<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Friedrich Theodor Althoff, Freiburg i. Br., 7.9.1883, 7 S., hs. (dt. Schrift), Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, VI. HA Nl Althoff, F. T. Nr. 1020</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000150-8"/><style type="text/css">
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Nr. 1020</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Freiburg <abbr class="ED-abbr"><sup>i</sup>B.</abbr> Dreisamstraße 7. 7 Sept<span class="ED-add">[ember]</span> 1883.</p><p class="ED-salute"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Hochverehrter Herr Geheimerath! ] links oben von Althoffs Hd. mit Bleistift: Windelband. | Durch Postk[arte] gedankt.&#xD;&#xA;">Hochverehrter Herr Geheimerath!</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Hochverehrter Herr Geheimerath! ] links oben von Althoffs Hd. mit Bleistift: Windelband. | Durch Postk[arte] gedankt.">[a]</a></p><p class="ED-p">Ihr werthes, liebenswürdiges Schreiben ist mir von Straßburg hierher nachgesandt worden, wohin wir seit Anfang August unsern gesammten Haushalt verlegt haben, um dem Straßburger Sommer zu entgehen und unsern Kindern, so gut es bei unsern beschränkten Mitteln geht, wenigstens einigermaßen frische Luft, Berg und Wald, zu gewähren. Leider habe ich selbst trotz des schönen Wetters die reizende Dreisamstadt und ihre Umgebung nicht so benutzen können, wie ich gewünscht hätte, da ich gleichzeitig hier ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Buch ] Windelband: Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie. Freiburg i. B./Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1884.&#xD;&#xA;">Buch</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Buch ] Windelband: Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie. Freiburg i. B./Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1884.">[1]</a> drucken lasse und der rasche Fortschritt des Drucks mich sehr mit Arbeit belastet. Deshalb bitte ich Sie auch, verehrtester Herr Geheimrath, zu verzeihen, wenn über diese Arbeiten einige Tage hingegangen sind, ehe ich zur Beantwortung Ihrer Fragen die erforderliche Muße und Ueberlegung gefunden habe.</p><p class="ED-p">Zunächst aber spreche ich Ihnen meinen innigen Dank für das andauernde Wohlwollen aus, welches Sie für mich beweisen und welches mir um so werthvoller ist, als ich durch dasselbe allein hoffen kann, meine Stellung in Straßburg – wenn es doch einmal beschlossen ist, daß ich darin bleiben soll – zu einer erträglichen zu machen. Als ich bei Ihrer <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="neulichen Anwesenheit ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">neulichen Anwesenheit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="neulichen Anwesenheit ] nicht ermittelt">[2]</a> in Straßburg nicht die Ehre hatte, Sie zu sehen, <span class="ED-pb">|</span> habe ich das persönlich lebhaftest bedauert, daran aber die Hoffnung geknüpft, der Grund davon möchte darin liegen, daß die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Breslauer Angelegenheit ] vgl. Windelband an Althoff vom 30.11.1882&#xD;&#xA;">Breslauer Angelegenheit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Breslauer Angelegenheit ] vgl. Windelband an Althoff vom 30.11.1882">[3]</a> noch nicht erledigt und möglicherweise noch zu meinen Gunsten zu wenden sei. Als deshalb bald darauf mir von Seiten der Collegen Anerbietungen gemacht wurden, ob nicht die Fakultät Schritte an geeigneter Stelle thun solle, daß ich in analoger Weise, wie <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="College Schöll ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 23.7.1883 bzw. 29.7.1883&#xD;&#xA;">College </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="College Schöll ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 23.7.1883 bzw. 29.7.1883&#xD;&#xA;">Schöll</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="College Schöll ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 23.7.1883 bzw. 29.7.1883">[4]</a>, für das Ausbleiben der Berufung entschädigt würde, so habe ich ausdrücklich gebeten, man wolle damit bis zur Entscheidung der Breslauer Angelegenheit warten. Inzwischen ist von Seiten der Regierung zur Verbesserung meiner Lage Nichts geschehen, was freilich damit zusammenhängen mag, daß ich eben seit Anfang August fort bin. Um so mehr würde ich Ihnen, verehrtester Herr Geheimerath, dankbar sein, wenn Sie Ihrer gütigen Absicht gemäß, bei neuer Gelegenheit für mich eintreten wollten. Bis Mitte October werde ich zwar hier bleiben, wo ich eine kleine Wohnung gemiethet habe, in der ich mit ganzer Familie hause; aber auf Ihren Wunsch bin ich sehr gern bereit, wenn Sie hierüber wie über andre Angelegenheiten mit mir zu sprechen wünschen, mich mit Ihnen sei es in Straßburg sei es irgendwo im Badischen zu treffen. Meine Adresse habe ich oben für den Fall einer Benachrichtigung angegeben.