen Nachruf für Windelband geschrieben, der in diesen Tagen erscheinen wird. Er ist sehr lang geworden, wohl mehr als doppelt so lang als der Nachruf für Lask [in: Frankfurter Zeitung vom 17.10.1915, auch separat erschienen]. Aber ich konnte es nicht gut kürzer machen, wenn ich ein einigermaßen abgerundetes Bild von Windelbands Bedeutung als Forscher und Lehrer geben wollte, und trotzdem habe ich sehr vieles zum Teil aus Raummangel, zum Teil auch deswegen fortlassen müssen, weil es für die Zeitung nicht geeignet war. Ich habe den Artikel mehreren Menschen vorgelesen, die zum Teil von Philosophie sehr wenig, zum Teil auch viel verstehen, und alle waren der Meinung, daß der Artikel auch weiteren Kreisen ein Bild von Windelbands Wesen und Bedeutung als Philosoph geben werde. Sie meinten zugleich, ich solle diesen Aufsatz nicht nur in einer Zeitung veröffentlichen, und ich hätte in der Tat Lust, ihn in etwas erweiterter Form auch als Broschüre drucken zu lassen. Selbstverständlich weiß ich, daß es vom Standpunkt des Verlegers aus ungünstig ist, eine Abhandlung in Verlag zu nehmen, die eine weitverbreitete Zeitung zum größten Teil bereits veröffentlicht hat. Aber da es sich um Windelband handelt, darf ich wohl trotzdem bei Ihnen anfragen, ob Sie geneigt sein würden, meinen Nachruf als Broschüre zu drucken und herauszugeben. Er würde in nicht allzugroßem Format zwei oder höchstens drei Druckbogen umfassen und aus vier Teilen bestehen, welche die Ueberschriften tragen: Die Herkunft, die Werke, die Lehre, der Lehrer. Ich darf wohl hoffen, daß ich keine Fehlbitte tue, und ich bitte Sie, mir recht bald eine freundliche Antwort zukommen zu lassen. Ich könnte in acht, spätestens zehn Tagen das Manuskript völlig fertig haben, und es müßte dann allerdings bald gedruckt werden, so daß es möglich noch in diesem Monat erscheinen kann, denn das Ganze ist unter dem unmittelbaren Eindruck des Todes entworfen und niedergeschrieben und darf nicht später als in einigen Wochen erscheinen. […] Ich habe viele Briefe wegen meines Nachrufes für Lask erhalten und daraus zu meiner großen Freude gesehen, wie viel Liebe und warme Freundschaft dieser nicht leicht zugängliche Mann besaß. Es hat doch recht viele Menschen gegeben, die durch seine Aeußerlichkeiten zu seinem eigentlichen Wesen vorzudringen vermochten. Nun habe ich außer meinem liebsten Schüler auch meinen liebsten Lehrer verloren. Der Tod von Windelband wird auch für Sie ein außerordentlich schmerzlicher Verlust sein. Wir haben Beide daran schwer zu tragen, und doch war der Tod wohl für Windelband eine Erlösung, da er in der letzten Zeit körperlich sehr gelitten haben muß. Aber daß der Krieg, der uns schon so viel nimmt, in dieser Zeit uns auch diesen Mann nehmen mußte, das ist sehr hart. Er wird nicht zu ersetzen sein, weder als Forscher noch als Lehrer. Durch dreißig Jahre hindurch habe ich ihn gekannt und ganz unendlich viel von ihm gehabt. Ihre Bekanntschaft mit ihm reicht ja in eine noch weitere Zeit zurück; sowie Siebeck an Rickert vom 5.11.1915: Der Tod Windelbands hat mich schwer und tief getroffen. Seit dem Jahre 1880 bin ich mit ihm bekannt und immer näher befreundet worden. Autor und Verleger haben stets in voller Harmonie gestanden, eine Zeitlang war ich sein Zuhörer im Kolleg über Geschichte der neueren Philosophie [vgl. Windelband an Siebeck vom 16.5.1882]. Ich und mit mir mein Verlag hat unendlich viel an ihm verloren. Doch ich rede von mir. Was war er erst Ihnen? Ich weiss Ihren Verlust voll und ganz zu bemessen und kann von Herzen mit Ihnen trauern. Innerhalb kurzer Zeit den liebsten Schüler und den liebsten Lehrer zu verlieren, ist herber Schmerz. Ihre Schrift über Windelband zu verlegen ist mir Ehre, Freude und liebe Pflicht. Schicken Sie Ihr Ms. bald, damit Ihnen Ruge nicht zuvorkommt. Im Vertrauen gesagt, hat auch er mir ein Ms. angeboten, ich habe aber abgelehnt (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. UB Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, S. 100–101). – Arnold Ruge veröffentlichte: Wilhelm Windelband. Eine Studie. