<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Harry Bresslau, Heidelberg, 7.3.1905, 3 S., hs. (lat. Schrift), Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Nachlass Bresslau</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000442-2"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Windelband</span> an <span class="ED-persName-received">Harry Bresslau</span>, <span class="ED-location-sent">Heidelberg</span>, <span class="ED-date">7.3.1905</span>, <span class="ED-note">3 S., hs. (lat. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Nachlass Bresslau</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg, 7.3.05</p><p class="ED-salute">Verehrter Freund,</p><p class="ED-p">Leider muss ich Ihnen auch mitteilen, dass aus unsrer <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Action wegen der Hochschulnachrichten ] die Hochschul-Nachrichten, München bzw. ihr Herausgeber Paul von Salvisberg kommentierten seit November 1904 (bis August/September 1905) die Maßregelung und Auflösung des Studentenausschusses der Technischen Hochschule Hannover, der sich nicht nur gegen katholische Verbindungen gewandt hatte, sondern sich auch durch Zustimmungsadressen an Studentenprotesten in Österreich beteiligt hatte. Die Affäre – eine Art akademischer Kulturkampf – zog Kreise, da sich weitere Studentenausschüsse, darunter der Heidelberger, mit dem Hannoverischen solidarisch erklärten. Die Hochschul-Nachrichten waren stets bestens berichtet. Im März 1905 wurden alle Studentenausschüsse in Preußen vom Ministerium genehmigungspflichtig und der akademischen Disziplin unterstellt. Salvisberg strich Heidelberg als Vorbild heraus und behauptete, daß in Süddeutschland die Studentenausschüsse erstens tatsächlich allgemeine seien, also korporierte, nicht-korporierte und freie Studentenschaften vereinigten, und zwar qua Immatrikulation, so daß solche Studentenausschüsse automatisch disziplinarisch den akademischen Behörden und den Unterrichtsverwaltungen unterstünden. Über die Aktion (in Freiburg u. Straßburg waren katholische Fakultäten gegründet worden), von der Windelband hier spricht, kann nur gemutmaßt werden, faktisch war dafür aber in der Presse nicht mehr der Ort, da sich in Berlin die Rektorenkonferenz zu dem Thema traf, die Angelegenheit also von höchster Stelle geregelt wurde. Ein Alleingang gegen die Hochschul-Nachrichten, die für den Ausschluß der akademischen Behörden aus dieser scheinbar rein innerstudentischen und von der akademischen Freiheit gedeckten Angelegenheit agitierte, verbot sich somit. Die Rektorenkonferenz tagte vom 16.–19.5.1905 mit dem Ergebnis, daß den akademischen Behörden die Pflicht überantwortet blieb, den akademischen Frieden zu wahren, insbesondere die konfessionellen Verbindungen und Vereine gegen jede Beeinträchtigung ihrer vollen Gleichberechtigung zu schützen, sowie auch die Ansprüche der nicht inkorporierten Studierenden zur gebührenden Geltung zu bringen, wie sie nicht zuletzt verfassungsmäßig garantiert waren (Hochschul-Nachrichten, Heft 176 von Mai 1905, S. 213). Auf eine zentrale Regelung bzw. Verordnung über eine zwingende Einrichtung allgemeiner Studentenausschüsse als Vorläufer heutiger Studentenvertretungen wurde seitens des Ministeriums verzichtet.&#xD;&#xA;">Action wegen der Hochschulnachrichten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Action wegen der Hochschulnachrichten ] die Hochschul-Nachrichten, München bzw. ihr Herausgeber Paul von Salvisberg kommentierten seit November 1904 (bis August/September 1905) die Maßregelung und Auflösung des Studentenausschusses der Technischen Hochschule Hannover, der sich nicht nur gegen katholische Verbindungen gewandt hatte, sondern sich auch durch Zustimmungsadressen an Studentenprotesten in Österreich beteiligt hatte. Die Affäre – eine Art akademischer Kulturkampf – zog Kreise, da sich weitere Studentenausschüsse, darunter der Heidelberger, mit dem Hannoverischen solidarisch erklärten. Die Hochschul-Nachrichten waren stets bestens berichtet. Im März 1905 wurden alle Studentenausschüsse in Preußen vom Ministerium genehmigungspflichtig und der akademischen Disziplin unterstellt. Salvisberg strich Heidelberg als Vorbild heraus und behauptete, daß in Süddeutschland die Studentenausschüsse erstens tatsächlich allgemeine seien, also korporierte, nicht-korporierte und freie Studentenschaften vereinigten, und zwar qua Immatrikulation, so