<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Heinrich Rickert, Heidelberg, 29.6.1909, 3 S., hs. (lat. Schrift), Wasserzeichen R. DIEFFENBACHER | HEIDELBERG, UB Heidelberg, http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_65</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000564-2"/><style type="text/css">
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(lat. Schrift), Wasserzeichen</span> <span class="ED-rdg">R. DIEFFENBACHER | HEIDELBERG</span>, <span class="ED-pubPlace">UB Heidelberg, </span><span class="ED-link"><a href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_65">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_65</a></span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg, 29.6.09.</p><p class="ED-salute">Lieber Freund,</p><p class="ED-p">Aufrichtigen Dank für <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Ihre Briefe ] nicht überliefert&#xD;&#xA;">Ihre Briefe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ihre Briefe ] nicht überliefert">[1]</a>; sie haben mich sehr gefreut, insbesondre auch der letzte mit seiner <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Zustimmung zu unsrer Akademie ] Rickert gehörte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften als ausserordentliches (= auswärtiges) Mitglied an.&#xD;&#xA;">Zustimmung zu unsrer Akademie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Zustimmung zu unsrer Akademie ] Rickert gehörte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften als ausserordentliches (= auswärtiges) Mitglied an.">[2]</a>. Dass mir deren Installation viel Mühe und Arbeit gemacht hat und macht, können Sie denken. Wie sehr ich in solchen Aussendingen und in den unerwartet umfangreichen repräsentativen Pflichten meines Prorectorats befangen bin, sehen Sie daraus, dass ich auch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Ihre Abhandlung ] vgl. Windelband an Rickert vom 15.5.1909&#xD;&#xA;">Ihre Abhandlung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Ihre Abhandlung ] vgl. Windelband an Rickert vom 15.5.1909">[3]</a> in den K<span class="ED-add">[ant-]</span> St<span class="ED-add">[udien]</span> bisher nicht studiert, sondern nur flüchtig angelesen habe; daher auch Ihnen heute nur den allgemeinsten Dank dafür sagen kann. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Herrn ] Hrn.&#xD;&#xA;">Herrn</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Herrn ] Hrn.">[a]</a> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Steppuhn … Bedenken ] vgl. Windelband an Rickert vom 16.11.1909. Der Freundeskreis um Richard Kroner, in dem auch die Konzeption einer Zeitschrift mit dem Titel Logos zum ersten Mal diskutiert wurde, bestehend aus Nicolai von Bubnoff, Georg Mehlis, Sergius Hessen und Fedor Stepun hatte 1909 erscheinen lassen: Vom Messias. Kulturphilosophische Essays. Leipzig: Engelmann 1909. Windelbands Reaktion auf die religiöse Konnotation war zumindest ambivalent, vgl. Fedor Stepun: Vergangenes und Unvergängliches. Aus meinem Leben. Erster Teil 1884–1914. München: Kösel 1947, S. 201–202: Als ich ihm das Sammelheft unseres Kreises zeigte, richtete er seine durchbohrenden klugen Augen auf mich und bemerkte mit seinem bezaubernden Lächeln sarkastisch: „Sie haben Ihr Heftchen ‚Vom Messias‘ genannt, jetzt wollen Sie die Zeitschrift ‚Logos‘ betiteln. Passen Sie auf, Sie landen noch bei den Schwarzen.“ Windelband scherzte natürlich; in seinem Scherz lag aber doch eine gewisse Befürchtung, wir, seine Schüler, könnten dem Kantischen Kritizismus untreu werden und, uns selber unbewußt, am Ufer katholisierender Metaphysik landen. Will man es nicht als bloßen Zufall ansehen, daß von fünf Mitarbeitern unseres Schriftchens nur ein einziger dem Kritizismus treu geblieben ist, so muß man Windelband einen tiefen Scharfblick zuerkennen. Zum Kontext vgl. die weiteren sich auf das Vorhaben Logos und den Streit um Arnold Ruge innerhalb der Redaktion beziehenden Schreiben Windelbands, Rickerts und Paul Siebecks vom Frühjahr 1910; sowie Harald Homann: Die „Philosophie der Kultur“. Zum Programm des ‚Logos‘. In: E. W. Orth/H. Holzhey (Hg.): Neukantianismus. Perspektiven und Probleme. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, S. 88–112; Rüdiger Kramme: Philosophische Kultur als Programm. Die Konstituierungsphase des LOGOS. In: H. Treiber, K. Sauerland (Hg.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Opladen: Westdeutscher Vlg. 1995, S. 119–149; ders.: LOGOS 1933/34. Das Ende der „Internationalen Zeitschrift für Philosophie der Kultur“. In: Rechtstheorie 27 (1996), S. 92–116; ders.: „Kulturphilosophie“ und „Internationalität“ des „Logos“ im Spiegel seiner Selbstbeschreibungen. In: G. Hübinger, R. v. Bruch, F. W. Graf (Hg.): Kultur und Kulturwissenschaften um 1900 Bd. 2. Idealismus und Positivismus. Stuttgart: Steiner 1997, S. 122–134.&#xD;&#xA;">Steppuhn</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Steppuhn … Bedenken ] vgl. Windelband an Rickert vom 16.11.1909. Der Freundeskreis um Richard Kroner, in dem auch die Konzeption einer Zeitschrift mit dem Titel Logos zum ersten Mal diskutiert wurde, bestehend aus Nicolai von Bubnoff, Georg Mehlis, Sergius Hessen und Fedor Stepun hatte 1909 erscheinen lassen: Vom Messias. Kulturphilosophische Essays. Leipzig: Engelmann 1909. Windelbands Reaktion auf die religiöse Konnotation war zumindest ambivalent, vgl. Fedor Stepun: Vergangenes und Unvergängliches. Aus meinem Leben. Erster Teil 1884–1914. München: Kösel 1947, S. 201–202: Als ich ihm das Sammelheft unseres Kreises zeigte, richtete er seine durchbohrenden klugen Augen auf mich und bemerkte mit seinem bezaubernden Lächeln sarkastisch: „Sie haben Ihr Heftchen ‚Vom Messias‘ genannt, jetzt wollen Sie die Zeitschrift ‚Logos‘ betiteln. Passen Sie auf, Sie landen noch bei den Schwarzen.“ Windelband scherzte natürlich; in seinem Scherz lag aber doch eine gewisse Befürchtung, wir, seine Schüler, könnten dem Kantischen Kritizismus untreu werden und, uns selber unbewußt, am Ufer katholisierender Metaphysik landen. Will man es nicht als bloßen Zufall ansehen, daß von fünf Mitarbeitern unseres Schriftchens nur ein einziger dem Kritizismus treu geblieben ist, so muß man Windelband einen tiefen Scharfblick zuerkennen. Zum Kontext vgl. die weiteren sich auf das Vorhaben Logos und den Streit um Arnold Ruge innerhalb der Redaktion beziehenden Schreiben Windelbands, Rickerts und Paul Siebecks vom Frühjahr 1910; sowie Harald Homann: Die „Philosophie der Kultur“. Zum Programm des ‚Logos‘. In: E. W. Orth/H. Holzhey (Hg.): Neukantianismus. Perspektiven und Probleme. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, S. 88–112; Rüdiger Kramme: Philosophische Kultur als Programm. Die Konstituierungsphase des LOGOS. In: H. Treiber, K. Sauerland (Hg.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Opladen: Westdeutscher Vlg. 1995, S. 119–149; ders.: LOGOS 1933/34. Das Ende der „Internationalen Zeitschrift für Philosophie der Kultur“. In: Rechtstheorie 27 (1996), S. 92–116; ders.: „Kulturphilosophie“ und „Internationalität“ des „Logos“ im Spiegel seiner Selbstbeschreibungen. In: G. Hübinger, R. v. Bruch, F. W. Graf (Hg.): Kultur und Kulturwissenschaften um 1900 Bd. 2. Idealismus und Positivismus. Stuttgart: Steiner 1997, S. 122–134.