<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband: Promotionsgutachten über Robert Ezra Park, Heidelberg, 23.7.1903, 2 S., hs. (lat. Schrift), UA Heidelberg, H-IV-102/135 (Philosophische Fakultät 1902/03 Dekan Karl Rathgen), Bl. 765</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000032-3"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName">Windelband</span>: Promotionsgutachten über <span class="ED-persName">Robert Ezra Park</span>, <span class="ED-location">Heidelberg</span>, <span class="ED-date">23.7.1903</span>, <span class="ED-note">2 S., hs. (lat. Schrift),</span> <span class="ED-pubPlace">UA Heidelberg, H-IV-102/135 (Philosophische Fakultät 1902/03 Dekan Karl Rathgen), Bl. 765</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-p">Der aus Amerika gebürtige, beinah vierzigjährige <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Verfasser ] vgl. in derselben Akte Bl. 770–771 den eigenhändigen Lebenslauf von Robert Ezra Park: geb. 14.2.1864 in Harveyville, Pa. USA. 1882–83 Studium an der University of Minnesota, Minneapolis, danach University of Michigan, Ann Arbor: Philologie, Philosophie, nach 4 Jahren Bachelor of Philosophy bei George Morris und John Dewey. 1887–88 Reporter, Redakteur und Schriftsteller (Minneapolis, New York, Detroit, Chicago). Dann nochmals Studium an der Harvard University bei William James u. Hugo Münsterberg (bei diesem im psychologischen Laboratorium): Im Jahre 1899 kam ich nach Europa, hörte bei Professor Simmel und Paulsen in Berlin und kam dann im Jahre 1900 nach Strassburg, um Philosophie bei Professor Windelband zu studieren, dem ich auch zu Ostern 1903 hierher gefolgt bin, und dem ich zum grossen Teil verdanke, was ich an wissenschaftlicher Einsicht in die Philosophie besitze. Die mündliche Prüfung fand am 1.8.1903 statt. Windelband prüfte in Philosophie: befriedigend; Karl Rathgen in politischer Ökonomie: genügend; Alfred Hettner in Geographie: recht befriedigend. Gesamtnote: III. Vgl. die Notiz in: Heidelberger Zeitung, Nr. 279 vom 28.11.1904, Erstes Blatt, S. 2: Soeben erschien eine interessante Heidelberger philosophische Dissertation eines Schülers von Geh. Rat Windelband und von Hans Münsterberg (von Harvard) über das Thema „Masse und Publikum“. „Eine methodologische und soziologische Untersuchung“. Verfasser ist ein Herr in reifen Jahren: Dr. Robert E. Park aus Harveyville, Luzerne County, Pennsylvanien.&#xD;&#xA;">Verfasser</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Verfasser ] vgl. in derselben Akte Bl. 770–771 den eigenhändigen Lebenslauf von Robert Ezra Park: geb. 14.2.1864 in Harveyville, Pa. USA. 1882–83 Studium an der University of Minnesota, Minneapolis, danach University of Michigan, Ann Arbor: Philologie, Philosophie, nach 4 Jahren Bachelor of Philosophy bei George Morris und John Dewey. 1887–88 Reporter, Redakteur und Schriftsteller (Minneapolis, New York, Detroit, Chicago). Dann nochmals Studium an der Harvard University bei William James u. Hugo Münsterberg (bei diesem im psychologischen Laboratorium): Im Jahre 1899 kam ich nach Europa, hörte bei Professor Simmel und Paulsen in Berlin und kam dann im Jahre 1900 nach Strassburg, um Philosophie bei Professor Windelband zu studieren, dem ich auch zu Ostern 1903 hierher gefolgt bin, und dem ich zum grossen Teil verdanke, was ich an wissenschaftlicher Einsicht in die Philosophie besitze. Die mündliche Prüfung fand am 1.8.1903 statt. Windelband prüfte in Philosophie: befriedigend; Karl Rathgen in politischer Ökonomie: genügend; Alfred Hettner in Geographie: recht befriedigend. Gesamtnote: III. Vgl. die Notiz in: Heidelberger Zeitung, Nr. 279 vom 28.11.1904, Erstes Blatt, S. 2: Soeben erschien eine interessante Heidelberger philosophische Dissertation eines Schülers von Geh. Rat Windelband und von Hans Münsterberg (von Harvard) über das Thema „Masse und Publikum“. „Eine methodologische und soziologische Untersuchung“. Verfasser ist ein Herr in reifen Jahren: Dr. Robert E. Park aus Harveyville, Luzerne County, Pennsylvanien.">[1]</a> der Arbeit über „Masse und Publicum“ ist in seiner Heimat Journalist gewesen und von dem Bedürfnis gepackt worden, sich über Sinn und Wesen seiner Tätigkeit wissenschaftlich klar zu werden, hat nach eilfjähriger Praxis noch einmal die (Harvard-) Universität bezogen