<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Karl Dilthey, Freiburg i. Br., 11.6.1877, 4 S., hs. (dt. Schrift), Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000092-0"/><style type="text/css">
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(dt. Schrift)</span>, <span class="ED-pubPlace">Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Freiburg <abbr class="ED-abbr">i B.</abbr> 11 VI 77</p><p class="ED-salute">Liebster Freund</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Ex … avinum! ] geflügeltes Wort (Büchmann) nach Alkäus oder Phidias: Den Löwen nach der Klaue (malen), d. h. aus einem Detail aufs Ganze schließen; Windelband ergänzt: aus dem Geruch den Esel.&#xD;&#xA;">Ex ungue leonem – ex aure asinum!</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ex … avinum! ] geflügeltes Wort (Büchmann) nach Alkäus oder Phidias: Den Löwen nach der Klaue (malen), d. h. aus einem Detail aufs Ganze schließen; Windelband ergänzt: aus dem Geruch den Esel.">[1]</a> Daran erkenne ich die Gesellschaft, also auch diesen letzten Aerger bereitet man Dir. Und dabei trägst Du doch wieder eigentlich meine Sünden. Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Verweigerung … Avenarius ] vgl. Prof. Richard Avenarius, Besoldungserhöhung; Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1879/1093, S. 401–302 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3441348 (eigene Transkription): Herr Avenarius welcher seit Frühjahr 1877 als ordentlicher Professor für induktive Philosophie an unserer Hochschule wirkt und eine jährliche Besoldung von 4000 Fr. bezieht gegen eine Verpflichtung von 10–12 wöchentlichen Unterrichtsstunden, gelangt mit dem Gesuch um Besoldungserhöhung an den Er|ziehungsrath unter Hinweis darauf, daß ihm sr. Zt. keine Umzugsentschädigung verabreicht, dagegen eine Erhöhung seines Jahresgehalts in nahe Aussicht gestellt worden sei.&#xD;&#xA;">Verweigerung der Zuzugsgelder für Av</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Verweigerung … Avenarius ] vgl. Prof. Richard Avenarius, Besoldungserhöhung; Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1879/1093, S. 401–302 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3441348 (eigene Transkription): Herr Avenarius welcher seit Frühjahr 1877 als ordentlicher Professor für induktive Philosophie an unserer Hochschule wirkt und eine jährliche Besoldung von 4000 Fr. bezieht gegen eine Verpflichtung von 10–12 wöchentlichen Unterrichtsstunden, gelangt mit dem Gesuch um Besoldungserhöhung an den Er|ziehungsrath unter Hinweis darauf, daß ihm sr. Zt. keine Umzugsentschädigung verabreicht, dagegen eine Erhöhung seines Jahresgehalts in nahe Aussicht gestellt worden sei.&#xD;&#xA;">[enarius]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Verweigerung … Avenarius ] vgl. Prof. Richard Avenarius, Besoldungserhöhung; Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1879/1093, S. 401–302 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3441348 (eigene Transkription): Herr Avenarius welcher seit Frühjahr 1877 als ordentlicher Professor für induktive Philosophie an unserer Hochschule wirkt und eine jährliche Besoldung von 4000 Fr. bezieht gegen eine Verpflichtung von 10–12 wöchentlichen Unterrichtsstunden, gelangt mit dem Gesuch um Besoldungserhöhung an den Er|ziehungsrath unter Hinweis darauf, daß ihm sr. Zt. keine Umzugsentschädigung verabreicht, dagegen eine Erhöhung seines Jahresgehalts in nahe Aussicht gestellt worden sei.">[2]</a>, die Desavouirung des mir gegebenen Versprechens, meine Gesch<span class="ED-add">[ichte]</span> d<span class="ED-add">[er]</span> Päd<span class="ED-add">[agogik]</span> besonders <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="zu honoriren ] vgl. Windelband an Erziehungsdirektion des Kantons Zürich vom 23.5. u. 6.6.1877&#xD;&#xA;">zu honoriren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="zu honoriren ] vgl. Windelband an Erziehungsdirektion des Kantons Zürich vom 23.5. u. 6.6.1877">[3]</a>, diese <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="filzige Knapserei ] wahrscheinlich im Zusammenhang der Überprüfung des Lehrdeputats von Karl Dilthey vom 21.7.1876 gemeint, die am 24.3.1877 dem Regierunsrat des Kantons Zürich zur Beschlußfassung vorgelegt wurde. Die Überprüfung hatte eine Diskrepanz von 4–6 wöchentlichen Stunden in der Ernennungsurkunde zu 10–12 Stunden nach gesetzlicher Verpflichtung ergeben, vgl. Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/0624 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3375318. Karl Dilthey trat im Sommer 1877 von seiner Professur für Archäologie und klassische Philologie zurück und ging nach Göttingen. Sein Nachfolger wurde Hugo Blümner (1844–1919), zuvor ao. Prof. in Königsberg (Amtsantritt in Zürich am 17.10.1877), vgl. den Regierungsratsbeschluß Nr. 267 vom 18.8.1877, Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/1477: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3405441&#xD;&#xA;">filzige Knapserei</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="filzige Knapserei ] wahrscheinlich im Zusammenhang der Überprüfung des Lehrdeputats von Karl Dilthey vom 21.7.1876 gemeint, die am 24.3.1877 dem Regierunsrat des Kantons Zürich zur Beschlußfassung vorgelegt wurde. Die Überprüfung hatte eine Diskrepanz von 4–6 wöchentlichen Stunden in der Ernennungsurkunde zu 10–12 Stunden nach gesetzlicher Verpflichtung ergeben, vgl. Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/0624 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3375318. Karl Dilthey trat im Sommer 1877 von seiner Professur für Archäologie und klassische Philologie zurück und ging nach Göttingen. Sein Nachfolger wurde Hugo Blümner (1844–1919), zuvor ao. Prof. in Königsberg (Amtsantritt in Zürich am 17.10.1877), vgl. den Regierungsratsbeschluß Nr. 267 vom 18.8.1877, Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/1477: http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3405441">[4]</a> jetzt bei Dir – es sind drei Capitel desselben Buches. Nun weiß ich in der That nicht, wie die Rechtsverhältnisse liegen, und wo man, wo gar der Deutsche sich das Recht holt, erst recht nicht. Das Gewohnheitsrecht spricht jedenfalls für Dich: Denn noch mir ist das Gehalt bis zum 31 März vollständig ausgezahlt worden, obwohl ich meinen Rücktritt auf Schluß des Semesters angezeigt und bestätigt erhalten. Aber als es sich um 12 Tage handelte, waren sie nobel, wo es sich um 1 1/2 Monat handelt, zeigen sie sich in der wahren Gesinnung. Es ist ein Ekel. Was mich betrifft, so habe ich an die Tit. Behörde eine Kabinetsordre erlassen des Inhalts, daß, nachdem ich von derselben belehrt worden sei, daß eine in amtlicher Unterredung gegebene Zusage nicht als amtlich anzusehen sei, ich mich gern bescheide, jenen Unterricht gratis ertheilt zu haben. In dieser Lage würde ich auf der vollen Gehalts<span class="ED-pb">|</span>auszahlung bis zum Äußersten bestehen. Die Sitten Europa’s lassen über Dein Recht keinen Zweifel bestehen: wo vierteljährliche Zahlung ist, da gilt selbstverständlich jedes angebrochene Dienstjahr für voll. Und für Dich wäre es ja ein sehr bedeutender Ausfall.</p><p class="ED-p">Aber liebster Carlo, noch sechs Wochen, und Du wirst wieder frei athmen! Du glaubst nicht, wie viel Leute sich freuen, daß es endlich geglückt ist, Dich aus der Züricher Gewohnheit herauszureißen! – Schöll <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="und ] d&#xD;&#xA;">und</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="und ] d">[a]</a> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Studemund ] wahrscheinlich Wilhelm Studemund (1843–1889), Philologe, 1864 Promotion in Halle, 1864–1868 Forschungsaufenthalte in Italien, 1868 ao. Prof. in Würzburg, 1869 o. Prof., 1870 in Greifswald, 1872 in Straßburg, 1885 in Breslau (ADB).&#xD;&#xA;">Studemund</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Studemund ] wahrscheinlich Wilhelm Studemund (1843–1889), Philologe, 1864 Promotion in Halle, 1864–1868 Forschungsaufenthalte in Italien, 1868 ao. Prof. in Würzburg, 1869 o. Prof., 1870 in Greifswald, 1872 in Straßburg, 1885 in Breslau (ADB).">[5]</a>, die ich beide in Baaden sah, gehören vor Allem dazu – auch <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Stark ] vermutlich Karl Bernhard Stark (1824–1879), Klassischer Philologe u. Archäologe, seit 1855 o. Prof. für Archäologie in Heidelberg, 1873 u. 1874/75 Prorektor (NDB).&#xD;&#xA;">Stark</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Stark ] vermutlich Karl Bernhard Stark (1824–1879), Klassischer Philologe u. Archäologe, seit 1855 o. Prof. für Archäologie in Heidelberg, 1873 u. 1874/75 Prorektor (NDB).">[6]</a> versicherte mich freundlichst seiner großen Freude darüber!! In der That, das fand ich „stark“! Stärker aber finde ich – <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="salva Rudolphi amicitia ] lat. Formel salva amiticia: unbeschadet der Freundschaft (hier: „Rudolfs“); Bezug unklar.