<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Georg Jellinek, Straßburg, 22.3.1883, 8 S., hs. (dt. Schrift), Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/32</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000142-4"/><style type="text/css">
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Zunächst muß ich des Glücks gedenken, das Dir eine holde Gefährtin Deiner Zukunft beschert hat, muß Dir sagen, daß ich trotz alledem – mit treuem Freundesherzen dies Glück mitempfinde, und Dich bitten, Deiner lieben <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Braut ] Camilla Jellinek, geb. Wertheim, aus Wien. Die Hochzeit war im Jahre 1883 (NDB).&#xD;&#xA;">Braut</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Braut ] Camilla Jellinek, geb. Wertheim, aus Wien. Die Hochzeit war im Jahre 1883 (NDB).">[1]</a> meine Huldigungen zu Füßen zu legen, wenn ich auch fürchten muß, daß sie mir sehr, sehr zürnt und mich für einen bösen Menschen hält – der ich nicht bin! Vielleicht aber übt gerade sie das weibliche Vorrecht der Milde und stimmt Dein Herz zum Vergessen der Nachlässigkeit meines Schreibens und all der Zufälle und Mißverständnisse, die sich daran geknüpft!</p><p class="ED-p">Mir hat das Schicksal wenig Ruhe gelassen in diesen Jahren; ich habe viel gelernt und viel erfahren. Das schöne Freiburger Idyll, das nun hinter uns liegt, ward zuletzt schon viel unterbrochen. Mit dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Vierteljahr in Paris ] vgl. darüber Windelband an Georg Jellinek vom 9.10.1880, an Paul Siebeck vom 7.3.1881, an Karl Dilthey vom 20.7.1881 und an Victor Ehrenberg vom 16.3.1883.&#xD;&#xA;">Vierteljahr in Paris</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Vierteljahr in Paris ] vgl. darüber Windelband an Georg Jellinek vom 9.10.1880, an Paul Siebeck vom 7.3.1881, an Karl Dilthey vom 20.7.1881 und an Victor Ehrenberg vom 16.3.1883.">[2]</a> fing’s an! Welch eine Welt von historischer Größe und von gegenwärtiger Lebenskraft! Und nur <span class="ED-pb">|</span> flüchtig doch konnt’ ich ihre Sprache erforschen – die ersten Wochen in Gesellschaft von <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Knapp ] Georg Friedrich Knapp (1842–1926), Nationalökonom u. Statistiker,1874–1918 Prof. in Straßburg (NDB).&#xD;&#xA;">Knapp</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Knapp ] Georg Friedrich Knapp (1842–1926), Nationalökonom u. Statistiker,1874–1918 Prof. in Straßburg (NDB).">[3]</a></span>, den ich damals von hier nachzog –, während ich die Tage über in den Bibliotheken hockte. Es galt dem französischen Kapitel meines <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="dritten Bandes ] der Geschichcte der neueren Philosophie bei Breitkopf u. Härtel; ein solcher erschien nicht.&#xD;&#xA;">dritten Bandes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="dritten Bandes ] der Geschichcte der neueren Philosophie bei Breitkopf u. Härtel; ein solcher erschien nicht.">[4]</a>: und ich werde, vielleicht noch in diesem Jahre, für das englische auch noch eine ähnliche <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Reise nach London ] kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise ca. 8.3.1884), vgl. Windelband an Friedrich Theodor Althoff vom 18.10.1883 sowie an Gustav Glogau vom 6.3.1884.&#xD;&#xA;">Reise nach London</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Reise nach London ] kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise ca. 8.3.1884), vgl. Windelband an Friedrich Theodor Althoff vom 18.10.1883 sowie an Gustav Glogau vom 6.3.1884.">[5]</a> machen müssen. Damals hat sich (in wochenlanger geistiger Einsamkeit) viel in mir gestaltet, was erst langsam, aber, wie ich hoffe, stetig sich von mir als fertige Arbeit ablösen soll. Zunächst in allgemeiner Lebens- und Geschichtsauffassung: dort, wo die Probleme der modernen Geschichte und heutigen Gesellschaft aus jedem Stein sprechen und mit Händen zu greifen sind, da versteht man erst sich selbst, da lernt man klar erfassen, welches die Richtung ist, in der das individuelle Bewußtsein durch dieses Chaos sich den Weg suchen muß. So war mir Paris die werthvollste Ergänzung von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Rom ] vgl. Windelband an Jellinek vom 