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162 (1916), S. 54–71 u. S. 188–221 sowie in dass. 163 (1917), S. 36–46. Separat unter dem Titel: Wilhelm Windelband. Leipzig: Barth 1917 (Sonderdruck aus Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162/163).">[2]</a> auszusprechen. Es ist noch gar nicht so lange her, da <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="schrieb mir ] Schreiben nicht ermittelt&#xD;&#xA;">schrieb mir</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="schrieb mir ] Schreiben nicht ermittelt">[3]</a> Ihr l<span class="ED-add">[ieber]</span> Schwager, Herr <span class="ED-name">von Kries</span>, es kämen wieder gute Nachrichten über das Befinden Ihres l<span class="ED-add">[ieben]</span> Mannes und nun ist es doch anders gekommen.</p><p class="ED-p">Was haben Sie und die l<span class="ED-add">[ieben]</span> Ihrigen an dem Verewigten verloren! Ein grosser Geist und eine Seele von Mensch! Ein Gelehrter und Lehrer sonder Gleichen! Was hatte die Wissenschaft von ihm noch alles zu erwarten. Und doch – wie viel hat er ihr gegeben und was er ihr gegeben, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="bleibt ] unterstrichen&#xD;&#xA;">bleibt</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="bleibt ] unterstrichen">[b]</a>. <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Es … untergeh’n. ] Anspielung auf Goethe: Faust II, Vers 11583–11584.&#xD;&#xA;">Es wird die Spur von </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4 app-philological-3" title="Es … untergeh’n. ] Anspielung auf Goethe: Faust II, Vers 11583–11584.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;seinen ] unterstrichen&#xD;&#xA;">seinen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="seinen ] unterstrichen">[c]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Es … untergeh’n. ] Anspielung auf Goethe: Faust II, Vers 11583–11584.&#xD;&#xA;"> Erdentagen nicht in Äonen untergeh’n.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Es … untergeh’n. ] Anspielung auf Goethe: Faust II, Vers 11583–11584.">[4]</a></p><p class="ED-p">Auch meine Wenigkeit gehört zu denen, die unendlich viel an ihm verlieren. Seit dem Anfang der 80er Jahre war ich mit ihm verbunden zur Verkündigung und Verbreitung der Erzeugnisse seines Geistes und unser Zusammenarbeiten ist nie und durch nichts getrübt worden. Seine Briefe sind mir ein köstliches Vermächtnis.</p><p class="ED-p">Wir gern hätte ich ihm die letzte Ehre erwiesen. Selbst wenn es mir zeitlich möglich geworden wäre, hätte ein langwieriger <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Katarrh | mich ] Briefkopf am Kopf der neuen S. wiederholt&#xD;&#xA;">Katarrh </span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Katarrh | mich ] Briefkopf am Kopf der neuen S. wiederholt&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Katarrh | mich ] Briefkopf am Kopf der neuen S. wiederholt&#xD;&#xA;"> mich</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Katarrh | mich ] Briefkopf am Kopf der neuen S. wiederholt">[d]</a> an der Reise verhindert. So hoffe ich denn, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="wenn ] wann&#xD;&#xA;">wenn</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="wenn ] wann">[e]</a> ich wieder nach Heidelberg komme, einen Kranz auf seiner <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Ruhestätte ] auf dem Bergfriedhof Heidelberg, vgl. Abbildung 80 in: Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit. Heidelberg u. a.: Verlag Regionalkultur 2008, S. [240].