&#xD;&#xA;">salva Rudolphi amicitia</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="salva Rudolphi amicitia ] lat. Formel salva amiticia: unbeschadet der Freundschaft (hier: „Rudolfs“); Bezug unklar.">[7]</a> – die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Berufung des Knaben Schöll ] der Klassische Philologe Friedrich Schöll (1850–1919), 1876 an der Universität Leipzig habilitiert, wurde 1877 als o. Prof. nach Heidelberg berufen (Wer ist’s (1912) S. 1430).&#xD;&#xA;">Berufung des Knaben Sch</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Berufung des Knaben Schöll ] der Klassische Philologe Friedrich Schöll (1850–1919), 1876 an der Universität Leipzig habilitiert, wurde 1877 als o. Prof. nach Heidelberg berufen (Wer ist’s (1912) S. 1430).&#xD;&#xA;">[öll]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Berufung des Knaben Schöll ] der Klassische Philologe Friedrich Schöll (1850–1919), 1876 an der Universität Leipzig habilitiert, wurde 1877 als o. Prof. nach Heidelberg berufen (Wer ist’s (1912) S. 1430).">[8]</a> nach Heidelberg. Der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Leipziger Ritschelianismus ] als Schulbezeichnung sonst mit dem Namen des Göttinger evangelischen Theologen Albrecht Ritschl (1822–1899) verbunden, hier aber bezogen auf dessen Verwandten und Windelbands ehemaligen Leipziger Kollegen Friedrich Ritschl (1806–1876), 1865–75 Klassischer Philologe an der Universität Leipzig (NDB). Vgl. Ritschls Separatvotum für Kuno Fischer vom 3.12.1874 in der vorliegenden Edition.&#xD;&#xA;">Leipziger Ritschelianismus</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Leipziger Ritschelianismus ] als Schulbezeichnung sonst mit dem Namen des Göttinger evangelischen Theologen Albrecht Ritschl (1822–1899) verbunden, hier aber bezogen auf dessen Verwandten und Windelbands ehemaligen Leipziger Kollegen Friedrich Ritschl (1806–1876), 1865–75 Klassischer Philologe an der Universität Leipzig (NDB). Vgl. Ritschls Separatvotum für Kuno Fischer vom 3.12.1874 in der vorliegenden Edition.">[9]</a> ist doch wahrhaftig wie eine Wurstmaschine, die wo nur eine Lücke entsteht mit echtem horror vacui sogleich wieder nachstopft und schließlich zu sehr frisch eingeschlachtetem Fleische greift. Und hier liegt noch die größere Rücksichtslosigkeit vor, daß sie <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Osthoff ] Hermann Osthoff (1847–1909), Sprachwissenschaftler, 1869 Promotion in Bonn, 1871 Gymnasiallehrer in Kassel, 1874 erneutes Studium der vergleichenden Sprachwissenschaften in Leipzig, 1875 Habilitation in Leipzig, 1877 Prof. für vergleichende Sprachwissenschaft und Sanskrit in Heidelberg, 1884/85 und 1894/95 Dekan, 1899/1900 Prorektor (NDB). Laut NDB wurde Osthoff 1877 nach Heidelberg berufen und im selben Jahr zum o. Prof. ernannt. Osthoff ist jedoch für das WS 1877/78 im Heidelberger Vorlesungsverzeichnis als ao. Prof. aufgeführt und erst im SS 1878 als o. Prof.&#xD;&#xA;">Osthoff</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Osthoff ] Hermann Osthoff (1847–1909), Sprachwissenschaftler, 1869 Promotion in Bonn, 1871 Gymnasiallehrer in Kassel, 1874 erneutes Studium der vergleichenden Sprachwissenschaften in Leipzig, 1875 Habilitation in Leipzig, 1877 Prof. für vergleichende Sprachwissenschaft und Sanskrit in Heidelberg, 1884/85 und 1894/95 Dekan, 1899/1900 Prorektor (NDB). Laut NDB wurde Osthoff 1877 nach Heidelberg berufen und im selben Jahr zum o. Prof. ernannt. Osthoff ist jedoch für das WS 1877/78 im Heidelberger Vorlesungsverzeichnis als ao. Prof. aufgeführt und erst im SS 1878 als o. Prof.">[10]</a>, der an <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Kuhn’s ] Lesung unsicher, kann auch Rahn heißen. Ein solcher Name ist indes an der Universität Heidelberg im fraglichen Zeitraum nicht nachgewiesen. Wahrscheinlich ist gemeint: Ernst Kuhn (1846–1920), Indologe u. Indogermanist, 1869 promoviert, 1871 PD in Halle, 1872 in Leipzig, 1875 o. Prof. in Heidelberg, 1877–1917 o. Prof. für arische Philologie und vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft in München (NDB).&#xD;&#xA;">Kuhn</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Kuhn’s ] Lesung unsicher, kann auch Rahn heißen. Ein solcher Name ist indes an der Universität Heidelberg im fraglichen Zeitraum nicht nachgewiesen. Wahrscheinlich ist gemeint: Ernst Kuhn (1846–1920), Indologe u. Indogermanist, 1869 promoviert, 1871 PD in Halle, 1872 in Leipzig, 1875 o. Prof. in Heidelberg, 1877–1917 o. Prof. für arische Philologie und vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft in München (NDB).