</p><p class="ED-p">Das Drückende meiner Situation in Straßburg besteht darin, daß man bisher Alles gethan hat, um meine Stellung durchaus als die „des zweiten Philosophen“ erscheinen zu lassen, – was ich nach der Art meiner Berufung nicht erwarten <span class="ED-pb">|</span> durfte. Dauernd wird mir „aus formellen und administrativen Gründen“ die Mitdirection des Seminars vorenthalten, obwol in andern Seminarien derartige Doppelleitungen ohne Anstand existiren. Dieser Umstand wird um so fühlbarer werden, wenn erst in der neuen Universität die räumliche Trennung zwischen dem Directorialzimmer und dem Arbeitszimmer eintritt; ich werde dann wie jeder Extraordinarius die Erlaubniß, das Arbeitszimmer für meine Uebungen zu benutzen, und nicht mehr haben; vor Allem kann ich bei den Besprechungen über die zukünftige Einrichtung des Seminars nicht mitreden. – Was das Examen anlangt, so ist, während <span class="ED-name">Liebmann</span>’s Zeit noch nicht abgelaufen war, ohne jede Rücksicht auf mich Herr <span class="ED-name">Laas</span> einfach hineingesetzt und darin erhalten worden. Das Alles, an sich gleichgiltig, ist vermöge seines Eindrucks auf die Studenten, zumal bei der banausischen Art der Mehrzahl der Straßburger Studenten, für mich sehr unangenehm: ich erscheine durchaus in untergeordneter Stellung. Hätte ich von diesen Verhältnissen eine Ahnung gehabt, so würde es mir nie eingefallen sein, die einflußreiche, bedeutende Stellung, welche ich an der schönen Freiburger Universität einnahm, aufzugeben. ich kann <span class="ED-name">Liebmann</span>, der vorher keine Gelegenheit hatte, die Straßburger Professur, die er mir anbot, mit einem selbständigen, vollen Ordinariat aus eigner Erfahrung zu vergleichen, keinen Vorwurf daraus machen, daß ich von diesen Verhältnissen vorher nicht die rechte Vorstellung gewann; aber ich würde meine jetzige Stellung sehr gern gegen irgend ein selbständiges Ordinariat vertauschen. Dazu kommt, daß ich mich in Straßburg in sehr knapper pekuniärer Lage sehe: mein dortiges Gehalt reicht in den <span class="ED-pb">|</span> dortigen Verhältnissen lange nicht so weit, wie meine Freiburger Einnahmen, deren absolute Höhe meinen jetzigen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="mindestens gleichkam ] mindestens …kam Wortteil Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">mindestens gleichkam</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="mindestens gleichkam ] mindestens …kam Wortteil Verlust durch Aktenheftung">[b]</a>. (Die großen Fakultätseinnahmen in Freiburg deckten <span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="[…] ] ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">[…]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="[…] ] ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[c]</a> den Besoldungsunterschied.) Und in wie anderer Lage wäre <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="ich nach jeder ] ich … jeder ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">ich nach jeder</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="ich nach jeder ] ich … jeder ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[d]</a> Richtung in Freiburg, wenn ich den <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Straßburger Ruf abgelehnt ] Straßburger … abgelehnt ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">Straßburger Ruf abgelehnt</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="Straßburger Ruf abgelehnt ] Straßburger … abgelehnt ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[e]</a> und ihn ausgebeutet hätte!!