<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Windelband an die Mitglieder der Philosophischen Fakultät der Universität Straßburg, Straßburg, 19.6.1889, 1 S., hs. (lat. Schrift), Briefkopf Philosophische Facultät | DER | K. WILH. UNIVERSITÄT | STRASSBURG, mit Aktennotizen, ADBR Strasbourg, 62 AL 10 (Dekanat Windelband 1889/90), Nr. 53</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000022-7"/><style type="text/css">
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Schrift), Briefkopf</span><span class="ED-rdg"> Philosophische Facultät | DER | K. WILH. UNIVERSITÄT | STRASSBURG</span>, <span class="ED-note">mit Aktennotizen</span>, <span class="ED-pubPlace">ADBR Strasbourg, 62 AL 10 (Dekanat Windelband 1889/90), Nr. 53</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-p"><sup/><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="53 ] mit roter Tinte geschrieben&#xD;&#xA;">53</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="53 ] mit roter Tinte geschrieben">[a]</a></p><p class="ED-p">I. N. 53.</p><p class="ED-dateline">Strassburg, den 19 Juni 1889.</p><p class="ED-p">Anliegende Papiere, betr<span class="ED-add">[effend]</span> ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Gesuch um Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium ] vgl. Gertrud Bäumer: Das Mädchenschulwesen. In: Wilhelm Lexis (Hg.): Die höheren Lehranstalten und das Mädchenschulwesen im Deutschen Reich. Berlin: A. Asher 1904 (Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. Aus Anlaß der Weltausstellung in St. Louis unter Mitwirkung zahlreicher Fachmänner hg. v. W. Lexis. Bd. 2), S. 300–301: Seit nun im Jahre 1888 der allgemeine deutsche Frauenverein, die älteste Organisation der deutschen Frauenbewegung, durch einen Stipendienfonds in die Lage gesetzt worden war, das Frauenstudium praktisch unterstützen zu können, und seit im Jahre 1888 ein eigener Verein „Frauenverein Reform“ [gegründet von Hedwig Kettler (1851–1937)] für die Erschließung der auf wissenschaftlichem Studium beruhenden Berufe für die Frauen eintrat, wurde die Frage des Frauenstudiums auch für Deutschland eine dringendere. Beide Vereine wendeten sich seit dem Jahre 1888 mehrfach an die Unterrichts-Ministerien und Landtage aller Bundesstaaten, sowie an den Reichstag selbst mit der Bitte, den Frauen den höheren Lehrberuf und den Ärztinnenberuf zu erschließen und ihnen die Absolvierung des dazu nötigen Bildungsganges und der dazu nötigen Prüfungen zu gestatten. Gleichzeitig wurde im Jahre 1889 vom wissenschaftlichen Zentralverein zu Berlin eine Anstalt gegründet, die unter dem Titel ,,Realkurse für Frauen“ eine über die höhere Mädchenschule hinausgehende Bildung vermittelte, und da in Deutschland die Zulassung zur Maturitätsprüfung noch nicht erfolgt war, sich zunächst die Vorbereitung auf das Schweizer Maturitätsexamen zum Ziele setzte. Im Jahre 1893 verwandelte die Leiterin, Fräulein Helene Lange, die Realkurse in Gymnasialkurse, die, auf dem Pensum der höheren Mädchenschule aufbauend, ihre Schülerinnen in ca. vier Jahren auf das deutsche Abiturientenexamen vorbereiteten. Ein halbes Jahr später gründete der allgemeine deutsche Frauenverein in Leipzig nach demselben Plan Gymnasialkurse […]. Gleichzeitig mit der Gründung der Berliner Gymnasialkurse hatte man in Süddeutschland einen etwas anderen Weg eingeschlagen, um die Frage der wissenschaftlichen Vorbildung der Mädchen zu lösen; der erwähnte Verein Frauenbildungsreform hatte ein sechsklassiges sogenanntes Mädchengymnasium in Karlsruhe gegründet, das seine Schülerinnen schon im zwölften Lebensjahre aufnahm. Erst 1896 wurden in Preußen Frauen als Gasthörerinnen zugelassen. Ein regelrechtes Studium gewährten Baden 1900, Bayern 1903, Württemberg 1904, Sachsen 1906, Thüringen 1907, Hessen 1908, Preußen 1908, Elsass-Lothringen 1908/09, Mecklenburg 1909.&#xD;&#xA;">Gesuch um Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Gesuch um Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium ] vgl. Gertrud Bäumer: Das Mädchenschulwesen. In: Wilhelm Lexis (Hg.): Die höheren Lehranstalten und das Mädchenschulwesen im Deutschen Reich. Berlin: A. Asher 1904 (Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. Aus Anlaß der Weltausstellung in St. Louis unter Mitwirkung zahlreicher Fachmänner hg. v. W. Lexis. Bd. 2), S. 300–301: Seit nun im Jahre 1888 der allgemeine deutsche Frauenverein, die älteste Organisation der deutschen Frauenbewegung, durch einen Stipendienfonds in die Lage gesetzt worden war, das Frauenstudium praktisch unterstützen zu können, und seit im Jahre 1888 ein eigener Verein „Frauenverein Reform“ [gegründet von Hedwig Kettler (1851–1937)] für die Erschließung der auf wissenschaftlichem Studium beruhenden Berufe für die Frauen eintrat, wurde die Frage des Frauenstudiums auch für Deutschland eine dringendere. Beide Vereine wendeten sich seit dem Jahre 1888 mehrfach an die Unterrichts-Ministerien und Landtage