&#xD;&#xA;">’s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Kuhn’s ] Lesung unsicher, kann auch Rahn heißen. Ein solcher Name ist indes an der Universität Heidelberg im fraglichen Zeitraum nicht nachgewiesen. Wahrscheinlich ist gemeint: Ernst Kuhn (1846–1920), Indologe u. Indogermanist, 1869 promoviert, 1871 PD in Halle, 1872 in Leipzig, 1875 o. Prof. in Heidelberg, 1877–1917 o. Prof. für arische Philologie und vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft in München (NDB).">[11]</a> Stelle dorthin kam und in Leipzig schon zwei Jahre Docent <span class="ED-pb">|</span> war, noch immer als Extraordinarius da lassen und ihm nun dies Jüngelchen, das kaum ein Semester sich versucht hat, gleich als Ordin<span class="ED-add">[arius]</span> vorsetzen.</p><p class="ED-p">Uns geht es abgesehen von Dienstbotennöthen, die erst in einigen Wochen sich beendigen werden und meiner Frau manchmal den Kopf heiß machen, und abgesehen von der sonstigen, auch hier tropischen und nur durch die wunderbar kühlen Nächte erträgliche Hitze, recht gut. Beide Töchterlein sind sehr wohl und machen uns viel Freude. Deine kleine Freundin <span class="ED-name">Dora</span> hat die Impfung fast erfreulich überstanden, und fängt jetzt an, recht vergnüglich zu plappern, wobei ich tiefe sprachphilosophische Studien anstelle. Als erstes Resultat vertraue ich Dir an, daß der Beginn des Sprachbedürfnisses nicht aus Nachahmung entspringt, sondern sich ganz spontan entwickelt. Wieviel Antheil daran der Darwinismus und die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Philosophie des Unbewußten ] Anspielung auf das gleichnamige Buch von Eduard von Hartmann, erschienen 1869.&#xD;&#xA;">Philosophie des Unbewußten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Philosophie des Unbewußten ] Anspielung auf das gleichnamige Buch von Eduard von Hartmann, erschienen 1869.">[12]</a> haben, bleibt noch dahingestellt.</p><p class="ED-p">Meine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Schwiegermama ] Wilhelmine Wichgraf, vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877&#xD;&#xA;">Schwiegermama</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Schwiegermama ] Wilhelmine Wichgraf, vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877">[13]</a> ist vor einigen Tagen abgereist, wird aber in vermutlich acht bis vierzehn Tagen durch eine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Tante ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Tante</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="Tante ] nicht ermittelt">[14]</a> von mir abgelöst werden, da die Wirthschaft mit den beiden kleinen Rangen für meine Frau, solange daran physische Kräfte noch nach anderer Seite hin reichlich in Anspruch genommen sind, doch etwas angreifender Natur ist. ich selbst gewinne, da die Collegs <span class="ED-pb">|</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="mir ] am Kopf der S. nicht zugehörige Notizen (Literaturangaben zum Theokritos-Kommentar von Theodor Borsdorf 1874) von anderer Hand (Karl Dilthey) mit Bleistift&#xD;&#xA;">mir</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="mir ] am Kopf der S. nicht zugehörige Notizen (Literaturangaben zum Theokritos-Kommentar von Theodor Borsdorf 1874) von anderer Hand (Karl Dilthey) mit Bleistift">[b]</a> nicht viel Mühe machen, allmälig Zeit für meine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="heranwachsende Psychologie ] das Projekt gelangte nicht zur Ausführung, vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 3.8.1878.&#xD;&#xA;">heranwachsende Psychologie</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="heranwachsende Psychologie ] das Projekt gelangte nicht zur Ausführung, vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 3.8.1878.">[15]</a>. Doch bleibe es unentschieden, ob ich noch im Semester fertig werde, da ich bei solcher Hitze, wie sie jetzt hereingebrochen ist, absolut arbeitsunfähig bin und nur die Nachtstunden zur Verfügung habe.