3.4.1873&#xD;&#xA;">Rom</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Rom ] vgl. Windelband an Jellinek vom 3.4.1873">[6]</a> – es war mir in vieler Hinsicht eindrucksvoller als Rom: vielleicht weil ich es reifer, vielleicht gerade weil ich es nach Rom betrat. Ich wünschte wohl, wir könnten einmal darüber reden! Denn schreiben läßt sich ja so etwas nicht. Nicht minder wichtig aber war die Zeit für meine philosophische Ueberzeugung: wie ich da die franz<span class="ED-add">[ösische]</span> Philos<span class="ED-add">[ophie]</span> des 19. Jahrhunderts durcharbeitete, – oh, da ist von mir abgefallen, was irgend von den positivistischen, empiristischen <span class="ED-pb">|</span> Modetendenzen, was von dem Eindruck der Tagesstichworte in mir hängen geblieben war! Und ich habe meinen Grund gefunden: ganz klar befestigt ist mir die Ueberzeugung, die schon mein zweiter Band aussprach, daß die deutsche Philosophie als allseitige Ausführung des <span class="ED-name">kantischen</span> Gedankens den Höhepunct der modernen Denkbewegung bildet, und der ganze Sinn meines dritten Bandes (wenn er – wenn er nur bald fertig würde!) wird der sein, zu beweisen, daß die gegnerischen Tendenzen der franz<span class="ED-add">[ösischen]</span> und der engl<span class="ED-add">[ischen]</span> Philosophie, die jetzt auch bei uns nachgeahmt zu werden anfangen, Repristinationen der von <span class="ED-name">Kant</span> überwundenen Philos<span class="ED-add">[ophie]</span> des 18. Jahrhundert sind, die sich von ihren Vorbildern nur durch solche Züge unterscheiden, deren Genesis sich direct auf den Einfluß eben der von ihnen bekämpften kritischen Philosophie zurückführen läßt. Und neben diesem Historischen ging mir damals in gedankenvoller Einsamkeit ein theoretischer Gesichtspunct auf, der damit genau zusammenhängt und unter dem sich mir die Gedankenwelt des deutschen Kriticismus in einer Weise anordnet, daß mir der Gang meiner Arbeit nun für das ganze Leben fest vorgezeichnet ist. Eine Art Programm davon denke ich Dir noch im Sommer zuzuschicken.</p><p class="ED-p">Daß es nicht eher fertig geworden, daran ist die <span class="ED-pb">|</span> hastige Bewegtheit meines äußeren Daseins schuld. Das durch jene pariser Reise verkürzte Sommersemester 81 war mir das liebste bisher aus meiner akademischen Thätigkeit: es war ein Kreis hochgebildeter, verständnißvoller Zuhörer, darunter der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Holländer Heymans ] vgl. Kant-Studien 8 (1903), S. 455: erwähnt Gerard Heymans (Leiden) als einen Schüler Windelbands und Rickerts.&#xD;&#xA;">Holländer </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Holländer Heymans ] vgl. Kant-Studien 8 (1903), S. 455: erwähnt Gerard Heymans (Leiden) als einen Schüler Windelbands und Rickerts.&#xD;&#xA;">Heymans</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Holländer Heymans ] vgl. Kant-Studien 8 (1903), S. 455: erwähnt Gerard Heymans (Leiden) als einen Schüler Windelbands und Rickerts.">[7]</a></span>, der dir vielleicht in Deiner Literatur begegnet ist und der damals mit seiner später in der Vierteljahrsschrift von <span class="ED-name">Avenarius</span> erschienenen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Schrift über die Methode der Ethik ] Heymans promovierte 1881 in Freiburg bei Windelband mit einer Arbeit Zur Kritik des Utilismus. Davon erschien die Ausarbeitung Die Methode der Ethik. In: Vierteljahrschrift für Wissenschaftliche Philosophie 6 (1882), S. 74–86, 162–188 u. 434–473.&#xD;&#xA;">Schrift über die Methode der Ethik</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Schrift über die Methode der Ethik ] Heymans promovierte 1881 in Freiburg bei Windelband mit einer Arbeit Zur Kritik des Utilismus. Davon erschien die Ausarbeitung Die Methode der Ethik. In: Vierteljahrschrift für Wissenschaftliche Philosophie 6 (1882), S. 74–86, 162–188 u. 434–473.">[8]</a> bei mir promovirte. Dabei im Hause die Verlobung meiner Schwägerin. Nachher in den Herbstferien wieder ein Vierteljahr auf der Reise: erst an die See, dann zu Verwandten, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Hochzeit ] von Elsbeth Wichgraf u. Johannes von Kries am 6.10.1881 (https://www.janecke.name/gaeste/wichgraf-in-potsdam).