<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Wilhelm Nokk, Freiburg i. Br., 30.3.1880, 4 S., hs. (dt. Schrift), Generallandesarchiv Karlsruhe, 52 Nokk 201</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000116-1"/><style type="text/css">
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Ap 80 | N&#xD;&#xA;">i</span></sup><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Freiburg i/B. 30 März 1880 ] in lat. Schrift; links oben Bleistiftnotiz von Nokks Hd.: beantw. 5. Ap 80 | N&#xD;&#xA;">/B.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Freiburg i/B. 30 März 1880 ] in lat. Schrift; links oben Bleistiftnotiz von Nokks Hd.: beantw. 5. Ap 80 | N&#xD;&#xA;"> 30 März 1880</span></p><p class="ED-salute">Hochverehrter Herr <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Oberschulrathsdirector, ] danach 4 Zeilen freigelassen&#xD;&#xA;">Oberschulrathsdirector,</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Oberschulrathsdirector, ] danach 4 Zeilen freigelassen">[a]</a></p><p class="ED-p"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Freiburg i/B. 30 März 1880 ] in lat. Schrift; links oben Bleistiftnotiz von Nokks Hd.: beantw. 5. Ap 80 | N">[b]</a>Indem ich mir gestatte, Euer Hochwohlgeboren den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="ersten Band ] von Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.&#xD;&#xA;">ersten Band</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="ersten Band ] von Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.">[1]</a> meiner Geschichte der neueren Philosophie hochachtungsvoll zu überreichen, füge ich hinzu, daß ich mir dies schon gleich beim Erscheinen desselben erlaubt haben würde, wenn ich nicht die Hoffnung gehegt hätte, binnen Jahresfrist das ganze Werk auf einmal überreichen zu können.</p><p class="ED-p">Diese Hoffnung ist nun wesentlich deshalb nicht erfüllt worden, weil ich mich mehr und mehr überzeugt habe, daß ich über die bisher noch garnicht bearbeitete ausländische Philosophie dieses Jahrhunderts meine Studien nur an den Quellen beenden kann. Es ist der hiesigen Bibliothek die Anschaffung der sehr ausgedehnten Literatur, für welche noch nicht die Kritik der Zeit eine Aussichtung des Werthvollen vollzogen <span class="ED-pb">|</span> hat, in keiner Weise zuzumuthen. Das Gleiche gilt aber wol von allen deutschen Bibliotheken; selbst die Straßburger, welche <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="in dieser Hinsicht am vollständigsten ] der Grundbestand der Bibliothek der 1872 gegründeten Universität Straßburg wurde durch Dubletten aus sämtlichen deutschen Universitäsbibliotheken gebildet.&#xD;&#xA;">in dieser Hinsicht am vollständigsten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="in dieser Hinsicht am vollständigsten ] der Grundbestand der Bibliothek der 1872 gegründeten Universität Straßburg wurde durch Dubletten aus sämtlichen deutschen Universitäsbibliotheken gebildet.">[2]</a> sein dürfte, läßt mich Vieles vermissen. Da nun außerdem für die Beurtheilung fremdländischer Ideenbewegungen der persönliche Verkehr mit ihren lebenden Vertretern von äußerst förderlichem Einfluß ist, so scheint mir zur Vollendung meines begonnen Werkes ein mehrwöchiger Aufenthalt sowol in Paris als auch in London unerläßlich. Er allein würde mich in den Stand setzen, eine Darstellung des gegenwärtigen Standes der Philosophie in den beiden westlichen Nationen, welche bisher nicht nun in unsrer Literatur, sondern überhaupt fehlt, meinem Werke hinzuzufügen.</p><p class="ED-p">Für einen solchen Aufenthalt reichen jedoch meine <span class="ED-pb">|</span> eignen Mittel nicht aus, und ich erlaube mir daher, an Eure Hochwohlgeboren die ganz ergebne Anfrage zu richten, ob irgend welche Aussichten vorhanden wären, daß mir die Mittel für diese wissenschaftlichen Reisen, wie es ja in andern Fällen geschehen ist, von der Großherzoglichen Regierung gewährt würden, welche ja theils im Allgemeinen den wissenschaftlichen Bestrebungen eine so segensreiche Förderung gewährt, theils im Besonderen mir schon früher so dankenswerthe Zeichen ihrer gütigen Gesinnung gegeben hat. Mein Wunsch würde dahin gehen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in den großen Ferien die pariser ] vgl. Windelband an Georg Jellinek vom 9.10.1880&#xD;&#xA;">in den großen Ferien die pariser</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in den großen Ferien die pariser ] vgl. Windelband an Georg Jellinek vom 9.10.1880">[3]</a>, in den nächsten Frühjahrsferien die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="londoner Studien ] ein Aufenthalt in London kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise ca. 8.3.1884), vgl. Windelband an Gustav Glogau vom 6.3.1884.