<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Harry Bresslau, Heidelberg, 9.5.1903, 4 S., hs. (dt. Schrift), Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Nachlass Bresslau</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000388-7"/><style type="text/css">
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(dt. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, Nachlass Bresslau</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Heidelberg Landfriedstr<span class="ED-add">[aße]</span> 14</p><p class="ED-dateline">9.5.03</p><p class="ED-salute">Lieber Freund,</p><p class="ED-p">Es hätte nicht Ihres und <span class="ED-name">Reitzenstein</span>s liebenswürdigen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Frühschoppengrußes ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Frühschoppengrußes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Frühschoppengrußes ] nicht ermittelt">[1]</a>, der mich sehr erfreut hat und für den ich herzlich danke, bedurft, um mir heute, wo ich nach den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="sauren Tagen des Semesteranfangs ] darunter die 7. Versammlung Deutscher Historiker zu Heidelberg vom 14.–18.4.1903 (Deutscher Historikertag) mit Windelband (Mitglied des Ortsauschusses) als Teilnehmer, vgl. den stenographisch aufgenommenenen Diskussionsbeitrag Windelbands zum Vortrag von Friedrich Gottl über die Grenzen der Geschichte vom 17.4.1903, nachmittags in: Bericht über die siebente Versammlung deutscher Historiker zu Heidelberg. 14. bis 18. April 1903. Erstattet von dem Bureau der Versammlung [Armin Tille]. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1903, S. 39–40: Als philosophischer Gast habe ich bei dem feinsinnigen Vortrage ebenso wie bei der daran geknüpften Diskussion [die von Karl Lamprecht dominiert wurde] mit großer Freude das lebhafte Interesse betätigt gefunden, welches die Historiker selbst den methodologischen Fragen zuwenden, die gegenwärtig für unsre allgemeinen erkenntnistheoretischen Probleme die bedeutsamsten sind. In der Tat ist uns für die letzten Entscheidungen der theoretischen Philosophie nichts so wichtig wie die Einsicht in den fundamentalen Unterschied naturwissenschaftlicher und historischer Begriffsbildung: wenn alles wissenschaftliche Denken eine Auswahl und Bearbeitung von Tatsachen der Erfahrung darstellt, so sind die leitenden Prinzipien dieser Auswahl und Verknüpfung für die geschichtliche Forschung stets Werte, im engeren Sinne die sog. Kulturwerte. Dieser Gesichtspunkt ist allein geeignet, das Historische von dem Naturwissenschaftlichen eindeutig abzugrenzen; er allein erlaubt auch, die verschiedenen Richtungen des historischen Interesses und der verschiedenen Disziplinen der allgemeinen Geschichtswissenschaft reinlich von einander zu sondern. Indem wir dies von der Beobachtung der wirklichen historischen Arbeit aus zu verstehen suchen, laufen wir keine Gefahr, mit solcher „Metahistorik“ [Zitat nach Gottl] der Geschichtsforschung ins Handwerk zu pfuschen oder gar ihr Vorschriften machen zu wollen. Ein weiterer Bericht in: Heidelberger Zeitung, Nr. 90 vom 18.4.1903, Erstes Blatt, S. 2.&#xD;&#xA;">sauren Tagen des Semesteranfangs</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="sauren Tagen des Semesteranfangs ] darunter die 7. Versammlung Deutscher Historiker zu Heidelberg vom 14.–18.4.1903 (Deutscher Historikertag) mit Windelband (Mitglied des Ortsauschusses) als Teilnehmer, vgl. den stenographisch aufgenommenenen Diskussionsbeitrag Windelbands zum Vortrag von Friedrich Gottl über die Grenzen der Geschichte vom 17.4.1903, nachmittags in: Bericht über die siebente Versammlung deutscher Historiker zu Heidelberg. 14. bis 18. April 1903. Erstattet von dem Bureau der Versammlung [Armin Tille]. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1903, S. 39–40: Als philosophischer Gast habe ich bei dem feinsinnigen Vortrage ebenso wie bei der daran geknüpften Diskussion [die von Karl Lamprecht dominiert wurde] mit großer Freude das lebhafte Interesse betätigt gefunden, welches die Historiker selbst den methodologischen Fragen zuwenden, die gegenwärtig für unsre allgemeinen erkenntnistheoretischen Probleme die bedeutsamsten sind. In der Tat ist uns für die letzten Entscheidungen der theoretischen Philosophie nichts so wichtig wie die Einsicht in den fundamentalen Unterschied naturwissenschaftlicher und historischer Begriffsbildung: wenn alles wissenschaftliche Denken eine Auswahl und Bearbeitung von Tatsachen der Erfahrung darstellt, so sind die leitenden Prinzipien dieser Auswahl und Verknüpfung für die geschichtliche Forschung stets Werte, im engeren Sinne die sog. Kulturwerte. Dieser Gesichtspunkt ist allein geeignet, das Historische von dem Naturwissenschaftlichen eindeutig abzugrenzen; er allein erlaubt auch, die verschiedenen Richtungen des historischen