</p><p class="ED-p">Grüße <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-16" title="Frankenhäusers ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877&#xD;&#xA;">Frankenhäuser</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-16" title="Frankenhäusers ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877&#xD;&#xA;">s</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-16" id="app-editorial-16-ref" title="Frankenhäusers ] vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877">[16]</a> recht herzlich und sage Ihnen, sobald es die Hitzeverhältnisse etwas weniger unbequem für sie erscheinen ließen, würde ich an die Erfüllung des Versprechens einer <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-17" title="Spritze ] im Sinne von Spritztour&#xD;&#xA;">Spritze</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-17" id="app-editorial-17-ref" title="Spritze ] im Sinne von Spritztour">[17]</a> hierher mahnen, wobei hoffentlich auch Du Dich mahnen läßt. Ueber ein Treffen in Waldshut <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr> müssen wir so wie so noch genaueres verabreden. Vor 14 Tagen kann ich kaum fort.</p><p class="ED-p">Bis dahin, lieber Carlo, leb mir wohl und laß Dich nicht ärgern. „Wenn sie mich ärgern, was geht’s mich an?“ können wir <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Goethe parodiren ] nach Wilhelm Meisters Lehrjahre 4,9: Wenn ich dich lieb habe, was geht’s dich an!&#xD;&#xA;">Goethe</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-18" title="Goethe parodiren ] nach Wilhelm Meisters Lehrjahre 4,9: Wenn ich dich lieb habe, was geht’s dich an!&#xD;&#xA;"> parodiren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-18" id="app-editorial-18-ref" title="Goethe parodiren ] nach Wilhelm Meisters Lehrjahre 4,9: Wenn ich dich lieb habe, was geht’s dich an!">[18]</a>. Meine Frau sendet Dir herzlichen Gruß!</p><p class="ED-p">Dein</p><p class="ED-signed">W Windelband</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p">Hast Du <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-19" title="meinen Spinoza ] vgl. Windelband: Zum Gedächtniss Spinoza’s (An seinem zweihundertjährigen Todestage gesprochen an der Universität Zürich). In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 1 (1877), S. 419–440.&#xD;&#xA;">meinen </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-19" title="meinen Spinoza ] vgl. Windelband: Zum Gedächtniss Spinoza’s (An seinem zweihundertjährigen Todestage gesprochen an der Universität Zürich). In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 1 (1877), S. 419–440.&#xD;&#xA;">Spinoza</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-19" id="app-editorial-19-ref" title="meinen Spinoza ] vgl. Windelband: Zum Gedächtniss Spinoza’s (An seinem zweihundertjährigen Todestage gesprochen an der Universität Zürich). In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 1 (1877), S. 419–440.">[19]</a> bekommen? Es freut mich daß er gerade in dieser Zeitschrift steht als ein Moment, das ich überhaupt darin vertreten werde, – als Gegengewicht gegen allzu große Einseitigkeit. Grüße die wägende Tafelrunde. Hat <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-20" title="Avenarius ] Richard Avenarius, der Nachfolger Windelbands in Zürich.&#xD;&#xA;">Av</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-20" title="Avenarius ] Richard Avenarius, der Nachfolger Windelbands in Zürich.&#xD;&#xA;">[enarius]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-20" id="app-editorial-20-ref" title="Avenarius ] Richard Avenarius, der Nachfolger Windelbands in Zürich.">[20]</a> sich entschlossen, zu prüfen?</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">d</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mir</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am Kopf der <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> nicht zugehörige Notizen (Literaturangaben zum Theokritos-Kommentar von <span class="ED-name">Theodor Borsdorf</span> 1874) von anderer Hand (Karl Dilthey) mit Bleistift</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Ex … avinum!</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> geflügeltes Wort (Büchmann) nach Alkäus oder Phidias: Den Löwen nach der Klaue (malen), d. h. aus einem Detail aufs Ganze schließen; Windelband ergänzt: aus dem Geruch den Esel.