<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Alfred Dove an Windelband, Freiburg i. Br., 6.11.1911, abgedruckt in: Alfred Dove. Ausgewählte Briefe. Hg. u. eingeleitet v. Oswald Dammann. München: Bruckmann 1925 (Alfred Dove. Ausgewählte Aufsätze und Briefe Bd. 2. Hg. v. F. Meinecke u. O. Dammann), S. 280–281.</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000713-8"/><style type="text/css">
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Windelband an Dove vom 25.10.1911">[1]</a>, den ich bei meiner Rückkehr aus Bonn vorgestern vorfand! Denn ich war der geräuschvollen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Festlichkeit ] Kommentar Oswald Dammann (1893–1978, Bibliothekar u. Literarhistoriker an der Universität Freiburg. 1919 Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek, 1926 Bibliotheksrat, 1953 Leiter des Universitätsarchivs; WBIS): Einweihung des neuen Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 28. Oktober 1911.&#xD;&#xA;">Festlichkeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Festlichkeit ] Kommentar Oswald Dammann (1893–1978, Bibliothekar u. Literarhistoriker an der Universität Freiburg. 1919 Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek, 1926 Bibliotheksrat, 1953 Leiter des Universitätsarchivs; WBIS): Einweihung des neuen Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 28. Oktober 1911.">[2]</a>, an der ich doch so gut wie keinen Teil nehmen durfte, ganz aus dem Wege gegangen. Wir verlangten schon immer nach einem Wiedersehen der Freunde, so viel – oder leider so wenig – ihrer noch leben, am Niederrhein. Haus und Garten und alles, was wir <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in Bonn ] Dove war 1884–91 Prof. an der Universität Bonn gewesen.&#xD;&#xA;">in Bonn</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in Bonn ] Dove war 1884–91 Prof. an der Universität Bonn gewesen.">[3]</a> besessen und genossen, bedurfte der Wiederherstellung im Geist, wenn es nicht ganz der anschauungslosen Begriffsbildung verfallen sollte. So griffen wir zu und haben es nicht bereut. Wir fanden soviel Andenken und Treue, daß wir ganz verwundert und beschämt waren. Und einmal wieder jeden Morgen vom <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="alten Zoll ] Bastion der ehemaligen Befestigung der Stadt Bonn, am Rheinufer&#xD;&#xA;">alten Zoll</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="alten Zoll ] Bastion der ehemaligen Befestigung der Stadt Bonn, am Rheinufer">[4]</a> rheinauf nach dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Drachenfels ] Berg und Burgruine auf dem rechten Rheinufer, südlich von Königswinter&#xD;&#xA;">Drachenfels</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Drachenfels ] Berg und Burgruine auf dem rechten Rheinufer, südlich von Königswinter">[5]</a> zu schauen, ist doch auch eine Gabe Gottes. <span class="ED-name">Stutz</span> sprach ich dort noch im <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="philosophisch unpromovierten Zustande ] Kommentar Dammann: Ulrich Stutz wurde anläßlich der Freiburger Festlichkeit die philosophische Ehrendoktorwürde verliehen, und zwar von der philosophischen Fakultät (während die rechts- und staatswissenschaftliche Georg Simmel ehrte), vgl.: Eröffnungsfeier des Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. am 28. Oktober 1911. Freiburg i. Br.: C. A. Wagner 1912, S. 87.&#xD;&#xA;">philosophisch unpromovierten Zustande</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="philosophisch unpromovierten Zustande ] Kommentar Dammann: Ulrich Stutz wurde anläßlich der Freiburger Festlichkeit die philosophische Ehrendoktorwürde verliehen, und zwar von der philosophischen Fakultät (während die rechts- und staatswissenschaftliche Georg Simmel ehrte), vgl.: Eröffnungsfeier des Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. am 28. Oktober 1911. Freiburg i. Br.: C. A. Wagner 1912, S. 87.">[6]</a>. Hernach hatte er sich leider eine Angina von Freiburg mitgebracht und lag mit ihr fiebernd im Bett. Es ging aber rasch und glücklich vorbei; heute las er schon wieder und schrieb mir schon gestern einen 8 Seiten langen Brief. Meinen Artikel aus der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Festzeitung ] vgl. Windelband an Dove vom 25.10.1911&#xD;&#xA;">Festzeitung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Festzeitung ] vgl. Windelband an Dove vom 25.10.1911">[7]</a> schick’ ich Ihnen nur aus Uebermut. Es war bestellte Arbeit, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="das Kapitel de regibus im Cornelius Nepos ] Anspielung auf den römischen Geschichtsschreiber Cornelius Nepos und dessen Werk de regibus mit Herrscher- und Feldherrenbiographien, darin wird auch Rom feindlichen Persönlichkeiten Anerkennung gezollt.