<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Wilhelm Wetz, Strassburg, 2.8.1891, 4 S., hs. (dt. Schrift), UB Freiburg, Wetz NL 41 221, Kasten 6 (Digitalisat: http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/NL41_221)</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000196-1"/><style type="text/css">
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Eine Kritik von ten Brink’s Rede „Ueber die Aufgabe der Litteraturgeschichte“. Worms: Reiß 1891; gerichtet gegen Bernhard ten Brinks Straßburger Rektoratsrede vom 1.5.1890.&#xD;&#xA;">neusten Schrift</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="neusten Schrift ] vgl. Wilhelm Wetz (Privatdozent an der Universität Straßburg): Ueber Litteraturgeschichte. Eine Kritik von ten Brink’s Rede „Ueber die Aufgabe der Litteraturgeschichte“. Worms: Reiß 1891; gerichtet gegen Bernhard ten Brinks Straßburger Rektoratsrede vom 1.5.1890.">[1]</a> danke, so geschieht es nicht ohne tiefe und aufrichtige Betrübniß. Denn ich darf Ihnen nicht verhehlen, daß ich diese Veröffentlichung als eine in jeder Hinsicht unglückliche Schrift lebhaft beklage.</p><p class="ED-p">War es Ihnen ein unwiderstehliches Bedürfniß, die Argumente zu wiederholen, mit denen Sie unter dem Namen der Litteraturgeschichte nur einen Theil desjenigen anerkennen was wir andern bisher Litteraturgeschichte nennen, so hätte sich dafür wohl in dem Fortgang Ihrer Publikation eine schickliche Stelle gefunden. Eine eigne Schrift eines Mitglieds derselben Facultät gegen ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="anderes ] anders&#xD;&#xA;">anderes</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="anderes ] anders">[a]</a> – decorirt auf dem Titel mit dem Namen des letzteren – ist eines der pein<span class="ED-pb">|</span>lichsten Ereignisse, das eine Facultät betreffen kann. Unwillkürlich muß ich daran denken, daß ich selbst einmal einen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="ähnlichen Angriff ] gemeint ist der literarische Schlagabtausch mit Ernst Laas, vgl. Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, S. 1–17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, S. 161–169.&#xD;&#xA;">ähnlichen Angriff</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="ähnlichen Angriff ] gemeint ist der literarische Schlagabtausch mit Ernst Laas, vgl. Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, S. 1–17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, S. 161–169.">[2]</a> aus dem Schooße derselben Facultät erfahren habe; aber ich dächte, gerade von diesem Beispiel hieße es – <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="vestigia terrent ] die Spuren schrecken ab, geflügeltes Wort nach Horaz (vgl. Büchmann, 22. Aufl. Berlin 1905, S. 411).&#xD;&#xA;">vestigia</span><i><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="vestigia terrent ] die Spuren schrecken ab, geflügeltes Wort nach Horaz (vgl. Büchmann, 22. Aufl. Berlin 1905, S. 411).&#xD;&#xA;"> </span></i><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="vestigia terrent ] die Spuren schrecken ab, geflügeltes Wort nach Horaz (vgl. Büchmann, 22. Aufl. Berlin 1905, S. 411).&#xD;&#xA;">terrent</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="vestigia terrent ] die Spuren schrecken ab, geflügeltes Wort nach Horaz (vgl. Büchmann, 22. Aufl. Berlin 1905, S. 411).">[3]</a> –. Und dabei steht die Sache in diesem Falle sehr viel peinlicher: einerseits weil der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Angegriffene ] Angegriffen&#xD;&#xA;">Angegriffene</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Angegriffene ] Angegriffen">[b]</a> in Ihrem Fall überhaupt nicht wohl in der Lage sein wird, in eine Polemik einzutreten, andrerseits weil das <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Angegriffene ] Angegriffen&#xD;&#xA;">Angegriffene</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Angegriffene ] Angegriffen">[c]</a> ein officieller Act der Universität ist, der Sie angehören, und dabei einer der Redeacte, von denen jeder weiß, daß der Redner darin nicht in vollem Panzer seiner wissenschaftlichen Rüstung auftreten kann.