</p><p class="ED-p">Ihnen verehrtester Herr Geheimerath, gegenüber trage <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="ich keine Bedenken ] ich … Bedenken ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">ich keine Bedenken</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="ich keine Bedenken ] ich … Bedenken ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[f]</a>, mit der Bitte um Ihre volle Diskretion, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="über diese Verhältnisse ] über … Verhältnisse ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">über diese Verhältnisse</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="über diese Verhältnisse ] über … Verhältnisse ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[g]</a> ganz offen, viel offener zu sprechen, als ich es in Straßburg selbst irgend Jemandem gegenüber <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="thue. Es steht ] thue. … steht ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">thue. Es steht</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-8" id="app-philological-8-ref" title="thue. Es steht ] thue. … steht ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[h]</a> mir nicht an, durch persönliches <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Ambiren ] lat. sich (aufdringlich) um eine Stelle bewerben&#xD;&#xA;">Ambiren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Ambiren ] lat. sich (aufdringlich) um eine Stelle bewerben">[5]</a>, durch Klagen oder Ueberredungen dasjenige durchzusetzen, was nach meiner Ueberzeugung eine objective Nothwendigkeit wäre. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-9" title="Aber ich hege ] Aber … hege ein Wort Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">Aber ich hege</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-9" id="app-philological-9-ref" title="Aber ich hege ] Aber … hege ein Wort Verlust durch Aktenheftung">[i]</a> das Bedürfniß, Sie vollständig klar darüber sehen zu lassen, welche Hoffnung für mich mit dem definitiven <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-10" title="Verzicht ] Ver… Wortteil Verlust durch Aktenheftung&#xD;&#xA;">Verzicht</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-10" id="app-philological-10-ref" title="Verzicht ] Ver… Wortteil Verlust durch Aktenheftung">[j]</a> auf die Breslauer Aussicht dahinfällt. –</p><p class="ED-p">Was nun die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Kieler Vorschläge ] vgl. Kommentar zu Windelband an Althoff vom 30.11.1882&#xD;&#xA;">Kieler Vorschläge</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Kieler Vorschläge ] vgl. Kommentar zu Windelband an Althoff vom 30.11.1882">[6]</a> anlangt, so sehe ich aus denselben, daß man die historische und speciell die antike Richtung dabei im Auge gehabt hat, und ich wüßte auch <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-11" title="nicht, wen man ] nicht, … man ein Wort Verlust durch Aktenheftung; das in Frage stehende Wort könnte auch wie lauten&#xD;&#xA;">nicht, wen man</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-11" id="app-philological-11-ref" title="nicht, wen man ] nicht, … man ein Wort Verlust durch Aktenheftung; das in Frage stehende Wort könnte auch wie lauten">[k]</a> bei diesem Interesse sonst hätte besser wählen sollen. Nur wundre ich mich, daß man <span class="ED-name">Siebeck</span> als eine viel reichere, bedeutendere Persönlichkeit, die durchaus geeignet wäre, ihre Richtung neben dem <span class="ED-name">Erdmann</span>’schen Positivismus mit Erfolg aufrecht zu erhalten, erst in zweiter Linie gestellt hat. Die Arbeiten <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Freudenthals ] gemeint ist Jacob Freudenthal (1839–1907), seit 1864 am Jüdisch-Theologischen Seminar Breslau, 1875 in Breslau habilitiert, 1879 dort ao., 1888 o. Prof. (BEdPh).&#xD;&#xA;">Freudenthal</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Freudenthals ] gemeint ist Jacob Freudenthal (1839–1907), seit 1864 am Jüdisch-Theologischen Seminar Breslau, 1875 in Breslau habilitiert, 1879 dort ao., 1888 o. Prof. (BEdPh).&#xD;&#xA;">s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Freudenthals ] gemeint ist Jacob Freudenthal (1839–1907), seit 1864 am Jüdisch-Theologischen Seminar Breslau, 1875 in Breslau habilitiert, 1879 dort ao., 1888 o. Prof. (BEdPh).">[7]</a> sind, soweit ich sie kenne, tüchtige Specialitäten; da ich ihn persönlich nicht kenne, so darf ich kein Urtheil darüber wagen, in welchem Grade er geeignet wäre, in umfassender Weise historische und gar theoretische Gegenstände auf dem Katheder zu behandeln. <span class="ED-name">Dilthey</span> hat sich einmal <span class="ED-pb">|</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="brieflich mir gegenüber ] Schreiben nicht ermittelt&#xD;&#xA;">brieflich mir