daß solche Studentenausschüsse automatisch disziplinarisch den akademischen Behörden und den Unterrichtsverwaltungen unterstünden. Über die Aktion (in Freiburg u. Straßburg waren katholische Fakultäten gegründet worden), von der Windelband hier spricht, kann nur gemutmaßt werden, faktisch war dafür aber in der Presse nicht mehr der Ort, da sich in Berlin die Rektorenkonferenz zu dem Thema traf, die Angelegenheit also von höchster Stelle geregelt wurde. Ein Alleingang gegen die Hochschul-Nachrichten, die für den Ausschluß der akademischen Behörden aus dieser scheinbar rein innerstudentischen und von der akademischen Freiheit gedeckten Angelegenheit agitierte, verbot sich somit. Die Rektorenkonferenz tagte vom 16.–19.5.1905 mit dem Ergebnis, daß den akademischen Behörden die Pflicht überantwortet blieb, den akademischen Frieden zu wahren, insbesondere die konfessionellen Verbindungen und Vereine gegen jede Beeinträchtigung ihrer vollen Gleichberechtigung zu schützen, sowie auch die Ansprüche der nicht inkorporierten Studierenden zur gebührenden Geltung zu bringen, wie sie nicht zuletzt verfassungsmäßig garantiert waren (Hochschul-Nachrichten, Heft 176 von Mai 1905, S. 213). Auf eine zentrale Regelung bzw. Verordnung über eine zwingende Einrichtung allgemeiner Studentenausschüsse als Vorläufer heutiger Studentenvertretungen wurde seitens des Ministeriums verzichtet.">[1]</a>, wie ich schon befürchete, nun definitiv nichts geworden ist: wir haben ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Rescript ] nicht ermittelt, zum möglichen Inhalt s. o.&#xD;&#xA;">Rescript</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Rescript ] nicht ermittelt, zum möglichen Inhalt s. o.">[2]</a> bekommen, dass die Regierung auf unsre Motion nicht eingehen könne, weil die Senate von Freiburg und Karlsruhe sich nicht in zustimmendem Sinne dazu geäussert haben!! Commentar überflüssig. Im Uebrigen sorgt <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Kurt von Terzenheim ] Spottname für Paul von Salvisberg (1855–1925, Verleger u. Schriftsteller, Kösener Corpsstudent, nach Studium in München u. Tübingen 1889 in München Begründer der Academischen Monatshefte, 1890 der Hochschul-Nachrichten mit eigenem Verlag (Academischer Verlag München), vgl. Wikipedia (25.5.2018)) nach dessen Veröffentlichung von 1886 bzw. 1896: Kosmopolitische Spaziergänge des Corpsburschen Kurt von Terzenheim. 1. Reihe (mehr nicht erschienen; Ankündigung im eigenen Verlag noch 1903 in: Hochschul-Nachrichten, z. B. Heft 155/156 von August/September 1903, S. 64).&#xD;&#xA;">Kurt von Terzenheim</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Kurt von Terzenheim ] Spottname für Paul von Salvisberg (1855–1925, Verleger u. Schriftsteller, Kösener Corpsstudent, nach Studium in München u. Tübingen 1889 in München Begründer der Academischen Monatshefte, 1890 der Hochschul-Nachrichten mit eigenem Verlag (Academischer Verlag München), vgl. Wikipedia (25.5.2018)) nach dessen Veröffentlichung von 1886 bzw. 1896: Kosmopolitische Spaziergänge des Corpsburschen Kurt von Terzenheim. 1. Reihe (mehr nicht erschienen; Ankündigung im eigenen Verlag noch 1903 in: Hochschul-Nachrichten, z. B. Heft 155/156 von August/September 1903, S. 64).">[3]</a> dafür, unser sachliches Recht in helleres Licht zu stellen: haben Sie in dem neusten Hefte die unglaubliche Frechheit gesehen, mit der das Reptil <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="gegen Brentano ] Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom, Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik, „Kathedersozialist“, seit 1891 an der Universität München (Leipziger Professorenkatalog), wurde wiederholt publizistisch angegriffen, so z. B. von Paul von Salvisberg in: Hochschul-Nachrichten, Heft 173 von Februar 1905, S. 134 in einer Notiz aus München: Die Allerweltspolitik von Prof. Brentano. Die „Allgem. Zeitung“ hat Herrn Geheimrat Brentano und noch andere Hochschullehrer wegen ihrer Beteiligung an den keineswegs erfolgreichen, von der Sozialdemokratie aber um so ausgiebiger fruktifizierten Demonstrationsversammlungen wegen des Bergarbeiterstreiks und des Wladimirsonntags scharf getadelt und ihnen vorgworfen, dass die Gelehrten besser daran täten, sich von solchen agitatorischen Kundgebungen fern zu halten. Salvisberg pflichtet in seinem Kommentar der Münchener Allgemeinen Zeitung bei, deren Urteil er ausführlich zitiert, daß Brentano seine Autorirät als Hochschullehrer für politische Agitation mißbrauche. Er fügt hinzu: Dieser wohlberechtigten Kritik folgte ein grosser Münchener Zeitungsstreit, und die Studenten glaubten ihrem Lehrer als Genugtuung eine Trampel- und oratorische Ovation im Lehrsaal zu schulden, die ebenfalls prompt inszeniert wurde. So weit verlief die Sache ganz normal. Weniger Geschmack fand man in weiteren Kreisen an der durchaus nicht voraussetzungslosen Art, mit der Geh. Rat Brentano in seiner wohl vorbereiteten Dankesrede die Politik wieder einmal mit dem Hörsaal verquickte.