&#xD;&#xA;">Hochzeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Hochzeit ] von Elsbeth Wichgraf u. Johannes von Kries am 6.10.1881 (https://www.janecke.name/gaeste/wichgraf-in-potsdam).">[9]</a> <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr> <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr> Im folgenden Winter viel Kinderkrankheit, Verwandtenverkehr! Dann zum Frühjahr und Anfang Sommer kam der Straßburger Ruf. Es war sehr schwer für uns, die Entscheidung zu finden. Freiburg ist ein reizendes Idyll, und es ist für uns eine Stätte hoher Freuden gewesen. In der aufstrebenden Universität hatte ich einen schönen Wirkungskreis, eine vortreffliche persönliche Position: wir hatten einen schönen Freundeskreis, wir genossen das herrliche Klima und die entzückende Umgebung mit vollen Zügen. Und hätt’ ich dableiben wollen, eine Fülle von äußerer Anerkennung wäre mir in den Schooß gefallen. Zudem ist Strassburg leicht eine Sackgasse: und das hab’ ich sogar schon in diesem Winter erfahren; denn der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Ruf nach Breslau ] Windelband war als Nachfolger Wilhelm Diltheys, der nach Berlin berufen war, im Gespräch gewesen, vgl. Windelband an Friedrich Theodor Althoff vom 30.11.1882.&#xD;&#xA;">Ruf nach Breslau</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Ruf nach Breslau ] Windelband war als Nachfolger Wilhelm Diltheys, der nach Berlin berufen war, im Gespräch gewesen, vgl. Windelband an Friedrich Theodor Althoff vom 30.11.1882.">[10]</a>, wo <span class="ED-pb">|</span> ich primo loco vorgeschlagen war, ist darum nicht an mich gekommen, weil der Kaiser <abbr title="respektive" class="ED-abbr">resp.</abbr> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Manteuffel ] Edwin Karl Rochus Freiherr von Manteuffel (1809–1885), seit 1879 Reichsstatthalter von Elsaß-Lothringen (WBIS).&#xD;&#xA;">Manteuffel</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Manteuffel ] Edwin Karl Rochus Freiherr von Manteuffel (1809–1885), seit 1879 Reichsstatthalter von Elsaß-Lothringen (WBIS).">[11]</a></span> mich hier nicht fortlassen wollte! Andrerseits aber gilt es aber doch noch immer als eine Art von großem Loos für uns, an die Reichsuniversität berufen zu werden, und ist dieser Ruf gewissermaßen gebieterisch. Hätt’ ich ihn abgelehnt, so hätt’ ich mir in Freiburg ein Erbbegräbniß kaufen können, und danach ist doch eben Freiburg auch nicht. Endlich aber – es gilt hier eine Mission zu erfüllen. Durch traurige Verhältnisse ist hier, in unserer Westmark, in der deutschen Reichsuniversität, die Philosophie von einem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Positivisten niederen Ranges, Laas ] vgl. den literarischen Schlagabtausch, den sich Ernst Laas und Windelband als Straßburger Fachkollegen lieferten: Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, S. 1-17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, S. 161–169.&#xD;&#xA;">Positivisten niederen Ranges, </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Positivisten niederen Ranges, Laas ] vgl. den literarischen Schlagabtausch, den sich Ernst Laas und Windelband als Straßburger Fachkollegen lieferten: Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, S. 1-17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, S. 161–169.&#xD;&#xA;">Laas</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Positivisten niederen Ranges, Laas ] vgl. den literarischen Schlagabtausch, den sich Ernst Laas und Windelband als Straßburger Fachkollegen lieferten: Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, S. 1-17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, S. 161–169.">[12]</a></span>, occupirt worden, eine der trübsten akademischen Geschichten, und demgegenüber ist es nun die schwere Aufgabe, der sich <span class="ED-name">Liebmann</span> nicht auf die Dauer gewachsen gefühlt hat (und darum ist er zu allgemeinstem Staunen nach Jena gegangen), hier die großen Traditionen der deutschen Philosophie zur Geltung zu bringen. Diese Aufgabe ist sehr schwer, viel schwerer nach meiner jetzigen Einsicht, als ich sie mir vorgestellt habe: denn die Straßburger Studentenschaft ist – aus vielen Gründen – ganz andersartig als die der andern deutschen Universitäten: eine <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="banausische Greisenhaftigkeit ] so wörtlich&#xD;&#xA;">banausische