gegenüber</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="brieflich mir gegenüber ] Schreiben nicht ermittelt">[8]</a> sehr günstig über ihn ausgesprochen, was ich von ihm gesehen, hat mir den Eindruck von großem Scharfsinn und exactem Denken gemacht; aber, wie gesagt, ob er zur vollen und selbständigen Vertretung der ganzen Philosophie geeignet ist, darüber habe ich kein Urtheil; um so weniger, als ich hier, bei den hiesigen Bibliotheksverhältnissen keine Gelegenheit habe, seine Abhandlungen noch einmal einer genaueren Betrachtung zu unterwerfen. Der gleiche Grund verbietet mir, wie ich sogleich hinzufügen will, über <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-12" title="Herrn ] Hrn.&#xD;&#xA;">Herrn</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-12" id="app-philological-12-ref" title="Herrn ] Hrn.">[l]</a> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Dorner ] gemeint ist August Dorner (1846–1920), 1874 Prof. am Predigerseminar Wittenberg, 1889 ao. Prof., 1890 o. Prof. der Theologie in Königsberg (BEdPh).&#xD;&#xA;">Dorner</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Dorner ] gemeint ist August Dorner (1846–1920), 1874 Prof. am Predigerseminar Wittenberg, 1889 ao. Prof., 1890 o. Prof. der Theologie in Königsberg (BEdPh).">[9]</a> Ihnen zu schreiben; ich habe von dessen Schriften nur noch eine so dunkle Vorstellung, daß ich, da ich hier auf der Bibliothek mich vergebens danach umgesehen, es nicht verantworten könnte, Ihrem Wunsche nur durch vage Erinnerungen zu entsprechen. Dagegen bin ich in der Lage, über <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Hirzel ] Rudolf Hirzel, vgl. Windelband an Victor Ehrenberg vom 29.7.1873&#xD;&#xA;">Hirzel</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Hirzel ] Rudolf Hirzel, vgl. Windelband an Victor Ehrenberg vom 29.7.1873">[10]</a> sicher urtheilen und sagen zu können, daß ich ihn – den Schriften nach – für entschieden reifer und bedeutender als <span class="ED-name">Freudenthal</span> halte. <span class="ED-name">Hirzel</span> kenne ich persönlich aus Leipzig her; er ist ein stiller, feiner Mann, ein echter Gelehrter, der als Specialist sehr bedeutend ist, dessen Vorlesungen aber in Leipzig neben der großen Menge anregender Behandlungen der Gesammtfächer und der modernen Probleme in geringem Maße zur Geltung kamen. Ob sich das jetzt geändert hat, weiß ich nicht: zweifellos aber darf ich sagen, daß in den Fragen über die besonderen Abhängigkeiten der römischen von der griechischen Philosophie er das Wichtigste geleistet hat und als Autorität gelten darf: und das kann man auch in einer Specialfrage nicht erreichen, wenn man sie nicht im großen Zusammenhange zu sehen und aus bedeutenden Gesichtspuncten zu behandeln befähigt ist, – wenigstens nicht in der Philosophie und ihrer Geschichte. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Ueber <span class="ED-name">Benno Erdmann</span> zu schreiben, wird mir schwer: ich thue es nur auf Ihren Wunsch, indem ich bitte, ganz vertraulich mich äußern zu dürfen. Denn ich kann über ihn nur Alles dasjenige unterschreiben, was <span class="ED-name">Kuno Fischer</span>, wenn auch in sehr heftiger und wenig vornehmer Form, über ihn in den letzten Jahren <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="hat drucken lassen ] vgl. z. B. die Abfertigung Benno Erdmanns durch Kuno Fischer in: Immanuel Kant und seine Lehre Teil 1. Entstehung und Grundlegung der kritischen Philosophie. München: Bassermann 1882 (Geschichte der neuern Philosophie Bd. 3), S. 50–51.&#xD;&#xA;">hat drucken lassen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="hat drucken lassen ] vgl. z. B. die Abfertigung Benno Erdmanns durch Kuno Fischer in: Immanuel Kant und seine Lehre Teil 1. Entstehung und Grundlegung der kritischen Philosophie. München: Bassermann 1882 (Geschichte der neuern Philosophie Bd. 3), S. 50–51.">[11]</a>. Die Vielgeschäftigkeit der historischen Arbeiten und Ausgaben, welche E<span class="ED-add">[rdmann]</span> seit einigen Jahren entwickelt; die unterscheidungslose Mikrologie, womit er den „zeitgemäßen“ <span class="ED-name">Kant</span> behandelt, sodaß er die ganzen Küchenabfälle der kritischen Philosophie drucken läßt; die seiner Leistungen nicht im geringsten entsprechende Schroffheit, mit welcher er <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-13" title="ex cathedra ] in lat. Schrift&#xD;&#xA;">ex cathedra</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-13" id="app-philological-13-ref" title="ex