<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Karl Dilthey, Freiburg i. Br., 3.8.1878, 4 S., hs. (dt. Schrift), Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000101-4"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Windelband</span> an <span class="ED-persName-received">Karl Dilthey</span>, <span class="ED-location-sent">Freiburg i. Br.</span>, <span class="ED-date">3.8.1878</span>, <span class="ED-note">4 S., hs. (dt. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Freiburg <abbr class="ED-abbr">i B.</abbr> 3 Aug<span class="ED-add">[ust]</span> 1878</p><p class="ED-salute">Lieber Carlo,</p><p class="ED-p">Wie ich höre, geht Euer Göttinger Semester mit bekanntem hofräthlichem Eifer erst in den nächsten Wochen zu Ende, während wir schon gestern den glücklichen Strich unter unsre Hefte gemacht haben. Ich war diesmal froher denn je darüber. Denn ich hatte mit <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="zwei Vorlesungen ] im SS 1878: Geschichte der griechischen Philosophie, Logik.&#xD;&#xA;">zwei Vorlesungen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="zwei Vorlesungen ] im SS 1878: Geschichte der griechischen Philosophie, Logik.">[1]</a> herzlich viel zu thun und cumulirte diese Thätigkeit durch das etwas forcirte Arbeiten an dem ersten Bande meiner <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„Geschichte der neueren Philosophie“ ] Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.&#xD;&#xA;">„Geschichte der neueren Philosophie“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="„Geschichte der neueren Philosophie“ ] Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. Bd.: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.">[2]</a> (in toto zwei Bände, dieser erste Renaissance bis <span class="ED-name">Kant</span>), an dessen Ende ich nun freilich glücklicherweise stehe und den Du hoffentlich zu <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Michaelis ] 29.9. (1878)&#xD;&#xA;">Michaelis</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Michaelis ] 29.9. (1878)">[3]</a> gedruckt sehen wirst. Ich hoffe eine Behandlung des Stoffes gefunden zu haben, wie sie unserer Literatur bisher fehlte: nämlich diejenige einer vollkommenen kritischen Verarbeitung, wodurch der Verlauf der einzelnen Gedankengänge in der neueren Philosophie klarer werden soll, als er es bei der entweder excerpirenden oder „congenial“ reproducirenden Darstellungsweise bisher gelungen ist. Den Schwerpunct habe ich dabei auf die Untersuchung der Abhängigkeit gelegt, in der sich die Entwickelung der Philosophie von derjenigen der besonderen Wissenschaften, in diesem Falle theils der Geschichte, theils der Naturwissenschaft befindet. Ich bin begierig, was Du zu der ganzen Sache sagen wirst.</p><p class="ED-p">Du darfst mich einigermaßen verwundert fragen, <span class="ED-pb">|</span> wo denn dabei meine Psychologie bleibt. <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Im Kasten ] von den 20 Heften und Notizbüchern Windelbands, die sich seit 1926 im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan befinden, befassen sich insgesamt 6 mit dem Thema Psychologie (in der Reihenfolge ihrer Zusammengehörigkeit: Nr. 8, 12, 16 u. 11; Heft Nr. 1 u. 10 enthalten Gliederungsentwürfe). In welcher genauen Beziehung diese Notate zu Windelbands geplanter Monographie stehen, ist ungeklärt (vgl. Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017; Gundlach geht jedoch nur von der Kenntnis der Hefte Nr. 1, 8 u. 10 aus). Die überlieferten Hefte arbeiten neben einer Einleitung einen ersten methodologischen und wissenschaftstheoretischen Teil aus. Windelband hat keine Monographie über Psychologie veröffentlicht und das Thema nach seiner Züricher Antrittsvorlesung von 1876 (Über den gegenwärtigen Stand der psychologischen Forschung) erst wieder in einer Akademierede von 1914 aufgeriffen: Die Hypothese des Unbewußten. Heidelberg: C. Winter 1914 (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. 4. Abhandlung 1914).&#xD;&#xA;">Im Kasten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Im Kasten ] von den 20 Heften und Notizbüchern Windelbands, die sich seit 1926 im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan befinden, befassen sich insgesamt 6 mit dem Thema Psychologie (in der Reihenfolge ihrer Zusammengehörigkeit: Nr. 8, 12, 16 u. 11; Heft Nr. 1 u. 10 enthalten Gliederungsentwürfe). In welcher genauen Beziehung diese Notate zu Windelbands geplanter Monographie stehen, ist ungeklärt (vgl. Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017; Gundlach geht jedoch nur von der Kenntnis der Hefte Nr. 1, 8 u. 10 aus). Die überlieferten Hefte arbeiten neben einer Einleitung einen ersten methodologischen und wissenschaftstheoretischen Teil aus. Windelband hat keine Monographie über Psychologie veröffentlicht und das Thema nach seiner Züricher Antrittsvorlesung von 1876 (Über den gegenwärtigen Stand der psychologischen Forschung) erst wieder in einer Akademierede von 1914 aufgeriffen: Die Hypothese des Unbewußten. Heidelberg: C. Winter 1914 (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. 4. Abhandlung 1914).">[4]</a>, ist leider die einzige Antwort, die ich darauf habe. Wie ich Dir schon <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="um Ostern sagte ] 21.4./22.4.1878, vgl. zu den Fertigstellungsplänen Windelband an Georg Jellinek vom 28.12.1877.&#xD;&#xA;">um Ostern sagte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="um Ostern sagte ] 21.4./22.4.1878, vgl. zu den Fertigstellungsplänen Windelband an Georg Jellinek vom 28.12.1877.">[5]</a>, schreitet sie sehr langsam fort. Und das hauptsächlich aus Einem Grunde. Es kommt mir in erster Linie auf methodologische Grundlegung und dabei hauptsächlich eine gründliche Auseinandersetzung mit der Physiologie an. Meine Züricher Antrittsrede deutete schon darauf hin. Wir kommen, wie die Sachen liegen, zu keiner selbständigen Psychologie, ehe wir nicht festgestellt und ganz reinlich bestimmt haben, was wir von der Physiologie brauchen und wo für uns ihre Grenzen sind. Im Princip bin ich mir darüber klar: für die besondere Durchführung bedurfte ich der tactischen Flankendeckung halber eines Eindringens in die Nervenphysiologie und ihre Literatur, zu dem meine bisherigen Kenntnisse nicht ausreichten. So blieb mir nichts übrig, als <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="noch einmal ] gemeint: nach seinem Göttinger Studium&#xD;&#xA;">noch einmal</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="noch einmal ] gemeint: nach seinem Göttinger Studium">[6]</a> bei der Physiologie in die Schule zu gehen, was ich dann auch in diesem Sommer endlich gethan habe. Und doch bin ich noch zweifelhaft, ob es ausreicht, schon in diesen Ferien das Facit zu ziehen. Versuchen will ich’s.</p><p class="ED-p">Verzeih, daß ich zunächst in ein Geplauder von meinen Arbeiten hineingerathen bin. Aber es ich auch nicht viel Anderes von mir, von uns zu berichten. Zum Glück; denn wie gewöhnlich bedeutet das auch hier, daß es uns gut geht. Meine Frau und die Kinder sind wohl. <span class="ED-pb">|</span> Die Entwicklung der letzteren verläuft normal und sehr zu meiner, unserer Freude. Es existirt zwischen beiden Kindern schon eine Art Gegenseitigkeit und Gemeinsamkeit der Vorstellungen und ihres unvollkommenen Sprachausdrucks, deren Beobachtung namentlich der köstlichen Oekonomie des kindlichen Geistes wegen höchst erfreulich ist. Doch kann man auch darauf leider keine Psychologie gründen.</p><p class="ED-p">Daß es uns im Uebrigen hier gefällt, magst Du aus meiner <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Ablehnung des Erlanger Rufes ] vgl. Windelband an Wilhelm Lexis vom 7.6.1878&#xD;&#xA;">Ablehnung des Erlanger Rufes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Ablehnung des Erlanger Rufes ] vgl. Windelband an Wilhelm Lexis vom 7.6.1878">[7]</a> entnehmen. Die Verlockung war freilich nicht groß. Die Universität kleiner, als die hiesige jetzt; jene im Niedergang, unsre zweifellos im Aufgang; selbst die Wirksamkeit für mich dort kaum ausgebreiteter als hier. Daneben wirkte der Tausch protestantischer für katholische Orthe dazu auf mich auch nicht eben anziehend. Zwar sitzen wir jetzt, wie die neuen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Wahlen ] die Reichstagswahl zum 4. Deutschen Reichstag vom 30.7.1878&#xD;&#xA;">Wahlen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Wahlen ] die Reichstagswahl zum 4. Deutschen Reichstag vom 30.7.1878">[8]</a> bewiesen haben, rettungslos im Ultramontanismus. Aber er ist nicht mehr fanatisch, und wer weiß, was nach dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="„Frieden von Kissingen“ ] gemeint ist das Treffen Bismarcks und des Apostolischen Nuntius in Bad Kissingen Juli/August 1878, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfs; es ging darum, wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen.&#xD;&#xA;">„Frieden von Kissingen“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="„Frieden von Kissingen“ ] gemeint ist das Treffen Bismarcks und des Apostolischen Nuntius in Bad Kissingen Juli/August 1878, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfs; es ging darum, wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen.">[9]</a> (beinahe Anagramm von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Canossa ] Anspielung auf den (sprichwörtlichen) Gang nach Canossa&#xD;&#xA;">Canossa</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Canossa ] Anspielung auf den (sprichwörtlichen) Gang nach Canossa">[10]</a>!) bevorsteht! Es kam hinzu, daß die Regierung sehr liebenswürdige und klingende Anstrengungen machte; mit denen Baiern schließlich auch nicht hätte wetteifern können: und so habe ich nach achttägigen Verhandlungen abgelehnt.