&#xD;&#xA;">gegen</span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="gegen Brentano ] Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom, Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik, „Kathedersozialist“, seit 1891 an der Universität München (Leipziger Professorenkatalog), wurde wiederholt publizistisch angegriffen, so z. B. von Paul von Salvisberg in: Hochschul-Nachrichten, Heft 173 von Februar 1905, S. 134 in einer Notiz aus München: Die Allerweltspolitik von Prof. Brentano. Die „Allgem. Zeitung“ hat Herrn Geheimrat Brentano und noch andere Hochschullehrer wegen ihrer Beteiligung an den keineswegs erfolgreichen, von der Sozialdemokratie aber um so ausgiebiger fruktifizierten Demonstrationsversammlungen wegen des Bergarbeiterstreiks und des Wladimirsonntags scharf getadelt und ihnen vorgworfen, dass die Gelehrten besser daran täten, sich von solchen agitatorischen Kundgebungen fern zu halten. Salvisberg pflichtet in seinem Kommentar der Münchener Allgemeinen Zeitung bei, deren Urteil er ausführlich zitiert, daß Brentano seine Autorirät als Hochschullehrer für politische Agitation mißbrauche. Er fügt hinzu: Dieser wohlberechtigten Kritik folgte ein grosser Münchener Zeitungsstreit, und die Studenten glaubten ihrem Lehrer als Genugtuung eine Trampel- und oratorische Ovation im Lehrsaal zu schulden, die ebenfalls prompt inszeniert wurde. So weit verlief die Sache ganz normal. Weniger Geschmack fand man in weiteren Kreisen an der durchaus nicht voraussetzungslosen Art, mit der Geh. Rat Brentano in seiner wohl vorbereiteten Dankesrede die Politik wieder einmal mit dem Hörsaal verquickte.&#xD;&#xA;"> Brentano</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="gegen Brentano ] Lujo Brentano (1844–1931), Nationalökonom, Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik, „Kathedersozialist“, seit 1891 an der Universität München (Leipziger Professorenkatalog), wurde wiederholt publizistisch angegriffen, so z. B. von Paul von Salvisberg in: Hochschul-Nachrichten, Heft 173 von Februar 1905, S. 134 in einer Notiz aus München: Die Allerweltspolitik von Prof. Brentano. Die „Allgem. Zeitung“ hat Herrn Geheimrat Brentano und noch andere Hochschullehrer wegen ihrer Beteiligung an den keineswegs erfolgreichen, von der Sozialdemokratie aber um so ausgiebiger fruktifizierten Demonstrationsversammlungen wegen des Bergarbeiterstreiks und des Wladimirsonntags scharf getadelt und ihnen vorgworfen, dass die Gelehrten besser daran täten, sich von solchen agitatorischen Kundgebungen fern zu halten. Salvisberg pflichtet in seinem Kommentar der Münchener Allgemeinen Zeitung bei, deren Urteil er ausführlich zitiert, daß Brentano seine Autorirät als Hochschullehrer für politische Agitation mißbrauche. Er fügt hinzu: Dieser wohlberechtigten Kritik folgte ein grosser Münchener Zeitungsstreit, und die Studenten glaubten ihrem Lehrer als Genugtuung eine Trampel- und oratorische Ovation im Lehrsaal zu schulden, die ebenfalls prompt inszeniert wurde. So weit verlief die Sache ganz normal. Weniger Geschmack fand man in weiteren Kreisen an der durchaus nicht voraussetzungslosen Art, mit der Geh. Rat Brentano in seiner wohl vorbereiteten Dankesrede die Politik wieder einmal mit dem Hörsaal verquickte.">[4]</a> vorgeht? Aber da hat er natür<span class="ED-pb">|</span>lich freie Bahn. – Lassen wir das, – <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="legen wir’s zu dem Uebrigen ] geflügeltes Wort nach Schillers Kabale und Liebe, gebucht bei Georg Büchmann.&#xD;&#xA;">legen wir’s zu dem Uebrigen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="legen wir’s zu dem Uebrigen ] geflügeltes Wort nach Schillers Kabale und Liebe, gebucht bei Georg Büchmann.">[5]</a>! –</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Neulich ] Treffen nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Neulich</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Neulich ] Treffen nicht ermittelt">[6]</a> war’s doch famos, und ich zehre noch von der Erinnerung. Grüssen Sie mir ja den Stammtisch recht gründlich!