&#xD;&#xA;">, der mich gestern besuchte, sollte Ihnen diese meine Zeitnöte und auch meine Stellung zu dem „Logos“ berichten, dem ich grosses, für später auch tätiges Interesse zuwenden will, wenn ich auch zwei nicht leichte Bedenken</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Steppuhn … Bedenken ] vgl. Windelband an Rickert vom 16.11.1909. Der Freundeskreis um Richard Kroner, in dem auch die Konzeption einer Zeitschrift mit dem Titel Logos zum ersten Mal diskutiert wurde, bestehend aus Nicolai von Bubnoff, Georg Mehlis, Sergius Hessen und Fedor Stepun hatte 1909 erscheinen lassen: Vom Messias. Kulturphilosophische Essays. Leipzig: Engelmann 1909. Windelbands Reaktion auf die religiöse Konnotation war zumindest ambivalent, vgl. Fedor Stepun: Vergangenes und Unvergängliches. Aus meinem Leben. Erster Teil 1884–1914. München: Kösel 1947, S. 201–202: Als ich ihm das Sammelheft unseres Kreises zeigte, richtete er seine durchbohrenden klugen Augen auf mich und bemerkte mit seinem bezaubernden Lächeln sarkastisch: „Sie haben Ihr Heftchen ‚Vom Messias‘ genannt, jetzt wollen Sie die Zeitschrift ‚Logos‘ betiteln. Passen Sie auf, Sie landen noch bei den Schwarzen.“ Windelband scherzte natürlich; in seinem Scherz lag aber doch eine gewisse Befürchtung, wir, seine Schüler, könnten dem Kantischen Kritizismus untreu werden und, uns selber unbewußt, am Ufer katholisierender Metaphysik landen. Will man es nicht als bloßen Zufall ansehen, daß von fünf Mitarbeitern unseres Schriftchens nur ein einziger dem Kritizismus treu geblieben ist, so muß man Windelband einen tiefen Scharfblick zuerkennen. Zum Kontext vgl. die weiteren sich auf das Vorhaben Logos und den Streit um Arnold Ruge innerhalb der Redaktion beziehenden Schreiben Windelbands, Rickerts und Paul Siebecks vom Frühjahr 1910; sowie Harald Homann: Die „Philosophie der Kultur“. Zum Programm des ‚Logos‘. In: E. W. Orth/H. Holzhey (Hg.): Neukantianismus. Perspektiven und Probleme. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, S. 88–112; Rüdiger Kramme: Philosophische Kultur als Programm. Die Konstituierungsphase des LOGOS. In: H. Treiber, K. Sauerland (Hg.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Opladen: Westdeutscher Vlg. 1995, S. 119–149; ders.: LOGOS 1933/34. Das Ende der „Internationalen Zeitschrift für Philosophie der Kultur“. In: Rechtstheorie 27 (1996), S. 92–116; ders.: „Kulturphilosophie“ und „Internationalität“ des „Logos“ im Spiegel seiner Selbstbeschreibungen. In: G. Hübinger, R. v. Bruch, F. W. Graf (Hg.): Kultur und Kulturwissenschaften um 1900 Bd. 2. Idealismus und Positivismus. Stuttgart: Steiner 1997, S. 122–134.">[4]</a>, die er Ihnen berichten will, ein sachliches und ein persönliches, dabei zu überwinden habe. Für heute kann ich leider nicht näher darauf eingehen, weil ich noch sehr viel zu tun habe.</p><p class="ED-p">Nur einen Punkt möchte ich kurz berühren: ich deute den Wunsch nach Besitz meines „Büchleins“, den Sie sehr berechtigt aussprechen, auf die <span class="ED-pb">|</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Frankfurter Vorlesungen ] vgl. Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.&#xD;&#xA;">Frankfurter Vorlesungen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Frankfurter Vorlesungen ] vgl. Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.">[5]</a> über Phil<span class="ED-add">[osophie]</span> d<span class="ED-add">[es]</span> 19. Jahrh<span class="ED-add">[underts]</span>. Diese aber habe ich Ihnen ganz bestimmt geschickt, entweder, wie ich glaube, durch <span class="ED-name">Siebeck</span> oder direct von hier. Jedenfalls stehen Sie als Adressat auf meiner <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Liste der Empfänger ] in Windelbands Liste an Paul Siebeck vom 30.3.1909 (siehe dort) ist Rickerts Name nicht aufgeführt.&#xD;&#xA;">Liste der Empfänger</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Liste der Empfänger ] in Windelbands Liste an Paul Siebeck vom 30.3.1909 (siehe dort) ist Rickerts Name nicht aufgeführt.">[6]</a>. Sollte das Ding nicht in Ihre Hände gelangt sein? Da müsste irgendein Missgeschick passiert sein. Wenn es so ist, bitte ich dringend, es mir zu schreiben; ich hole es dann nach. Denn Einiges darin wird Ihnen vielleicht nicht ganz alltäglich vorkommen, so populär das Ganze gehalten ist. Es fällt mir jetzt auf, dass <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Ihr vorletzter Brief ] nicht überliefert&#xD;&#xA;">Ihr vorletzter Brief</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Ihr vorletzter Brief ] nicht überliefert">[7]</a>, den ich darauf nachsehe, von dem Büchlein nichts erwähnt.