&#xD;&#xA;">Ruhestätte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Ruhestätte ] auf dem Bergfriedhof Heidelberg, vgl. Abbildung 80 in: Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit. Heidelberg u. a.: Verlag Regionalkultur 2008, S. [240].">[5]</a> niederlegen zu können als Zeichen herzlichen Dankes, treuer Gesinnung und bleibenden Gedenkens. Vielleicht darf ich dann auch Ihnen persönlich die Hand drücken, was ich heute nur im Geiste tun kann. Meine l<span class="ED-add">[iebe]</span> Frau nimmt auch herzlichen Anteil.</p><p class="ED-p">Von Herzen gedenkt Ihrer und der Ihrigen treulich in aufrichtigem Mitgefühl Ihr ergebener</p><p class="ED-signed">(<abbr class="ED-abbr">gez.</abbr>) <abbr title="Doktor" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Dr. P. Siebeck. ] keine eigenhändige Unterschrift&#xD;&#xA;">Dr.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Dr. P. Siebeck. ] keine eigenhändige Unterschrift&#xD;&#xA;"> P. Siebeck.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Dr. P. Siebeck. ] keine eigenhändige Unterschrift">[f]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Heidelberg</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>unterstrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">bleibt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>unterstrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">seinen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>unterstrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Katarrh <span class="ED-pb">|</span> mich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Briefkopf am Kopf der neuen S. wiederholt</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wenn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">wann</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> P. Siebeck.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>keine eigenhändige Unterschrift</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">kl.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kürzel nicht aufgelöst</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Beileid</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Heinrich Rickert</span> an <span class="ED-name">Paul Siebeck</span> vom 2.11.1915: <span class="ED-rdg">Ich komme heute mit einer Anfrage und einer Bitte. Auf Wunsch der Frankfurter Zeitung habe ich einen Nachruf für Windelband geschrieben, der in diesen Tagen erscheinen wird. Er ist sehr lang geworden, wohl mehr als doppelt so lang als der Nachruf für Lask [</span>in: Frankfurter Zeitung vom 17.10.1915, auch separat erschienen<span class="ED-rdg">]. Aber ich konnte es nicht gut kürzer machen, wenn ich ein einigermaßen abgerundetes Bild von Windelbands Bedeutung als Forscher und Lehrer geben wollte, und trotzdem habe ich sehr vieles zum Teil aus Raummangel, zum Teil auch deswegen fortlassen müssen, weil es für die Zeitung nicht geeignet war. Ich habe den Artikel mehreren Menschen vorgelesen, die zum Teil von Philosophie sehr wenig, zum Teil auch viel verstehen, und alle waren der Meinung, daß der Artikel auch weiteren Kreisen ein Bild von Windelbands Wesen und Bedeutung als Philosoph geben werde. Sie meinten zugleich, ich solle diesen Aufsatz nicht nur in einer Zeitung veröffentlichen, und ich hätte in der Tat Lust, ihn in etwas erweiterter Form auch als Broschüre drucken zu lassen. Selbstverständlich weiß ich, daß es vom Standpunkt des Verlegers aus ungünstig ist, eine Abhandlung in Verlag zu nehmen, die eine weitverbreitete Zeitung zum größten Teil bereits veröffentlicht hat. Aber da es sich um Windelband handelt, darf ich wohl trotzdem bei Ihnen anfragen, ob Sie geneigt sein würden, meinen Nachruf als Broschüre zu drucken und herauszugeben. Er würde in nicht allzugroßem Format zwei oder höchstens drei Druckbogen umfassen und aus vier Teilen bestehen, welche die Ueberschriften tragen: Die Herkunft, die Werke, die Lehre, der Lehrer. Ich darf wohl hoffen, daß ich keine Fehlbitte tue, und ich bitte