cathedra ] in lat. Schrift">[m]</a> über die tüchtigtsen, ihm weit überlegnen Männer aburtheilt; die Vornehmheit, mit der er seine Ansichten als selbstverständige, alle entgegenstehenden als <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-14" title="eo ipso ] in lat. Schrift&#xD;&#xA;">eo ipso</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-14" id="app-philological-14-ref" title="eo ipso ] in lat. Schrift">[n]</a> verächtliche behandelt, – alles das macht den Eindruck eines unreifen Bestrebens, von sich in der Welt reden zu machen und die eigne Superiorität als eine bereits feststehende dem ferner stehenden Leser erscheinen zu lassen. ich bemerke, daß ich ihn nie gesehen, daß ich nie mit ihm auch nur im entferntesten Verhältniß, nicht einmal in demjenigen einer literarischen Polemik gestanden habe, daß wir uns noch nie bei Berufungsvorschlägen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-15" title="einander im Wege ] so wörtlich&#xD;&#xA;">einander im Wege</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-15" id="app-philological-15-ref" title="einander im Wege ] so wörtlich">[o]</a> gestanden haben: ich spreche nur vom Eindruck seiner Schriften. Was dann die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="„Axiome der Geometrie“ ] erschienen 1877&#xD;&#xA;">„Axiome der Geometrie“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="„Axiome der Geometrie“ ] erschienen 1877">[12]</a> anlangt, so ist man wol bald allgemein darüber einig, daß dieselben ein durchaus unfertiges, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-16" title="prätensiöses ] so wörtlich&#xD;&#xA;">prätensiöses</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-16" id="app-philological-16-ref" title="prätensiöses ] so wörtlich">[p]</a> Machwerk darstellen, welches in seiner total widerspruchsvollen Weise gänzlich ohne Resultat ist, und welches noch dazu dem <span class="ED-name">Helmholtz</span>’schen Gedanken, den es auszu<span class="ED-pb">|</span>führen unternimmt, sich in keiner Weise gewachsen zeigt. Die vernichtende <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Kritik ] vgl. J. Jacobsohn: Die Axiome der Geometrie und ihr „philosophischer Untersucher“ Herr Benno Erdmann. In: Altpreussische Monatshefte 20 (1883), S. 301–341.&#xD;&#xA;">Kritik</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Kritik ] vgl. J. Jacobsohn: Die Axiome der Geometrie und ihr „philosophischer Untersucher“ Herr Benno Erdmann. In: Altpreussische Monatshefte 20 (1883), S. 301–341.">[13]</a>, welcher jüngst <span class="ED-name">Jacobson</span> dieses Buch unterzogen hat, giebt meine Meinung über dasselbe, ganz unabhängig, da ich auch mit <span class="ED-name">Jacobson</span> nie den geringsten Verkehr gehabt, vollständig wieder. Wie allgemein diese Ansicht ist, mag daraus zu entnehmen sein, daß selbst bei denjenigen, welche den philosophischen Ansichten E<span class="ED-add">[rdmann]</span>’s nahe stehen, das peinliche Erstaunen sich darüber ausgesprochen hat, als es gelungen war, ihn auf die Liste der Besetzung der Berliner Professur zu bringen. Das Beste von ihm ist seine erste Arbeit, diejenige <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="über Martin Knutzen ] vgl. Erdmann: Martin Knutzen und seine Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der Wolfischen Schule und insbesondere zur Entwicklungsgeschichte Kants. Leipzig: Voss 1876.&#xD;&#xA;">über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="über Martin Knutzen ] vgl. Erdmann: Martin Knutzen und seine Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der Wolfischen Schule und insbesondere zur Entwicklungsgeschichte Kants. Leipzig: Voss 1876.&#xD;&#xA;">Martin Knutzen</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="über Martin Knutzen ] vgl. Erdmann: Martin Knutzen und seine Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der Wolfischen Schule und insbesondere zur Entwicklungsgeschichte Kants. Leipzig: Voss 1876.">[14]</a>; sie ist eben noch absichtslos; seitdem habe ich von Buch zu Buch mich mehr über ihn <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="verstimmt gefühlt ] das hinderte nicht eine spätere Zusammenarbeit. Windelband gab heraus: Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1890–1893. I [mehr nicht erschienen]. Descartes und Schule. Bericht von Benno Erdmann. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 7 (1894), S. 521–534.