Greisenhaf</span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="banausische Greisenhaftigkeit ] so wörtlich&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="banausische Greisenhaftigkeit ] so wörtlich&#xD;&#xA;">tigkeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="banausische Greisenhaftigkeit ] so wörtlich">[b]</a> waltet darin, die sehr schwer aufzurütteln sein wird. Indessen, wir alle, die wir hier leben, arbeiten ja nicht für den Moment, sondern für die nächste Generation. Freilich die öffentlichen Verhältnisse, mit denen man die Berührung nicht vermeiden kann, sind sehr complicirt und schwierig. Genug! es ist von Freiburg hierher eine sehr, sehr weite Reise. Aus dem Idyll in den verantwortungsvollsten Kampf, in scharfe, schneidende Luft! Aber es giebt eben auch etwas zu thun, das seinen hohen Werth hat!</p><p class="ED-p">Das nicht leichte Einleben in diese Verhältnisse complicirte sich nun in diesem Winter für mich durch die häuslichen Dinge, die soviel Zeit kosten und so viele so köstliche Freuden bringen! Meine liebe, gute Frau, mein Glück und mein Halt, hat auch diese Zeit trefflich überwunden: sie ist sehr wohl und grüßt Dich und unbekannter Weise Deine liebe Braut von Herzen. Unser Sigfrid ist ein Normalbub: ein fröhlicher, braver Kerl, der sich trefflich nährt, wenig Unruhe und unsägliche Freude macht. Um ihn bemühen sich mit spielerischer Sorgfalt die drei Schwestern, die Dir ihren bildlichen Besuch machen: Dora und Meta, sieben und sechs Jahre alt, die jetzt in eine Privatschule kom<span class="ED-pb">|</span>men werden, nachdem sie bisher Lesen, Schreiben <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="und ] d&#xD;&#xA;">und</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="und ] d">[c]</a> Rechnen bei ihrer Mama, Geographie, Anschauung <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr> bei mir (nach sehr individueller Auswahl!) gelernt haben. Elsa, von der ich nur gerade noch ein Bild im Schwarzwälder Kostüm zur Hand habe, dreieinhalbjährig, ist ein flottes, durchtriebenes, schelmisch-übermüthiges Kind, ein Kind, das „Race“ hat, aber einmal schwer zu erziehen sein wird. Die beiden älteren sind lenksam, sinnig, lernbegierig: Dore fast zu verständig, aber sehr lebhaft, Meta zart, sehr schüchtern, etwas flüchtig in den geistigen Thätigkeiten.</p><p class="ED-p">So hab’ ich denn in diesen Jahren viel gelebt, viel erlebt, und – ich darf es sagen – viel gearbeitet: aber Nichts ist da, womit ich Deine lieben Zeugen fleißiger, schöpferischer Thätigkeit hätte beantworten können. Habe, liebster Freund, vielen Dank für Deine Schriften: so wenig ich von ihrem Detail verstehe, so innig <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="freue ich mich ] freue mich&#xD;&#xA;">freue ich mich</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="freue ich mich ] freue mich">[d]</a> Deiner klaren, einsichtigen, scharf formulirenden, geistvoll zusammenfassenden Darstellung. Und was die Principien anlangt, in denen ich mitsprechen zu dürfen wünschen würde, so habe ich Deine Ansicht vom <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Recht als dem „ethischen Minimum“ ] viel zitierte These aus Jellinek: Die socialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe. Wien: Hölder 1878.&#xD;&#xA;">Recht als dem „ethischen Minimum“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Recht als dem „ethischen Minimum“ ] viel zitierte These aus Jellinek: Die socialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe. Wien: Hölder 1878.">[13]</a> völlig zu der meini<span class="ED-pb">|</span>gen gemacht; und freue mich, in dem Hauptpuncte mit Dir ganz einig zu sein: ich habe in <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;">Fr</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;">[eiburg]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;"> Rechtsphilos</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;">[ophie]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;"> gelesen und lese nächsten Sommer hier „Ethik mit Einschluß der Rechtsphilos</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;">[ophie]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.&#xD;&#xA;">“.