</p><p class="ED-p"><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Dehio’s Rede ] vgl. Georg Gottfried Dehio: Denkmalschutz und Denkmalpflege im neunzehnten Jahrhundert. Rede zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers gehalten in der Aula der Kaiser-Wilhelms-Universität am 27. Januar 1905. Strassburg: J. H. Ed.Heitz (Heitz &amp; Mündel) 1905. Diese Rede prägte den Begriff des Denkmalschutzes endgültig, indem sie unter dem Gebot: „konservieren, nicht restaurieren“ die rhetorische Frage stellte: Wäre nun aber nicht möglich, durch planmäßig und gesellschaftlich geübten Schutz den zerstörenden Mächten entgegenzutreten und damit die Daseinsdauer unseres Kunst- und Denkmälerschatzes um eine gute Frist wenigstens zu verlängern? (S. 7). Windelband setzte sich als Abgeordneter der Universität Heidelberg im Badischen Landtag für die denkmalpflegerische Behandlung (und damit gegen einen Wiederaufbau) der Heidelberger Schloßruine ein, vgl. dessen Debattenbeitrag in der Diskussion über die Herstellungsarbeiten am Heidelberger Schloß in: Verhandlungen der Ersten Kammer der Stände-Versammlung des Großherzogtums Baden in den Jahren 1905/1906. Protokollheft. Enthaltend die Protokolle der Ersten Kammer. Karlsruhe: Buchdruckerei Fidelitas 1906. 32./33. öffentliche Sitzung v. 19.7.1906, S. 784–788 u. S. 810 (Digitalisat: http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323804; http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323830). Vgl. die undatierte, während des Dekanats Albrecht Dieterichs 1905/06 erfolgte Eingabe des Engeren Senats der Universität Heidelberg an die 1. und 2. Kammer des Badischen Landtags über das Heidelberger Schloß, die sich für die Erhaltung der Ruine für die Nachwelt und gegen einen Ausbau bzw. Abriß und Wiederaufbau der Fassade des Ott-Heinrich-Baus ausspricht, mit der Minimalforderung einer genauen Vermessung der Fassade (UA Heidelberg, H-IV-102/137, Bl. 212–213). Vgl. dazu in den Heidelberger Fakultätsakten von 1902/03 eine Broschüre v. Theodor Alt: Die Heidelberger Schloß-Frage nach dem Ergebnis der dritten Sachverständigen-Konferenz. Mannheim: J. Bensheimer 1903. 32 S. (UA Heidelberg, H-IV-102/133-135, Bl. 525) sowie die Erklärung der Universität Heidelberg für Erhalt und gegen Restaurierung in: Heidelberger Zeitung, Nr. 162 vom 14.7.1904, Erstes Blatt, S. 2.&#xD;&#xA;">Dehio</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Dehio’s Rede ] vgl. Georg Gottfried Dehio: Denkmalschutz und Denkmalpflege im neunzehnten Jahrhundert. Rede zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers gehalten in der Aula der Kaiser-Wilhelms-Universität am 27. Januar 1905. Strassburg: J. H. Ed.Heitz (Heitz &amp; Mündel) 1905. Diese Rede prägte den Begriff des Denkmalschutzes endgültig, indem sie unter dem Gebot: „konservieren, nicht restaurieren“ die rhetorische Frage stellte: Wäre nun aber nicht möglich, durch planmäßig und gesellschaftlich geübten Schutz den zerstörenden Mächten entgegenzutreten und damit die Daseinsdauer unseres Kunst- und Denkmälerschatzes um eine gute Frist wenigstens zu verlängern? (S. 7). Windelband setzte sich als Abgeordneter der Universität Heidelberg im Badischen Landtag für die denkmalpflegerische Behandlung (und damit gegen einen Wiederaufbau) der Heidelberger Schloßruine ein, vgl. dessen Debattenbeitrag in der Diskussion über die Herstellungsarbeiten am Heidelberger Schloß in: Verhandlungen der Ersten Kammer der Stände-Versammlung des Großherzogtums Baden in den Jahren 1905/1906. Protokollheft. Enthaltend die Protokolle der Ersten Kammer. Karlsruhe: Buchdruckerei Fidelitas 1906. 32./33. öffentliche Sitzung v. 19.7.1906, S. 784–788 u. S. 810 (Digitalisat: http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323804; http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323830). Vgl. die undatierte, während des Dekanats Albrecht Dieterichs 1905/06 erfolgte Eingabe des Engeren Senats der Universität Heidelberg an die 1. und 2. Kammer des Badischen Landtags über das Heidelberger Schloß, die sich für die Erhaltung der Ruine für die Nachwelt und gegen einen Ausbau bzw. Abriß und Wiederaufbau der Fassade des Ott-Heinrich-Baus ausspricht, mit der Minimalforderung einer genauen Vermessung der Fassade (UA Heidelberg, H-IV-102/137, Bl. 212–213). Vgl. dazu in den Heidelberger Fakultätsakten von 1902/03 eine Broschüre v. Theodor Alt: Die Heidelberger Schloß-Frage nach dem Ergebnis der dritten Sachverständigen-Konferenz. Mannheim: J. Bensheimer 1903. 