&#xD;&#xA;">verstimmt gefühlt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="verstimmt gefühlt ] das hinderte nicht eine spätere Zusammenarbeit. Windelband gab heraus: Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1890–1893. I [mehr nicht erschienen]. Descartes und Schule. Bericht von Benno Erdmann. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 7 (1894), S. 521–534.">[15]</a>.</p><p class="ED-p">Was endlich <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-16" title="Rehmke ] gemeint ist Johannes Rehmke (1848–1930), 1875–83 an der Kantonsschule St. Gallen, 1884 in Berlin habilitiert, 1885 ao. Prof., 1887 o. Prof. Greifswald (BEdPh).&#xD;&#xA;">Rehmke</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-16" id="app-editorial-16-ref" title="Rehmke ] gemeint ist Johannes Rehmke (1848–1930), 1875–83 an der Kantonsschule St. Gallen, 1884 in Berlin habilitiert, 1885 ao. Prof., 1887 o. Prof. Greifswald (BEdPh).">[16]</a> anlangt, so ist es schwer, über ihn eine Prognose zu stellen: denn, mag er auch nicht mehr jung sein, so ist er doch erst in den Anfängen. Sein Buch, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-17" title="„Die Welt als Vorstellung und Begriff“ ] recte: Die Welt als Wahrnehmung und Begriff, 1880.&#xD;&#xA;">„Die Welt als Vorstellung und Begriff“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-17" id="app-editorial-17-ref" title="„Die Welt als Vorstellung und Begriff“ ] recte: Die Welt als Wahrnehmung und Begriff, 1880.">[17]</a> ist nicht ohne Originalität, aber es ist nicht fertig; es ist abgeschlossen, ehe die Gedanken zu Ende gedacht worden sind. Doch enthält es viel Gutes, der Verf<span class="ED-add">[asser]</span>, den ich auch nicht persönlich kenne, ist eine tüchtige Denkkraft. Seinen Standpunct teile ich nicht; aber das thut nichts zur Sache: jedenfalls weiß der Mann, was philosophisches Denken ist. Seine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Rede über Kant und die Physiologie ] vgl. Rehmke: Ueber Physiologie und Kantianismus. Vortrag vom 21.9.1882. In: Tageblatt der 55. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Eisenach 1855, S. 98–116.&#xD;&#xA;">Rede über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Rede über Kant und die Physiologie ] vgl. Rehmke: Ueber Physiologie und Kantianismus. Vortrag vom 21.9.1882. In: Tageblatt der 55. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Eisenach 1855, S. 98–116.&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Rede über Kant und die Physiologie ] vgl. Rehmke: Ueber Physiologie und Kantianismus. Vortrag vom 21.9.1882. In: Tageblatt der 55. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Eisenach 1855, S. 98–116.&#xD;&#xA;"> und die Physiologie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-18" id="app-editorial-18-ref" title="Rede über Kant und die Physiologie ] vgl. Rehmke: Ueber Physiologie und Kantianismus. Vortrag vom 21.9.1882. In: Tageblatt der 55. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Eisenach 1855, S. 98–116.">[18]</a> auf der vorjährigen Naturforscherversammlung war gut gemeint, aber nichts Besonderes.</p><p class="ED-p">Doch ich mache, verehrtester Herr Geheimerath, von Ihrer freundlichen Erlaubniß schon allzu ausführlichen Gebrauch. Es wäre mir eine sehr große Freude, wenn Ihre <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-19" title="Anwesenheit in unsrer Gegend ] kam nicht zustande, vgl. Windelband an Althoff vom 18.10.1883&#xD;&#xA;">Anwesenheit in unsrer Gegend</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-19" id="app-editorial-19-ref" title="Anwesenheit in unsrer Gegend ] kam nicht zustande, vgl. Windelband an Althoff vom 18.10.1883">[19]</a> zu <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-17" title="Ende ] statt gestr. Anfa&#xD;&#xA;">Ende</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-17" id="app-philological-17-ref" title="Ende ] statt gestr. Anfa">[q]</a> dieses Monats mir die höchst erwünschte Gelegenheit gäbe, Sie wiederzusehen. Inzwischen empfehle ich mich Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin, wie immer, in ausgezeichneter Hochachtung als Ihr ganz ergebner</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hochverehrter Herr Geheimerath!</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>links oben von <span class="ED-name">Althoff</span>s <abbr class="ED-abbr">Hd</abbr>. mit Bleistift: <span class="ED-rdg"><u>Windelband</u>. | Durch Postk[arte] gedankt.