<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Karl Jaspers, Heidelberg, 8.7.1913, 1 S., hs. (lat. Schrift), Deutsches Literaturarchiv Marbach/Neckar, A:Jaspers</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000767-2"/><style type="text/css">
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Willy Hellpach vom 6.7., 11.7., 19.7., 2.8., 8.8. u. 8.11.1913 in: Max Weber Gesamtausgabe Abt. II, Bd. 8. In der medizinischen Fakultät schien eine Habilitation nicht möglich, da Franz Nissl bereits einige seiner Schüler habilitiert hatte, so daß er der Fakultät die Bereitschaft zu einer weiteren Habilitation innerhalb seines Faches nicht zutraute (Fulda 1983). Vgl. Windelband an Jaspers vom 19.10. u. 24.11.1913; zu den Hintergründen Hans Friedrich Fulda, unter Mitarbeit v. Peter König u. Ingeborg von Appen: Der Philosoph Karl Jaspers. In: Joachim-Felix Leonhard (Hg.): Karl Jaspers in seiner Heidelberger Zeit. Heidelberg: Heidelberger Verlagsanstalt 1983, S. 83–123, hier S. 83–87 sowie Jürgen Klüpfel/C. F. Graumann: https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/willkomm/cfg/instber-2b.html#IIb (3.8.2016). Am 29.11.1913 hielt Jaspers seine Probevorlesung über: Verstehen und Erklären in der Psychologie. Nach anschließendem Kolloquium beantragte Windelband, Jaspers für das Fach der Psychologie für befähigt zu erklären (UA Heidelberg, H-IV-102/140, Bl. 92) und nach der öffentlichen Antrittsvorlesung über: Die Grenzen der Psychologie vom 13.12.1913 erhielt Jaspers die venia legendi für Psychologie an der Universität Heidelberg.&#xD;&#xA;">Absichten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Absichten ] auf die Habilitation in der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg, maßgeblich vermittelt durch Max Weber, vgl. Weber an Jaspers bzw. Willy Hellpach vom 6.7., 11.7., 19.7., 2.8., 8.8. u. 8.11.1913 in: Max Weber Gesamtausgabe Abt. II, Bd. 8. In der medizinischen Fakultät schien eine Habilitation nicht möglich, da Franz Nissl bereits einige seiner Schüler habilitiert hatte, so daß er der Fakultät die Bereitschaft zu einer weiteren Habilitation innerhalb seines Faches nicht zutraute (Fulda 1983). Vgl. Windelband an Jaspers vom 19.10. u. 24.11.1913; zu den Hintergründen Hans Friedrich Fulda, unter Mitarbeit v. Peter König u. Ingeborg von Appen: Der Philosoph Karl Jaspers. In: Joachim-Felix Leonhard (Hg.): Karl Jaspers in seiner Heidelberger Zeit. Heidelberg: Heidelberger Verlagsanstalt 1983, S. 83–123, hier S. 83–87 sowie Jürgen Klüpfel/C. F. Graumann: https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/willkomm/cfg/instber-2b.html#IIb (3.8.2016). Am 29.11.1913 hielt Jaspers seine Probevorlesung über: Verstehen und Erklären in der Psychologie. Nach anschließendem Kolloquium beantragte Windelband, Jaspers für das Fach der Psychologie für befähigt zu erklären (UA Heidelberg, H-IV-102/140, Bl. 92) und nach der öffentlichen Antrittsvorlesung über: Die Grenzen der Psychologie vom 13.12.1913 erhielt Jaspers die venia legendi für Psychologie an der Universität Heidelberg.">[1]</a> unterhalten. Heute bekomme ich aber für die nächsten Tage auswärtigen Verwandtenbesuch: ich möchte Ihnen daher vorschlagen, Ihren Besuch etwa für nächsten <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Samstag (12. ] vgl. Jaspers an seine Eltern vom 12.7.1913: Heute war ich bei Windelband. Er ist gänzlich für mich und was an ihm liegt, werde ich mich im Winter an der philosophischen Fakultät für Psychologie habilitieren. Aber es ist soviel Abnormes dabei, dass ich nicht weiss, wie die Fakultät sich stellen wird, die die Entscheidung hat. Ausserdem hängt alles daran, dass Windelband leben bleibt, und er ist sehr krank. Also ist die Sache noch sehr unsicher. Abnorm ist 1) dass ich Dr. med. bin (eventuell muss ich in aller Geschwindigkeit Dr. phil. machen) 2), dass es Psychologie als Fach bisher gar nicht gibt. Doch sind die Schwierigkeiten bei gutem Willen ohne weiteres zu umgehen und alles hängt am Einfluss, den Windelband hat (zitiert nach Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017, S. 355).&#xD;&#xA;">Samstag (12.