</p><p class="ED-p">Dagegen wird der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Separatabdruck ] von Windelband: Die neuere Philosophie. In: Allgemeine Geschichte der Philosophie. Leipzig: Teubner 1909 (Die Kultur der Gegenwart, ihre Entwicklung und ihre Ziele. Hg. v. P. Hinneberg. Teil I, Abt. 5, Bd. 7), S. 382–541.&#xD;&#xA;">Separatabdruck</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Separatabdruck ] von Windelband: Die neuere Philosophie. In: Allgemeine Geschichte der Philosophie. Leipzig: Teubner 1909 (Die Kultur der Gegenwart, ihre Entwicklung und ihre Ziele. Hg. v. P. Hinneberg. Teil I, Abt. 5, Bd. 7), S. 382–541.">[8]</a> aus der Kult<span class="ED-add">[ur]</span> d<span class="ED-add">[er]</span> Gegenw<span class="ED-add">[art]</span>, den ich in den letzten Tage an Sie expedierte, für Sie nicht viel andres enthalten als etwa das Interesse daran, <span class="ED-pb">|</span> wie ich mich mit der wenig angenehmen Lage abgefunden habe, mich selbst abzuschreiben.</p><p class="ED-p">Doch nun für heut genug. Dass Sie nicht <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="zum Samstag ] den 3.7.1909, Tag der Eröffnungssitzung der Akademie um 10:00 Uhr in der Aula der Universität, vgl. den Bericht in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Stiftung Heinrich Lanz. Jahresheft Juni 1909 bis Juni 1910. Heidelberg: C. Winter 1910, S. IX–XXIX.&#xD;&#xA;">zum Samstag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="zum Samstag ] den 3.7.1909, Tag der Eröffnungssitzung der Akademie um 10:00 Uhr in der Aula der Universität, vgl. den Bericht in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Stiftung Heinrich Lanz. Jahresheft Juni 1909 bis Juni 1910. Heidelberg: C. Winter 1910, S. IX–XXIX.">[9]</a> kommen, begreife ich vollkommen, so herzlich leid es mir tut.</p><p class="ED-p">Mit den besten Grüssen von Haus zu Haus getreulich der Ihrige</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Herrn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Hrn.</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre Briefe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Zustimmung zu unsrer Akademie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Rickert gehörte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften als ausserordentliches (= auswärtiges) Mitglied an.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre Abhandlung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 15.5.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Steppuhn … Bedenken</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 16.11.1909. Der Freundeskreis um <span class="ED-name">Richard Kroner</span>, in dem auch die Konzeption einer Zeitschrift mit dem Titel Logos zum ersten Mal diskutiert wurde, bestehend aus <span class="ED-name">Nicolai von Bubnoff</span>, <span class="ED-name">Georg Mehlis</span>, <span class="ED-name">Sergius Hessen</span> und <span class="ED-name">Fedor Stepun</span> hatte 1909 erscheinen lassen: Vom Messias. Kulturphilosophische Essays. Leipzig: Engelmann 1909. Windelbands Reaktion auf die religiöse Konnotation war zumindest ambivalent, <abbr class="ED-abbr">vgl</abbr>. Fedor Stepun: Vergangenes und Unvergängliches. Aus meinem Leben. Erster Teil 1884–1914. München: Kösel 1947, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 201–202: <span class="ED-rdg">Als ich ihm das Sammelheft unseres Kreises zeigte, richtete er seine durchbohrenden klugen Augen auf mich und bemerkte mit seinem bezaubernden Lächeln sarkastisch: „Sie haben Ihr Heftchen ‚Vom Messias‘ genannt, jetzt wollen Sie die Zeitschrift ‚Logos‘ betiteln. Passen Sie auf, Sie landen noch bei den Schwarzen.