<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000834-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>14.5.1914</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 A 0362,3</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0834" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000834-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1914-05-14">14.5.1914</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/127383972">Herbert Ernest Cushman</name><name>Rudajeff, Übersetzer</name><name>S. Frank, Übersetzer in St. Petersburg</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>14.5.1914</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 A 0362,3</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5387"/>Heidelberg, 14.5.14<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5387"/></dateline><salute>Hochgeehrter Herr Doctor,</salute><p>Vielfach muss ich Ihre freundliche Entschuldigung für meine in den letzten Wochen entwickelte Schweigsamkeit erbitten. Das bisschen Arbeits- und Leistungsfähigkeit, das mir in einer nervös leicht reizbaren Weise übrig geblieben ist, war durch den Semesteranfang und durch häusliche Unruhe völlig in Anspruch genommen: wir nahmen eine Umordnung unserer Zimmer vor, bei der meine ganze <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5388"/>Bibliothek<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5388"/> neu aufgestellt werden musste, und infolge verzögerter Handwerkerleistungen hatte sich diese für die Ferien berechnete Umwälzung bis in das Semester hineingezogen. Nun klärt sich aber die Sache wieder.</p><p>So ist mir der schnelle Satz für den Neudruck der Praeludien sehr über den Hals gekommen. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5389"/>Die Druckerei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5389"/> hat schon den ersten Band fertig gesetzt; und ich bin erst beim 5t Bogen, habe ihr noch nichts zurückgeschickt. Das soll nun ernstlich beginnen. Vor allem aber, der für den zweiten Band bestimmte Aufsatz über <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5390"/>„Mitfreude und Mitleid“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5390"/>, der ja erst <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5391"/>diktiert werden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5391"/> musste, konnte unter diesen Verhältnissen erst gestern in Angriff genommen werden; ich hoffe ihn bis Anfang nächster Woche fertig zu haben: soll ich ihn an Sie oder an die Druckerei schicken?</p><p>Was die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5392"/>russische Uebersetzung der Praeludien<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5392"/> anlangt, so wäre ich mit der von Ihnen verlangten Entschädigung von 3000 <abbr>Mk.</abbr> einverstanden, ich möchte nur wissen, wer der Uebersetzer ist. Mir hat sich dazu seit langem ein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5393"/><abbr>Dr.</abbr> <name>Rudajeff</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5393"/> angetragen, und ich habe ihm gesagt, dass ich nichts dagegen haben würde, weil ich ihn, der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5394"/>bei mir promoviert<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5394"/> hat, in bezug auf philosophisches Verständnis und deutsche Sprachfähigkeit kenne; ich habe ihn angewiesen, sich mit einem Verleger in Verbindung zu setzen, der sich dann an Sie zu wenden hätte. Ist das nun derselbe? das hätte ich gern festgestellt.</p><p>Für die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5395"/>englische Uebersetzung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5395"/> wäre Herr <name>Cush</name><pb/><name>man</name> auch die sachlich geeignete Persönlichkeit. Aber sein Angebot ist natürlich viel zu gering. Ich erkläre mir seinen Irrtum daraus, dass bei Verhandlungen, die er mit Breitkopf und Härtel wegen einer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5396"/>Uebersetzung meiner „Geschichte der neueren Philosophie“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5396"/> geführt hat, eine grosse amerikanische Firma sich weigerte, nennenswerte Entschädigung zu leisten, mit der Motivierung, dass trotz aller Autorisation immer noch jeden Tag eine andre, nicht autorisierte Uebersetzung in America daneben erscheinen könnte!! Jedenfalls ist es gut, für die nach dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5397"/>neuen Gesetz eingetragene „Einleitung“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5397"/> eine entsprechende Summe zu fordern.</p><p>Nächstens kommt wohl auch ein Antrag wegen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5398"/>italienischer Uebersetzung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5398"/> an Sie: ich gebe die Entscheidung vertrauensvoll in Ihre Hand!</p><p>Mit hochachtungsvollem Gruss stets Ihr getreuer</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-5387"><lem>Heidelberg, 14.5.14</lem><note>darunter Eingangsvermerk von anderer <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>16.V.14.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-5388"><lem>Bibliothek</lem><note><abbr>vgl.</abbr> für einen ungefähren Überblick die Verzeichnisse: Bibliothek Windelband <abbr>Abt.</abbr> I. Die Philosophie der alten Welt. Klassische Philologie. Kulturgeschichte. Antiquariats-Katalog No. 133 enthaltend u.a.: Den ersten Teil der Bibliothek des † Herrn Geh. Rat Dr. Windelband, o. ö. Professor an der Universität Heidelberg. Leipzig: Friedrich Meyer’s Buchhandlung Winter-Semester 1916/17. 424 Nummern. – Bibliothek Windelband <abbr>Abt.</abbr> II. Wilhelm Windelband. Immanuel Kant. Neuere Philosophie und deren Geschichte. Antiquariats-Katalog No. 134 enthaltend <abbr>u. a.</abbr>: Den zweiten Teil der Bibliothek des † Herrn Geh. Rat Dr. Windelband, o. ö. Professor an der Universität Heidelberg. Leipzig: Friedrich Meyer’s Buchhandlung 1916/17. 903 Nummern.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5389"><lem>Die Druckerei</lem><note>Firma Oscar Brandstetter, Leipzig</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5390"><lem>„Mitfreude und Mitleid“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband: Über Mitleid und Mitfreude. [Vortrag 1911]. In: Präludien. Aufsätze und Reden zur Philosophie und ihrer Geschichte. 5., erweiterte <abbr>Aufl.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1915, <abbr>S.</abbr> 195–217.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5391"><lem>diktiert werden</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Siebeck vom 11.4.1914</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5392"><lem>russische Uebersetzung der Praeludien</lem><note>im Schreiben Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) an Windelband vom 6.5.1914 geht es abweichend um die russische Übersetzung von Windelbands Einleitung in die Philosophie (1914). Außer derjenigen von <name>S. Frank</name> (St. Petersburg 1904) ist keine weitere russische Übersetzung von Windelbands Präludien ermittelt.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5393"><lem><abbr>Dr.</abbr> <name>Rudajeff</name></lem><note>unter diesem Namen nicht ermittelt; <abbr>vgl.</abbr> die folgenden Schreiben Siebeck/Windelbands.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5394"><lem>bei mir promoviert</lem><note>Dissertation weder für Freiburg noch für Straßburg oder Heidelberg ermittelt, auch nicht unter ähnlichem Namen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5395"><lem>englische Uebersetzung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) an Windelband vom 5.5.1914</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5396"><lem>Uebersetzung meiner „Geschichte der neueren Philosophie“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Verlag Breitkopf &amp; Härtel vom 30.10.1899</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5397"><lem>neuen … Einleitung"</lem><note> vgl. das Formular des Copyright Office of the United States of America, Library of Congress, Washington über das </note><rdg>Certificate of Copyright Registration</rdg><note> von Windelbands Buch </note><rdg>Einleitung in die Philosophie</rdg><note>: </note><rdg>the date of publication was Mar[ch] 31, 1914; one copy was received May 20, 1914; and registration has been made as Class A, Foreign, XXc., No. 10334.</rdg><note> Dieses Formular erteilte auf Grund der gesetzlichen Regelungen vom 4.3.1909, 2.3.1913 u. 28.3.1914 das Copyright auf 28 Jahre ab Erscheinungsdatum (Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 B 1, M. 10).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5398"><lem>italienischer Uebersetzung</lem><note>nicht ermittelt. Erschien nicht.</note></app></listApp></back></text></TEI>