&#xD;&#xA;">das Kapitel de regibus im Cornelius Nepos</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="das Kapitel de regibus im Cornelius Nepos ] Anspielung auf den römischen Geschichtsschreiber Cornelius Nepos und dessen Werk de regibus mit Herrscher- und Feldherrenbiographien, darin wird auch Rom feindlichen Persönlichkeiten Anerkennung gezollt.">[8]</a> muß immer ich schreiben, wie ich auch schon die Inschriften am Gebäude selbst vorgeschlagen. Aber alles, was ich darin über Freiburg aussage und gar über das Bauwerk, trieft von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Ironie ] vgl. a/D. [= Alfred Dove]: MCMVI–MCMXI. Aedem a patre studiis dedicatam erexit Fridericus II. In: Festblatt zur Einweihung des Neuen Kollegien-Hauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sonderausgabe der Akademischen Mitteilungen [Umschlagtitel: Alberto-Ludoviciana. Erinnerungen aus der Studienzeit alter und junger Semester – diese in Nr. 2 u. 3 vom 25. u. 28.10.1911]. Unter der verantwortlichen Leitung des Privatdozenten Dr. Veit Valentin hg. v. Hans Speyer. Freiburg i. B.: Speyer &amp; Kaerner 1911, Nr. 1 v. 21.10.1911, S. 2–3. Dove bezieht sich auf den folgenden Abschnitt seines Artikels: Indessen das neunzehnte Jahrhundert erging sich im Lobe seines Alt-Heidelberg; warum setzt das zwanzigste Freiburg ihm tatsächlich gleich, ja zieht es ihm mehr und mehr vor? Hier stoßen wir auf die Grenze der geistigen Strömung zweier Zeitalter. Die Welt der Romantik […] ist dahin; Großherzog Friedrich I. war wohl ihr letzter Blutsverwandter. Wir im neuen Reich Erzogenen glauben an einleuchtende Wirklichkeit; der gesunde, durch keine Tradition gelähmte, von keiner lyrischen Stimmung befallene Realismus unserer Jugend findet im heutigen Freiburg, was er braucht. In der Natur liebt er die wahre, doch einfache Schönheit, die klare Frische, an der er im Sport die eigene Kraft erprobt. An unserer rasch aufgeschossenen Stadt muß ihm die kecke Entschlossenheit gefallen, mit der sie dem Praktischen nachtrachtet, sich mit dem Augenfälligen schmückt. Überhaupt tritt das ausgesprochen moderne Wesen, das wie dem Zeitgeist, so auch dem badischen Staat im allgemeinen eignet, in Freiburg in besonderer Deutlichkeit hervor. Die Hochschule selbst wird kaum durch Erinnerungen, feste Formen, überlieferte Bräuche, die ihren Zwecken hinderlich wären, beschwert. Das Erzbistum, anderswo dem geschichtlichen Boden entstiegen, ist hier das Werk der Erwägung des jüngst vergangenen Jahrhunderts. Nur das Münster, an das man es anlehnte, haucht romantischen Odem aus, doch zugleich den entschiedenen Duft ästhetischer Realität, der auch den von jeder Romatik Unberührten anspricht. Es wird sich ruhig behaupten neben dem neuen Kollegiengebäude, das des Meisters Hand im Stil ohne Vorbild, der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts angemessen, schuf. – In derselben Nummer gleich anschließend ein Artikel des Architekten Hermann Billing über den Stil des von ihm entworfenen neuen Kollegienhauses (S. 4–6).&#xD;&#xA;">Ironie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Ironie ] vgl. a/D. [= Alfred Dove]: MCMVI–MCMXI. Aedem a patre studiis dedicatam erexit Fridericus II. In: Festblatt zur Einweihung des Neuen Kollegien-Hauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sonderausgabe der Akademischen Mitteilungen [Umschlagtitel: Alberto-Ludoviciana. Erinnerungen aus der Studienzeit alter und junger Semester – diese in Nr. 2 u. 3 vom 25. u. 28.10.1911]. Unter der verantwortlichen Leitung des Privatdozenten Dr. Veit Valentin hg. v. Hans Speyer. Freiburg i. B.: Speyer &amp; Kaerner 1911, Nr. 1 v. 21.10.1911, S. 2–3. Dove bezieht sich auf den folgenden Abschnitt seines Artikels: Indessen das neunzehnte Jahrhundert erging sich im Lobe seines Alt-Heidelberg; warum setzt das zwanzigste Freiburg ihm tatsächlich gleich, ja zieht es ihm mehr und mehr vor? Hier stoßen wir auf die Grenze der geistigen Strömung zweier