Interesses und der verschiedenen Disziplinen der allgemeinen Geschichtswissenschaft reinlich von einander zu sondern. Indem wir dies von der Beobachtung der wirklichen historischen Arbeit aus zu verstehen suchen, laufen wir keine Gefahr, mit solcher „Metahistorik“ [Zitat nach Gottl] der Geschichtsforschung ins Handwerk zu pfuschen oder gar ihr Vorschriften machen zu wollen. Ein weiterer Bericht in: Heidelberger Zeitung, Nr. 90 vom 18.4.1903, Erstes Blatt, S. 2.">[2]</a> und der zahllosen Antrittsbesuche zum ersten Mal etwas aufatme, die Feder zum Briefe an Sie in die Hand zu drücken. Denn ich habe wie Strassburgs überhaupt, so besonders Ihrer sehr lebhaft gedacht, – zumal in den letzten Tagen, wo ich zu meiner großen Betrübnis vernommen habe, daß die Berliner Verhandlungen über die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Sache der Monumenta ] Harry Bresslau war seit 9.5.1888 Mitglied der Central-Direktion der Monumenta Germaniae Historica mit Sitz in Berlin (seit 1875). Zu einem Rücktritt kam es 1903 nicht, der letzte Eintrag über ihn in den Sitzungsprotokollen der Direktion vom September 1919 teilt mit, daß Bresslau aus Altersgründen die Wahl zum Vorsitzenden nicht annehme (vgl. http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00004.htm u. http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00015.htm (29.8.2017)).&#xD;&#xA;">Sache der Monumenta</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Sache der Monumenta ] Harry Bresslau war seit 9.5.1888 Mitglied der Central-Direktion der Monumenta Germaniae Historica mit Sitz in Berlin (seit 1875). Zu einem Rücktritt kam es 1903 nicht, der letzte Eintrag über ihn in den Sitzungsprotokollen der Direktion vom September 1919 teilt mit, daß Bresslau aus Altersgründen die Wahl zum Vorsitzenden nicht annehme (vgl. http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00004.htm u. http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00015.htm (29.8.2017)).">[3]</a> eine Wendung genommen hätten, wonach Sie Ihren Rücktritt nach Abwickelung der bereits begonnenen Arbeiten erklärt hätten. Ist das wirklich so? Es sollte mir herzlichst leid tun, – nicht nur <span class="ED-pb">|</span> wegen der flagranten Schädigung der Monumenta, die das in schwerster Weise bedeuten würde, sondern wegen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="des ] den&#xD;&#xA;">des</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="des ] den">[a]</a> Verlustes, den Sie an dieser Ihnen lieb und gewohnt gewordenen Tätigkeit erlitten. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Es … sind, ] am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Es wäre wieder einmal ein Beweis davon, wie die unseligen Einflüsse Berlin’s überall das Sachliche auf das Traurigste schädigen.</span></p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Es … sind, ] am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Ueberhaupt verfolge ich mit Schmerz die verfahrenen Dinge in Strassburg. Die Art, wie bei dem Bauernparlament die Kosten für die </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2 app-editorial-4" title="Es … sind, ] am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;„Fakultät“ ] die katholisch-theologische der Universität Straßburg, vgl. Windelband an Kuno Fischer vom 15.7.1902.&#xD;&#xA;">„Fakultät“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="„Fakultät“ ] die katholisch-theologische der Universität Straßburg, vgl. Windelband an Kuno Fischer vom 15.7.1902.">[4]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Es … sind, ] am Rand mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;"> durchgesetzt worden sind,</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Es … sind, ] am Rand mit Bleistift angestrichen">[b]</a> natürlich mit ungerechtester Zurücksetzung des Thomas-Stifts, für die wenigstens im Plenum sich auch keine Stimme gerührt zu haben scheint, – das finde ich unerhört, selbst für elsaß-lothringische Zustände. Oder ist mein Eindruck falsch und übersehe ich in der Fr<span class="ED-add">[ankfurter]</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Zeitung ] Ztg.&#xD;&#xA;">Zeitung</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Zeitung ] Ztg.">[c]</a> irgend ein ausgleichendes und versöhnendes Moment?</p><p class="ED-p">Aber Sie werden von mir hören wollen. Es sind bisher gute, wenn auch noch nicht fertige Eindrücke; aber die Unterschiede sind stark, und wir müssen das Gefühl, im Neuen zu tasten, erst noch überwinden. Man kommt uns außerordentlich liebenswürdig entgegen, – Collegen wie Studenten, und mit dem Vorlesungsbesuch bin ich ganz unerwartet zufrieden: es scheint mir, daß ein längst angestautes Bedürfnis, insbesondre nach systematischer Philosophie und nach Einführung in die gegenwärtigen Probleme und Richtungen, in der Studentenschaft bei mir Befriedigung sucht, und so sehe ich bisher vertrauensvoll in die Zukunft meiner hiesigen Lehre.