<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Georg Jellinek, Axenfels, 26.8.1878, 3 S., hs. (dt. Schrift), Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/56</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000107-1"/><style type="text/css">
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Der Umstand, daß die Voraussetzung meines Vorschlag’s, Du seiest in Paris, dahinfällt, legt mir eine große Verantwortung Dir gegenüber auf, und ich muß mich ernstlich fragen, ob ich es verantworten kann, Dich zu einer Reise <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="hieher ] so wörtlich&#xD;&#xA;">hieher</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="hieher ] so wörtlich">[a]</a> zu veranlassen, welche Du sonst nicht gemacht hättest. Wäre es nur der Rückweg von Paris gewesen, so stand die Sache eben anders. Eigens deshalb zu reisen, so weit <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr>; darf ich Dir viel schwerer zumuthen. Zweierlei kommt hinzu: erstens, daß es hier ganz abscheuliches Wetter ist, sodaß man Nichts anfangen kann, sondern im Hotel sitzen muß, um nur hin und wieder den neidischen Wettergöttern einen Spaziergang abzulisten; zweitens, daß ich auch aus anderen Gründen nicht mehr sehr lange in der Schweiz bleiben werde. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Ich bin, da ich ] Ich bin ich, da ich&#xD;&#xA;">Ich bin, da ich</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Ich bin, da ich ] Ich bin ich, da ich">[b]</a> nervös total abgewirthschaftet war, schon Donnerstag abgereist und noch am gleichen Tage hier zur Ruhe gegangen. Dabei habe ich mir höchstens 14 Tage als Reisezeit angesetzt. Denn ich habe viel zu thun, und wenig auszugeben; vor Allem aber ruft mich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="mein Druck ] von: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.&#xD;&#xA;">mein Druck</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="mein Druck ] von: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.">[1]</a> nach Hause; denn <span class="ED-pb">|</span> die Correctur zu lesen ist hier, wie ich gestern practisch erfuhr, nicht nur ein unbequemes und langweiliges, sondern bei dem Mangel an Büchern ein fast unmögliches Ding.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Donnerstag den 5ten ] vgl. Wilhelm Dilthey an Graf Paul Yorck von Wartenburg vom 29.9.1878 aus Interlaken: Weinholds kamen uns besuchen, ebenso der Philosoph Windelband etc. (Wilhelm Dilthey Briefwechsel Bd. 1 1852–1882. Hg. v. G. Kühne-Bertram u. H.-U. Lessing. Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2011, S. 812). Dies deutet neben dem schließlichen Treffen Windelbands und Jellineks in Axenfels (vgl. die folgende Anm.) auf eine zwischenzeitliche Planänderung hin.&#xD;&#xA;">Donnerstag den 5</span><sup><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Donnerstag den 5ten ] vgl. Wilhelm Dilthey an Graf Paul Yorck von Wartenburg vom 29.9.1878 aus Interlaken: Weinholds kamen uns besuchen, ebenso der Philosoph Windelband etc. (Wilhelm Dilthey Briefwechsel Bd. 1 1852–1882. Hg. v. G. Kühne-Bertram u. H.-U. Lessing. Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2011, S. 812). Dies deutet neben dem schließlichen Treffen Windelbands und Jellineks in Axenfels (vgl. die folgende Anm.) auf eine zwischenzeitliche Planänderung hin.&#xD;&#xA;">ten</span></sup><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Donnerstag den 5ten ] vgl. Wilhelm Dilthey an Graf Paul Yorck von Wartenburg vom 29.9.1878 aus Interlaken: Weinholds kamen uns besuchen, ebenso der Philosoph Windelband etc. (Wilhelm Dilthey Briefwechsel Bd. 1 1852–1882. Hg. v. G. Kühne-Bertram u. H.-U. Lessing. Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2011, S. 812). Dies deutet neben dem schließlichen Treffen Windelbands und Jellineks in Axenfels (vgl. die folgende Anm.) auf eine zwischenzeitliche Planänderung hin.">[2]</a> will ich also gern wieder nach Haus. Nun schreibst Du, Du würdest vor acht Tagen nicht fortkönnen: <abbr title="das heißt" class="ED-abbr">d. h.