<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Heymann Steinthal, o. O., vor 5.10.1885, nach Mitteilung von Steinthal an Gustav Glogau vom 5.10.1885 zitiert, abgedruckt in: Ingrid Belke (Hg.): Moritz Lazarus und Heymann Steinthal. Die Begründer der Völkerpsychologie in ihren Briefen Bd. 2/1. Mit einer Einleitung. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1983, S. 185.</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000157-1"/><style type="text/css">
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Ich habe Ihnen schon geschrieben, daß mir Schuppe nicht zusagt, und daß mir Windelband lieber wäre. Wort wird er diesmal auch halten, aber er schreibt: „ich möchte einen Aufsatz schreiben über ‚Psychologie, Logik und Erkenntnistheorie‘, eine principielle Auseinandersetzung, in der ich Glogau in erster Linie, zugleich aber auch, eine alte Schuld einlösend, auf Schuppe recurriren würde.“ Er sollte mir ja Schuppe’s erkenntnistheoretische Logik recensiren. Das hat er nicht getan, und es sollte also jetzt nebenbei geschehen. Damit war ich einverstanden und schrieb ihm dies. Jetzt erfahre ich zufällig, daß Schuppe eine Arbeit Windelbands über Logik angegriffen hat. Wenn nur dieser Umstand Ihnen nicht schadet. Windelband könnte jetzt, fürchte ich, Schuppe’s Sache zur Haupt- und die Ihrige zur Nebensache machen. Und doch weiß ich nicht, ob ich Windelband schreiben und deswegen anfragen soll. Solche Anfrage könnte gerade das veranlassen, was ich verhüten möchte (Ingrid Belke (Hg.): Moritz Lazarus und Heymann Steinthal. Die Begründer der Völkerpsychologie in ihren Briefen Bd. 2/1. Mit einer Einleitung. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1983, S. 184–185). Glogau antwortete am 8.10.1885: Daß Windelband – dem ich übrigens 1 Exemplar der Psychologie selbst geschickt habe – in einer principiellen Auseinandersetzung auf mich näher eingehen will, freut mich – wenn er es thut! Seit über 1½ Jahren ist er mir, obwohl ich ihn vor 7 Monaten einmal erinnert habe, einen heilig versprochenen Brief schuldig, der unsere Differenzen behandeln sollte. Wenn Sie nun wegen Schuppe’s Angriff an ihn schrieben, könnte ihm das wieder das Concept verschieben. So meine ich auch, daß Sie es besser lassen (ebd., S. 190; vgl. auch Glogau an Steinthal vom 21.12.1885 u. 8.4.1886, in denen Glogau die ausstehende Besprechung seiner Psychologie reklamiert). Auf Glogaus letzte Reklamation vom 20.7.1886 antwortete Steinthal: An Windelband habe ich vor den Osterferien geschrieben; geantwortet hat er nicht. Ich will ihn in diesen Tagen mahnen, obwol weder mit Lust noch Hoffnung (ebd., S. 226). Diese Mahnung blieb ohne Antwort Windelbands, vgl. Steinthal an Glogau vom 26.9.1886, so dass Steinthal schließlich Glogau am 26.1.1887 berichtete: An Windelband habe ich […] geschrieben, daß ich ein diesmaliges Schweigen als ein Zeichen des Bruches zwischen ihm und mir ansehen würde. Er hat auch darauf kein Lebenszeichen von sich gegeben. Also auf Ihn können wir nicht mehr zählen (ebd., S. 231). Drei Jahre später berichtete Steinthal an Glogau (3.10.1890) über einen Ferienaufenthalt auf dem Falkenfluh bei Thun (Schweiz): Zuerst Windelband, der meine Vorwürfe nicht abwartete, sondern sich sogleich entschuldigte (ebd., S. 304). Eine Rezension von Glogaus Grundriß der Psychologie von Windelband ist nicht nachgewiesen. In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings Glogaus Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie dass., Bd. 