</p><p class="ED-p">Da werden wir nun also wohl für einige Jahre hier die Zeltpflöcke etwas fester klopfen können. Wir sind’s zufrieden. Das Klima ist schön und bekommt uns <span class="ED-pb">|</span> gut. Das collegialische Klima nicht minder. Das letztere ist theilweise fast zu milde. Die Leichtigkeit, mit der sich hier alle Fragen abspielen und Alles, was einer Differenz auch nur von Ferne ähnlich sieht, seine Spitze sogleich verliert, wirkt nach der scharfen Züricher Luft fast erschlaffend. Es ist ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Capua ] Anspielung auf eine für luxusverwöhnte Verweichlichung stehende antike Militär-Garnison.&#xD;&#xA;">Capua</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Capua ] Anspielung auf eine für luxusverwöhnte Verweichlichung stehende antike Militär-Garnison.">[11]</a> und ich fürchte, die Haare auf den Zähnen werden einem verdorren. Was mir zwischen all der Liebenswürdigkeit fehlt, ist nur – ein Mensch, ein Mensch wie Du, mit dem man einmal ein Stückchen in die Tiefe wühlen kann.</p><p class="ED-p">Ich bemerke daher für Leute, welche wieder Sehnsucht nach der Schweiz haben, daß wir, obwohl nunmehr voraussichtlich für länger hier ansässig, noch immer <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="am Bahnhof ] Windelband wohnte in Freiburg zunächst Eisenbahnstr. 66, vgl. Windelband an Georg Jellinek vom 28.12.1877.&#xD;&#xA;">am Bahnhof</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="am Bahnhof ] Windelband wohnte in Freiburg zunächst Eisenbahnstr. 66, vgl. Windelband an Georg Jellinek vom 28.12.1877.">[12]</a> wohnen!! Daneben aber, daß ich wohl nicht sehr wünschte, von Dir und Deinem Ergehen, wenn’s persönlich nicht sein soll, brieflich wieder Etwas zu erfahren. Daß Du leider noch nicht sehr zufrieden bist, theilte mir <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Schöll in Baden ] eine Teilnahme Windelbands an der für den 23.6.1878 angesetzten Zusammenkunft der Professoren der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Straßburg, Tübingen (Basel) in Baden-Baden ist zwar nicht belegt, aber nach dem hier Gesagten wahrscheinlich (vgl. die Akte ADBR Strasbourg, 103 AL 1422). Die Rede ist vermutlich von dem Klassischen Philologen Rudolf Schöll (1844–1893), seit 1875 in Straßburg (NDB).&#xD;&#xA;">Schöll</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Schöll in Baden ] eine Teilnahme Windelbands an der für den 23.6.1878 angesetzten Zusammenkunft der Professoren der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Straßburg, Tübingen (Basel) in Baden-Baden ist zwar nicht belegt, aber nach dem hier Gesagten wahrscheinlich (vgl. die Akte ADBR Strasbourg, 103 AL 1422). Die Rede ist vermutlich von dem Klassischen Philologen Rudolf Schöll (1844–1893), seit 1875 in Straßburg (NDB).&#xD;&#xA;"> in Baden</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Schöll in Baden ] eine Teilnahme Windelbands an der für den 23.6.1878 angesetzten Zusammenkunft der Professoren der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Straßburg, Tübingen (Basel) in Baden-Baden ist zwar nicht belegt, aber nach dem hier Gesagten wahrscheinlich (vgl. die Akte ADBR Strasbourg, 103 AL 1422). Die Rede ist vermutlich von dem Klassischen Philologen Rudolf Schöll (1844–1893), seit 1875 in Straßburg (NDB).">[13]</a> mit. Hoffentlich bahnt sich dort selbst – oder anders wo? – Besseres an!! Aber wie’s auch sei – ein Lebenszeichen gieb mir nächstens wieder! Für heut meiner Frau beste Grüße und von mir den Wunsch erfreulichsten Wohlergehens!</p><p class="ED-p">Dein treuer</p><p class="ED-signed">W Windelband</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><abbr class="ED-abbr">NB.</abbr> Die Ferien bleiben wir in summa hier. Vielleicht gehe ich selbst einige Tage oder Wochen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="in die Schweiz ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 5.8.1878 und an Jellinek vom 18.8.1878&#xD;&#xA;">in die Schweiz</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="in die Schweiz ] vgl. Windelband an Ehrenberg vom 5.8.1878 und an Jellinek vom 18.8.1878">[14]</a>, falls ich finden sollte, daß hier meinen Nerven, die sehr herunter sind, die hiesige Ferienruhe nicht genügte!