<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000807-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Karl Stählin</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>25.1.1914</date>, <note>2 S., hs. (lat. Schrift), Briefkarte</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, VI. HA Nl Stählin, K. Nr. 1b S. 179</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0807" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000807-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1914-01-25">25.1.1914</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117202614">Karl Stählin</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/1144190053">Lew Tolstoj</name></note><note type="repository">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Karl Stählin</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>25.1.1914</date>, <note>2 S., hs. (lat. Schrift), Briefkarte</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, VI. HA Nl Stählin, K. Nr. 1b S. 179</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5197"/>Heidelberg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5197"/>, 25.1.14</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Kollege,</salute><p>Für das liebenswürdige Geschenk Ihres schönen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5198"/>Buches über Russland<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5198"/> sage ich Ihnen späten, aber nicht minder herzlichen Dank. Als ich es erhielt, musste ich gerade einmal wieder eine Woche lang im Bett einen Bronchialkatarrh abwarten. Seitdem habe ich gern und mit grossem Interesse darin gelesen, namentlich den Abschnitt über <name>Tolstoi</name>. Das ist nun für mich gerade sehr nötig. Denn ich habe – es wird Sie vielleicht <pb/> verwundern, aber ich muss es eingestehen, – ich habe für diese russische Grösse gar keine Ader. ich schätze so etwas wie Anna Karenina als einen ungewöhnlich guten Roman, aber für den Propheten fehlt mir jedes Verständnis. Das wird wohl an mir liegen, und darum ist mir jede Darlegung willkommen, die mir den Zugang zu dem Manne leichter macht.</p><p>In der Hoffnung, dass Sie gute Nachrichten haben, die Ihnen die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-5199"/>Sorge um Ihren Sohn<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-5199"/> zu mildern geeignet sind, bin ich mit ergebensten Empfehlungen und Grüssen von Haus zu Haus der Ihrige</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-5197"><lem>Heidelberg</lem><rdg>Hdbg</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-5198"><lem>Buches über Russland</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Karl Stählin: Über Rußland, die russische Kunst und den großen Dichter der russischen Erde. Heidelberg: C. Winter 1913.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-5199"><lem>Sorge um Ihren Sohn</lem><note>Näheres nicht ermittelt, <abbr>vgl.</abbr> Willy Andreas: Karl Stählin zum Gedächtnis. In: Historische Zeitschrift 163 (1941), Heft 1, <abbr>S.</abbr> 82–99: </note><rdg>Kurz vor dem Weltkrieg hatte er seine Reiseeindrücke, die er auf einer Studienfahrt nach Rußland gewonnen, in Skizzen über Petersburg und Moskau, über die Galerien der beiden Hauptstädte und die russische Kunst niedergelegt und sie zusammen mit einem schwungvollen Essay über Leo Tolstoi, den er als den Dichterer russischen Erde schwärmerisch verehrte, zu einem eigenartigen, wirkungsvollen Bande zusammengefaßt; er widmete ihn seinem dichterisch begabten, früh verstorbenen Sohn.</rdg></app></listApp></back></text></TEI>