<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Paul Siebeck, Heidelberg, 4.1.1912, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000717-2"/><style type="text/css">
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Laut telefonischer Auskunft von Roland Klein, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.&#xD;&#xA;">Transkription von Klaus Christian Köhnke</span></span><span class="ED-note"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Transkription von Klaus Christian Köhnke ] Kollation derzeit nicht möglich. Der Transkription liegt die Datei Manuskript: Windelband Briefe | herauszugeben von K. C. Köhnke | Ausdruck vom 1.3.2012 zugrunde, die den Herausgebern zur Verfügung steht. Ein Ausdruck dieser Datei befindet sich in öffentlichem Besitz (Universität Leipzig, Nachlass Klaus Christian Köhnke NL 330/3/1/2). Die Signatur des Originals ist mit Stichtag 14.5.2018 noch nicht bekannt. Laut telefonischer Auskunft von Roland Klein, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.">[1]</a>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</span>, <span class="ED-pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg, 4.1.12</p><p class="ED-salute">Hochgeehrter Herr Doctor,</p><p class="ED-p">Herzlichen Neujahrsegen und -wunsch zuvor!</p><p class="ED-p">Für uns beide soll ja das neue Jahr wieder erfreuliche Zusammenarbeit bringen: ich möchte heute mit Rücksicht auf Ihre <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="frühere Mitteilung ] vgl. Siebeck an Windelband vom 6.9. u. 15.9.1911 sowie Windelband an Siebeck vom 13.9. u. 11.10.1911&#xD;&#xA;">frühere Mitteilung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="frühere Mitteilung ] vgl. Siebeck an Windelband vom 6.9. u. 15.9.1911 sowie Windelband an Siebeck vom 13.9. u. 11.10.1911">[2]</a> anfragen, ob es bei der vorausgesehenen Erforderlichkeit der neuen Auflage meines Lehrbuchs bleibt und wann Sie mein Manuskript dazu haben wollen. ich bin jetzt dabei und kann es Ihnen heftweise, wie Sie wünschen, zusenden.</p><p class="ED-p">Heute ist auch der Rest des <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie ] vgl. Arnold Ruge an Paul Siebeck vom 6.12.1911: Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat Windelband für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den zweiten Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für unbedingt erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum ersten Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine Kantarbeit endlich im Manuscript abgeschlossen sein (Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.&#xD;&#xA;">Manuskripts der </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4 app-editorial-3" title="Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie ] vgl. Arnold Ruge an Paul Siebeck vom 6.12.1911: Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat Windelband für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den zweiten Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für unbedingt erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum ersten Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine Kantarbeit endlich im Manuscript abgeschlossen sein (Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;logischen Prinzipien ] vgl. Windelband: Die Prinzipien der Logik. In: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. Hg. v. W. Windelband u. A. Ruge, 1. Bd. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1912, S. 1–60.&#xD;&#xA;">logischen Prinzipien</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="logischen Prinzipien ] vgl. Windelband: Die Prinzipien der Logik. In: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. Hg. v. W. Windelband u. A. Ruge, 1. Bd. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1912, S. 1–60.">[3]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie ] vgl. Arnold Ruge an Paul Siebeck vom 6.12.1911: Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat Windelband für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den zweiten Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für unbedingt erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum ersten Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine Kantarbeit endlich im Manuscript abgeschlossen sein (Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.&#xD;&#xA;"> für die Encyklopädie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie ] vgl. Arnold Ruge an Paul Siebeck vom 6.12.1911: Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat Windelband für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den zweiten Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für unbedingt erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum ersten Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine Kantarbeit endlich im Manuscript abgeschlossen sein (Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.">[4]</a> von <span class="ED-name">Ruge</span> abgeholt worden. Er sagte, dass Sie den Druck sofort beginnen lassen wollen, und ich werde darüber dankbar erfreut sein; denn es war mir <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="längst peinlich ] vgl. Windelband an Croce vom 3.11.1911&#xD;&#xA;">längst peinlich</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="längst peinlich ] vgl. Windelband an Croce vom 3.11.1911">[5]</a>, dass ich noch im Rückstand war, während die anderen Mitarbeiter schon längst geliefert hatten und darauf warteten. Meine Bitte um Entschuldigung geht auch an Sie, und ist dadurch begründet, dass ich, den Aerzten nachgebend, auf die Arbeit am Abend, <abbr title="das heißt" class="ED-abbr">d. h.