“ Windelband scherzte natürlich; in seinem Scherz lag aber doch eine gewisse Befürchtung, wir, seine Schüler, könnten dem Kantischen Kritizismus untreu werden und, uns selber unbewußt, am Ufer katholisierender Metaphysik landen. Will man es nicht als bloßen Zufall ansehen, daß von fünf Mitarbeitern unseres Schriftchens nur ein einziger dem Kritizismus treu geblieben ist, so muß man Windelband einen tiefen Scharfblick zuerkennen.</span> Zum Kontext <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die weiteren sich auf das Vorhaben Logos und den Streit um <span class="ED-name">Arnold Ruge</span> innerhalb der Redaktion beziehenden Schreiben Windelbands, Rickerts und Paul Siebecks vom Frühjahr 1910; sowie Harald Homann: Die „Philosophie der Kultur“. Zum Programm des ‚Logos‘. In: E. W. Orth/H. Holzhey (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Neukantianismus. Perspektiven und Probleme. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 88–112; Rüdiger Kramme: Philosophische Kultur als Programm. Die Konstituierungsphase des LOGOS. In: H. Treiber, K. Sauerland (<abbr class="ED-abbr">Hg</abbr>.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Opladen: Westdeutscher <abbr title="Verlag" class="ED-abbr">Vlg.</abbr> 1995, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 119–149; <abbr class="ED-abbr">ders</abbr>.: LOGOS 1933/34. Das Ende der „Internationalen Zeitschrift für Philosophie der Kultur“. In: Rechtstheorie 27 (1996), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 92–116; <abbr class="ED-abbr">ders</abbr>.: „Kulturphilosophie“ und „Internationalität“ des „Logos“ im Spiegel seiner Selbstbeschreibungen. In: G. Hübinger, R. v. Bruch, F. W. Graf (<abbr class="ED-abbr">Hg</abbr>.): Kultur und Kulturwissenschaften um 1900 <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2. Idealismus und Positivismus. Stuttgart: Steiner 1997, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 122–134.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Frankfurter Vorlesungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband: Die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts. Fünf Vorlesungen. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1909.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Liste der Empfänger</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in Windelbands Liste an <span class="ED-name">Paul Siebeck</span> vom 30.3.1909  (siehe dort) ist Rickerts Name nicht aufgeführt.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihr vorletzter Brief</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Separatabdruck</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von Windelband: Die neuere Philosophie. In: Allgemeine Geschichte der Philosophie. Leipzig: Teubner 1909 (Die Kultur der Gegenwart, ihre Entwicklung und ihre Ziele. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> P. Hinneberg. Teil I, <abbr title="Abteilung" class="ED-abbr">Abt.</abbr> 5, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 7), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 382–541.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zum Samstag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>den 3.7.1909, Tag der Eröffnungssitzung der Akademie um 10:00 Uhr in der Aula der Universität, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Bericht in: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Stiftung Heinrich Lanz. Jahresheft Juni 1909 bis Juni 1910. Heidelberg: C. Winter 1910, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> IX–XXIX.</div></div></body></html>