<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Paul Häberlin, Heidelberg, 4.10.1913, 4 S., hs. (lat. Schrift), UB Basel, NL 119:10,1790,4</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000781-8"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Windelband</span> an <span class="ED-persName-received">Paul Häberlin</span>, <span class="ED-location-sent">Heidelberg</span>, <span class="ED-date">4.10.1913</span>, <span class="ED-note">4 S., hs. (lat. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">UB Basel, NL 119:10,1790,4</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg, 4.10.13.</p><p class="ED-salute">Hochgeehrter Herr Kollege,</p><p class="ED-p">Mein herzlicher Dank für Ihre liebenswürdige und ausführliche <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Beantwortung meiner Frage ] vgl. den Entwurf Häberlin an Windelband vom 29.8.1913&#xD;&#xA;">Beantwortung meiner Frage</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Beantwortung meiner Frage ] vgl. den Entwurf Häberlin an Windelband vom 29.8.1913">[1]</a> kommt leider etwas spät. Sommerfrischen, zumal wenn sie glücklich verlaufen, sind ungünstige Zeiten für Briefe; und als ich heimgekehrt mich allmählich wieder acclimatisiert und eingerichtet hatte, meinte ich erst warten zu sollen, bis ich Ihnen über den Stand der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="psychologisch-paedagogischen Frage ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">psychologisch-paedagogischen Frage</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="psychologisch-paedagogischen Frage ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen">[a]</a> etwas mitteilen könnte. Indessen ist das doch nicht möglich. Es scheint noch wenig von der Kollegenschaft hier zu sein; ich, der ich nur zu dem hygienisch nötigen Spaziergang ausgehe oder ausfahre, <span class="ED-pb">|</span> habe kaum den einen oder andren Kollegen gesehen. Und ereignet hat sich inzwischen eigentlich garnichts. Die akademische Maschine ist noch nicht wieder im Gang, das wird wohl noch einen Monat dauern.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Inzwischen … wollten ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Inzwischen aber möchte ich Ihnen nun doch für Ihre Darlegungen danken, die mir die Freude gemacht haben, durchweg wesentliche Uebereinstimmung zwischen Ihrer und meiner Auffassung der Sache erkennen zu lassen. Dabei möchte ich bitten, meine Anfrage nicht etwa so aufzufassen, als ob wir an der geplanten Lehrstelle gerade die Gymnasialfrage besonders in den Vordergrund gerückt sehen wollten</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Inzwischen … wollten ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen">[b]</a> oder auf die Stellung zu ihr ganz besonderes | Gewicht legten. Das ist jedenfalls bei der Fakultät als <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Ganzer ] Ganzem&#xD;&#xA;">Ganzer</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Ganzer ] Ganzem">[c]</a> nicht der Fall; in allen Besprechungen der Sache ist sogar diese Frage nicht eigentlich berührt worden. Nur bei einzelnen Personen ist hier ein brennendes Interesse gerade an dieser Frage zu erwarten, und deshalb freue ich mich, unter Umständen feststellen zu können, dass der Humanismus von Ihnen keine umstürzlerische Gegnerschaft zu befürchten haben würde. In dieser Hinsicht freue ich mich, dass die Mühe, die ich Ihnen verursacht habe, nicht vergebens war und dass Sie mir bestätigt haben, was ich wünschte und erwartete. Im Uebrigen werden wir nun sehen müssen, ob die Differenz zwischen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="den ] der&#xD;&#xA;">den</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="den ] der">[d]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Voraussetzungen … haben, ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Voraussetzungen, die uns in der Fakultät gegeben wurden, und den Bedingungen, auf die sich die Regierung wirklich einlassen will, sich wieder verringert oder ausgleicht. Jedenfalls ist es gut, dass wir auf zweifelloser Festlegung bestanden haben,</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="Voraussetzungen … haben, ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen">[e]</a> um ganz sicher zu sein, was wir Ihnen als <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Aussichten ] vgl. rückblickend Paul Häberlin: Statt einer Autobiographie. Frauenfeld: Huber 1959, S. 37–38: Es kam so weit, daß ich mir ernstlich den Verzicht auf die akademische Laufbahn überlegte, besonders nachdem die Aussicht auf eine Berufung nach Zürich sich zerschlagen hatte. Da schien 1913 eine glückverheißende Wendung einzutreten. Windelband und Max Weber [recte: Alfred Weber] in Heidelberg waren auf einige meiner Arbeiten aufmerksam geworden. Sie betrieben die Errichtung eines Lehrstuhles für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie, und setzten meine Wahl dafür in der Fakultät durch. Das schien nun die Erlösung zu sein. Um so schmerzlicher war dann die Enttäuschung. Die Badische Regierung bewilligte den verlangten Nachtrag zum Budget nicht; die Sache mußte um etwa zwei Jahre hinausgeschoben werden. Doch kam wenig später [1914] der Ruf an die Berner Universität, und er brachte nun wirklich die Erlösung.