</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zwei Vorlesungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1878: Geschichte der griechischen Philosophie, Logik.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Geschichte der neueren Philosophie“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Windelband: Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften. 1. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr>: Von der Renaissance bis Kant. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1878.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Michaelis</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>29.9. (1878)</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Im Kasten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>von den 20 Heften und Notizbüchern Windelbands, die sich seit 1926 im Besitz der Bibliothek der Tohoku Universität Sendai, Japan befinden, befassen sich insgesamt 6 mit dem Thema Psychologie (in der Reihenfolge ihrer Zusammengehörigkeit: <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 8, 12, 16 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 11; Heft Nr. 1 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 10 enthalten Gliederungsentwürfe). In welcher genauen Beziehung diese Notate zu Windelbands geplanter Monographie stehen, ist ungeklärt (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017; Gundlach geht jedoch nur von der Kenntnis der Hefte <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr. </abbr>1, 8 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 10 aus). Die überlieferten Hefte arbeiten neben einer Einleitung einen ersten methodologischen und wissenschaftstheoretischen Teil aus. Windelband hat keine Monographie über Psychologie veröffentlicht und das Thema nach seiner Züricher Antrittsvorlesung von 1876 (Über den gegenwärtigen Stand der psychologischen Forschung) erst wieder in einer Akademierede von 1914 aufgeriffen: Die Hypothese des Unbewußten. Heidelberg: C. Winter 1914 (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. 4. Abhandlung 1914).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">um Ostern sagte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>21.4./22.4.1878, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> zu den Fertigstellungsplänen Windelband an Georg Jellinek vom 28.12.1877.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">noch einmal</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint: nach seinem Göttinger Studium</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ablehnung des Erlanger Rufes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Wilhelm Lexis</span> vom 7.6.1878</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Wahlen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Reichstagswahl zum 4. Deutschen Reichstag vom 30.7.1878</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Frieden von Kissingen“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint ist das Treffen <span class="ED-name">Bismarck</span>s und des Apostolischen Nuntius in Bad Kissingen Juli/August 1878, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfs; es ging darum, wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Canossa</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung auf den (sprichwörtlichen) Gang nach Canossa</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Capua</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung auf eine für luxusverwöhnte Verweichlichung stehende antike Militär-Garnison.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">am Bahnhof</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Windelband wohnte in Freiburg zunächst Eisenbahnstr. 66, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Georg Jellinek</span> vom 28.12.1877.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Schöll</span> in Baden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>eine Teilnahme Windelbands an der für den 23.6.1878 angesetzten Zusammenkunft der Professoren der Universitäten Freiburg, Heidelberg, Straßburg, Tübingen (Basel) in Baden-Baden ist zwar nicht belegt, aber nach dem hier Gesagten wahrscheinlich (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Akte <abbr title="Archives Departementales du Bas-Rhin" class="ED-abbr">ADBR</abbr> Strasbourg, 103 AL 1422). Die Rede ist vermutlich von dem Klassischen Philologen <span class="ED-name">Rudolf Schöll</span> (1844–1893), seit 1875 in Straßburg (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in die Schweiz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> vom 5.8.1878 und an <span class="ED-name">Jellinek</span> vom 18.8.1878</div></div></body></html>