<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Heinrich Rickert, Straßburg, 9.1.1896, 2 S., hs. (dt. Schrift), UB Heidelberg, http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_17</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000244-3"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Windelband</span> an <span class="ED-persName-received">Heinrich Rickert</span>, <span class="ED-location-sent">Straßburg</span>, <span class="ED-date">9.1.1896</span>, <span class="ED-note">2 S., hs. (dt. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">UB Heidelberg, </span><span class="ED-link"><a href="http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_17">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_17</a></span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Strassburg <abbr class="ED-abbr"><sup>i</sup>E.</abbr> 9.1.96</p><p class="ED-salute">Lieber Herr College,</p><p class="ED-p">Wie ich zu meinem Bedauern vernehme, wird in dem unerquicklichen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Streit über Riehl’s Nachfolger ] Alois Riehl verließ die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1896 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (v. a. Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt Rickert überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wird Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).&#xD;&#xA;">Streit über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Streit über Riehl’s Nachfolger ] Alois Riehl verließ die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1896 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (v. a. Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt Rickert überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wird Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).&#xD;&#xA;">Riehl</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Streit über Riehl’s Nachfolger ] Alois Riehl verließ die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1896 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (v. a. Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt Rickert überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wird Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).&#xD;&#xA;">’s Nachfolger</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Streit über Riehl’s Nachfolger ] Alois Riehl verließ die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1896 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (v. a. Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt Rickert überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wird Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).">[1]</a> auch die Frage erörtert, ob Sie seinerzeit in Würzburg bei <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Volkelt’s Fortgange ] Johannes Volkelt (1848–1930) lehrte 1889–94 Philosophie in Würzburg, seitdem in Leipzig (BEdPh)&#xD;&#xA;">Volkelt</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Volkelt’s Fortgange ] Johannes Volkelt (1848–1930) lehrte 1889–94 Philosophie in Würzburg, seitdem in Leipzig (BEdPh)&#xD;&#xA;">’s Fortgange</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Volkelt’s Fortgange ] Johannes Volkelt (1848–1930) lehrte 1889–94 Philosophie in Würzburg, seitdem in Leipzig (BEdPh)">[2]</a> in Betracht gezogen worden sind. Was ich davon weiß, ist dies: ich selbst bin damals von einem Mitgliede der Commission, <abbr title="Professor" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Prof. Schanz ] Martin Schanz (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 ao. Prof., 1874 o. Prof. der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; NDB).&#xD;&#xA;">Prof.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Prof. Schanz ] Martin Schanz (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 ao. Prof., 1874 o. Prof. der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; NDB).&#xD;&#xA;"> </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Prof. Schanz ] Martin Schanz (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 ao. Prof., 1874 o. Prof. der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; NDB).&#xD;&#xA;">Schanz</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Prof. Schanz ] Martin Schanz (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 ao. Prof., 1874 o. Prof. der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; NDB).">[3]</a>, um Rat befragt worden: Seine Briefe muß ich noch haben, habe aber augenblicklich keine Zeit sie zu suchen. Sie sind auch nicht erforderlich, da ich auch ohne diesen Anhalt sicher weiß, daß meine Correspondenz mit ihm sich wesentlich auf Sie bezogen hat. Man suchte dort nach „jüngeren Kräften“, und es verstand sich schon damals von selbst, daß darunter Sie in erster Linie standen. Ueber den Verlauf der Sache bin ich damals durch <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> Sch<span class="ED-add">[anz]</span> nicht orien<span class="ED-pb">|</span>tirt worden, glaube mich aber zu entsinnen, daß ich auf anderm Wege erfuhr, Sie seien schließlich nicht, wie ich erwartete, auf die Liste gekommen.</p><p class="ED-p">In Eile – spät Abends – mit herzlichem Gruß, auf Weiteres Ihr getreuer</p><p class="ED-signed">Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Streit über <span class="ED-name">Riehl</span>’s Nachfolger</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Alois Riehl</span> verließ die Universität Freiburg zum Beginn des <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>) vom 3.12.1896 lauteten: da <span class="ED-name">Rudolf Eucken</span> kaum zu gewinnen sei, 1. <span class="ED-name">Rickert</span>, 2. <span class="ED-name">Hugo Spitzer</span>, 3. <span class="ED-name">Edmund Husserl</span>. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von <span class="ED-name">Christoph Sigwart</span> an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: <span class="ED-rdg">Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt.</span> <span class="ED-name">Sigwart</span> habe <span class="ED-name">Rickert</span> als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete <span class="ED-name">Spitzer</span>, <span class="ED-name">Rickert</span>, <span class="ED-name">Husserl</span>; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die <span class="ED-name">Rickert</span> überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen <span class="ED-name">Rickert</span>s zu geringer literarischer <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch <span class="ED-name">Rickert</span> zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 <span class="ED-name">Max Weber</span> auf, der <span class="ED-name">Rickert</span> an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (<abbr title="vor allem" class="ED-abbr">v. a.</abbr> Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. <span class="ED-name">Weber</span> konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt <span class="ED-name">Rickert</span> überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird <span class="ED-name">Rickert</span> ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, <span class="ED-name">Eucken</span> zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über <span class="ED-name">Rickert</span> und <span class="ED-name">Husserl</span>. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. <span class="ED-name">Richard Avenarius</span>, 2. <span class="ED-name">Johannes Rehmke</span>, 3. <span class="ED-name">Rickert</span>. Berufen wird <span class="ED-name">Rickert</span> zum 1.10.1896 (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> für sämtliche Nachweise <abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Volkelt</span>’s Fortgange</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Johannes Volkelt</span> (1848–1930) lehrte 1889–94 Philosophie in Würzburg, seitdem in Leipzig (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>)</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <span class="ED-name">Schanz</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Martin Schanz</span> (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr>, 1874 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div></div></body></html>