32 S. (UA Heidelberg, H-IV-102/133-135, Bl. 525) sowie die Erklärung der Universität Heidelberg für Erhalt und gegen Restaurierung in: Heidelberger Zeitung, Nr. 162 vom 14.7.1904, Erstes Blatt, S. 2.&#xD;&#xA;">’s Rede</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Dehio’s Rede ] vgl. Georg Gottfried Dehio: Denkmalschutz und Denkmalpflege im neunzehnten Jahrhundert. Rede zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers gehalten in der Aula der Kaiser-Wilhelms-Universität am 27. Januar 1905. Strassburg: J. H. Ed.Heitz (Heitz &amp; Mündel) 1905. Diese Rede prägte den Begriff des Denkmalschutzes endgültig, indem sie unter dem Gebot: „konservieren, nicht restaurieren“ die rhetorische Frage stellte: Wäre nun aber nicht möglich, durch planmäßig und gesellschaftlich geübten Schutz den zerstörenden Mächten entgegenzutreten und damit die Daseinsdauer unseres Kunst- und Denkmälerschatzes um eine gute Frist wenigstens zu verlängern? (S. 7). Windelband setzte sich als Abgeordneter der Universität Heidelberg im Badischen Landtag für die denkmalpflegerische Behandlung (und damit gegen einen Wiederaufbau) der Heidelberger Schloßruine ein, vgl. dessen Debattenbeitrag in der Diskussion über die Herstellungsarbeiten am Heidelberger Schloß in: Verhandlungen der Ersten Kammer der Stände-Versammlung des Großherzogtums Baden in den Jahren 1905/1906. Protokollheft. Enthaltend die Protokolle der Ersten Kammer. Karlsruhe: Buchdruckerei Fidelitas 1906. 32./33. öffentliche Sitzung v. 19.7.1906, S. 784–788 u. S. 810 (Digitalisat: http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323804; http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323830). Vgl. die undatierte, während des Dekanats Albrecht Dieterichs 1905/06 erfolgte Eingabe des Engeren Senats der Universität Heidelberg an die 1. und 2. Kammer des Badischen Landtags über das Heidelberger Schloß, die sich für die Erhaltung der Ruine für die Nachwelt und gegen einen Ausbau bzw. Abriß und Wiederaufbau der Fassade des Ott-Heinrich-Baus ausspricht, mit der Minimalforderung einer genauen Vermessung der Fassade (UA Heidelberg, H-IV-102/137, Bl. 212–213). Vgl. dazu in den Heidelberger Fakultätsakten von 1902/03 eine Broschüre v. Theodor Alt: Die Heidelberger Schloß-Frage nach dem Ergebnis der dritten Sachverständigen-Konferenz. Mannheim: J. Bensheimer 1903. 32 S. (UA Heidelberg, H-IV-102/133-135, Bl. 525) sowie die Erklärung der Universität Heidelberg für Erhalt und gegen Restaurierung in: Heidelberger Zeitung, Nr. 162 vom 14.7.1904, Erstes Blatt, S. 2.">[7]</a> habe ich inzwischen mit grösster Freude gelesen; ich wünschte ihr zu wirken, wo es nötig ist.</p><p class="ED-p">Die junge <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Goettefamilie ] die Tochter Meta Windelband (*18.2.1877 in Freiburg/Breisgau, †11.2.1949 in Stuttgart), mit Mann Arthur Goette (*15.2.1874 in Straßburg, †3.11.1925 in Berlin), und Tochter Gertrud (*25.12.1902 in Berlin, †1970 USA); www.geni.com (11.5.2016).&#xD;&#xA;">Goette</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Goettefamilie ] die Tochter Meta Windelband (*18.2.1877 in Freiburg/Breisgau, †11.2.1949 in Stuttgart), mit Mann Arthur Goette (*15.2.1874 in Straßburg, †3.11.1925 in Berlin), und Tochter Gertrud (*25.12.1902 in Berlin, †1970 USA); www.geni.com (11.5.2016).&#xD;&#xA;">familie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Goettefamilie ] die Tochter Meta Windelband (*18.2.1877 in Freiburg/Breisgau, †11.2.1949 in Stuttgart), mit Mann Arthur Goette (*15.2.1874 in Straßburg, †3.11.1925 in Berlin), und Tochter Gertrud (*25.12.1902 in Berlin, †1970 USA); www.geni.com (11.5.2016).">[8]</a> hat uns schon kurz vor Mitte Februar verlassen, meines Erachtens zu früh. Denn obwohl mein Schwiegersohn schon sehr grosse <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Fortschritte ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 30.12.1904&#xD;&#xA;">Fortschritte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Fortschritte ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 30.12.1904">[9]</a> gemacht hatte, so hätte ich ihm doch entschieden noch länger das Ausspannen gewünscht, das ihm bei uns so gut bekam. Aber es <span class="ED-pb">|</span> duldete ihn nicht länger. Immerhin ist es erfreulich, dass <span class="ED-name">Meta</span> schreibt, er finde sich auch mit seinen Nerven ganz gut in die Tätigkeit zurück.