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="Freiburg … Rechtsphilosophie“. ] vgl. die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg SS 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg SS 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.">[14]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="Propositio ] es sind unter den 20 Ms.-Heften Windelbands im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan, zwei Hefte zur Rechtsphilosophie erhalten: Nr. 4. Mit eigenhändigem Titel: Grundlinien der Rechtsphilosophie. Windelband. Vorgetr. zuerst Freiburg, Sommer 1882. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. Umfang: 48 S., davon beschrieben: 35. 1 beigelegtes, gefaltetes Bl. mit 4 beschriebenen S. Maße: 20,0 x 16,3 cm, Beilage (aufgeklappt): 33,3 x 21,0 cm. Nr. 5. Ohne Titel; Fortsetzung von Heft 4. 1. Zeile beginnt: 2. Cap. Die Momente des Rechtsbegriffs. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. 48 S., davon beschrieben: 13 (überwiegend lediglich Paragraphenüberschriften), 1 beigelegtes, gefaltetes Bl. mit 2 beschriebenen S. Maße: 21,2 x 16,8 cm, Beilage (aufgeklappt): 22,4 x 14,0 cm. In diesem Heft Nr. 5 finden sich auf Bl. 16r die Sätze: Aus der Recapitulation aller dieser Momente ergiebt sich nun, mit Berücksichtigung des später noch zu betrachtenden Umstandes, daß alle Rechtsbestimmungen einer Gesellschaft sich zu einem Ganzen zusammenschließen, folgende, langathmige, aber dafür erschöpfende Definition: „Recht ist das System der Normen, durch welche eine staatlich geordnete Gesellschaft [danach gestr.: im Hinblick auf] die unerläßlichen Anforderungen, die sie vermöge ihres sittlichen Gesammtbewußtseins an die Individuen stellt, in der Weise bestimmt, daß die staatliche Gewalt dem Widerstande gegenüber ihre Durchführung erzwingt und in streitigen Fällen über ihre Anwendung entscheidet.“ Die Anführungszeichen markieren kein Zitat, sondern dienen der Hervorhebung, z. B. zum Diktat. Neben der auf diese Sätze folgenden nächsten Kapitelüberschrift ist die Datierung auf den 4.7.1882 notiert.&#xD;&#xA;">Propositio</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="Propositio ] es sind unter den 20 Ms.-Heften Windelbands im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan, zwei Hefte zur Rechtsphilosophie erhalten: Nr. 4. Mit eigenhändigem Titel: Grundlinien der Rechtsphilosophie. Windelband. Vorgetr. zuerst Freiburg, Sommer 1882. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. Umfang: 48 S., davon beschrieben: 35. 1 beigelegtes, gefaltetes Bl. mit 4 beschriebenen S. Maße: 20,0 x 16,3 cm, Beilage (aufgeklappt): 33,3 x 21,0 cm. Nr. 5. Ohne Titel; Fortsetzung von Heft 4. 1. Zeile beginnt: 2. Cap. Die Momente des Rechtsbegriffs. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. 48 S., davon beschrieben: 13 (überwiegend lediglich Paragraphenüberschriften), 1 beigelegtes, gefaltetes Bl. mit 2 beschriebenen S. Maße: 21,2 x 16,8 cm, Beilage (aufgeklappt): 22,4 x 14,0 cm. In diesem Heft Nr. 5 finden sich auf Bl. 16r die Sätze: Aus der Recapitulation aller dieser Momente ergiebt sich nun, mit Berücksichtigung des später noch zu betrachtenden Umstandes, daß alle Rechtsbestimmungen einer Gesellschaft sich zu einem Ganzen zusammenschließen, folgende, langathmige, aber dafür erschöpfende Definition: „Recht ist das System der Normen, durch welche eine staatlich geordnete Gesellschaft [danach gestr.: im Hinblick auf] die unerläßlichen Anforderungen, die sie vermöge ihres sittlichen Gesammtbewußtseins an die Individuen stellt, in der Weise bestimmt, daß die staatliche Gewalt dem Widerstande gegenüber ihre Durchführung erzwingt und in streitigen Fällen über ihre Anwendung entscheidet.“ Die Anführungszeichen markieren kein Zitat, sondern dienen der Hervorhebung, z. B. zum Diktat. Neben der auf diese Sätze folgenden nächsten Kapitelüberschrift ist die Datierung auf den 4.7.1882 notiert.">[15]</a> daraus: „Recht ist das System von Normen, wodurch eine staatlich geordnete Gesellschaft vermöge ihres sittlichen Gesammtbewußtseins die unerläßlichen Anforderungen, welche sie an ihre Mitglieder stellt, in der Weise bestimmt, daß die staatliche Gewalt in zweifelhaften Fällen über ihre Anwendung entscheidet und dem Widerstande gegenüber ihre Durchführung vollzieht.“ Sehr langathmig! aber, wo viel gefragt worden ist, muß viel geantwortet werden!