</p><p class="ED-p">Mein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Sohn ] Wolfgang Windelband&#xD;&#xA;">Sohn</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Sohn ] Wolfgang Windelband">[5]</a> ist von <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Marcks ] Erich Marcks (1861–1938), Historiker, 1901 o. Prof. in Heidelberg, 1907 Hamburg (Wissenschaftliche Stiftungen), 1913 in München, 1922 in Berlin (NDB).&#xD;&#xA;">Marcks</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Marcks ] Erich Marcks (1861–1938), Historiker, 1901 o. Prof. in Heidelberg, 1907 Hamburg (Wissenschaftliche Stiftungen), 1913 in München, 1922 in Berlin (NDB).">[6]</a> sehr befriedigt, weniger von <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Hampe ] Karl Hampe (1869–1936), Historiker, seit 1903 o. Prof. in Heidelberg (NDB).&#xD;&#xA;">Hampe</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Hampe ] Karl Hampe (1869–1936), Historiker, seit 1903 o. Prof. in Heidelberg (NDB).">[7]</a> bisher, bei dem er freilich nur eine einstündige Vorlesung über <span class="ED-name">Friedrich II.</span> hört. Er hat schon sonst für seine jungen Verhältnisse genug, bevölkert morgens <span class="ED-pb">|</span> meine Logik – ich lese ja hier zu nachtsschlafender Zeit! von 8–9, bin aber bisher recht erbaut davon – und Nachmittags hört der Junge an vier Tagen 4–5 natürlicher Weise <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Kuno ] Kuno Fischer&#xD;&#xA;">Kuno</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Kuno ] Kuno Fischer">[8]</a>, dann 5–6 <span class="ED-name">Marcks</span> und 6–7 meine Philosophie des 19. Jahrh<span class="ED-add">[underts]</span>. So ein dreistündiges Aufpassen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="kommt ihm … spanisch vor ] geflügeltes Wort nach Goethes Egmont.&#xD;&#xA;">kommt ihm nach dem milden Pennal doch sehr spanisch vor</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="kommt ihm … spanisch vor ] geflügeltes Wort nach Goethes Egmont.">[9]</a>. So verzichtet er für dies Semester auch auf <span class="ED-name">Jellinek</span>’s Geschichte der politischen Theorien, die er übers Jahr jedenfalls hört.</p><p class="ED-p">Wann ich meine Absicht, nach Str<span class="ED-add">[aßburg]</span> zu kommen, ausführe, kann ich noch nicht sagen: ich säße gar gern wieder einmal am <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Beckehiesel ] Straßburger Lokal&#xD;&#xA;">Beckehiesel</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Beckehiesel ] Straßburger Lokal">[10]</a> Tisch oder Sonntag Mittag in der „kleinen Fakultätssitzung“. Grüßen Sie doch bitte an beiden Tischen alle Herren herzlichst, – ich hab’s ja gesagt, und gewußt, so gut wird mir’s, fürcht’ ich, nicht wieder.</p><p class="ED-p">Den Ihrigen geht’s hoffentlich gut! Meine Frau und Tochter kommen vor allen Einrichtungsarbeiten noch nicht zur Besinnung; aber zumal meine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Tochter ] Dora Windelband, zum Zeitpunkt des Schreibens 27 Jahre alt. Im Schuldienst bzw. in Lehrerinnenausbildung; Näheres für Straßburg nicht ermittelt.&#xD;&#xA;">Tochter</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Tochter ] Dora Windelband, zum Zeitpunkt des Schreibens 27 Jahre alt. Im Schuldienst bzw. in Lehrerinnenausbildung; Näheres für Straßburg nicht ermittelt.">[11]</a> hat doch schon starke Anwandlungen von Heimweh nach Strassburg und ihrer Schule.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Mit … W Windelband ] auf den Rand geschrieben&#xD;&#xA;">Mit herzlichstem Gruß von Haus zu Haus getreulich der Ihrige</span></p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Mit … W Windelband ] auf den Rand geschrieben&#xD;&#xA;">W Windelband</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Mit … W Windelband ] auf den Rand geschrieben">[d]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">des</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">den</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Es … sind,</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am Rand mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Zeitung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Ztg.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Mit … W Windelband</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> auf den Rand geschrieben</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Frühschoppengrußes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">sauren Tagen des Semesteranfangs</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>darunter die 7. Versammlung Deutscher Historiker zu Heidelberg vom 14.