</abbr> da Du am 23. schreibst, Du würdest etwa am 30 oder 31 reisen. Wenn es nun von Dir nicht zu viel gefordert ist, lediglich um meinetwillen diese Reise zu machen, so würde ich Dir Folgendes vorschlagen:</p><p class="ED-p">Ich werde mich, sofern nichts dazwischen kommt, – auf welchem Weg entscheidet das Wetter – so einrichten, daß ich zu dem Tage, den Du mir als Ankunftstag bestimmst, auch in Interlaken bin. Dort treffen wir um den ersten Sept<span class="ED-add">[ember]</span> herum auch noch <span class="ED-name">Ehrenberg</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="und ] d&#xD;&#xA;">und</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="und ] d">[c]</a> <span class="ED-name">Rümelin</span>: und dann schlage ich Dir vor, mit mir nach Freiburg zu gehen und dort in den Schwarzwäldern die Geheimnisse des Weltalls und des Menschenlebens zu durchwühlen. Es ist Vieles – Sachliches und Persönliches! – was ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="mit Dir besprechen ] vgl. Jellinek an seine Eltern vom 31.8.1878 aus Axenfels: Gestern vormittag bin ich bei dem denkbar schlechtesten Wetter hier angelangt und wurde durch das Wiedersehen meines lieben Freundes Windelband für alle Strapazen der Reise reichlich entschädigt. Ich habe ihn mir gegenüber gefunden wie ich ihn vor vier Jahren verlassen habe, als denselben reinen, guten und großen Menschen. Ohne daß ich noch ein Wort über meine Habilitationsgeschichte mit ihm gesprochen hätte, bot er mir ganz spontan eine außerordentliche Professur an der Universität Freiburg an und zwar für Moralphilosophie. Freilich wäre vorderhand mit dieser Stelle noch kein Gehalt verbunden. In wahrhaft brüderlicher Weise setzte er mir die Vorteile auseinander, die eine solche Berufung für mich haben würde, und verschwieg mir nicht die Unannehmlichkeiten, die ich eventuell durchzumachen hätte. Er glaubt, meine Berufung schon für das Wintersemester durchsetzen zu können […]. Im weiteren Verlauf des Schreibens kündet Jellinek seine Weiterreise nach Interlaken an, wo wir Ehrenberg treffen (Camilla Jellinek: Georg Jellinek. Ein Lebensbild. In: Georg Jellinek Ausgewählte Schriften und Reden. Neudruckausgabe, verm. um ein Lebensbild Bd. 1. Aalen: Scientia 1970, S. 22*–23*; Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 309). Jellineks 1. Versuch, sich an der staats- und rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien zu habilitieren, war mit dem abschlägigen Bescheid vom 1.7.1878 fehlgeschlagen. Zu einer Berufung Jellineks nach Freiburg ist es auch wegen dieses mißlungenen Habilitationsversuches nicht gekommen, vgl. Windelband an Jellinek vom 3.12.1878 sowie Klaus Kempter: Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutsch-jüdischen Bildungsbürgertum. Düsseldorf: Droste 1998, S. 196–197. Der 2. Versuch zur Habilitation in Wien gelang, ab 10.7.1879 war Jellinek dort Privatdozent.&#xD;&#xA;">mit Dir besprechen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="mit Dir besprechen ] vgl. Jellinek an seine Eltern vom 31.8.1878 aus Axenfels: Gestern vormittag bin ich bei dem denkbar schlechtesten Wetter hier angelangt und wurde durch das Wiedersehen meines lieben Freundes Windelband für alle Strapazen der Reise reichlich entschädigt. Ich habe ihn mir gegenüber gefunden wie ich ihn vor vier Jahren verlassen habe, als denselben reinen, guten und großen Menschen. Ohne daß ich noch ein Wort über meine Habilitationsgeschichte mit ihm gesprochen hätte, bot er mir ganz spontan eine außerordentliche Professur an der Universität Freiburg an und zwar für Moralphilosophie. Freilich wäre vorderhand mit dieser Stelle noch kein Gehalt verbunden. In wahrhaft brüderlicher Weise setzte er mir die Vorteile auseinander, die eine solche Berufung für mich haben würde, und verschwieg mir nicht die Unannehmlichkeiten, die ich eventuell durchzumachen