</p><p class="ED-p">Doch für heut genug! Du mußt schon verzeihen, daß die Hoffnung, unser geistiger Rapport sei trotz langer Unterbrechung doch leicht wiederherzustellen, mich zu so langem Geplauder verleitet hat! Hoffentlich schreibst Du mir auch bald einmal! Inzwischen bleibe der unveränderten, treuen Freundschaft versichert, mit der ich mich nenne Deinen alten</p><p class="ED-signed">Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">—</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Gedankenstrich über ein Viertel der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">banausische Greisenhaftigkeit</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">d</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">freue ich mich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">freue mich</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Braut</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Camilla Jellinek, geb. Wertheim</span>, aus Wien. Die Hochzeit war im Jahre 1883 (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Vierteljahr in Paris</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> darüber Windelband an <span class="ED-name">Georg Jellinek</span> vom 9.10.1880, an <span class="ED-name">Paul Siebeck</span> vom 7.3.1881, an <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 20.7.1881 und an <span class="ED-name">Victor Ehrenberg</span> vom 16.3.1883.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Knapp</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Georg Friedrich Knapp</span> (1842–1926), Nationalökonom <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Statistiker,1874–1918 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> in Straßburg (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">dritten Bandes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Geschichcte der neueren Philosophie bei Breitkopf <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Härtel; ein solcher erschien nicht.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Reise nach London</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise <abbr title="circa" class="ED-abbr">ca.</abbr> 8.3.1884), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Friedrich Theodor Althoff</span> vom 18.10.1883 sowie an <span class="ED-name">Gustav Glogau</span> vom 6.3.1884.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Rom</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Jellinek</span> vom 3.4.1873</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Holländer <span class="ED-name">Heymans</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kant-Studien 8 (1903), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 455: erwähnt <span class="ED-name">Gerard Heymans</span> (Leiden) als einen Schüler Windelbands und <span class="ED-name">Rickert</span>s.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schrift über die Methode der Ethik</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Heymans</span> promovierte 1881 in Freiburg bei Windelband mit einer Arbeit Zur Kritik des Utilismus. Davon erschien die Ausarbeitung Die Methode der Ethik. In: Vierteljahrschrift für Wissenschaftliche Philosophie 6 (1882), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 74–86, 162–188 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 434–473.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hochzeit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von <span class="ED-name">Elsbeth Wichgraf</span> <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <span class="ED-name">Johannes von Kries</span> am 6.10.1881 (<span class="ED-link"><a href="https://www.janecke.name/gaeste/wichgraf-in-potsdam">https://www.janecke.name/gaeste/wichgraf-in-potsdam</a></span>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ruf nach Breslau</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Windelband war als Nachfolger <span class="ED-name">Wilhelm Dilthey</span>s, der nach Berlin berufen war, im Gespräch gewesen, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Friedrich Theodor Althoff</span> vom 30.11.1882.