Zeitalter. Die Welt der Romantik […] ist dahin; Großherzog Friedrich I. war wohl ihr letzter Blutsverwandter. Wir im neuen Reich Erzogenen glauben an einleuchtende Wirklichkeit; der gesunde, durch keine Tradition gelähmte, von keiner lyrischen Stimmung befallene Realismus unserer Jugend findet im heutigen Freiburg, was er braucht. In der Natur liebt er die wahre, doch einfache Schönheit, die klare Frische, an der er im Sport die eigene Kraft erprobt. An unserer rasch aufgeschossenen Stadt muß ihm die kecke Entschlossenheit gefallen, mit der sie dem Praktischen nachtrachtet, sich mit dem Augenfälligen schmückt. Überhaupt tritt das ausgesprochen moderne Wesen, das wie dem Zeitgeist, so auch dem badischen Staat im allgemeinen eignet, in Freiburg in besonderer Deutlichkeit hervor. Die Hochschule selbst wird kaum durch Erinnerungen, feste Formen, überlieferte Bräuche, die ihren Zwecken hinderlich wären, beschwert. Das Erzbistum, anderswo dem geschichtlichen Boden entstiegen, ist hier das Werk der Erwägung des jüngst vergangenen Jahrhunderts. Nur das Münster, an das man es anlehnte, haucht romantischen Odem aus, doch zugleich den entschiedenen Duft ästhetischer Realität, der auch den von jeder Romatik Unberührten anspricht. Es wird sich ruhig behaupten neben dem neuen Kollegiengebäude, das des Meisters Hand im Stil ohne Vorbild, der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts angemessen, schuf. – In derselben Nummer gleich anschließend ein Artikel des Architekten Hermann Billing über den Stil des von ihm entworfenen neuen Kollegienhauses (S. 4–6).">[9]</a>. Ich stehe durchaus auf Seiten der Romantik und Heidelbergs, bin dem Realismus der Moderne spinnefeind und brauche den ideenassoziationslosen Naturgenuß von Freiburg nur als seniles Beruhigungs- und Verdauungsmittel. Allein hier schrieb ich ja objektiv im Sinne der heutigen Generation, des Zeitalters <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Großherzog Friedrichs II. ] 1857–1928, regierte von 1907–1918 (leo-bw.de).&#xD;&#xA;">Großherzog Friedrichs II.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Großherzog Friedrichs II. ] 1857–1928, regierte von 1907–1918 (leo-bw.de).">[10]</a> – Sehr betrauert hab’ ich den Hingang <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Dilthey’s ] Wilhelm Diltheys Tod, Kommentar Dammann: Am 1. Oktober 1911.&#xD;&#xA;">Dilthey</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Dilthey’s ] Wilhelm Diltheys Tod, Kommentar Dammann: Am 1. Oktober 1911.&#xD;&#xA;">’s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Dilthey’s ] Wilhelm Diltheys Tod, Kommentar Dammann: Am 1. Oktober 1911.">[11]</a>, einst meines <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Schul- und Universitätslehrers ] Dilthey war nach seinem Studium zunächst Lehrer am Französischen, dann am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin (BEdPh).&#xD;&#xA;">Schul- und Universitätslehrers</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Schul- und Universitätslehrers ] Dilthey war nach seinem Studium zunächst Lehrer am Französischen, dann am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin (BEdPh).">[12]</a>, dann meines Kollegen und Freundes. Er war doch einer der geist- und verständnisreichsten Menschen, wenn er sich nur nicht immer gequält hätte, seine guten, oft herrlichen Gedanken in philosophisches Gewand zu drapieren. – Was sagen Sie zu <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Rickert’s neuester Abhandlung über Lebenswerte und Kulturwerte ] Kommentar Dammann: Logos 2, 1911/12.&#xD;&#xA;">Rickert</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Rickert’s neuester Abhandlung über Lebenswerte und Kulturwerte ] Kommentar Dammann: Logos 2, 1911/12.&#xD;&#xA;">’s neuester Abhandlung über Lebenswerte und Kulturwerte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Rickert’s neuester Abhandlung über Lebenswerte und Kulturwerte ] Kommentar Dammann: Logos 2, 1911/12.">[13]</a>? <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Meinecke ] Kommentar Dammann: Friedrich Meinecke (geb. 1862), 1910 Professor der Geschichte in Straßburg, 1906 Nachfolger Doves in Freiburg; Doves Kandidat war Richard Fester gewesen.