<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Paul Siebeck an Windelband, Tübingen, 10.12.1909, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000619-0"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Paul Siebeck </span>an <span class="ED-persName-received">Windelband</span>, <span class="ED-location-sent">Tübingen</span>, <span class="ED-date">10.12.1909</span>, <span class="ED-note">Text nach einer </span><span class="ED-note"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Transkription von Klaus Christian Köhnke ] Kollation derzeit nicht möglich. Der Transkription liegt die Datei Manuskript: Windelband Briefe | herauszugeben von K. C. Köhnke | Ausdruck vom 1.3.2012 zugrunde, die den Herausgebern zur Verfügung steht. Ein Ausdruck dieser Datei befindet sich in öffentlichem Besitz (Universität Leipzig, Nachlass Klaus Christian Köhnke NL 330/3/1/2). Die Signatur des Originals ist mit Stichtag 14.5.2018 noch nicht bekannt. Laut telefonischer Auskunft von Roland Klein, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.&#xD;&#xA;">Transkription von Klaus Christian Köhnke</span></span><span class="ED-note"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Transkription von Klaus Christian Köhnke ] Kollation derzeit nicht möglich. Der Transkription liegt die Datei Manuskript: Windelband Briefe | herauszugeben von K. C. Köhnke | Ausdruck vom 1.3.2012 zugrunde, die den Herausgebern zur Verfügung steht. Ein Ausdruck dieser Datei befindet sich in öffentlichem Besitz (Universität Leipzig, Nachlass Klaus Christian Köhnke NL 330/3/1/2). Die Signatur des Originals ist mit Stichtag 14.5.2018 noch nicht bekannt. Laut telefonischer Auskunft von Roland Klein, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.">[1]</a>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</span>, <span class="ED-pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">10. Dezember 1909.</p><p class="ED-salute"><abbr title="Doktor" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Dr. O. S. k. ] Ausfertiger: Dr. Oskar Siebeck&#xD;&#xA;">Dr.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Dr. O. S. k. ] Ausfertiger: Dr. Oskar Siebeck&#xD;&#xA;"> O. S. k.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Dr. O. S. k. ] Ausfertiger: Dr. Oskar Siebeck">[2]</a> Herrn Geheimen Hofrat Professor <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> W. Windelband in Heidelberg.</p><p class="ED-p">Hochverehrter Herr Geheimrat, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="mein Sohn ] vermutlich Oskar Siebeck, Mitarbeiter bzw. Prokurist im Verlag J. C. B. Mohr&#xD;&#xA;">mein Sohn</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="mein Sohn ] vermutlich Oskar Siebeck, Mitarbeiter bzw. Prokurist im Verlag J. C. B. Mohr">[3]</a> hat mir über seinen gestrigen Besuch bei Ihnen berichtet. Lassen Sie mich daher Ihnen auch meinerseits für die Liebenswürdigkeit, mit der Sie ihn aufgenommen haben, verbindlichsten Dank sagen. Sollte der Verlag von G. Müller sich wegen Ihres <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Münchner Vortrags ] vgl. den Briefwechsel Siebeck/Windelband vom 8.10./10.10.1909&#xD;&#xA;">Münchner Vortrags</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Münchner Vortrags ] vgl. den Briefwechsel Siebeck/Windelband vom 8.10./10.10.1909">[4]</a> an mich wenden, so will ich das Ansuchen desselben gerne unter der Begründung ablehnen, dass Ihr Vortrag später in den „Präludien“ und Anfang nächsten Jahres im „Logos“ erscheinen wird. Eine Satzprobe für den Druck der für den Logos bestimmten Aufsätze übergebe ich Ihnen anbei.