Sie, mir recht bald eine freundliche Antwort zukommen zu lassen. Ich könnte in acht, spätestens zehn Tagen das Manuskript völlig fertig haben, und es müßte dann allerdings bald gedruckt werden, so daß es möglich noch in diesem Monat erscheinen kann, denn das Ganze ist unter dem unmittelbaren Eindruck des Todes entworfen und niedergeschrieben und darf nicht später als in einigen Wochen erscheinen. […] Ich habe viele Briefe wegen meines Nachrufes für Lask erhalten und daraus zu meiner großen Freude gesehen, wie viel Liebe und warme Freundschaft dieser nicht leicht zugängliche Mann besaß. Es hat doch recht viele Menschen gegeben, die durch seine Aeußerlichkeiten zu seinem eigentlichen Wesen vorzudringen vermochten. Nun habe ich außer meinem liebsten Schüler auch meinen liebsten Lehrer verloren. Der Tod von Windelband wird auch für Sie ein außerordentlich schmerzlicher Verlust sein. Wir haben Beide daran schwer zu tragen, und doch war der Tod wohl für Windelband eine Erlösung, da er in der letzten Zeit körperlich sehr gelitten haben muß. Aber daß der Krieg, der uns schon so viel nimmt, in dieser Zeit uns auch diesen Mann nehmen mußte, das ist sehr hart. Er wird nicht zu ersetzen sein, weder als Forscher noch als Lehrer. Durch dreißig Jahre hindurch habe ich ihn gekannt und ganz unendlich viel von ihm gehabt. Ihre Bekanntschaft mit ihm reicht ja in eine noch weitere Zeit zurück</span>; sowie <span class="ED-name">Siebeck</span> an <span class="ED-name">Rickert</span> vom 5.11.1915: <span class="ED-rdg">Der Tod Windelbands hat mich schwer und tief getroffen. Seit dem Jahre 1880 bin ich mit ihm bekannt und immer näher befreundet worden. Autor und Verleger haben stets in voller Harmonie gestanden, eine Zeitlang war ich sein Zuhörer im Kolleg über Geschichte der neueren Philosophie [</span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Siebeck vom 16.5.1882<span class="ED-rdg">]. Ich und mit mir mein Verlag hat unendlich viel an ihm verloren. Doch ich rede von mir. Was war er erst Ihnen? Ich weiss Ihren Verlust voll und ganz zu bemessen und kann von Herzen mit Ihnen trauern. Innerhalb kurzer Zeit den liebsten Schüler und den liebsten Lehrer zu verlieren, ist herber Schmerz. Ihre Schrift über Windelband zu verlegen ist mir Ehre, Freude und liebe Pflicht. Schicken Sie Ihr Ms. bald, damit Ihnen Ruge nicht zuvorkommt. Im Vertrauen gesagt, hat auch er mir ein Ms. angeboten, ich habe aber abgelehnt</span> (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. <abbr title="Universitätsbibliothek" class="ED-abbr">UB</abbr> Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 100–101). – <span class="ED-name">Arnold Ruge</span> veröffentlichte: Wilhelm Windelband. Eine Studie. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162 (1916), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 54–71 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 188–221 sowie in d<abbr class="ED-abbr">ass.</abbr> 163 (1917), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 36–46. Separat unter dem Titel: Wilhelm Windelband. Leipzig: Barth 1917 (Sonderdruck aus Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 162/163).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">schrieb mir</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Schreiben nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Es … untergeh’n.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> Anspielung auf Goethe: Faust II, Vers 11583–11584.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ruhestätte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>auf dem Bergfriedhof Heidelberg, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Abbildung 80 in: Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit. Heidelberg u. a.: Verlag Regionalkultur 2008, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> [240].</div></div></body></html>