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 6 v. 10.2.1883, Sp. 187–188 (davon ein Sonderdruck in Glogaus Besitz) u. in Nr. 41 v. 14.10.1893, Sp. 1286–1287. Der Ton dieser Besprechungen ist höflich distanziert – neben der zu großen Nähe zu Steinthal (und Hegels Logik) bemängelt Windelband v. a. die hermetischen Formulierungen Glogaus. Glogau konterte mit einer Rezension von Windelbands Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie, 1884, in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 9. v. 1.3.1884, Sp. 307–309, worin er mit einiger Polemik die logisch-psychologischen Auffassungen Windelbands zum Normalbewusstein mit seinen eigenen kontrastiert.&#xD;&#xA;">ich möchte einen Aufsatz schreiben über ‚Psychologie, Logik und Erkenntnistheorie‘, eine principielle Auseinandersetzung, in der ich </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="ich … würde. ] der auf dieses Zitat bezügliche Brieftext Steinthals lautet: Wegen Besprechung Ihrer Psychologie [Glogau: Grundriß der Psychologie. Breslau 1884] habe ich mich an Windelband gewandt und Zusage erhalten. Ich habe Ihnen schon geschrieben, daß mir Schuppe nicht zusagt, und daß mir Windelband lieber wäre. Wort wird er diesmal auch halten, aber er schreibt: „ich möchte einen Aufsatz schreiben über ‚Psychologie, Logik und Erkenntnistheorie‘, eine principielle Auseinandersetzung, in der ich Glogau in erster Linie, zugleich aber auch, eine alte Schuld einlösend, auf Schuppe recurriren würde.“ Er sollte mir ja Schuppe’s erkenntnistheoretische Logik recensiren. Das hat er nicht getan, und es sollte also jetzt nebenbei geschehen. Damit war ich einverstanden und schrieb ihm dies. Jetzt erfahre ich zufällig, daß Schuppe eine Arbeit Windelbands über Logik angegriffen hat. Wenn nur dieser Umstand Ihnen nicht schadet. Windelband könnte jetzt, fürchte ich, Schuppe’s Sache zur Haupt- und die Ihrige zur Nebensache machen. Und doch weiß ich nicht, ob ich Windelband schreiben und deswegen anfragen soll. Solche Anfrage könnte gerade das veranlassen, was ich verhüten möchte (Ingrid Belke (Hg.): Moritz Lazarus und Heymann Steinthal. Die Begründer der Völkerpsychologie in ihren Briefen Bd. 2/1. Mit einer Einleitung. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1983, S. 184–185). Glogau antwortete am 8.10.1885: Daß Windelband – dem ich übrigens 1 Exemplar der Psychologie selbst geschickt habe – in einer principiellen Auseinandersetzung auf mich näher eingehen will, freut mich – wenn er es thut! Seit über 1½ Jahren ist er mir, obwohl ich ihn vor 7 Monaten einmal erinnert habe, einen heilig versprochenen Brief schuldig, der unsere Differenzen behandeln sollte. Wenn Sie nun wegen Schuppe’s Angriff an ihn schrieben, könnte ihm das wieder das Concept verschieben. So meine ich auch, daß Sie es besser lassen (ebd., S. 190; vgl. auch Glogau an Steinthal vom 21.12.1885 u. 8.4.1886, in denen Glogau die ausstehende Besprechung seiner Psychologie reklamiert). Auf Glogaus letzte Reklamation vom 20.7.1886 antwortete Steinthal: An Windelband habe ich vor den Osterferien geschrieben; geantwortet hat er nicht. Ich will ihn in diesen Tagen mahnen, obwol weder mit Lust noch Hoffnung (ebd., S. 226). Diese Mahnung blieb ohne Antwort Windelbands, vgl. Steinthal an Glogau vom 26.9.1886, so dass Steinthal schließlich Glogau am 26.1.1887 berichtete: An Windelband habe ich […] geschrieben, daß ich ein diesmaliges Schweigen als ein Zeichen des Bruches zwischen ihm und mir ansehen würde. Er hat auch darauf kein Lebenszeichen von sich gegeben. Also auf Ihn können wir nicht mehr zählen (ebd., S. 231). Drei Jahre später berichtete Steinthal an Glogau (3.10.1890) über einen Ferienaufenthalt auf dem Falkenfluh bei Thun (Schweiz): Zuerst Windelband, der meine Vorwürfe nicht abwartete, sondern sich sogleich entschuldigte (ebd., S. 304). Eine Rezension von Glogaus Grundriß der Psychologie von Windelband ist nicht nachgewiesen. In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings Glogaus Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie dass., Bd. 