hätte. Er glaubt, meine Berufung schon für das Wintersemester durchsetzen zu können […]. Im weiteren Verlauf des Schreibens kündet Jellinek seine Weiterreise nach Interlaken an, wo wir Ehrenberg treffen (Camilla Jellinek: Georg Jellinek. Ein Lebensbild. In: Georg Jellinek Ausgewählte Schriften und Reden. Neudruckausgabe, verm. um ein Lebensbild Bd. 1. Aalen: Scientia 1970, S. 22*–23*; Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 309). Jellineks 1. Versuch, sich an der staats- und rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien zu habilitieren, war mit dem abschlägigen Bescheid vom 1.7.1878 fehlgeschlagen. Zu einer Berufung Jellineks nach Freiburg ist es auch wegen dieses mißlungenen Habilitationsversuches nicht gekommen, vgl. Windelband an Jellinek vom 3.12.1878 sowie Klaus Kempter: Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutsch-jüdischen Bildungsbürgertum. Düsseldorf: Droste 1998, S. 196–197. Der 2. Versuch zur Habilitation in Wien gelang, ab 10.7.1879 war Jellinek dort Privatdozent.">[3]</a> möchte, und wenn Du es möglich machen kannst, die Reise anzutreten, so machst Du mir eine sehr, sehr große Freude! Vielleicht, wenn Du Erholung mit der Reise verbinden willst, bleibst Du noch etwas hier, um aber dann hieher nach Freiburg mir nachzukommen, – obwol ich Dich <span class="ED-pb">|</span> dann am liebsten festhielte. Denn unser Schwarzwald ist auch schön, und ich habe nur aus meiner Arbeit heraus gewollt. Doch das findet sich Alles, wenn ich Dich nur erst hier habe!</p><p class="ED-p">Bis Ende dieser Woche bleibe ich also am Vierwaldstätter See, wahrscheinlich hier: Hôtel Axenfels über Brunnen. Sobald Du entschieden hast, ob und wann Du reisest, schreibe mir. Vielleicht treffen wir uns in Luzern, wo ich dann im „Rößli“ wohne oder Adresse hinterlasse. Bin ich Dir schon nach Interlaken voraus, so muß ich schon bitten, dort auf der Post die Adresse zu erkunden.</p><p class="ED-p">Um ganz Bestimmtes vorzuschlagen: wollen wir uns am 31 Aug<span class="ED-add">[ust]</span> <abbr title="respektive" class="ED-abbr">resp.</abbr> 1 Sept<span class="ED-add">[ember]</span> in Luzern im Rößli treffen und dann zusammen über den Brünig gehen? Ich wollte eigentlich die höheren Pässe: Surenei-Engelberg-Jochpaß-Meiringen nehmen; aber das Wetter ist ja zu unsicher!</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Enfin ] frz. endlich, schließlich&#xD;&#xA;">Enfin</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Enfin ] frz. endlich, schließlich">[4]</a>; ich erwarte möglichst bald Deinen Brief. Habe ich ihn bis Freitag (30) nicht, so gehe ich doch auf irgend einem Wege (der aber längstens 4 Tage dauert) nach Interlaken.</p><p class="ED-p">Empfehlungen den verehrten Deinen! Auf Wiedersehen! Dein</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="W Windelband ] auf der Rückseite des Bl. von anderer Hand: Mama hat den Brief aufgemacht, um die Adresse zu wissen, aber nicht gelesen. Alle wol. Darunter: Ich grüße und küsse Dich herzlich. Schreibe bald. Rosalie Jellinek (1832–1892, Mutter Georg Jellineks).&#xD;&#xA;">W Windelband</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="W Windelband ] auf der Rückseite des Bl. von anderer Hand: Mama hat den Brief aufgemacht, um die Adresse zu wissen, aber nicht gelesen. Alle wol. Darunter: Ich grüße und küsse Dich herzlich. Schreibe bald. Rosalie Jellinek (1832–1892, Mutter Georg Jellineks).">[d]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">hieher</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ich bin, da ich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Ich bin ich, da ich</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">d</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">W Windelband</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>auf der Rückseite des <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> von anderer Hand: <span class="ED-rdg">Mama hat den Brief aufgemacht, um die Adresse zu wissen, aber nicht gelesen. Alle wol.