&#xD;&#xA;">Meinecke</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="Meinecke ] Kommentar Dammann: Friedrich Meinecke (geb. 1862), 1910 Professor der Geschichte in Straßburg, 1906 Nachfolger Doves in Freiburg; Doves Kandidat war Richard Fester gewesen.">[14]</a></span> und ich finden, daß es entschieden das Beste ist, was er geschrieben. So gar nicht steifleinen und fadenscheinig – ich verstehe darunter, daß man alle Fäden seiner ängstlichen Logik sieht – wie sonst. Geradezu schriftstellerisch! – Doch genug! Hoffentlich sind Sie Ihre Erkältung los. Ich bin <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="Freitag und Samstag in Karlsruhe zur historischen Jahressitzung ] 30. Plenarsitzung der Badischen Historischen Kommission am 10.11. u. 11.11.1911 unter dem Vorsitz Doves, vgl. z. B. den Bericht in Deutsche Geschichtsblätter 13 (1912), S. 136.&#xD;&#xA;">Freitag und Samstag in Karlsruhe zur historischen Jahressitzung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="Freitag und Samstag in Karlsruhe zur historischen Jahressitzung ] 30. Plenarsitzung der Badischen Historischen Kommission am 10.11. u. 11.11.1911 unter dem Vorsitz Doves, vgl. z. B. den Bericht in Deutsche Geschichtsblätter 13 (1912), S. 136.">[15]</a>. Viele Grüße von Haus zu Haus!</p><p class="ED-p">In alter Verehrung Ihr</p><p class="ED-signed">Alfred Dove.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihren Brief</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Dove</span> vom 25.10.1911</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Festlichkeit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kommentar <span class="ED-name">Oswald Dammann</span> (1893–1978, Bibliothekar <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Literarhistoriker an der Universität Freiburg. 1919 Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek, 1926 Bibliotheksrat, 1953 Leiter des Universitätsarchivs; <abbr title="World Biographical Information System" class="ED-abbr">WBIS</abbr>): <span class="ED-rdg">Einweihung des neuen Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg am 28. Oktober 1911.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Bonn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Dove</span> war 1884–91 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> an der Universität Bonn gewesen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">alten Zoll</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Bastion der ehemaligen Befestigung der Stadt Bonn, am Rheinufer</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Drachenfels</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Berg und Burgruine auf dem rechten Rheinufer, südlich von Königswinter</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">philosophisch unpromovierten Zustande</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kommentar <span class="ED-name">Dammann</span>: <span class="ED-rdg">Ulrich Stutz wurde anläßlich der Freiburger Festlichkeit die philosophische Ehrendoktorwürde verliehen</span>, und zwar von der philosophischen Fakultät (während die rechts- und staatswissenschaftliche <span class="ED-name">Georg Simmel</span> ehrte), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr>: Eröffnungsfeier des Kollegienhauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. am 28. Oktober 1911. Freiburg <abbr title="im Breisgau" class="ED-abbr">i. Br.</abbr>: C. A. Wagner 1912, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 87.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Festzeitung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Dove</span> vom 25.10.1911</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">das Kapitel de regibus im Cornelius Nepos</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung auf den römischen Geschichtsschreiber Cornelius Nepos und dessen Werk de regibus mit Herrscher- und Feldherrenbiographien, darin wird auch Rom feindlichen Persönlichkeiten Anerkennung gezollt.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ironie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> a/D. [= Alfred Dove]: MCMVI–MCMXI. Aedem a patre studiis dedicatam erexit Fridericus II. In: Festblatt zur Einweihung des Neuen Kollegien-Hauses der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sonderausgabe der Akademischen Mitteilungen [Umschlagtitel: Alberto-Ludoviciana. Erinnerungen aus der Studienzeit alter und junger Semester – diese in <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 2 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 3 vom 25. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 28.10.1911]. Unter der verantwortlichen Leitung des Privatdozenten <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> Veit Valentin <abbr title="herausgegeben" class="ED-abbr">hg.</abbr> <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> Hans Speyer. Freiburg <abbr title="im Breisgau" class="ED-abbr">i. B.</abbr>: Speyer &amp; Kaerner 1911, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 1 <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> 21.10.1911, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 2–3. <span class="ED-name">Dove</span> bezieht sich auf den folgenden Abschnitt seines Artikels: <span class="ED-rdg">Indessen das neunzehnte Jahrhundert erging sich im Lobe seines Alt-Heidelberg; warum setzt das zwanzigste Freiburg ihm tatsächlich gleich, ja zieht es ihm mehr und mehr vor? Hier stoßen wir auf die Grenze der geistigen Strömung zweier Zeitalter. Die Welt der Romantik […] ist dahin; Großherzog Friedrich I. war wohl ihr letzter Blutsverwandter. Wir im neuen Reich Erzogenen glauben an einleuchtende Wirklichkeit; der gesunde, durch keine Tradition gelähmte, von keiner lyrischen Stimmung befallene Realismus unserer Jugend findet im heutigen Freiburg, was er braucht. In der Natur liebt er die wahre, doch einfache Schönheit, die klare Frische, an der er im Sport die eigene Kraft erprobt. An unserer rasch aufgeschossenen Stadt muß ihm die kecke Entschlossenheit gefallen, mit der sie dem Praktischen nachtrachtet, sich mit dem Augenfälligen schmückt. Überhaupt tritt das ausgesprochen moderne Wesen, das wie dem Zeitgeist, so auch dem badischen Staat im allgemeinen eignet, in Freiburg in besonderer Deutlichkeit hervor. Die Hochschule selbst wird kaum durch Erinnerungen, feste Formen, überlieferte Bräuche, die ihren Zwecken hinderlich wären, beschwert. Das Erzbistum, anderswo dem geschichtlichen Boden entstiegen, ist hier das Werk der Erwägung des jüngst vergangenen Jahrhunderts. Nur das Münster, an das man es anlehnte, haucht romantischen Odem aus, doch zugleich den entschiedenen Duft ästhetischer Realität, der auch den von jeder Romatik Unberührten anspricht. Es wird sich ruhig behaupten neben dem neuen Kollegiengebäude, das des Meisters Hand im Stil ohne Vorbild, der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts angemessen, schuf.</span> – In derselben Nummer gleich anschließend ein Artikel des Architekten <span class="ED-name">Hermann Billing</span> über den Stil des von ihm entworfenen neuen Kollegienhauses (S. 4–6).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Großherzog Friedrichs II.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>1857–1928, regierte von 1907–1918 (<span class="ED-link">leo-bw.de</span>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Dilthey</span>’s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Wilhelm Dilthey</span>s Tod, Kommentar Dammann: <span class="ED-rdg">Am 1. Oktober 1911.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schul- und Universitätslehrers</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Dilthey</span> war nach seinem Studium zunächst Lehrer am Französischen, dann am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin (<abbr class="ED-abbr">BEdPh)</abbr>.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Rickert</span>’s neuester Abhandlung über Lebenswerte und Kulturwerte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kommentar Dammann: <span class="ED-rdg">Logos 2, 1911/12.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Meinecke</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kommentar Dammann: <span class="ED-rdg">Friedrich Meinecke (geb. 1862), 1910 Professor der Geschichte in Straßburg, 1906 Nachfolger Doves in Freiburg; Doves Kandidat war Richard Fester gewesen.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Freitag und Samstag in Karlsruhe zur historischen Jahressitzung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>30. Plenarsitzung der Badischen Historischen Kommission am 10.11. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 11.11.1911 unter dem Vorsitz <span class="ED-name">Dove</span>s, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> den Bericht in Deutsche Geschichtsblätter 13 (1912), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 136.</div></div></body></html>