</p><p class="ED-p">Es thut mir herzlich leid, daß Ihnen diese Ueberlegungen fern geblieben sind, von denen sicherlich jede einzelne genügt haben würde, <span class="ED-pb">|</span> Sie von Ihrer Veröffentlichung zurückzuhalten, und ich bedaure lebhaft, daß Ihre Zusendung mir die Pflicht auferlegt, Ihnen diesen meinen Eindruck offen auszuprechen. Es wird mir um so schwerer dies zu thun, als ich überzeugt bin und, wo ich Gelegenheit habe, auch der Ueberzeugung Ausdruck gebe, daß Sie lediglich der von Ihnen vertretenen Sache zu dienen gemeint haben, und daß die persönlichen Angriffe, welche Ihre Schrift für den ferner Stehenden zu enthalten scheint, von Ihnen gewiß nicht in diesem Sinne gemeint sind. Zweifellos haben Sie nicht daran gedacht, daß eine litterarische Polemik zwischen Mitgliedern derselben Facultät nach außen hin nur als Zeichen für ein äußerst geschärftes persönliches Verhältniß gedeutet werden kann, und daß unter diesen Umständen die einzelnen <span class="ED-pb">|</span> Observationen Ihrer Kritik eine Bedeutung gewinnen, von der ich annehme, daß Sie solche nicht gewollt haben.</p><p class="ED-p">Lassen Sie mich, verehrter Herr College, die Hoffnung hegen, daß Sie in diesen Bemerkungen nichts Anderes sehen möchten, als den Ausdruck des lebhaften Interesses, das ich, wie Sie wissen, stets für Sie selbst und für Ihre Arbeiten gehabt habe, und des Schmerzes darüber, daß Sie in dem Eifer für Ihre Ansicht so sehr die Verhältnisse aus den Augen verloren haben, unter denen Sie dieselben vertreten.</p><p class="ED-p">Wie viel lieber hätte ich statt dessen den <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="zweiten Band Ihres Shakespere ] so wörtlich&#xD;&#xA;">zweiten Band Ihres </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4 app-editorial-4" title="zweiten Band Ihres Shakespere ] so wörtlich&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Shakespere ] vgl. Wetz: Shakespeare vom Standpunkte der vergleichenden Litteraturgeschichte Bd. 1. Die Menschen in Shakespeares Dramen. Worms: Reiß 1890. Mehr nicht erschienen. Ein Exemplar in Windelbands Besitz.&#xD;&#xA;">Shakespere</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Shakespere ] vgl. Wetz: Shakespeare vom Standpunkte der vergleichenden Litteraturgeschichte Bd. 1. Die Menschen in Shakespeares Dramen. Worms: Reiß 1890. Mehr nicht erschienen. Ein Exemplar in Windelbands Besitz.">[4]</a><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="zweiten Band Ihres Shakespere ] so wörtlich">[d]</a> gesehen!</p><p class="ED-p">Mit ergebenstem Gruße Ihr</p><p class="ED-signed">Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">anderes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">anders</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Angegriffene</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Angegriffen</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Angegriffene</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Angegriffen</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zweiten Band Ihres Shakespere</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">neusten Schrift</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Wilhelm Wetz</span> (Privatdozent an der Universität Straßburg): Ueber Litteraturgeschichte. Eine Kritik von ten Brink’s Rede „Ueber die Aufgabe der Litteraturgeschichte“. Worms: Reiß 1891; gerichtet gegen <span class="ED-name">Bernhard ten Brink</span>s Straßburger Rektoratsrede vom 1.5.1890.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ähnlichen Angriff</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist der literarische Schlagabtausch mit <span class="ED-name">Ernst Laas</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 3. Heft, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 161–169.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">vestigia<i> </i>terrent</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Spuren schrecken ab, geflügeltes Wort nach Horaz (<abbr class="ED-abbr">vgl</abbr>. Büchmann, 22. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> Berlin 1905, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 411)<abbr class="ED-abbr">.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Shakespere</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Wetz: Shakespeare vom Standpunkte der vergleichenden Litteraturgeschichte <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Die Menschen in Shakespeares Dramen. Worms: Reiß 1890. Mehr nicht erschienen. Ein Exemplar in Windelbands Besitz.</div></div></body></html>