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 6 v. 10.2.1883, Sp. 187–188 (davon ein Sonderdruck in Glogaus Besitz) u. in Nr. 41 v. 14.10.1893, Sp. 1286–1287. Der Ton dieser Besprechungen ist höflich distanziert – neben der zu großen Nähe zu Steinthal (und Hegels Logik) bemängelt Windelband v. a. die hermetischen Formulierungen Glogaus. Glogau konterte mit einer Rezension von Windelbands Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie, 1884, in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 9. v. 1.3.1884, Sp. 307–309, worin er mit einiger Polemik die logisch-psychologischen Auffassungen Windelbands zum Normalbewusstein mit seinen eigenen kontrastiert.&#xD;&#xA;">Glogau</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="ich … würde. ] der auf dieses Zitat bezügliche Brieftext Steinthals lautet: Wegen Besprechung Ihrer Psychologie [Glogau: Grundriß der Psychologie. Breslau 1884] habe ich mich an Windelband gewandt und Zusage erhalten. Ich habe Ihnen schon geschrieben, daß mir Schuppe nicht zusagt, und daß mir Windelband lieber wäre. Wort wird er diesmal auch halten, aber er schreibt: „ich möchte einen Aufsatz schreiben über ‚Psychologie, Logik und Erkenntnistheorie‘, eine principielle Auseinandersetzung, in der ich Glogau in erster Linie, zugleich aber auch, eine alte Schuld einlösend, auf Schuppe recurriren würde.“ Er sollte mir ja Schuppe’s erkenntnistheoretische Logik recensiren. Das hat er nicht getan, und es sollte also jetzt nebenbei geschehen. Damit war ich einverstanden und schrieb ihm dies. Jetzt erfahre ich zufällig, daß Schuppe eine Arbeit Windelbands über Logik angegriffen hat. Wenn nur dieser Umstand Ihnen nicht schadet. Windelband könnte jetzt, fürchte ich, Schuppe’s Sache zur Haupt- und die Ihrige zur Nebensache machen. Und doch weiß ich nicht, ob ich Windelband schreiben und deswegen anfragen soll. 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In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings Glogaus Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie dass., Bd. 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 6 v. 10.2.1883, Sp. 187–188 (davon ein Sonderdruck in Glogaus Besitz) u. in Nr. 41 v. 14.10.1893, Sp. 1286–1287. Der Ton dieser Besprechungen ist höflich distanziert – neben der zu großen Nähe zu Steinthal (und Hegels Logik) bemängelt Windelband v. a. die hermetischen Formulierungen Glogaus. Glogau konterte mit einer Rezension von Windelbands Präludien. 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In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings Glogaus Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie dass., Bd. 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 6 v. 10.2.1883, Sp. 187–188 (davon ein Sonderdruck in Glogaus Besitz) u. in Nr. 41 v. 14.10.1893, Sp. 1286–1287. Der Ton dieser Besprechungen ist höflich distanziert – neben der zu großen Nähe zu Steinthal (und Hegels Logik) bemängelt Windelband v. a. die hermetischen Formulierungen Glogaus. Glogau konterte mit einer Rezension von Windelbands Präludien. 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Mit einer Einleitung. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1983, S. 184–185). Glogau antwortete am 8.10.1885: Daß Windelband – dem ich übrigens 1 Exemplar der Psychologie selbst geschickt habe – in einer principiellen Auseinandersetzung auf mich näher eingehen will, freut mich – wenn er es thut! Seit über 1½ Jahren ist er mir, obwohl ich ihn vor 7 Monaten einmal erinnert habe, einen heilig versprochenen Brief schuldig, der unsere Differenzen behandeln sollte. Wenn Sie nun wegen Schuppe’s Angriff an ihn schrieben, könnte ihm das wieder das Concept verschieben. So meine ich auch, daß Sie es besser lassen (ebd., S. 190; vgl. auch Glogau an Steinthal vom 21.12.1885 u. 8.4.1886, in denen Glogau die ausstehende Besprechung seiner Psychologie reklamiert). Auf Glogaus letzte Reklamation vom 20.7.1886 antwortete Steinthal: An Windelband habe ich vor den Osterferien geschrieben; geantwortet hat er nicht. Ich will ihn in diesen Tagen mahnen, obwol weder mit Lust noch Hoffnung (ebd., S. 226). Diese Mahnung blieb ohne Antwort Windelbands, vgl. Steinthal an Glogau vom 26.9.1886, so dass Steinthal schließlich Glogau am 26.1.1887 berichtete: An Windelband habe ich […] geschrieben, daß ich ein diesmaliges Schweigen als ein Zeichen des Bruches zwischen ihm und mir ansehen würde. Er hat auch darauf kein Lebenszeichen von sich gegeben. Also auf Ihn können wir nicht mehr zählen (ebd., S. 231). Drei Jahre später berichtete Steinthal an Glogau (3.10.1890) über einen Ferienaufenthalt auf dem Falkenfluh bei Thun (Schweiz): Zuerst Windelband, der meine Vorwürfe nicht abwartete, sondern sich sogleich entschuldigte (ebd., S. 304). Eine Rezension von Glogaus Grundriß der Psychologie von Windelband ist nicht nachgewiesen. In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings Glogaus Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie dass., Bd. 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 6 v. 10.2.1883, Sp. 187–188 (davon ein Sonderdruck in Glogaus Besitz) u. in Nr. 41 v. 14.10.1893, Sp. 1286–1287. Der Ton dieser Besprechungen ist höflich distanziert – neben der zu großen Nähe zu Steinthal (und Hegels Logik) bemängelt Windelband v. a. die hermetischen Formulierungen Glogaus. Glogau konterte mit einer Rezension von Windelbands Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie, 1884, in: Deutsche Litteraturzeitung, Nr. 9. v. 1.3.1884, Sp. 307–309, worin er mit einiger Polemik die logisch-psychologischen Auffassungen Windelbands zum Normalbewusstein mit seinen eigenen kontrastiert.">[1]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">ich … würde.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> der auf dieses Zitat bezügliche Brieftext <span class="ED-name">Steinthal</span>s lautet: <span class="ED-rdg">Wegen Besprechung Ihrer Psychologie [</span>Glogau: Grundriß der Psychologie. Breslau 1884<span class="ED-rdg">] habe ich mich an Windelband gewandt und Zusage erhalten. Ich habe Ihnen schon geschrieben, daß mir Schuppe nicht zusagt, und daß mir Windelband lieber wäre. Wort wird er diesmal auch halten, aber er schreibt: „</span>ich möchte einen Aufsatz schreiben über ‚Psychologie, Logik und Erkenntnistheorie‘, eine principielle Auseinandersetzung, in der ich Glogau in erster Linie, zugleich aber auch, eine alte Schuld einlösend, auf Schuppe recurriren würde.“<span class="ED-rdg"> Er sollte mir ja Schuppe’s erkenntnistheoretische Logik recensiren. Das hat er nicht getan, und es sollte also jetzt nebenbei geschehen. Damit war ich einverstanden und schrieb ihm dies. Jetzt erfahre ich zufällig, daß Schuppe eine Arbeit Windelbands über Logik angegriffen hat. Wenn nur dieser Umstand Ihnen nicht schadet. Windelband könnte jetzt, fürchte ich, Schuppe’s Sache zur Haupt- und die Ihrige zur Nebensache machen. Und doch weiß ich nicht, ob ich Windelband schreiben und deswegen anfragen soll. Solche Anfrage könnte gerade das veranlassen, was ich verhüten möchte</span> (Ingrid Belke (Hg.): Moritz Lazarus und Heymann Steinthal. Die Begründer der Völkerpsychologie in ihren Briefen <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2/1. Mit einer Einleitung. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1983, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 184–185). <span class="ED-name">Glogau</span> antwortete am 8.10.1885: <span class="ED-rdg">Daß Windelband – dem ich übrigens 1 Exemplar der Psychologie selbst geschickt habe – in einer principiellen Auseinandersetzung auf mich näher eingehen will, freut mich – wenn er es thut! Seit über 1½ Jahren ist er mir, obwohl ich ihn vor 7 Monaten einmal erinnert habe, einen heilig versprochenen Brief schuldig, der unsere Differenzen behandeln sollte. Wenn Sie nun wegen Schuppe’s Angriff an ihn schrieben, könnte ihm das wieder das Concept verschieben. So meine ich auch, daß Sie es besser lassen</span> (<abbr title="ebendort" class="ED-abbr">ebd.</abbr>, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 190; <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> auch <span class="ED-name">Glogau</span> an <span class="ED-name">Steinthal</span> vom 21.12.1885 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 8.4.1886, in denen <span class="ED-name">Glogau</span> die ausstehende Besprechung seiner Psychologie reklamiert). Auf <span class="ED-name">Glogau</span>s letzte Reklamation vom 20.7.1886 antwortete <span class="ED-name">Steinthal</span>: <span class="ED-rdg">An Windelband habe ich vor den Osterferien geschrieben; geantwortet hat er nicht. Ich will ihn in diesen Tagen mahnen, obwol weder mit Lust noch Hoffnung</span> (<abbr title="ebendort" class="ED-abbr">ebd.</abbr>, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 226). Diese Mahnung blieb ohne Antwort Windelbands, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Steinthal</span> an <span class="ED-name">Glogau</span> vom 26.9.1886, so dass Steinthal schließlich Glogau am 26.1.1887 berichtete: <span class="ED-rdg">An Windelband habe ich […] geschrieben, daß ich ein diesmaliges Schweigen als ein Zeichen des Bruches zwischen ihm und mir ansehen würde. Er hat auch darauf kein Lebenszeichen von sich gegeben. Also auf Ihn können wir nicht mehr zählen</span> (<abbr title="ebendort" class="ED-abbr">ebd.</abbr>, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 231). Drei Jahre später berichtete <span class="ED-name">Steinthal</span> an <span class="ED-name">Glogau</span> (3.10.1890) über einen Ferienaufenthalt auf dem Falkenfluh bei Thun (Schweiz): <span class="ED-rdg">Zuerst Windelband, der meine Vorwürfe nicht abwartete, sondern sich sogleich entschuldigte </span>(<abbr title="ebendort" class="ED-abbr">ebd.</abbr>, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 304). Eine Rezension von <span class="ED-name">Glogau</span>s Grundriß der Psychologie von Windelband ist nicht nachgewiesen. In der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft hat Windelband seit 1874 nicht mehr veröffentlicht. Windelband rezensierte allerdings <span class="ED-name">Glogau</span>s Abriss der philosophischen Grundwissenschaften 1. Teil (Die Form und die Bewegungsgesetze des Geistes), 1880 sowie <abbr title="dasselbe" class="ED-abbr">dass.</abbr>, <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2, 1891 in: Deutsche Litteraturzeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 6 <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> 10.2.1883, <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 187–188 (davon ein Sonderdruck in <span class="ED-name">Glogau</span>s Besitz) <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> in <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 41 <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> 14.10.1893, <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 1286–1287. 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