<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Heinrich Rickert, Heidelberg, 22.2.1908, 4 S., hs. (lat. Schrift), Wasserzeichen R. DIEFFENBACHER (geteilter Bogen), UB Heidelberg, http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_55</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000501-8"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Windelband</span> an <span class="ED-persName-received">Heinrich Rickert</span>, <span class="ED-location-sent">Heidelberg</span>, <span class="ED-date">22.2.1908</span>, <span class="ED-note">4 S., hs. (lat. Schrift), Wasserzeichen </span><span class="ED-rdg">R. DIEFFENBACHER</span><span class="ED-note"> (geteilter Bogen)</span>, <span class="ED-pubPlace">UB Heidelberg, </span><span class="ED-link"><a href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_55">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_55</a></span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg, 22.2.08</p><p class="ED-salute">Verehrter Freund und Kollege,</p><p class="ED-p">Endlich ist es soweit, dass ich annehmen darf, unser <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Fakultätsvorschlag ] zur Nachfolge Kuno Fischers bzw. zur Bsetzung des 2. Heidelberger philosophischen Ordinariats vom 1.2.1908, abgedruckt in Bd. 24 der Georg-Simmel-Gesamtausgabe, S. 277–280. Inhaltlich entsprechend der von Windelband im vorliegenden Schreiben gelieferten Skizze.&#xD;&#xA;">Fakultätsvorschlag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Fakultätsvorschlag ] zur Nachfolge Kuno Fischers bzw. zur Bsetzung des 2. Heidelberger philosophischen Ordinariats vom 1.2.1908, abgedruckt in Bd. 24 der Georg-Simmel-Gesamtausgabe, S. 277–280. Inhaltlich entsprechend der von Windelband im vorliegenden Schreiben gelieferten Skizze.">[1]</a> ist, nachdem er den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„Engeren“ ] den Engeren Senat (höchstes akademisches Gremium der Universität Heidelberg).&#xD;&#xA;">„Engeren“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="„Engeren“ ] den Engeren Senat (höchstes akademisches Gremium der Universität Heidelberg).">[2]</a> passiert hat, heute nach Karlsruhe abgegangen. ich wollte, Ihrem eignen Wunsche gemäss, Ihnen nicht eher schreiben, als bis hier die Angelegenheit in feste Bahnen gekommen war.</p><p class="ED-p">Der principielle Standpunkt unsres Vorschlags ist der, dass eine Doppelbesetzung der Philosophie nur dann erwünscht ist, wenn einerseits die beiden Vertreter nicht so weit auseinanderstehen, dass die einheitliche Wucht der didaktischen Wirkung zersplittert und gestört ist, und wenn andrerseits ein Mass von Eigenart und Selbständigkeit auf beiden Seiten vorhanden ist, dass eine fruchtbare Ergänzung und Wechselwirkung zu erwarten ist. Unter <span class="ED-pb">|</span> dieser Voraussetzung haben wir in erster Linie Sie vorgeschlagen und ausdrücklich mit aller Energie betont, dass dies die Kombination sei, die für die Philosophie weitaus die wertvollste, ja eigentlich die allein wertvolle sein würde.</p><p class="ED-p">Für den Fall, dass wir Sie nicht bekommen, haben wir dann in zweiter Linie <span class="ED-name">Simmel</span> vorgeschlagen, in dem Sinne, dass bei ihm keine allzu gegensätzliche Wirksamkeit neben der meinigen zu befürchten sei, dass dagegen seine ausgesprochene und in der Gesellschaftsphilosophie führende Persönlichkeit auch einen Gewinn <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="für ] für’s&#xD;&#xA;">für</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="für ] für’s">[a]</a> die Universität darstellen und neben <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Gothein ] Eberhard Gothein (1853–1923), Kulturhistoriker, Nationalökonom, 1884 Prof. für Nationalökonomie an der Technischen Hochschule Karlsruhe, 1890 in Bonn, 1905 in Heidelberg (NDB).&#xD;&#xA;">Gothein</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Gothein ] Eberhard Gothein (1853–1923), Kulturhistoriker, Nationalökonom, 1884 Prof. für Nationalökonomie an der Technischen Hochschule Karlsruhe, 1890 in Bonn, 1905 in Heidelberg (NDB).">[3]</a> und <span class="ED-name">Jellinek</span> eine Vollständigkeit erstgradiger Vertretung der gesellschafts<span class="ED-pb">|</span>wissenschaftlichen Disciplinen darstellen würde, die eine nirgends annähernd vergleichbare Konstellation bedeutete.</p><p class="ED-p">Wenn keiner von Ihnen beiden zu haben ist, so zieht es die Fakultät vor, die Professur zunächst unbesetzt zu lassen und behält sich für den geeigneten Zeitpunkt weitere Anträge vor.</p><p class="ED-p">Diese Vorschläge entsprechen, meiner lange erwogenen und nicht leicht abgeschlossenen Ueberzeugung nach, durchaus, aber auch allein der Sachlage. Ob nun die Karlsruher Regierung sich entschliessen wird, den Freiburgern es diesmal anzutun, dass Sie Ihnen die Möglichkeit einer freien Entscheidung gewährt, – das weiss ich nicht. Gross ist meine Hoffnung nicht. Was wir <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="bei Meineke erlebt ] vgl. Windelband an Friedrich Meinecke vom 16.6.1907&#xD;&#xA;">bei Meineke erlebt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="bei Meineke erlebt ] vgl. Windelband an Friedrich Meinecke vom 16.6.1907">[4]</a> <span class="ED-pb">|</span> haben, bleibt ja <abbr class="ED-abbr">z. T.</abbr> in principieller Hinsicht bestehen, wenn auch in einigen Nebenbeziehungen die jetzige Lage etwas günstiger für uns ist. Was ich denke und so kräftig wie möglich vertrete, wissen Sie: es wäre mir für mich sehr viel lieber, und ich halte es tatsächlich für viel richtiger, wenn wir Sie bekämen. Aber wir müssen abwarten; bisher habe ich immer nur zu hören bekommen, was ein Staat wie Preussen sich leisten könne und müsse, seine Universitäten sich einander Konkurrenz machen zu lassen, das dürfe ein Staat wie Baden mit seinen zwei Universitäten <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="nicht nachmachen ] vgl. Windelband an Rickert vom 6.11.1906&#xD;&#xA;">nicht nachmachen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="nicht nachmachen ] vgl. Windelband an Rickert vom 6.11.1906">[5]</a>. Jedenfalls habe ich getan, was möglich war, um meinen Lieblingswunsch zu erfüllen. Und was auch werde, ich hoffe Sie bleiben der herzlich treuen Gesinnung sicher, mit der ich bin wie stets der Ihrige</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">für</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">für’s</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Fakultätsvorschlag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>zur Nachfolge <span class="ED-name">Kuno Fischer</span>s <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> zur Bsetzung des 2. Heidelberger philosophischen Ordinariats vom 1.2.1908, abgedruckt in <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 24 der Georg-Simmel-Gesamtausgabe, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 277–280. Inhaltlich entsprechend der von Windelband im vorliegenden Schreiben gelieferten Skizze.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Engeren“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>den Engeren Senat (höchstes akademisches Gremium der Universität Heidelberg).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Gothein</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Eberhard Gothein</span> (1853–1923), Kulturhistoriker, Nationalökonom, 1884 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> für Nationalökonomie an der Technischen Hochschule Karlsruhe, 1890 in Bonn, 1905 in Heidelberg (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">bei Meineke erlebt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Friedrich Meinecke</span> vom 16.6.1907</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nicht nachmachen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 6.11.1906</div></div></body></html>