–18.4.1903 (Deutscher Historikertag) mit Windelband (Mitglied des Ortsauschusses) als Teilnehmer, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den stenographisch aufgenommenenen Diskussionsbeitrag Windelbands zum Vortrag von <span class="ED-name">Friedrich Gottl</span> über die Grenzen der Geschichte vom 17.4.1903, nachmittags in: Bericht über die siebente Versammlung deutscher Historiker zu Heidelberg. 14. bis 18. April 1903. Erstattet von dem Bureau der Versammlung [Armin Tille]. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1903, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 39–40: <span class="ED-rdg">Als philosophischer Gast habe ich bei dem feinsinnigen Vortrage ebenso wie bei der daran geknüpften Diskussion [</span>die von <span class="ED-name">Karl Lamprecht</span> dominiert wurde<span class="ED-rdg">] mit großer Freude das lebhafte Interesse betätigt gefunden, welches die Historiker selbst den methodologischen Fragen zuwenden, die gegenwärtig für unsre allgemeinen erkenntnistheoretischen Probleme die bedeutsamsten sind. In der Tat ist uns für die letzten Entscheidungen der theoretischen Philosophie nichts so wichtig wie die Einsicht in den fundamentalen Unterschied naturwissenschaftlicher und historischer Begriffsbildung: wenn alles wissenschaftliche Denken eine Auswahl und Bearbeitung von Tatsachen der Erfahrung darstellt, so sind die leitenden Prinzipien dieser Auswahl und Verknüpfung für die geschichtliche Forschung stets Werte, im engeren Sinne die sog. Kulturwerte. Dieser Gesichtspunkt ist allein geeignet, das Historische von dem Naturwissenschaftlichen eindeutig abzugrenzen; er allein erlaubt auch, die verschiedenen Richtungen des historischen Interesses und der verschiedenen Disziplinen der allgemeinen Geschichtswissenschaft reinlich von einander zu sondern. Indem wir dies von der Beobachtung der wirklichen historischen Arbeit aus zu verstehen suchen, laufen wir keine Gefahr, mit solcher „Metahistorik“ [</span>Zitat nach Gottl<span class="ED-rdg">] der Geschichtsforschung ins Handwerk zu pfuschen oder gar ihr Vorschriften machen zu wollen.</span> Ein weiterer Bericht in: Heidelberger Zeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 90 vom 18.4.1903, Erstes Blatt, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 2.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Sache der Monumenta</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Harry Bresslau</span> war seit 9.5.1888 Mitglied der <span class="ED-rdg">Central-Direktion</span> der Monumenta Germaniae Historica mit Sitz in Berlin (seit 1875). Zu einem Rücktritt kam es 1903 nicht, der letzte Eintrag über ihn in den Sitzungsprotokollen der Direktion vom September 1919 teilt mit, daß <span class="ED-name">Bresslau</span> aus Altersgründen die Wahl zum Vorsitzenden nicht annehme (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-link"><a href="http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00004.htm">http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00004.htm</a></span> <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <span class="ED-link"><a href="http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00015.htm">http://www.mgh-bibliothek.de/archiv/338/338-00015.htm</a></span> (29.8.2017)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Fakultät“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die katholisch-theologische der Universität Straßburg, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Kuno Fischer</span> vom 15.7.1902.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Sohn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Wolfgang Windelband</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Marcks</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Erich Marcks</span> (1861–1938), Historiker, 1901 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Heidelberg, 1907 Hamburg (Wissenschaftliche Stiftungen), 1913 in München, 1922 in Berlin (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Hampe</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Karl Hampe</span> (1869–1936), Historiker, seit 1903 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Heidelberg (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kuno</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Kuno Fischer</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">kommt ihm … spanisch vor</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> geflügeltes Wort nach Goethes Egmont.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Beckehiesel</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Straßburger Lokal</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Tochter</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Dora Windelband</span>, zum Zeitpunkt des Schreibens 27 Jahre alt. Im Schuldienst <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> in Lehrerinnenausbildung; Näheres für Straßburg nicht ermittelt.</div></div></body></html>