<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an Victor Ehrenberg, Potsdam, 8.10.1874, 2 S., hs. (dt. Schrift), Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL Ehrenberg acc. Darmst. 1924.138</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000064-3"/><style type="text/css">
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Die letzte Schranke, das conventionelle „Sie“ ist nun auch zwischen uns gefallen und so besitze ich ihn als Freund und Bruder. In den nächsten Tagen erhältst Du von ihm Brief, der schon schwer auf ihm lastet. Er hat mich gestern in eine Gesellschaft hiesiger Extraordinarii und Docenten eingeführt, von denen mich wahrscheinlich [Georg Friedrich] Knapp, der Statistiker interessiren wird. […] Windelband bewegt sich auf dem Katheder mit eben der Leichtigkeit, wie im persönlichen Verkehr (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 221–222).&#xD;&#xA;">habe schreiben wollen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="habe schreiben wollen ] vgl. Jellinek an Ehrenberg aus Leipzig vom 6.6.1874: Seit Windelband hier ist, lebe ich in einer neuen Welt. Mit der sich selbst genügenden Trägheit ist es vorbei, so lange man mit ihm verkehrt, wird man immer zu neuer Thätigkeit angespornt. Die letzte Schranke, das conventionelle „Sie“ ist nun auch zwischen uns gefallen und so besitze ich ihn als Freund und Bruder. In den nächsten Tagen erhältst Du von ihm Brief, der schon schwer auf ihm lastet. Er hat mich gestern in eine Gesellschaft hiesiger Extraordinarii und Docenten eingeführt, von denen mich wahrscheinlich [Georg Friedrich] Knapp, der Statistiker interessiren wird. […] Windelband bewegt sich auf dem Katheder mit eben der Leichtigkeit, wie im persönlichen Verkehr (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 221–222).">[1]</a>, wie oft ich wieder durch mancherlei <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Schicksalswechsel ] vgl. Jellinek an Ehrenberg aus Leipzig vom 31.7.1874: den nächsten Morgen erfuhr ich, daß Windelband den schmerzlichsten Verlust erlitten hat, den ein Menschenherz treffen kann, daß seine Mutter plötzlich gestorben ist; sowie Jellinek an Ehrenberg aus Vorderbrühl vom 20.8.1874: Windelband ist auf einige Tage – allein – in die böhmischen Gebirge gezogen und wird wohl bald in Potsdam eintreffen. Er wird jedenfalls Ende September oder Anfang October heiraten. Ich bewunderte die äußere Ruhe, mit der er den schrecklichen Verlust trug, während er doch im Innern tief, tief bewegt war (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 224 u. 226). Der Hochzeitstermin Windelbands war der 10.10.1874.&#xD;&#xA;">Schicksalswechsel</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Schicksalswechsel ] vgl. Jellinek an Ehrenberg aus Leipzig vom 31.7.1874: den nächsten Morgen erfuhr ich, daß Windelband den schmerzlichsten Verlust erlitten hat, den ein Menschenherz treffen kann, daß seine Mutter plötzlich gestorben ist; sowie Jellinek an Ehrenberg aus Vorderbrühl vom 20.8.1874: Windelband ist auf einige Tage – allein – in die böhmischen Gebirge gezogen und wird wohl bald in Potsdam eintreffen. Er wird jedenfalls Ende September oder Anfang October heiraten. Ich bewunderte die äußere Ruhe, mit der er den schrecklichen Verlust trug, während er doch im Innern tief, tief bewegt war (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt a. M.: Klostermann 2005, S. 224 u. 226). Der Hochzeitstermin Windelbands war der 10.10.1874.">[2]</a> davon verhindert worden bin, – Sie würden mir weniger zürnen, als Sie es vielleicht thun. Aber Jellinek muß Ihnen gesagt haben, wie sehr ich mich dessen schäme und wie lebhaft immer und immer meine Empfindung für Sie geblieben ist. So mag ich denn – wenn auch jetzt gerade beschäftigter denn je – nicht in eine neue Phase meiner Existenz treten, ohne Ihnen wenigstens diesen kurzen Gruß zu senden, der Ihnen sagen soll, daß ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="als Ehemann ] vgl. die Abschrift der Heiratsurkunde vom 10.10.1874, in der vorliegenden Edition&#xD;&#xA;">als Ehemann</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="als Ehemann ] vgl. die Abschrift der Heiratsurkunde vom 10.10.1874, in der vorliegenden Edition">[3]</a> besser werden will und daß Sie von übermorgen an darauf rechnen dürfen, mit mir zufriedner zu werden! Sobald ich in Leipzig punctuell via <span class="ED-name">Jellinek</span>, sicher