</p><p class="ED-p">Unser <span class="ED-name">Wolfgang</span> bleibt noch bis Mitte März in Berlin: „die Exmatrikel ist so schwer zu bekommen.“! Was er im <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Sommer anfängt ] zu Wolfgang Windelbands Studienverlauf vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 30.12.1903.&#xD;&#xA;">Sommer anfängt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Sommer anfängt ] zu Wolfgang Windelbands Studienverlauf vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 30.12.1903.">[10]</a>, ist noch unentschieden; es scheint mir, dass er erst zum Winter nach Strassburg kommt.</p><p class="ED-p">Im Uebrigen wünsche ich Ihnen viel Freude an der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="„akademischen Freiheit“ ] Anspielung auf obiges sowie auf den Kern der Universitätsverfassungen, vgl. Johann Gottlieb Fichte: Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten, 1793.&#xD;&#xA;">„akademischen Freiheit“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="„akademischen Freiheit“ ] Anspielung auf obiges sowie auf den Kern der Universitätsverfassungen, vgl. Johann Gottlieb Fichte: Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten, 1793.">[11]</a>, die Ihnen diese Ferien mit dem Ablauf des glücklich geführten Rektorats bringen mögen!</p><p class="ED-p">Mit treuem Gruß von Haus zu Haus wie immer Ihr</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="W Windelband ] auf der Rückseite der S. nicht zugehörige Bleistift-Notizen von anderer Hand&#xD;&#xA;">W Windelband</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="W Windelband ] auf der Rückseite der S. nicht zugehörige Bleistift-Notizen von anderer Hand">[12]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Action wegen der Hochschulnachrichten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Hochschul-Nachrichten, München <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> ihr Herausgeber <span class="ED-name">Paul von Salvisberg</span> kommentierten seit November 1904 (bis August/September 1905) die Maßregelung und Auflösung des Studentenausschusses der Technischen Hochschule Hannover, der sich nicht nur gegen katholische Verbindungen gewandt hatte, sondern sich auch durch Zustimmungsadressen an Studentenprotesten in Österreich beteiligt hatte. Die Affäre – eine Art akademischer Kulturkampf – zog Kreise, da sich weitere Studentenausschüsse, darunter der Heidelberger, mit dem Hannoverischen solidarisch erklärten. Die Hochschul-Nachrichten waren stets bestens berichtet. Im März 1905 wurden alle Studentenausschüsse in Preußen vom Ministerium genehmigungspflichtig und der akademischen Disziplin unterstellt. Salvisberg strich Heidelberg als Vorbild heraus und behauptete, daß in Süddeutschland die Studentenausschüsse erstens tatsächlich allgemeine seien, also korporierte, nicht-korporierte und freie Studentenschaften vereinigten, und zwar qua Immatrikulation, so daß solche Studentenausschüsse automatisch disziplinarisch den akademischen Behörden und den Unterrichtsverwaltungen unterstünden. Über die Aktion (in Freiburg <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Straßburg waren katholische Fakultäten gegründet worden), von der Windelband hier spricht, kann nur gemutmaßt werden, faktisch war dafür aber in der Presse nicht mehr der Ort, da sich in Berlin die Rektorenkonferenz zu dem Thema traf, die Angelegenheit also von höchster Stelle geregelt wurde. Ein Alleingang gegen die Hochschul-Nachrichten, die für den Ausschluß der akademischen Behörden aus dieser scheinbar rein innerstudentischen und von der <span class="ED-rdg">akademischen Freiheit</span> gedeckten Angelegenheit agitierte, verbot sich somit. Die Rektorenkonferenz tagte vom 16.