<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000717-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband </persName>an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>4.1.1912</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0717" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000717-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1912-01-04">4.1.1912</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116701889">Arnold Ruge</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/110639200">Klaus Christian Köhnke</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</name><name>Roland Klein</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband </persName>an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>4.1.1912</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4579"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4579"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline>Heidelberg, 4.1.12</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Doctor,</salute><p>Herzlichen Neujahrsegen und -wunsch zuvor!</p><p>Für uns beide soll ja das neue Jahr wieder erfreuliche Zusammenarbeit bringen: ich möchte heute mit Rücksicht auf Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4580"/>frühere Mitteilung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4580"/> anfragen, ob es bei der vorausgesehenen Erforderlichkeit der neuen Auflage meines Lehrbuchs bleibt und wann Sie mein Manuskript dazu haben wollen. ich bin jetzt dabei und kann es Ihnen heftweise, wie Sie wünschen, zusenden.</p><p>Heute ist auch der Rest des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4581"/>Manuskripts der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4582"/>logischen Prinzipien<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4582"/> für die Encyklopädie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4581"/> von <name>Ruge</name> abgeholt worden. Er sagte, dass Sie den Druck sofort beginnen lassen wollen, und ich werde darüber dankbar erfreut sein; denn es war mir <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4583"/>längst peinlich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4583"/>, dass ich noch im Rückstand war, während die anderen Mitarbeiter schon längst geliefert hatten und darauf warteten. Meine Bitte um Entschuldigung geht auch an Sie, und ist dadurch begründet, dass ich, den Aerzten nachgebend, auf die Arbeit am Abend, <abbr>d. h.</abbr> für mich in der besten und ausgiebigsten Zeit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4584"/>verzichtet habe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4584"/>. Dadurch ist meine Leistungsfähigkeit sehr herabgesetzt. Der logische Aufsatz aber ist nur sehr langsam fortgeschritten, weil auf dem knappen Raum jeder Satz äusserst genau abgewogen sein wollte. Es ist nun eine Art von System von Ueberschriften geworden, das nötigenfalls mein logisches Vermächtnis bilden kann. Deshalb werden mir <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4585"/>Separatabzüge<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4585"/> sehr erwünscht sein. ich weiss nicht, was in dieser Hinsicht zwischen Ihnen und <name>Ruge</name> abgemacht ist; aber ich möchte anregen, die einzelnen Beiträge, speciell meinen, etwa auch (wenn nicht sogleich, so doch später) separat zu vertreiben. Es wäre doch möglich, dass danach bald Nachfrage käme.</p><p>In der Hoffnung, dass Sie mit den Ihrigen die Feiertage gut verlebt und das neue Jahr gesund und glücklich angetreten haben, verbleibe ich in alter herzlicher Gesinnung hochachtungsvoll der Ihrige</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-4580"><lem>frühere Mitteilung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Siebeck an Windelband vom 6.9. <abbr>u.</abbr> 15.9.1911 sowie Windelband an Siebeck vom 13.9. <abbr>u.</abbr> 11.10.1911</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4582"><lem>logischen Prinzipien</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband: Die Prinzipien der Logik. In: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. <abbr>Hg.</abbr> v. W. Windelband <abbr>u.</abbr> A. Ruge, 1. <abbr>Bd.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1912, <abbr>S.</abbr> 1–60.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4581"><lem>Manuskripts der logischen Prinzipien für die Encyklopädie</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <name>Arnold Ruge</name> an <name>Paul Siebeck</name> vom 6.12.1911: </note><rdg>Nun endlich bin ich in der Lage, Ihnen mitzuteilen, dass sich das Manuskript von Herrn Geheimrat Windelband für unsere Encyklopädie in meinen Händen befindet. Es bildet den Schlussstein zu unserem ersten Bande. Ich muss gestehen, dass ich bei der immerfortgesetzten Verschiebung des Ablieferungstermines die grosse Besorgnis hegte, es werde nicht zustande kommen. Nun ist es aber da und unser erster Band dürfte – nach den vielen Hindernissen und Beschwerden für meine Person – einiges Aufsehen erregen. Herr Geheimrat Windelband äusserte mir verschiedentlich den Wunsch, sein Manuscript bald gedruckt zu sehen, und es liegen nun auch Beschwerden seitens der anderen Mitarbeiter vor, obwohl ich sie über den Grund der Zögerungen unterrichtete. Aber ich bitte selbst darum, dass nun nachdem unser Hauptstück da ist, die Publikation möglichst beschleunigt wird, damit nicht noch einmal Störungen eintreten. – Ich habe natürlich inzwischen mannigfache Verabredungen für die folgenden Bände getroffen, konnte mich aber nirgends binden, da ich an dem Zustandekommen ernstlich zweifeln musste. Da ich für alle Gebiete der Philosophie Zusagen habe, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wie ich den zweiten Band zusammenbekomme. […] Ich kann heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich Metaphysik, Naturphilosophie oder Aesthetik an die zweite Stelle rücke. Ich lasse auch das Prinzip herrschen, die Mitarbeiter des ersten Bandes zur Beratung für die folgenden Bände heranzuziehen und sie wollen nun endlich mal erst ihre Sache gedruckt sehen. Es ist auch unbedingt notwendig, dass die Druckbogen an unseren russischen Verleger gehen. Sie wissen, dass ich mir auch für die Organisation der russischen Auflage Mühen und Kosten in reichlichem Masse auferlegt habe und dass ich auf das sorgsamste weiterbemüht bin. Es müsste geradezu Krankheit bei mir eintreten, sonst ist nach aller Voraussicht die Weiterentwicklung der „Encyklopädie“ gesichert. Ich benutze auch diese wenigen Weihnachtstage zu einigen mündlichen Verabredungen. Kurzum ich halte es für unbedingt erforderlich, um unsere Mitarbeiter willig zu erhalten, sobald wie möglich mit dem Druck zu beginnen. Ich kann auch während des Semesters, d. h. bis zum 20. Februar von hiesigen Studierenden aus England, Italien und Frankreich die Korrektur lesen lassen, was sich dann später wieder erschwert. – Windelbands Beitrag ist für mich ausserordentlich wertvoll, weil Windelband sich hier zum ersten Male prinzipiell über Fragen der Logik äussert. Das Manuscript steht Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung. Ich halte es noch hier, weil Windelband auf meine Bitte hin noch etwas anfügen will. Ausser Windelbands Aufsatz haben Sie alles in Händen bis auf eine kleine prinzipielle Einleitung von mir und einigen Vorwortsbemerkungen. Ich freue mich sehr auf das Erscheinen des ersten Bandes, und was meinerseits nun noch geschehen kann, um dieses zu beschleunigen, wird geschehen. Sie werden vor dem Erscheinen, jedenfalls schon bald nach Neujahr, die Komposition des zweiten Bandes erfahren und dann wird vor dem Erscheinen auch meine Kantarbeit endlich im Manuscript abgeschlossen sein</rdg><note> (Text nach einer Transkription von <name>Klaus Christian Köhnke</name> aus Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488). – Das Projekt Encyclopädie ist über den ersten Band nicht hinausgekommen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4583"><lem>längst peinlich</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Croce vom 3.11.1911</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4584"><lem>verzichtet habe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Heinrich Rickert</name> vom 18.6.1911</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4585"><lem>Separatabzüge</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband: Die Prinzipien der Logik. Separatdruck aus: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> W. Windelband u. A. Ruge, 1. <abbr>Bd.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1913. 60 <abbr>S.</abbr></note></app></listApp></back></text></TEI>