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Samstag (12. ] vgl. Jaspers an seine Eltern vom 12.7.1913: Heute war ich bei Windelband. Er ist gänzlich für mich und was an ihm liegt, werde ich mich im Winter an der philosophischen Fakultät für Psychologie habilitieren. Aber es ist soviel Abnormes dabei, dass ich nicht weiss, wie die Fakultät sich stellen wird, die die Entscheidung hat. Ausserdem hängt alles daran, dass Windelband leben bleibt, und er ist sehr krank. Also ist die Sache noch sehr unsicher. Abnorm ist 1) dass ich Dr. med. bin (eventuell muss ich in aller Geschwindigkeit Dr. phil. machen) 2), dass es Psychologie als Fach bisher gar nicht gibt. Doch sind die Schwierigkeiten bei gutem Willen ohne weiteres zu umgehen und alles hängt am Einfluss, den Windelband hat (zitiert nach Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017, S. 355).">[2]</a> d<span class="ED-add">[iesen]</span> M<span class="ED-add">[onats]</span>) um ½ 12 Uhr in Aussicht zu nehmen, und erwarte Sie dazu, wenn ich keine gegenteilige Mitteilung bekomme.</p><p class="ED-p">Mit ergebenstem Gruss</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Absichten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>auf die Habilitation in der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg, maßgeblich vermittelt durch <span class="ED-name">Max Weber</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Weber</span> an <span class="ED-name">Jaspers</span> <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> <span class="ED-name">Willy Hellpach</span> vom 6.7., 11.7., 19.7., 2.8., 8.8. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 8.11.1913 in: Max Weber Gesamtausgabe <abbr title="Abteilung" class="ED-abbr">Abt. </abbr>II, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd. </abbr>8. In der medizinischen Fakultät schien eine Habilitation nicht möglich, da <span class="ED-name">Franz Nissl</span> bereits einige seiner Schüler habilitiert hatte, so <span class="ED-rdg">daß er der Fakultät die Bereitschaft zu einer weiteren Habilitation innerhalb seines Faches nicht zutraute </span>(Fulda 1983). <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> Windelband an Jaspers vom 19.10. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 24.11.1913; zu den Hintergründen Hans Friedrich Fulda, unter Mitarbeit <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> Peter König <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Ingeborg von Appen: Der Philosoph Karl Jaspers. In: Joachim-Felix Leonhard (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Karl Jaspers in seiner Heidelberger Zeit. Heidelberg: Heidelberger Verlagsanstalt 1983, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 83–123, hier <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S. </abbr>83–87 sowie Jürgen Klüpfel/C. F. Graumann: <span class="ED-link"><a href="https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/willkomm/cfg/instber-2b.html#IIb">https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/willkomm/cfg/instber-2b.html#IIb</a></span> (3.8.2016). Am 29.11.1913 hielt <span class="ED-name">Jaspers</span> seine Probevorlesung über: Verstehen und Erklären in der Psychologie. Nach anschließendem Kolloquium beantragte Windelband, <span class="ED-name">Jaspers</span> für das Fach der Psychologie für befähigt zu erklären (UA Heidelberg, H-IV-102/140, <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 92) und nach der öffentlichen Antrittsvorlesung über: Die Grenzen der Psychologie vom 13.12.1913 erhielt <span class="ED-name">Jaspers</span> die venia legendi für Psychologie an der Universität Heidelberg.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Samstag (12.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Jaspers</span> an seine Eltern vom 12.7.1913: <span class="ED-rdg">Heute war ich bei Windelband. Er ist gänzlich für mich und was an ihm liegt, werde ich mich im Winter an der philosophischen Fakultät für Psychologie habilitieren. Aber es ist soviel Abnormes dabei, dass ich nicht weiss, wie die Fakultät sich stellen wird, die die Entscheidung hat. Ausserdem hängt alles daran, dass Windelband leben bleibt, und er ist sehr krank. Also ist die Sache noch sehr unsicher. Abnorm ist 1) dass ich Dr. med. bin (eventuell muss ich in aller Geschwindigkeit Dr. phil. machen) 2), dass es Psychologie als Fach bisher gar nicht gibt. Doch sind die Schwierigkeiten bei gutem Willen ohne weiteres zu umgehen und alles hängt am Einfluss, den Windelband hat</span> (zitiert nach Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 355).</div></div></body></html>