aller Bundesstaaten, sowie an den Reichstag selbst mit der Bitte, den Frauen den höheren Lehrberuf und den Ärztinnenberuf zu erschließen und ihnen die Absolvierung des dazu nötigen Bildungsganges und der dazu nötigen Prüfungen zu gestatten. Gleichzeitig wurde im Jahre 1889 vom wissenschaftlichen Zentralverein zu Berlin eine Anstalt gegründet, die unter dem Titel ,,Realkurse für Frauen“ eine über die höhere Mädchenschule hinausgehende Bildung vermittelte, und da in Deutschland die Zulassung zur Maturitätsprüfung noch nicht erfolgt war, sich zunächst die Vorbereitung auf das Schweizer Maturitätsexamen zum Ziele setzte. Im Jahre 1893 verwandelte die Leiterin, Fräulein Helene Lange, die Realkurse in Gymnasialkurse, die, auf dem Pensum der höheren Mädchenschule aufbauend, ihre Schülerinnen in ca. vier Jahren auf das deutsche Abiturientenexamen vorbereiteten. Ein halbes Jahr später gründete der allgemeine deutsche Frauenverein in Leipzig nach demselben Plan Gymnasialkurse […]. Gleichzeitig mit der Gründung der Berliner Gymnasialkurse hatte man in Süddeutschland einen etwas anderen Weg eingeschlagen, um die Frage der wissenschaftlichen Vorbildung der Mädchen zu lösen; der erwähnte Verein Frauenbildungsreform hatte ein sechsklassiges sogenanntes Mädchengymnasium in Karlsruhe gegründet, das seine Schülerinnen schon im zwölften Lebensjahre aufnahm. Erst 1896 wurden in Preußen Frauen als Gasthörerinnen zugelassen. Ein regelrechtes Studium gewährten Baden 1900, Bayern 1903, Württemberg 1904, Sachsen 1906, Thüringen 1907, Hessen 1908, Preußen 1908, Elsass-Lothringen 1908/09, Mecklenburg 1909.">[1]</a> bitte ich die Herrn Collegen vorläufig zur Kenntniss zu nehmen: ich werde die Angelegenheit in der nächsten Sitzung zur Behandlung bringen.</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Windelband ] darunter Lesevermerke durch Namenskürzel&#xD;&#xA;">Windelband</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Windelband ] darunter Lesevermerke durch Namenskürzel">[b]</a></p><hr class="ED-back"/><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Die … 76 ] in dt. Schrift&#xD;&#xA;">Die Papiere selbst nebst dem an die medicinische und die philosophische Fakultät gerichteten Anschreiben des Herrn Rectors (dessen I. N. 325) wurde der medicinischen Fakultät auf deren Wunsch zurückgestellt.</span></p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Die … 76 ] in dt. Schrift&#xD;&#xA;">Windelband</span></p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Die … 76 ] in dt. Schrift&#xD;&#xA;">Diesseitige Erledigung der Sache: </span><abbr title="Nummer" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Die … 76 ] in dt. Schrift&#xD;&#xA;">Nr.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Die … 76 ] in dt. Schrift&#xD;&#xA;"> 76</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Die … 76 ] in dt. Schrift">[c]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">53</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit roter Tinte geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Windelband</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>darunter Lesevermerke durch Namenskürzel</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Die … 76</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> in <abbr title="deutsch" class="ED-abbr">dt.</abbr> Schrift</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Gesuch um Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Gertrud Bäumer: Das Mädchenschulwesen. In: Wilhelm Lexis (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Die höheren Lehranstalten und das Mädchenschulwesen im Deutschen Reich. Berlin: A. Asher 1904 (Das Unterrichtswesen im Deutschen Reich. Aus Anlaß der Weltausstellung in St. Louis unter Mitwirkung zahlreicher Fachmänner <abbr title="herausgegeben" class="ED-abbr">hg.</abbr> <abbr title="von" class="ED-abbr">v.</abbr> W. Lexis. Bd. 2), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 300–301:<span class="ED-rdg"> Seit nun im Jahre 1888 der allgemeine deutsche Frauenverein, die älteste Organisation der deutschen Frauenbewegung, durch einen Stipendienfonds in die Lage gesetzt worden war, das Frauenstudium praktisch unterstützen zu können, und seit im Jahre 1888 ein eigener Verein „Frauenverein Reform“ [</span>gegründet von <span class="ED-name">Hedwig Kettler</span> (1851–1937)<span class="ED-rdg">] für die Erschließung der auf wissenschaftlichem Studium beruhenden Berufe für die Frauen eintrat, wurde die Frage des Frauenstudiums auch für Deutschland eine dringendere. Beide Vereine wendeten sich seit dem Jahre 1888 mehrfach an die Unterrichts-Ministerien und Landtage aller Bundesstaaten, sowie an den Reichstag selbst mit der Bitte, den Frauen den höheren Lehrberuf und den Ärztinnenberuf zu erschließen und ihnen die Absolvierung des dazu nötigen Bildungsganges und der dazu nötigen Prüfungen zu gestatten. 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