</p><p class="ED-p">Für den Titel des Logos ist bis jetzt allerdings die Bezeichnung <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="internationale ] unterstrichen&#xD;&#xA;">internationale</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="internationale ] unterstrichen">[a]</a> Zeitschrift in Aussicht genommen. Ueber die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="endgültige … sollen ] der 1. Bd. (1910/11) der Zeitschrift erschien im Verlag Mohr/Siebeck, Tübingen unter dem Titel: LOGOS. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Unter Mitwirkung von Rudolf Eucken, Otto Gierke, Edmund Husserl, Friedrich Meinecke, Heinrich Rickert, Georg Simmel, Ernst Troeltsch, Max Weber, Wilhelm Windelband, Heinrich Wölfflin herausgegeben von Georg Mehlis. Vgl. die Schreiben von Mehlis an Paul Siebeck vom 25.2.1910: Heute nur die eilige Nachricht, dass wir uns schliesslich noch dahin entschieden haben, auf die Aussenseite des Titels nur den Namen des geschäftsführenden Redakteurs zu setzen „Herausgegeben von Georg Mehlis“. Demgemäss würde die Innenseite folgende Änderung erfahren. Hinter „nationale Redaktion gliedert“ würde der Satz einzuschieben sein: „Die deutsche Redaktion wird gebildet von Dr. Richard Kroner Freiburg, Dr. Georg Mehlis Freiburg, Dr. Arnold Ruge Heidelberg“; sowie Mehlis an Siebeck vom 16.3.1910, auf dem Höhepunkt der redaktionellen Streitigkeiten mit Ruge: Dass eine Änderung des Titels ohne Ihre Einwilligung unmöglich ist, weiss ich sehr wohl und wenn Sie Ihre Einwilligung von der Zustimmung des Herrn Ruge abhängig machen, so muss natürlich alles beim alten bleiben. Die Gründe, warum die Titelfrage so lange in der Schwebe blieb, kann ich Ihnen so schnell nicht auseinandersetzen. Sie wissen, dass der Eintrag über den Titel in den Vertrag erst sehr spät erfolgen konnte, da die Gewinnung der Mitwirkenden viel Zeit in Anspruch nahm. So muss ich Sie heute noch bitten eine Änderung des Titels in der Richtung vorzunehmen, dass Sie den Namen Otto Gierke unter die Mitwirkenden einreihen. Ich glaube, dass die Zeitschrift dadurch in Juristenkreisen erheblichen Eingang finden wird. Ich möchte Ihnen die Versicherung geben, dass es meinem Gerechtigkeitsgefühl entsprochen hätte, wenn die drei Namen auf dem Titel gestanden hätten. Wäre es geschehen, so wären Ihnen und mir viel Unannehmlichkeiten erspart worden. Rickert hat sein Verhältnis zum Logos von der Änderung des Titels abhängig gemacht, und was Rickert für das Unternehmen bedeutet, wissen Sie, verehrter Herr Doktor, ja auch. Auf Ihren Brief und einen Brief von Ruge hin, habe ich Rickert geschrieben, ich hielte es für unbedingt richtig, dass die drei Namen genannt würden. Als ich Ihren Brief erhielt, waren bereits Komplikationen eingetreten, die notwendig zum Bruch führen mussten. Es hätte alles in Güte geordnet werden können, doch machten zwei Briefe von Ruge jede Verständigung unmöglich. Ich selber war beim Ausbruch des Konfliktes krank und bin durch die ganze Entwickelung des Streites persönlich aufs schwerste getroffen. […] Ich kann Ihnen heute die Mitteilung machen, dass die Angelegenheit geordnet ist. Ruge hat eingesehen, dass er durch seine anderen Unternehmungen zu sehr belastet ist. Von den eigentlichen Redaktionsgeschäften zieht er sich zurück. Er wünscht jedoch aus äusseren Gründen, dass sein Name pro forma auf der Innenseite des Titels geführt wird. Der Druck kann also seinen Fortgang nehmen; ferner Mehlis an Siebeck vom 1.4.1910: Was lange währt, kommt häufig zu einem guten Ende. So auch in unserem Falle. Eucken und Simmel haben ihre Mitwirkung zugesagt, so dass der Titel jetzt wie aus der Anlage ersichtlich lauten wird. Vielleicht kommt noch Dilthey und nach Simmels Wunsch Wölfflin oder Schmarsow hinzu. Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. […] Ferner bitte ich Sie, den Prospektentwurf für die Interessenten durchzusehen und mir Ihre Bemerkungen dazu zu schreiben. Es wäre mir sehr lieb, wenn Sie eine Abschrift herstellen würden. Ich sende Ihnen heute in Eile den Entwurf selbst. Ich glaube, dass die beste Reklame die Namen der Mitwirkenden sowie auch die angekündigten Artikel sein werden. […] Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Deutsche Ausgabe. Unter Mitwirkung von Eucken, Meinecke, Rickert, Simmel, Troeltsch, Max Weber und Windelband. Herausgegeben von der deutschen Logos-Redaktion: Kroner, Mehlis, Ruge. Ihre Mitarbeit haben ferner u. a. vorläufig zugesagt. Liste folgt. Prospekt. In unserer Zeit drängt die Philosophie zum Leben und das Leben zur Philosophie. Diesen Zusammenhang zwischen der Philosophie und der Lebendigkeit der Kultur will der Logos vermitteln und selber neue Kultur schaffen. Eine nationale und internationale Aufgabe hat er sich gestellt. Die wertvollsten Kulturgüter unserer Nation, Wissenschaft und soziales Leben, Kunst und Religion will er der philosophischen Betrachtung unterwerfen, und darüber hinaus ist er bemüht, die Errungenschaften der verschiedenen Völker zu vermitteln und zum gegenseitigen Verständnis zu bringen. Doch wird der Logos all diese Fragen nur soweit in seinen Kreis ziehen, als sie von allgemeiner Bedeutung sind und über das fachwissenschaftliche Interesse hinausreichen. Die Enge der blossen Gelehrsamkeit und die breite Oberflächlichkeit des nur Aktuellen und Tagesmodernen wird er vermeiden. Wissenschaftlich, aber nicht gelehrt soll die Form seiner Darstellung sein. Nur Abhandlungen selbständiger Denker wird der Logos bieten oder doch zum mindesten bestrebt sein, den Schöpfungen der Vergangenheit und Gegenwart neue und originelle Gesichtspunkte abzugewinnen. Der Logos gibt ferner seinen Lesern die Möglichkeit, über die wichtigsten kulturellen Fragen, welche die fremden Nationen beschäftigen, sich weit schneller zu unterrichten, als das bisher geschehen konnte: er soll mit der Zeit in den Sprachen aller grossen europäischen Kulturnationen gleichzeitig erscheinen. Der Logos wendet sich an alle Gebildete, besonders aber an diejenigen, die am Erziehungswerke unseres Volkes mitarbeiten und denen eine philosophische Vertiefung unseres Lebens und Lebensinhaltes am Herzen liegt. Der Logos erscheint in drei Jahresheften. Das erste Heft wird voraussichtlich folgende Abhandlungen bringen. Rickert „Begriff der Philosophie“, Windelband „Ueber Weltanschauung“, Simmel „Beiträge zur Metaphysik des Lebens“, Boutroux „Philosophie und Wissenschaft“, Struve „Ueber soziale Krisen“ (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. UB Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, S. 17–19, 22, 27–28).&#xD;&#xA;">endgültige Formulierung des Titels, wenigstens über die Namen der Herren, die auf demselben genannt werden sollen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="endgültige … sollen ] der 1. Bd. (1910/11) der Zeitschrift erschien im Verlag Mohr/Siebeck, Tübingen unter dem Titel: LOGOS. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Unter Mitwirkung von Rudolf Eucken, Otto Gierke, Edmund Husserl, Friedrich Meinecke, Heinrich Rickert, Georg Simmel, Ernst Troeltsch, Max Weber, Wilhelm Windelband, Heinrich Wölfflin herausgegeben von Georg Mehlis. Vgl. die Schreiben von Mehlis an Paul Siebeck vom 25.2.1910: Heute nur die eilige Nachricht, dass wir uns schliesslich noch dahin entschieden haben, auf die Aussenseite des Titels nur den Namen des geschäftsführenden Redakteurs zu setzen „Herausgegeben von Georg Mehlis“. Demgemäss würde die Innenseite folgende Änderung erfahren. Hinter „nationale Redaktion gliedert“ würde der Satz einzuschieben sein: „Die deutsche Redaktion wird gebildet von Dr. Richard Kroner Freiburg, Dr. Georg Mehlis Freiburg, Dr. Arnold Ruge Heidelberg“; sowie Mehlis an Siebeck vom 16.3.1910, auf dem Höhepunkt der redaktionellen Streitigkeiten mit Ruge: Dass eine Änderung des Titels ohne Ihre Einwilligung unmöglich ist, weiss ich sehr wohl und wenn Sie Ihre Einwilligung von der Zustimmung des Herrn Ruge abhängig machen, so muss natürlich alles beim alten bleiben. Die Gründe, warum die Titelfrage so lange in der Schwebe blieb, kann ich Ihnen so schnell nicht auseinandersetzen. Sie wissen, dass der Eintrag über den Titel in den Vertrag erst sehr spät erfolgen konnte, da die Gewinnung der Mitwirkenden viel Zeit in Anspruch nahm. So muss ich Sie heute noch bitten eine Änderung des Titels in der Richtung vorzunehmen, dass Sie den Namen Otto Gierke unter die Mitwirkenden einreihen. Ich glaube, dass die Zeitschrift dadurch in Juristenkreisen erheblichen Eingang finden wird. Ich möchte Ihnen die Versicherung geben, dass es meinem Gerechtigkeitsgefühl entsprochen hätte, wenn die drei Namen auf dem Titel gestanden hätten. Wäre es geschehen, so wären Ihnen und mir viel Unannehmlichkeiten erspart worden. Rickert hat sein Verhältnis zum Logos von der Änderung des Titels abhängig gemacht, und was Rickert für das Unternehmen bedeutet, wissen Sie, verehrter Herr Doktor, ja auch. Auf Ihren Brief und einen Brief von Ruge hin, habe ich Rickert geschrieben, ich hielte es für unbedingt richtig, dass die drei Namen genannt würden. Als ich Ihren Brief erhielt, waren bereits Komplikationen eingetreten, die notwendig zum Bruch führen mussten. Es hätte alles in Güte geordnet werden können, doch machten zwei Briefe von Ruge jede Verständigung unmöglich. Ich selber war beim Ausbruch des Konfliktes krank und bin durch die ganze Entwickelung des Streites persönlich aufs schwerste getroffen. […] Ich kann Ihnen heute die Mitteilung machen, dass die Angelegenheit geordnet ist. Ruge hat eingesehen, dass er durch seine anderen Unternehmungen zu sehr belastet ist. Von den eigentlichen Redaktionsgeschäften zieht er sich zurück. Er wünscht jedoch aus äusseren Gründen, dass sein Name pro forma auf der Innenseite des Titels geführt wird. Der Druck kann also seinen Fortgang nehmen; ferner Mehlis an Siebeck vom 1.4.1910: Was lange währt, kommt häufig zu einem guten Ende. So auch in unserem Falle. Eucken und Simmel haben ihre Mitwirkung zugesagt, so dass der Titel jetzt wie aus der Anlage ersichtlich lauten wird. Vielleicht kommt noch Dilthey und nach Simmels Wunsch Wölfflin oder Schmarsow hinzu. Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. […] Ferner bitte ich Sie, den Prospektentwurf für die Interessenten durchzusehen und mir Ihre Bemerkungen dazu zu schreiben. Es wäre mir sehr lieb, wenn Sie eine Abschrift herstellen würden. Ich sende Ihnen heute in Eile den Entwurf selbst. Ich glaube, dass die beste Reklame die Namen der Mitwirkenden sowie auch die angekündigten Artikel sein werden. […] Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Deutsche Ausgabe. Unter Mitwirkung von Eucken, Meinecke, Rickert, Simmel, Troeltsch, Max Weber und Windelband. Herausgegeben von der deutschen Logos-Redaktion: Kroner, Mehlis, Ruge. Ihre Mitarbeit haben ferner u. a. vorläufig zugesagt. Liste folgt. Prospekt. In unserer Zeit drängt die Philosophie zum Leben und das Leben zur Philosophie. Diesen Zusammenhang zwischen der Philosophie und der Lebendigkeit der Kultur will der Logos vermitteln und selber neue Kultur