</abbr> für mich in der besten und ausgiebigsten Zeit <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="verzichtet habe ] vgl. Windelband an Heinrich Rickert vom 18.6.1911&#xD;&#xA;">verzichtet habe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="verzichtet habe ] vgl. Windelband an Heinrich Rickert vom 18.6.1911">[6]</a>. Dadurch ist meine Leistungsfähigkeit sehr herabgesetzt. Der logische Aufsatz aber ist nur sehr langsam fortgeschritten, weil auf dem knappen Raum jeder Satz äusserst genau abgewogen sein wollte. Es ist nun eine Art von System von Ueberschriften geworden, das nötigenfalls mein logisches Vermächtnis bilden kann. Deshalb werden mir <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Separatabzüge ] vgl. Windelband: Die Prinzipien der Logik. Separatdruck aus: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. Hg. v. W. Windelband u. A. Ruge, 1. Bd. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1913. 60 S.&#xD;&#xA;">Separatabzüge</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Separatabzüge ] vgl. Windelband: Die Prinzipien der Logik. Separatdruck aus: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. Hg. v. W. Windelband u. A. Ruge, 1. Bd. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1913. 60 S.">[7]</a> sehr erwünscht sein. ich weiss nicht, was in dieser Hinsicht zwischen Ihnen und <span class="ED-name">Ruge</span> abgemacht ist; aber ich möchte anregen, die einzelnen Beiträge, speciell meinen, etwa auch (wenn nicht sogleich, so doch später) separat zu vertreiben. Es wäre doch möglich, dass danach bald Nachfrage käme.</p><p class="ED-p">In der Hoffnung, dass Sie mit den Ihrigen die Feiertage gut verlebt und das neue Jahr gesund und glücklich angetreten haben, verbleibe ich in alter herzlicher Gesinnung hochachtungsvoll der Ihrige</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-note">Transkription von Klaus Christian Köhnke</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kollation derzeit nicht möglich. Der Transkription liegt die Datei <span class="ED-rdg">Manuskript: Windelband Briefe | herauszugeben von K. C. Köhnke | Ausdruck vom 1.3.2012</span> zugrunde, die den Herausgebern zur Verfügung steht. Ein Ausdruck dieser Datei befindet sich in öffentlichem Besitz (Universität Leipzig, Nachlass Klaus Christian Köhnke NL 330/3/1/2). Die Signatur des Originals ist mit Stichtag 14.5.2018 noch nicht bekannt. Laut telefonischer Auskunft von <span class="ED-name">Roland Klein</span>, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">frühere Mitteilung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Siebeck an Windelband vom 6.9. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 15.9.1911 sowie Windelband an Siebeck vom 13.9. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 11.10.1911</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">logischen Prinzipien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband: Die Prinzipien der Logik. In: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> v. W. Windelband <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> A. Ruge, 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1912, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–60.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Arnold Ruge</span> an <span class="ED-name">Paul Siebeck</span> vom 6.12.1911: <span class="ED-rdg">Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat <u>Windelband</u> für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den <u>zweiten</u> Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für <u>unbedingt</u> erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum <u>ersten</u> Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine <u>Kantarbeit</u> endlich im Manuscript abgeschlossen sein</span> (Text nach einer Transkription von <span class="ED-name">Klaus Christian Köhnke</span> aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">längst peinlich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Croce vom 3.11.1911</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">verzichtet habe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Heinrich Rickert</span> vom 18.6.1911</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Separatabzüge</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband: Die Prinzipien der Logik. Separatdruck aus: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> W. Windelband u. A. Ruge, 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1913. 60 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr></div></div></body></html>