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mindestens gleichkam</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">mindestens …kam</span> Wortteil Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-add">[…]</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ich nach jeder</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">ich … jeder</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Straßburger Ruf abgelehnt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Straßburger … abgelehnt</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ich keine Bedenken</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">ich … Bedenken</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">über diese Verhältnisse</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">über … Verhältnisse</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-8"><span class="ED-app-num">h</span><a href="#app-philological-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">thue. Es steht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">thue. … steht</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-9"><span class="ED-app-num">i</span><a href="#app-philological-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aber ich hege</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Aber … hege</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-10"><span class="ED-app-num">j</span><a href="#app-philological-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verzicht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Ver… </span>Wortteil Verlust durch Aktenheftung</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-11"><span class="ED-app-num">k</span><a href="#app-philological-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nicht, wen man</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">nicht, … man</span> ein Wort Verlust durch Aktenheftung; das in Frage stehende Wort könnte auch <span class="ED-rdg">wie</span> lauten</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-12"><span class="ED-app-num">l</span><a href="#app-philological-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Herrn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Hrn.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-13"><span class="ED-app-num">m</span><a href="#app-philological-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ex cathedra</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lat. Schrift</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-14"><span class="ED-app-num">n</span><a href="#app-philological-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eo ipso</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lat. Schrift</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-15"><span class="ED-app-num">o</span><a href="#app-philological-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">einander im Wege</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-16"><span class="ED-app-num">p</span><a href="#app-philological-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">prätensiöses</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-17"><span class="ED-app-num">q</span><a href="#app-philological-17-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ende</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt <abbr class="ED-abbr">gestr</abbr>. <span class="ED-rdg">Anfa</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Buch</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Windelband: Präludien. Aufsätze und Reden zur Einleitung in die Philosophie. Freiburg i. B./Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1884.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">neulichen Anwesenheit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Breslauer Angelegenheit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Althoff vom 30.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">College <span class="ED-name">Schöll</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 23.7.1883 bzw. 29.7.1883</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ambiren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="lateinisch" class="ED-abbr">lat.</abbr> sich (aufdringlich) um eine Stelle bewerben</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kieler Vorschläge</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kommentar zu Windelband an Althoff vom 30.