schaffen. Eine nationale und internationale Aufgabe hat er sich gestellt. Die wertvollsten Kulturgüter unserer Nation, Wissenschaft und soziales Leben, Kunst und Religion will er der philosophischen Betrachtung unterwerfen, und darüber hinaus ist er bemüht, die Errungenschaften der verschiedenen Völker zu vermitteln und zum gegenseitigen Verständnis zu bringen. Doch wird der Logos all diese Fragen nur soweit in seinen Kreis ziehen, als sie von allgemeiner Bedeutung sind und über das fachwissenschaftliche Interesse hinausreichen. Die Enge der blossen Gelehrsamkeit und die breite Oberflächlichkeit des nur Aktuellen und Tagesmodernen wird er vermeiden. Wissenschaftlich, aber nicht gelehrt soll die Form seiner Darstellung sein. Nur Abhandlungen selbständiger Denker wird der Logos bieten oder doch zum mindesten bestrebt sein, den Schöpfungen der Vergangenheit und Gegenwart neue und originelle Gesichtspunkte abzugewinnen. Der Logos gibt ferner seinen Lesern die Möglichkeit, über die wichtigsten kulturellen Fragen, welche die fremden Nationen beschäftigen, sich weit schneller zu unterrichten, als das bisher geschehen konnte: er soll mit der Zeit in den Sprachen aller grossen europäischen Kulturnationen gleichzeitig erscheinen. Der Logos wendet sich an alle Gebildete, besonders aber an diejenigen, die am Erziehungswerke unseres Volkes mitarbeiten und denen eine philosophische Vertiefung unseres Lebens und Lebensinhaltes am Herzen liegt. Der Logos erscheint in drei Jahresheften. Das erste Heft wird voraussichtlich folgende Abhandlungen bringen. Rickert „Begriff der Philosophie“, Windelband „Ueber Weltanschauung“, Simmel „Beiträge zur Metaphysik des Lebens“, Boutroux „Philosophie und Wissenschaft“, Struve „Ueber soziale Krisen“ (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. UB Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, S. 17–19, 22, 27–28).">[5]</a>, will mir <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> <span class="ED-name">Mehlis</span> noch berichten. Es wird sich also leicht noch eine Gelegenheit finden, Ihrer äusserst dankenswerten Anregung Folge zu geben. Ich werde dann nicht verfehlen, Herrn <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> <span class="ED-name">Mehlis</span> darauf hinzuweisen, dass sich die Bezeichnung internationale Zeitschrift auch nach meinem Dafürhalten nur dann empfiehlt, wenn der internationale Charakter des Unternehmens wirklich gewährleistet ist. Denn es wäre auch mir nicht lieb, wenn im Titel des Logos auf diese Weise mehr versprochen würde, als unter allen Umständen gehalten werden kann.</p><p class="ED-p">Für Ihre liebenswürdige Beratung wegen des Verlagsanerbietens des Herrn <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Giss ] womöglich August J. Giss, dessen Werk: Die menschliche Geistestätigkeit in der Weltentwicklung. Eine kritisch-philosophische Betrachtung des menschlichen Geistes. Mit Anwendung der Prinzipien auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft Bd. 1 (mehr nicht erschienen), 1910 allerdings im Verlag Deichert in Leipzig herauskam.&#xD;&#xA;">Giss</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Giss ] womöglich August J. Giss, dessen Werk: Die menschliche Geistestätigkeit in der Weltentwicklung. Eine kritisch-philosophische Betrachtung des menschlichen Geistes. Mit Anwendung der Prinzipien auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft Bd. 1 (mehr nicht erschienen), 1910 allerdings im Verlag Deichert in Leipzig herauskam.">[6]</a> sage ich Ihnen ebenfalls besten Dank.