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Manteuffel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Edwin Karl Rochus Freiherr von Manteuffel</span> (1809–1885), seit 1879 Reichsstatthalter von Elsaß-Lothringen (<abbr title="World Biographical Information System" class="ED-abbr">WBIS</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Positivisten niederen Ranges, <span class="ED-name">Laas</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr class="ED-abbr">vgl</abbr>. den literarischen Schlagabtausch, den sich <span class="ED-name">Ernst Laas</span> und Windelband als Straßburger Fachkollegen lieferten: Laas: Ueber teleologischen Kriticismus [=Rezension von: Windelband: Präludien 1884]. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 8 (1884), 1. Heft, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1-17; Windelband: Ueber den teleologischen Kriticismus. Zur Abwehr. In: Philosophische Monatshefte 20 (1884), 2. u. 3. Heft, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 161–169.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Recht als dem „ethischen Minimum“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>viel zitierte These aus Jellinek: Die socialethische Bedeutung von Recht, Unrecht und Strafe. Wien: Hölder 1878.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Freiburg … Rechtsphilosophie“.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Vorlesungsverzeichnisse Freiburg <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1882: Rechtsphilosophie (im Zusammenhange mit den allgemeinen Principien der praktischen Philosophie), Dienstag und Mittwoch von 8–9 Uhr; Straßburg <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1883: Ethik (mit Einschluss der Rechtsphilosophie); Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9–10 Uhr.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Propositio</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>es sind unter den 20 <abbr title="Manuskript" class="ED-abbr">Ms.</abbr>-Heften Windelbands im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan, zwei Hefte zur Rechtsphilosophie erhalten: <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 4. Mit eigenhändigem Titel: <span class="ED-rdg">Grundlinien der Rechtsphilosophie. Windelband. Vorgetr. zuerst Freiburg, Sommer 1882</span>. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. Umfang: 48 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr>, davon beschrieben: 35. 1 beigelegtes, gefaltetes <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> mit 4 beschriebenen <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> Maße: 20,0 x 16,3 <abbr title="Zentimeter" class="ED-abbr">cm</abbr>, Beilage (aufgeklappt): 33,3 x 21,0 <abbr title="Zentimeter" class="ED-abbr">cm</abbr>. <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 5. Ohne Titel; Fortsetzung von Heft 4. 1. Zeile beginnt: <span class="ED-rdg">2. Cap. Die Momente des Rechtsbegriffs</span>. Heft mit Fadenheftung und Umschlag aus blauem Papier. 48 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr>, davon beschrieben: 13 (überwiegend lediglich Paragraphenüberschriften), 1 beigelegtes, gefaltetes <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> mit 2 beschriebenen <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> Maße: 21,2 x 16,8 <abbr title="Zentimeter" class="ED-abbr">cm</abbr>, Beilage (aufgeklappt): 22,4 x 14,0 <abbr title="Zentimeter" class="ED-abbr">cm</abbr>. In diesem Heft <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 5 finden sich auf <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 16r die Sätze: <span class="ED-rdg">Aus der Recapitulation aller dieser Momente ergiebt sich nun, mit Berücksichtigung des später noch zu betrachtenden Umstandes, daß alle Rechtsbestimmungen einer Gesellschaft sich zu einem Ganzen zusammenschließen, folgende, langathmige, aber dafür erschöpfende Definition: „Recht ist das System der Normen, durch welche eine staatlich geordnete Gesellschaft [</span>danach gestr.:<span class="ED-rdg"> im Hinblick auf] die unerläßlichen Anforderungen, die sie vermöge ihres sittlichen Gesammtbewußtseins an die Individuen stellt, in der Weise bestimmt, daß die staatliche Gewalt dem Widerstande gegenüber ihre Durchführung erzwingt und in streitigen Fällen über ihre Anwendung entscheidet.“ </span>Die Anführungszeichen markieren kein Zitat, sondern dienen der Hervorhebung, <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> zum Diktat. Neben der auf diese Sätze folgenden nächsten Kapitelüberschrift ist die Datierung auf den 4.7.1882 notiert.</div></div></body></html>