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Freudenthal</span>s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist <span class="ED-name">Jacob Freudenthal</span> (1839–1907), seit 1864 am Jüdisch-Theologischen Seminar Breslau, 1875 in Breslau habilitiert, 1879 dort <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao.</abbr>, 1888 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">brieflich mir gegenüber</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Schreiben nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Dorner</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist <span class="ED-name">August Dorner</span> (1846–1920), 1874 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> am Predigerseminar Wittenberg, 1889 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr>, 1890 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> der Theologie in Königsberg (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Hirzel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Rudolf Hirzel</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Victor Ehrenberg</span> vom 29.7.1873</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">hat drucken lassen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> die Abfertigung <span class="ED-name">Benno Erdmann</span>s durch <span class="ED-name">Kuno Fischer</span> in: Immanuel Kant und seine Lehre Teil 1. Entstehung und Grundlegung der kritischen Philosophie. München: Bassermann 1882 (Geschichte der neuern Philosophie Bd. 3), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 50–51.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Axiome der Geometrie“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>erschienen 1877</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kritik</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> J. Jacobsohn: Die Axiome der Geometrie und ihr „philosophischer Untersucher“ Herr Benno Erdmann. In: Altpreussische Monatshefte 20 (1883), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 301–341.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">über <span class="ED-name">Martin Knutzen</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Erdmann: Martin Knutzen und seine Zeit. Ein Beitrag zur Geschichte der Wolfischen Schule und insbesondere zur Entwicklungsgeschichte Kants. Leipzig: Voss 1876.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">verstimmt gefühlt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>das hinderte nicht eine spätere Zusammenarbeit. Windelband gab heraus: Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1890–1893. I [mehr nicht erschienen]. Descartes und Schule. Bericht von Benno Erdmann. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 7 (1894), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 521–534.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-16"><span class="ED-app-num">16</span><a href="#app-editorial-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Rehmke</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist <span class="ED-name">Johannes Rehmke</span> (1848–1930), 1875–83 an der Kantonsschule St. Gallen, 1884 in Berlin habilitiert, 1885 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr>, 1887 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> Greifswald (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-17"><span class="ED-app-num">17</span><a href="#app-editorial-17-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Die Welt als Vorstellung und Begriff“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>recte: Die Welt als Wahrnehmung und Begriff, 1880.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-18"><span class="ED-app-num">18</span><a href="#app-editorial-18-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Rede über <span class="ED-name">Kant</span> und die Physiologie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Rehmke: Ueber Physiologie und Kantianismus. Vortrag vom 21.9.1882. In: Tageblatt der 55. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Eisenach 1855, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 98–116.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-19"><span class="ED-app-num">19</span><a href="#app-editorial-19-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Anwesenheit in unsrer Gegend</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>kam nicht zustande, <abbr class="ED-abbr">vgl</abbr>. Windelband an <span class="ED-name">Althoff</span> vom 18.10.1883</div></div></body></html>