</span> Darunter: <span class="ED-rdg">Ich grüße und küsse Dich herzlich. Schreibe bald. Rosalie Jellinek </span>(1832–1892, Mutter <span class="ED-name">Georg Jellinek</span>s).</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mein Druck</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr>: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Härtel 1878.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Donnerstag den 5<sup>ten</sup></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Wilhelm Dilthey</span> an Graf <span class="ED-name">Paul Yorck von Wartenburg</span> vom 29.9.1878 aus Interlaken: <span class="ED-rdg">Weinholds kamen uns besuchen, ebenso der Philosoph Windelband etc.</span> (Wilhelm Dilthey Briefwechsel <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1 1852–1882. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> G. Kühne-Bertram <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> H.-U. Lessing. Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2011, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 812). Dies deutet neben dem schließlichen Treffen Windelbands und Jellineks in Axenfels (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die folgende Anm.) auf eine zwischenzeitliche Planänderung hin.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mit Dir besprechen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Jellinek</span> an seine Eltern vom 31.8.1878 aus Axenfels: <span class="ED-rdg">Gestern vormittag bin ich bei dem denkbar schlechtesten Wetter hier angelangt und wurde durch das Wiedersehen meines lieben Freundes Windelband für alle Strapazen der Reise reichlich entschädigt. Ich habe ihn mir gegenüber gefunden wie ich ihn vor vier Jahren verlassen habe, als denselben reinen, guten und großen Menschen. Ohne daß ich noch ein Wort über meine Habilitationsgeschichte mit ihm gesprochen hätte, bot er mir ganz spontan eine außerordentliche Professur an der Universität Freiburg an und zwar für Moralphilosophie. Freilich wäre vorderhand mit dieser Stelle noch kein Gehalt verbunden. In wahrhaft brüderlicher Weise setzte er mir die Vorteile auseinander, die eine solche Berufung für mich haben würde, und verschwieg mir nicht die Unannehmlichkeiten, die ich eventuell durchzumachen hätte. Er glaubt, meine Berufung schon für das Wintersemester durchsetzen zu können […]</span>. Im weiteren Verlauf des Schreibens kündet <span class="ED-name">Jellinek</span> seine Weiterreise nach Interlaken an, <span class="ED-rdg">wo wir Ehrenberg treffen</span> (Camilla Jellinek: Georg Jellinek. Ein Lebensbild. In: Georg Jellinek Ausgewählte Schriften und Reden. Neudruckausgabe, <abbr title="vermehrt" class="ED-abbr">verm.</abbr> um ein Lebensbild <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Aalen: Scientia 1970, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 22*–23*; Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt <abbr title="am Main" class="ED-abbr">a. M.</abbr>: Klostermann 2005, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 309). Jellineks 1. Versuch, sich an der staats- und rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien zu habilitieren, war mit dem abschlägigen Bescheid vom 1.7.1878 fehlgeschlagen. Zu einer Berufung Jellineks nach Freiburg ist es auch wegen dieses mißlungenen Habilitationsversuches nicht gekommen, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Jellinek vom 3.12.1878 sowie Klaus Kempter: Die Jellineks 1820–1955. Eine familienbiographische Studie zum deutsch-jüdischen Bildungsbürgertum. Düsseldorf: Droste 1998, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 196–197. Der 2. Versuch zur Habilitation in Wien gelang, ab 10.7.1879 war Jellinek dort Privatdozent.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Enfin</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="französisch" class="ED-abbr">frz.</abbr> endlich, schließlich</div></div></body></html>