&#xD;&#xA;">Aussichten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Aussichten ] vgl. rückblickend Paul Häberlin: Statt einer Autobiographie. Frauenfeld: Huber 1959, S. 37–38: Es kam so weit, daß ich mir ernstlich den Verzicht auf die akademische Laufbahn überlegte, besonders nachdem die Aussicht auf eine Berufung nach Zürich sich zerschlagen hatte. Da schien 1913 eine glückverheißende Wendung einzutreten. Windelband und Max Weber [recte: Alfred Weber] in Heidelberg waren auf einige meiner Arbeiten aufmerksam geworden. Sie betrieben die Errichtung eines Lehrstuhles für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie, und setzten meine Wahl dafür in der Fakultät durch. Das schien nun die Erlösung zu sein. Um so schmerzlicher war dann die Enttäuschung. Die Badische Regierung bewilligte den verlangten Nachtrag zum Budget nicht; die Sache mußte um etwa zwei Jahre hinausgeschoben werden. Doch kam wenig später [1914] der Ruf an die Berner Universität, und er brachte nun wirklich die Erlösung.">[2]</a> zu eröffnen verantworten können.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Hoffentlich … Frau. ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Hoffentlich haben Sie auch gute Ferien. ich habe mich </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6 app-editorial-3" title="Hoffentlich … Frau. ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;in Villingen ] vgl. z. B. Siebeck an Windelband vom 5.9.1913&#xD;&#xA;">in Villingen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in Villingen ] vgl. z. B. Siebeck an Windelband vom 5.9.1913">[3]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Hoffentlich … Frau. ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;"> bei günstigem Wetter gründlich erholt, und ebenso meine Frau.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Hoffentlich … Frau. ] von anderer Hd. am Rand mit Bleistift angestrichen">[f]</a> So treten wir hoffnungsvoll in den Winter, und ich fange wieder zu arbeiten an; ich denke wenigstens noch etwas von dem herauszubringen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="was ich gern noch sagen möchte ] vgl. die ähnliche Wortwahl in Windelband an Siebeck vom 28.8.1913.&#xD;&#xA;">was ich gern noch sagen möchte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="was ich gern noch sagen möchte ] vgl. die ähnliche Wortwahl in Windelband an Siebeck vom 28.8.1913.">[4]</a>.</p><p class="ED-p">Mit hochachtungsvollem Gruss Ihr</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">psychologisch-paedagogischen Frage</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> am Rand mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Inzwischen … wollten</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> am Rand mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ganzer</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Ganzem</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">den</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">der</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Voraussetzungen … haben,</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> am Rand mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Hoffentlich</span><span class="ED-lem"> … Frau.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> am Rand mit Bleistift angestrichen</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Beantwortung meiner Frage</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Entwurf Häberlin an Windelband vom 29.8.1913</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aussichten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> rückblickend Paul Häberlin: Statt einer Autobiographie. Frauenfeld: Huber 1959, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 37–38: <span class="ED-rdg">Es kam so weit, daß ich mir ernstlich den Verzicht auf die akademische Laufbahn überlegte, besonders nachdem die Aussicht auf eine Berufung nach Zürich sich zerschlagen hatte. Da schien 1913 eine glückverheißende Wendung einzutreten. Windelband und Max Weber [</span>recte: <span class="ED-name">Alfred Weber</span><span class="ED-rdg">] in Heidelberg waren auf einige meiner Arbeiten aufmerksam geworden. Sie betrieben die Errichtung eines Lehrstuhles für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie, und setzten meine Wahl dafür in der Fakultät durch. Das schien nun die Erlösung zu sein. Um so schmerzlicher war dann die Enttäuschung. Die Badische Regierung bewilligte den verlangten Nachtrag zum Budget nicht; die Sache mußte um etwa zwei Jahre hinausgeschoben werden. Doch kam wenig später [</span>1914<span class="ED-rdg">] der Ruf an die Berner Universität, und er brachte nun wirklich die Erlösung.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Villingen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Siebeck an Windelband vom 5.9.1913</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">was ich gern noch sagen möchte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die ähnliche Wortwahl in Windelband an Siebeck vom 28.8.1913.</div></div></body></html>