und sich dann nach Deutschland gewandt, wo er erst in Berlin, dann in Strassburg, zuletzt <span class="ED-pb">|</span> hier studirt hat. Als er zu mir nach Strassburg kam, war er intellectuell noch recht undiscipliniert, und das lässt sich auch noch an der vorgelegten Arbeit erkennen, obwohl er in diesen Jahren mit einem treuen Idealismus und mit zäher Energie redlich gearbeitet hat. Er brachte die Absicht mit, den Begriff der öffentlichen Meinung zu formuliren und hat dazu die sociologische Litteratur mit riesigem Fleisse durcharbeitet, dessen Früchte in der Abhandlung überall erkennbar sind: ebenso deutlich aber zeigt diese auch, dass er sich durch dieselbe Litteratur vielfach von seinem Thema zu weit hat abziehen lassen. So namentlich in dem ausführlichen Eingehen auf das Wesen der „Sekte“ – wobei Interessen und Erfahrungen seines heimatlichen Lebens mitspielen mögen.</p><p class="ED-p">So ist in der Arbeit sehr viel interessantes Material zusammengetragen, vielleicht zu viel, und das Urteil dabei entspringt mehr einem gewissen Bon-sens, als methodischer Kritik. Auch die zahlreichen Ansätze zu begrifflicher Zusammenfassung und Verarbeitung der Tatsachen und der behandelten Theorien haben noch nicht zu einem festen und sicheren Ergebnis geführt.</p><p class="ED-p">Wenn ich trotz dieser Bedenken die Arbeit zur Annahme empfehle, so geschieht es nicht nur, weil ich darin mit Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Candidaten ein achtungswertes specimen eruditionis sehe, sondern auch weil ich die Anerkennung einer durchaus eigenartigen und wohldurchdachten Auffassung des ausgedehnten Stoffs nicht zurückhalten kann: es geschieht freilich auch unter der Voraussetzung, dass die gründliche Umarbeitung, die der Verfasser in Aussicht stellt, in der von ihm selbst angegebenen Weise vor dem Druck ausgeführt wird. Dabei ist vieles von dem Material zu streichen, namentlich auch das Eingehen auf die Echternacher Springprocession, dagegen die begriffliche Seite der Arbeit klarer und schärfer herauszuarbeiten.</p><p class="ED-dateline">23.7.03</p><p class="ED-signed">W Windelband</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verfasser</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> in derselben Akte <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 770–771 den eigenhändigen Lebenslauf von <span class="ED-name">Robert Ezra Park</span>: <abbr title="geboren" class="ED-abbr">geb.</abbr> 14.2.1864 in Harveyville, Pa. <abbr title="United States of America" class="ED-abbr">USA</abbr>. 1882–83 Studium an der University of Minnesota, Minneapolis, danach University of Michigan, Ann Arbor: Philologie, Philosophie, nach 4 Jahren Bachelor of Philosophy bei George Morris und John Dewey. 1887–88 Reporter, Redakteur und Schriftsteller (Minneapolis, New York, Detroit, Chicago). Dann nochmals Studium an der Harvard University bei William James <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Hugo Münsterberg (bei diesem im psychologischen Laboratorium): <span class="ED-rdg">Im Jahre 1899 kam ich nach Europa, hörte bei Professor Simmel und Paulsen in Berlin und kam dann im Jahre 1900 nach Strassburg, um Philosophie bei Professor Windelband zu studieren, dem ich auch zu Ostern 1903 hierher gefolgt bin, und dem ich zum grossen Teil verdanke, was ich an wissenschaftlicher Einsicht in die Philosophie besitze.</span> Die mündliche Prüfung fand am 1.8.1903 statt. Windelband prüfte in Philosophie: befriedigend; <span class="ED-name">Karl Rathgen</span> in politischer Ökonomie: genügend; <span class="ED-name">Alfred Hettner</span> in Geographie: recht befriedigend. Gesamtnote: <span class="ED-rdg">III</span>. <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> die Notiz in: Heidelberger Zeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 279 vom 28.11.1904, Erstes Blatt, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 2:<span class="ED-rdg"> Soeben erschien eine interessante Heidelberger philosophische Dissertation eines Schülers von Geh. Rat Windelband und von Hans Münsterberg (von Harvard) über das Thema „Masse und Publikum“. „Eine methodologische und soziologische Untersuchung“. Verfasser ist ein Herr in reifen Jahren: Dr. Robert E. Park aus Harveyville, Luzerne County, Pennsylvanien.</span></div></div></body></html>