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Verweigerung … Avenarius</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <span class="ED-name">Richard Avenarius</span>, Besoldungserhöhung; Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1879/1093, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 401–302 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: <span class="ED-link"><a href="http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3441348">http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3441348</a></span> (eigene Transkription): <span class="ED-rdg">Herr Avenarius welcher seit Frühjahr 1877 als ordentlicher Professor für induktive Philosophie an unserer Hochschule wirkt und eine jährliche Besoldung von 4000 Fr. bezieht gegen eine Verpflichtung von 10–12 wöchentlichen Unterrichtsstunden, gelangt mit dem Gesuch um Besoldungserhöhung an den Er|ziehungsrath unter Hinweis darauf, daß ihm sr. Zt. keine Umzugsentschädigung verabreicht, dagegen eine Erhöhung seines Jahresgehalts in nahe Aussicht gestellt worden sei.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zu honoriren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Erziehungsdirektion des Kantons Zürich vom 23.5. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 6.6.1877</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">filzige Knapserei</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>wahrscheinlich im Zusammenhang der Überprüfung des Lehrdeputats von <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 21.7.1876 gemeint, die am 24.3.1877 dem Regierunsrat des Kantons Zürich zur Beschlußfassung vorgelegt wurde. Die Überprüfung hatte eine Diskrepanz von 4–6 wöchentlichen Stunden in der Ernennungsurkunde zu 10–12 Stunden nach gesetzlicher Verpflichtung ergeben, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/0624 – Regierungsratsbeschlüsse seit 1803 online: <span class="ED-link"><a href="http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3375318">http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3375318</a></span>. Karl Dilthey trat im Sommer 1877 von seiner Professur für Archäologie und klassische Philologie zurück und ging nach Göttingen. Sein Nachfolger wurde <span class="ED-name">Hugo Blümner</span> (1844–1919), zuvor <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Königsberg (Amtsantritt in Zürich am 17.10.1877), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Regierungsratsbeschluß <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 267 vom 18.8.1877, Staatsarchiv des Kantons Zürich, MM 2.224 RRB 1877/1477: <span class="ED-link"><a href="http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3405441">http://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=3405441</a></span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Studemund</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>wahrscheinlich <span class="ED-name">Wilhelm Studemund</span> (1843–1889), Philologe, 1864 Promotion in Halle, 1864–1868 Forschungsaufenthalte in Italien, 1868 ao. Prof. in Würzburg, 1869 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr>, 1870 in Greifswald, 1872 in Straßburg, 1885 in Breslau (<abbr title="Allgemeine Deutsche Biographie" class="ED-abbr">ADB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Stark</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vermutlich <span class="ED-name">Karl Bernhard Stark</span> (1824–1879), Klassischer Philologe <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Archäologe, seit 1855 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> für Archäologie in Heidelberg, 1873 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 1874/75 Prorektor (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">salva Rudolphi amicitia</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="lateinisch" class="ED-abbr">lat.</abbr> Formel salva amiticia: unbeschadet der Freundschaft (hier: „Rudolfs“); Bezug unklar.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Berufung des Knaben Schöll</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> der Klassische Philologe <span class="ED-name">Friedrich Schöll</span> (1850–1919), 1876 an der Universität Leipzig habilitiert, wurde 1877 als <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> nach Heidelberg berufen (Wer ist’s (1912) S. 1430).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Leipziger Ritschelianismus</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>als Schulbezeichnung sonst mit dem Namen des Göttinger evangelischen Theologen <span class="ED-name">Albrecht Ritschl</span> (1822–1899) verbunden, hier aber bezogen auf dessen Verwandten und Windelbands ehemaligen Leipziger Kollegen <span class="ED-name">Friedrich Ritschl</span> (1806–1876), 1865–75 Klassischer Philologe an der Universität Leipzig (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>). <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> Ritschls Separatvotum für <span class="ED-name">Kuno Fischer</span> vom 3.12.1874 in der vorliegenden Edition.