–19.5.1905 mit dem Ergebnis, daß den akademischen Behörden die Pflicht überantwortet blieb, den akademischen Frieden zu wahren, <span class="ED-rdg">insbesondere die konfessionellen Verbindungen und Vereine gegen jede Beeinträchtigung ihrer vollen Gleichberechtigung zu schützen, sowie auch die Ansprüche der nicht inkorporierten Studierenden zur gebührenden Geltung zu bringen</span>, wie sie nicht zuletzt verfassungsmäßig garantiert waren (Hochschul-Nachrichten, Heft 176 von Mai 1905, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 213). Auf eine zentrale Regelung <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> Verordnung über eine zwingende Einrichtung allgemeiner Studentenausschüsse als Vorläufer heutiger Studentenvertretungen wurde seitens des Ministeriums verzichtet.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Rescript</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt, zum möglichen Inhalt <abbr title="siehe oben" class="ED-abbr">s. o.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kurt von Terzenheim</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Spottname für <span class="ED-name">Paul von Salvisberg</span> (1855–1925, Verleger <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Schriftsteller, Kösener Corpsstudent, nach Studium in München <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Tübingen 1889 in München Begründer der Academischen Monatshefte, 1890 der Hochschul-Nachrichten mit eigenem Verlag (Academischer Verlag München), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Wikipedia (25.5.2018)) nach dessen Veröffentlichung von 1886 <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> 1896: Kosmopolitische Spaziergänge des Corpsburschen Kurt von Terzenheim. 1. Reihe (mehr nicht erschienen; Ankündigung im eigenen Verlag noch 1903 in: Hochschul-Nachrichten, <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Heft 155/156 von August/September 1903, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 64).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gegen<span class="ED-name"> Brentano</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Lujo Brentano</span> (1844–1931), Nationalökonom, Mitbegründer des Vereins für Socialpolitik, „Kathedersozialist“, seit 1891 an der Universität München (Leipziger Professorenkatalog), wurde wiederholt publizistisch angegriffen, so <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> von <span class="ED-name">Paul von Salvisberg</span> in: Hochschul-Nachrichten, Heft 173 von Februar 1905, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 134 in einer Notiz aus München: <span class="ED-rdg">Die Allerweltspolitik von Prof. Brentano. Die „Allgem. Zeitung“ hat Herrn Geheimrat Brentano und noch andere Hochschullehrer wegen ihrer Beteiligung an den keineswegs erfolgreichen, von der Sozialdemokratie aber um so ausgiebiger fruktifizierten Demonstrationsversammlungen wegen des Bergarbeiterstreiks und des Wladimirsonntags scharf getadelt und ihnen vorgworfen, dass die Gelehrten besser daran täten, sich von solchen agitatorischen Kundgebungen fern zu halten. </span>Salvisberg pflichtet in seinem Kommentar der Münchener Allgemeinen Zeitung bei, deren Urteil er ausführlich zitiert, daß Brentano seine Autorirät als Hochschullehrer für politische Agitation mißbrauche. Er fügt hinzu: <span class="ED-rdg">Dieser wohlberechtigten Kritik folgte ein grosser Münchener Zeitungsstreit, und die Studenten glaubten ihrem Lehrer als Genugtuung eine Trampel- und oratorische Ovation im Lehrsaal zu schulden, die ebenfalls prompt inszeniert wurde. So weit verlief die Sache ganz normal. Weniger Geschmack fand man in weiteren Kreisen an der durchaus nicht voraussetzungslosen Art, mit der Geh. Rat Brentano in seiner wohl vorbereiteten Dankesrede die Politik wieder einmal mit dem Hörsaal verquickte.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">legen wir’s zu dem Uebrigen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>geflügeltes Wort nach <span class="ED-name">Schiller</span>s Kabale und Liebe, gebucht bei Georg Büchmann.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Neulich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Treffen nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Dehio</span>’s Rede</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Georg Gottfried Dehio: Denkmalschutz und Denkmalpflege im neunzehnten Jahrhundert. Rede zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers gehalten in der Aula der Kaiser-Wilhelms-Universität am 27. Januar 1905. Strassburg: J. H. Ed.Heitz (Heitz &amp; Mündel) 1905. Diese Rede prägte den Begriff des Denkmalschutzes endgültig, indem sie unter dem <span class="ED-rdg">Gebot: „konservieren, nicht restaurieren“</span> die rhetorische Frage stellte: <span class="ED-rdg">Wäre nun aber nicht möglich, durch planmäßig und gesellschaftlich geübten Schutz den zerstörenden Mächten entgegenzutreten und damit die Daseinsdauer unseres Kunst- und Denkmälerschatzes um eine gute Frist wenigstens zu verlängern?