</p><p class="ED-p">Was endlich die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="„Enzyklopädie“ ] vgl. Arnold Ruge an Windelband vom 27.11.1909&#xD;&#xA;">„Enzyklopädie“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="„Enzyklopädie“ ] vgl. Arnold Ruge an Windelband vom 27.11.1909">[7]</a> anbelangt, so hat mir mein Sohn Ihre Wünsche bezüglich der Fassung des Titels mitgeteilt. Demnach wird der Titelvermerk über die Herausgeber lauten: In Verbindung mit Wilhelm Windelband, herausgegeben von <span class="ED-name">Arnold Ruge</span>. Auch hier pflichte ich Ihrer Meinung durchaus bei, denn ich glaube, dass es allerdings für das ganze Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist, ob es Herrn <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr. </abbr><span class="ED-name">Ruge</span> gelingt, auch im Ausland die geeigneten Mitarbeiter zu gewinnen.</p><p class="ED-p">Die Ihnen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="fehlenden … Vorträge ] vgl. Windelband an Paul Siebeck vom 28.9.1909 sowie Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. 2., durchgesehene Aufl. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.&#xD;&#xA;">fehlenden Aushängebogen der 2. Auflage der Vorträge</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="fehlenden … Vorträge ] vgl. Windelband an Paul Siebeck vom 28.9.1909 sowie Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. 2., durchgesehene Aufl. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.">[8]</a> werden Sie inzwischen erhalten haben.</p><p class="ED-p">Mit höflichen Empfehlungen, denen sich auch mein Sohn anschliesst, verbleibe ich in bekannter Verehrung Ihr ganz ergebener</p><p class="ED-signed">P. <span class="ED-name">Siebeck</span>.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">internationale</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>unterstrichen</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-note">Transkription von Klaus Christian Köhnke</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kollation derzeit nicht möglich. Der Transkription liegt die Datei <span class="ED-rdg">Manuskript: Windelband Briefe | herauszugeben von K. C. Köhnke | Ausdruck vom 1.3.2012</span> zugrunde, die den Herausgebern zur Verfügung steht. Ein Ausdruck dieser Datei befindet sich in öffentlichem Besitz (Universität Leipzig, Nachlass Klaus Christian Köhnke NL 330/3/1/2). Die Signatur des Originals ist mit Stichtag 14.5.2018 noch nicht bekannt. Laut telefonischer Auskunft von Roland Klein, Referat für Nachlässe und Autographen der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vom 21.11. und 2.12.2016 ist die Erfassung des Nachlasses 488 (Verlagsarchiv Mohr-Siebeck) noch nicht abgeschlossen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> O. S. k.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Ausfertiger: <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> <span class="ED-name">Oskar Siebeck</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mein Sohn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vermutlich <span class="ED-name">Oskar Siebeck</span>, Mitarbeiter <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> Prokurist im Verlag J. C. B. Mohr</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Münchner Vortrags</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Briefwechsel Siebeck/Windelband vom 8.10./10.10.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">endgültige … sollen</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> der 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> (1910/11) der Zeitschrift erschien im Verlag Mohr/Siebeck, Tübingen unter dem Titel: <span class="ED-rdg">LOGOS. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Unter Mitwirkung von Rudolf Eucken, Otto Gierke, Edmund Husserl, Friedrich Meinecke, Heinrich Rickert, Georg Simmel, Ernst Troeltsch, Max Weber, Wilhelm Windelband, Heinrich Wölfflin herausgegeben von Georg Mehlis. </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> die Schreiben von <span class="ED-name">Mehlis</span> an <span class="ED-name">Paul Siebeck</span> vom 25.2.1910: <span class="ED-rdg">Heute nur die eilige Nachricht, dass wir uns schliesslich noch dahin entschieden haben, auf die Aussenseite des Titels nur den Namen des geschäftsführenden Redakteurs zu setzen „Herausgegeben von Georg Mehlis“. Demgemäss würde die Innenseite folgende Änderung erfahren. Hinter „nationale Redaktion gliedert“ würde der Satz einzuschieben sein: „Die deutsche Redaktion wird gebildet von Dr. Richard Kroner Freiburg, Dr. Georg Mehlis Freiburg, Dr. Arnold Ruge Heidelberg“</span>; sowie Mehlis an Siebeck vom 16.3.1910, auf dem Höhepunkt der redaktionellen Streitigkeiten mit <span class="ED-name">Ruge</span>: <span class="ED-rdg">Dass eine Änderung des Titels ohne Ihre Einwilligung unmöglich ist, weiss ich sehr wohl und wenn Sie Ihre Einwilligung von der Zustimmung des Herrn Ruge abhängig machen, so muss natürlich alles beim alten bleiben. Die Gründe, warum die Titelfrage so lange in der Schwebe blieb, kann ich Ihnen so schnell nicht auseinandersetzen. Sie wissen, dass der Eintrag über den Titel in den Vertrag erst sehr spät erfolgen konnte, da die Gewinnung der Mitwirkenden viel Zeit in Anspruch nahm. So muss ich Sie heute noch bitten eine Änderung des Titels in der Richtung vorzunehmen, dass Sie den Namen Otto Gierke unter die Mitwirkenden einreihen. Ich glaube, dass die Zeitschrift dadurch in Juristenkreisen erheblichen Eingang finden wird. Ich möchte Ihnen die Versicherung geben, dass es meinem Gerechtigkeitsgefühl entsprochen hätte, wenn die drei Namen auf dem Titel gestanden hätten. Wäre es geschehen, so wären Ihnen und mir viel Unannehmlichkeiten erspart worden. Rickert hat sein Verhältnis zum Logos von der Änderung des Titels abhängig gemacht, und was Rickert für das Unternehmen bedeutet, wissen Sie, verehrter Herr Doktor, ja auch. Auf Ihren Brief und einen Brief von Ruge hin, habe ich Rickert geschrieben, ich hielte es für unbedingt richtig, dass die drei Namen genannt würden. Als ich Ihren Brief erhielt, waren bereits Komplikationen eingetreten, die notwendig zum Bruch führen mussten. Es hätte alles in Güte geordnet werden können, doch machten zwei Briefe von Ruge jede Verständigung unmöglich. Ich selber war beim Ausbruch des Konfliktes krank und bin durch die ganze Entwickelung des Streites persönlich aufs schwerste getroffen. […] Ich kann Ihnen heute die Mitteilung machen, dass die Angelegenheit geordnet ist. Ruge hat eingesehen, dass er durch seine anderen Unternehmungen zu sehr belastet ist. Von den eigentlichen Redaktionsgeschäften zieht er sich zurück. Er wünscht jedoch aus äusseren Gründen, dass sein Name pro forma auf der Innenseite des Titels geführt wird. Der Druck kann also seinen Fortgang nehmen</span>; ferner Mehlis an Siebeck vom 1.4.1910: <span class="ED-rdg">Was lange währt, kommt häufig zu einem guten Ende. So auch in unserem Falle. Eucken und Simmel haben ihre Mitwirkung zugesagt, so dass der Titel jetzt wie aus der Anlage ersichtlich lauten wird. Vielleicht kommt noch Dilthey und nach Simmels Wunsch Wölfflin oder Schmarsow hinzu. Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. […] Ferner bitte ich Sie, den Prospektentwurf für die Interessenten durchzusehen und mir Ihre Bemerkungen dazu zu schreiben. Es wäre mir sehr lieb, wenn Sie eine Abschrift herstellen würden. Ich sende Ihnen heute in Eile den Entwurf selbst. Ich glaube, dass die beste Reklame die Namen der Mitwirkenden sowie auch die angekündigten Artikel sein werden. […] Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur. Deutsche Ausgabe. Unter Mitwirkung von Eucken, Meinecke, Rickert, Simmel, Troeltsch, Max Weber und Windelband. Herausgegeben von der deutschen Logos-Redaktion: Kroner, Mehlis, Ruge. Ihre Mitarbeit haben ferner u. a. vorläufig zugesagt. Liste folgt. Prospekt. In unserer Zeit drängt die Philosophie zum Leben und das Leben zur Philosophie. Diesen Zusammenhang zwischen der Philosophie und der Lebendigkeit der Kultur will der Logos vermitteln und selber neue Kultur schaffen. Eine nationale und internationale Aufgabe hat er sich gestellt. Die wertvollsten Kulturgüter unserer Nation, Wissenschaft und soziales Leben, Kunst und Religion will er der philosophischen Betrachtung unterwerfen, und darüber hinaus ist er bemüht, die Errungenschaften der verschiedenen Völker zu vermitteln und zum gegenseitigen Verständnis zu bringen. Doch wird der Logos all diese Fragen nur soweit in seinen Kreis ziehen, als sie von allgemeiner Bedeutung sind und über das fachwissenschaftliche Interesse hinausreichen. Die Enge der blossen Gelehrsamkeit und die breite Oberflächlichkeit des nur Aktuellen und Tagesmodernen wird er vermeiden. Wissenschaftlich, aber nicht gelehrt soll die Form seiner Darstellung sein. Nur Abhandlungen selbständiger Denker wird der Logos bieten oder doch zum mindesten bestrebt sein, den Schöpfungen der Vergangenheit und Gegenwart neue und originelle Gesichtspunkte abzugewinnen. Der Logos gibt ferner seinen Lesern die Möglichkeit, über die wichtigsten kulturellen Fragen, welche die fremden Nationen beschäftigen, sich weit schneller zu unterrichten, als das bisher geschehen konnte: er soll mit der Zeit in den Sprachen aller grossen europäischen Kulturnationen gleichzeitig erscheinen. Der Logos wendet sich an alle Gebildete, besonders aber an diejenigen, die am Erziehungswerke unseres Volkes mitarbeiten und denen eine philosophische Vertiefung unseres Lebens und Lebensinhaltes am Herzen liegt. Der Logos erscheint in drei Jahresheften. Das erste Heft wird voraussichtlich folgende Abhandlungen bringen. Rickert „Begriff der Philosophie“, Windelband „Ueber Weltanschauung“, Simmel „Beiträge zur Metaphysik des Lebens“, Boutroux „Philosophie und Wissenschaft“, Struve „Ueber soziale Krisen“</span> (zitiert nach: Briefe und Dokumente zur Geschichte der Zeitschrift Logos. <abbr title="Universitätsbibliothek" class="ED-abbr">UB</abbr> Leipzig. Nachlass Klaus Christian Köhnke, NL 330/3/1/5, Ausdruck vom 1.3.2012, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 17–19, 22, 27–28).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Giss</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>womöglich <span class="ED-name">August J. Giss</span>, dessen Werk: Die menschliche Geistestätigkeit in der Weltentwicklung. Eine kritisch-philosophische Betrachtung des menschlichen Geistes. Mit Anwendung der Prinzipien auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1 (mehr nicht erschienen), 1910 allerdings im Verlag Deichert in Leipzig herauskam.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Enzyklopädie“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Arnold Ruge</span> an Windelband vom 27.11.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">fehlenden … Vorträge</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr"> vgl.</abbr> Windelband an Paul Siebeck vom 28.9.1909 sowie Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. 2., durchgesehene <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.</div></div></body></html>