weiß, wo sie brieflich <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="aufzu|treiben ] auf|treiben, verstümmelt durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;">aufzu</span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="aufzu|treiben ] auf|treiben, verstümmelt durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="aufzu|treiben ] auf|treiben, verstümmelt durch Seitenwechsel&#xD;&#xA;">treiben</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="aufzu|treiben ] auf|treiben, verstümmelt durch Seitenwechsel">[a]</a> sind, werde ich Alles thun, meine Sünden wieder gut zu machen. Für heute, lieber Ehrenberg, hoffe ich, entschuldigen Sie mich auch – ich bin wirklich ein gehetztes Reh – aber ich werde zum schönsten Glücke gehetzt.</p><p class="ED-p">Leben Sie wohl und seien Sie nicht böse Ihrem alten</p><p class="ED-signed">W Windelband</p><hr class="ED-back"/><p class="ED-p">Leipzig. <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Weststraße ] Straßenname 1845–1945, seitdem Friedrich-Ebert-Straße (Gina Klank, Gernot Griebsch (Hg.): Lexikon Leipziger Straßennamen. Leipzig 1995).&#xD;&#xA;">Weststraße</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Weststraße ] Straßenname 1845–1945, seitdem Friedrich-Ebert-Straße (Gina Klank, Gernot Griebsch (Hg.): Lexikon Leipziger Straßennamen. Leipzig 1995).">[4]</a> 81.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">aufzu<span class="ED-pb">|</span>treiben</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">auf</span><span class="ED-pb">|</span><span class="ED-rdg">treiben</span>, verstümmelt durch Seitenwechsel</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">habe schreiben wollen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Jellinek</span> an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> aus Leipzig vom 6.6.1874: <span class="ED-rdg">Seit Windelband hier ist, lebe ich in einer neuen Welt. Mit der sich selbst genügenden Trägheit ist es vorbei, so lange man mit ihm verkehrt, wird man immer zu neuer Thätigkeit angespornt. Die letzte Schranke, das conventionelle „Sie“ ist nun auch zwischen uns gefallen und so besitze ich ihn als Freund und Bruder. In den nächsten Tagen erhältst Du von ihm Brief, der schon schwer auf ihm lastet. Er hat mich gestern in eine Gesellschaft hiesiger Extraordinarii und Docenten eingeführt, von denen mich wahrscheinlich [Georg Friedrich] Knapp, der Statistiker interessiren wird. […] Windelband bewegt sich auf dem Katheder mit eben der Leichtigkeit, wie im persönlichen Verkehr</span> (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt <abbr title="am Main" class="ED-abbr">a. M.</abbr>: Klostermann 2005, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 221–222).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schicksalswechsel</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-name">Jellinek</span> an <span class="ED-name">Ehrenberg</span> aus Leipzig vom 31.7.1874: <span class="ED-rdg">den nächsten Morgen erfuhr ich, daß Windelband den schmerzlichsten Verlust erlitten hat, den ein Menschenherz treffen kann, daß seine Mutter plötzlich gestorben ist</span>; sowie Jellinek an Ehrenberg aus Vorderbrühl vom 20.8.1874: <span class="ED-rdg">Windelband ist auf einige Tage – allein – in die böhmischen Gebirge gezogen und wird wohl bald in Potsdam eintreffen. Er wird jedenfalls Ende September oder Anfang October heiraten. Ich bewunderte die äußere Ruhe, mit der er den schrecklichen Verlust trug, während er doch im Innern tief, tief bewegt war</span> (Christian Keller: Victor Ehrenberg und Georg Jellinek Briefwechsel 1872–1911. Frankfurt <abbr title="am Main" class="ED-abbr">a. M.</abbr>: Klostermann 2005, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 224 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 226). Der Hochzeitstermin Windelbands war der 10.10.1874.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">als Ehemann</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Abschrift der Heiratsurkunde vom 10.10.1874, in der vorliegenden Edition</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Weststraße</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Straßenname 1845–1945, seitdem Friedrich-Ebert-Straße (Gina Klank, Gernot Griebsch (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Lexikon Leipziger Straßennamen. Leipzig 1995).</div></div></body></html>