</span> (<abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 7). Windelband setzte sich als Abgeordneter der Universität Heidelberg im Badischen Landtag für die denkmalpflegerische Behandlung (und damit gegen einen Wiederaufbau) der Heidelberger Schloßruine ein, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> dessen Debattenbeitrag in der Diskussion über die Herstellungsarbeiten am Heidelberger Schloß in: Verhandlungen der Ersten Kammer der Stände-Versammlung des Großherzogtums Baden in den Jahren 1905/1906. Protokollheft. Enthaltend die Protokolle der Ersten Kammer. Karlsruhe: Buchdruckerei Fidelitas 1906. 32./33. öffentliche Sitzung <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> 19.7.1906, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 784–788 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 810 (Digitalisat: <span class="ED-link"><a href="http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323804">http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323804</a></span>; <span class="ED-link"><a href="http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323830">http://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/pageview/323830</a></span>). <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> die undatierte, während des Dekanats <span class="ED-name">Albrecht Dieterichs</span> 1905/06 erfolgte Eingabe des Engeren Senats der Universität Heidelberg an die 1. und 2. Kammer des Badischen Landtags über das Heidelberger Schloß, die sich für die Erhaltung der Ruine für die Nachwelt und gegen einen Ausbau bzw. Abriß und Wiederaufbau der Fassade des Ott-Heinrich-Baus ausspricht, mit der Minimalforderung einer genauen Vermessung der Fassade (<abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Heidelberg, H-IV-102/137, <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 212–213). <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> dazu in den Heidelberger Fakultätsakten von 1902/03 eine Broschüre <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> Theodor Alt: Die Heidelberger Schloß-Frage nach dem Ergebnis der dritten Sachverständigen-Konferenz. Mannheim: J. Bensheimer 1903. 32 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> (<abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Heidelberg, H-IV-102/133-135, <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 525) sowie die Erklärung der Universität Heidelberg für Erhalt und gegen Restaurierung in: Heidelberger Zeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 162 vom 14.7.1904, Erstes Blatt, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 2.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Goette</span>familie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Tochter <span class="ED-name">Meta Windelband</span> (*18.2.1877 in Freiburg/Breisgau, †11.2.1949 in Stuttgart), mit Mann <span class="ED-name">Arthur Goette</span> (*15.2.1874 in Straßburg, †3.11.1925 in Berlin), und Tochter Gertrud (*25.12.1902 in Berlin, †1970 <abbr title="United States of America" class="ED-abbr">USA</abbr>); <span class="ED-link">www.geni.com</span> (11.5.2016).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Fortschritte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 30.12.1904</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Sommer anfängt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>zu <span class="ED-name">Wolfgang Windelband</span>s Studienverlauf <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 30.12.1903.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„akademischen Freiheit“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung auf obiges sowie auf den Kern der Universitätsverfassungen, vgl. Johann Gottlieb Fichte: Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten, 1793.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">W Windelband</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>auf der Rückseite der <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> nicht zugehörige Bleistift-Notizen von anderer Hand</div></div></body></html>