&#xD;&#xA;">londoner Studien</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="londoner Studien ] ein Aufenthalt in London kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise ca. 8.3.1884), vgl. Windelband an Gustav Glogau vom 6.3.1884.">[4]</a> zu machen, sodaß eine Unterbrechung meiner hiesigen Lehrthätigkeit nicht daraus hervorgehen würde.</p><p class="ED-p">In Rücksicht auf die Einrichtung meiner weiteren Arbeiten und auf meine Verabredungen mit meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3 app-editorial-5" title="Verle|ger ] Verle|leger Silbenverdoppelung durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Verle|ger ] Breitkopf u. Härtel, Leipzig.&#xD;&#xA;">Verle</span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3 app-editorial-5" title="Verle|ger ] Verle|leger Silbenverdoppelung durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Verle|ger ] Breitkopf u. Härtel, Leipzig.&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3 app-editorial-5" title="Verle|ger ] Verle|leger Silbenverdoppelung durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Verle|ger ] Breitkopf u. Härtel, Leipzig.&#xD;&#xA;">ger</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Verle|ger ] Breitkopf u. Härtel, Leipzig.">[5]</a><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Verle|ger ] Verle|leger Silbenverdoppelung durch Seitenwechsel">[c]</a> wäre mir eine Entscheidung dieser Frage schon jetzt sehr erwünscht, und deshalb gestatte ich mir, dieselbe Euer Hochwohlgeboren zu unterbreiten und Ihrem geneigten Wohlwollen zu empfehlen.</p><p class="ED-p">Indem ich nicht unterlasse, für die liebenswürdige Beantwortung meines letzten Schreibens und für das auch bei dieser Gelegenheit mir von Euer Hochwohlgeboren gewährte Interesse meinen aufrichtigen Dank auszusprechen, bin ich</p><p class="ED-p">in vorzüglicher Hochachtung</p><p class="ED-p">Euer Hochwohlgeboren</p><p class="ED-p">ganz ergebner</p><p class="ED-signed"><abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> W. Windelband</p><p class="ED-signed">Professor der Philosophie</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Oberschulrathsdirector,</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach 4 Zeilen freigelassen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Freiburg <abbr title="im Breisgau" class="ED-abbr"><sup>i</sup>/B.</abbr> 30 März 1880</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in <abbr title="lateinisch" class="ED-abbr">lat.</abbr> Schrift; links oben Bleistiftnotiz von Nokks <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>: <span class="ED-rdg">beantw. 5. Ap 80 | N</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verle<span class="ED-pb">|</span>ger</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Verle|leger</span> Silbenverdoppelung durch Seitenwechsel</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ersten Band</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr>: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Härtel 1878.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in dieser Hinsicht am vollständigsten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Grundbestand der Bibliothek der 1872 gegründeten Universität Straßburg wurde durch Dubletten aus sämtlichen deutschen Universitäsbibliotheken gebildet.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in den großen Ferien die pariser</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Georg Jellinek</span> vom 9.10.1880</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">londoner Studien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>ein Aufenthalt in London kam womöglich nicht zustande. Im Frühjahr 1884 unternahm Windelband eine Reise nach Oxford, deren Daten nicht genau bekannt sind (Abreise <abbr title="circa" class="ED-abbr">ca.</abbr> 8.3.1884), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Gustav Glogau</span> vom 6.3.1884.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verle<span class="ED-pb">|</span>ger</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Breitkopf <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Härtel, Leipzig.</div></div></body></html>