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Osthoff</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Hermann Osthoff</span> (1847–1909), Sprachwissenschaftler, 1869 Promotion in Bonn, 1871 Gymnasiallehrer in Kassel, 1874 erneutes Studium der vergleichenden Sprachwissenschaften in Leipzig, 1875 Habilitation in Leipzig, 1877 <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> für vergleichende Sprachwissenschaft und Sanskrit in Heidelberg, 1884/85 und 1894/95 Dekan, 1899/1900 Prorektor (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>). Laut <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr> wurde <span class="ED-name">Osthoff</span> 1877 nach Heidelberg berufen und im selben Jahr zum <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> ernannt. <span class="ED-name">Osthoff</span> ist jedoch für das <abbr title="Wintersemester" class="ED-abbr">WS</abbr> 1877/78 im Heidelberger Vorlesungsverzeichnis als <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> aufgeführt und erst im SS 1878 als <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Kuhn</span>’s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher, kann auch <span class="ED-rdg">Rahn</span> heißen. Ein solcher Name ist indes an der Universität Heidelberg im fraglichen Zeitraum nicht nachgewiesen. Wahrscheinlich ist gemeint: <span class="ED-name">Ernst Kuhn</span> (1846–1920), Indologe <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Indogermanist, 1869 promoviert, 1871 <abbr title="Privatdozent" class="ED-abbr">PD</abbr> in Halle, 1872 in Leipzig, 1875 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Heidelberg, 1877–1917 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> für arische Philologie und vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft in München (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Philosophie des Unbewußten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Anspielung auf das gleichnamige Buch von <span class="ED-name">Eduard von Hartmann</span>, erschienen 1869.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schwiegermama</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Wilhelmine Wichgraf</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an <span class="ED-name">Karl Dilthey</span> vom 20.4.1877</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Tante</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">heranwachsende Psychologie</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>das Projekt gelangte nicht zur Ausführung, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Karl Dilthey vom 3.8.1878.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-16"><span class="ED-app-num">16</span><a href="#app-editorial-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Frankenhäuser</span>s</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband an Karl Dilthey vom 20.4.1877</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-17"><span class="ED-app-num">17</span><a href="#app-editorial-17-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Spritze</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im Sinne von Spritztour</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-18"><span class="ED-app-num">18</span><a href="#app-editorial-18-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Goethe</span> parodiren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nach Wilhelm Meisters Lehrjahre 4,9: <span class="ED-rdg">Wenn ich dich lieb habe, was geht’s dich an!</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-19"><span class="ED-app-num">19</span><a href="#app-editorial-19-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">meinen <span class="ED-name">Spinoza</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Windelband: Zum Gedächtniss Spinoza’s (An seinem zweihundertjährigen Todestage gesprochen an der Universität Zürich). In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 1 (1877), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 419–440.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-20"><span class="ED-app-num">20</span><a href="#app-editorial-20-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Avenarius</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <span class="ED-name">Richard Avenarius</span>, der Nachfolger Windelbands in Zürich.</div></div></body></html>