<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000640-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Heinrich Rickert</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. Br.</placeName>, <date>28.3.1910</date>, <note>8 S., hs., gedruckter Briefkopf:</note> <quote type="rdg">Prof. Heinrich Rickert | Universität Freiburg i. Br. | Den … 190 … | Thurnseestraße 66.</quote>, <bibl type="pubPlace">UB Heidelberg, </bibl><ref type="link">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIE-1_9-10</ref></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0640" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000640-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</persName><placeName>Freiburg i. Br.</placeName><date when="1910-03-28">28.3.1910</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116701889">Arnold Ruge</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116413530">August Faust</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555006">Edmund Husserl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118624024">Ernst Troeltsch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11875355X">Fedor Stepun</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118580140">Friedrich Meinecke</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117002747">Georg Mehlis</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614436">Georg Simmel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118634496">Heinrich Wölfflin</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118629743">Max Weber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1216180725">Otto Gierke</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11890003X">Richard Kroner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119549603">Sergius Hessen</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Heidelberg</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Heinrich Rickert</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. Br.</placeName>, <date>28.3.1910</date>, <note>8 S., hs., gedruckter Briefkopf:</note> <quote type="rdg">Prof. Heinrich Rickert | Universität Freiburg i. Br. | Den … 190 … | Thurnseestraße 66.</quote>, <bibl type="pubPlace">UB Heidelberg, </bibl><ref type="link">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIE-1_9-10</ref></head></front><body><dateline>28. März 1910</dateline><salute>Lieber Freund!</salute><p>Nehmen Sie herzlichen Dank für Ihren <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3999"/>ausführlichen Brief<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3999"/>. Das warme Interesse, das Sie an der Sache nehmen, und die freundliche Gesinnung, die daraus spricht, hat mir sehr wohl gethan. Zu meiner Freude kann ich Ihnen mittheilen, daß die Logosangelegenheiten jetzt so gut wie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4000"/>vollständig<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4000"/> geordnet sind. Es fehlt nur noch die Zustimmung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4001"/>der Russen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4001"/>, und an dieser ist nicht zu zweifeln. <name>Ruge</name> hat an den zwischen ihm und mir persönlich getroffenen Vereinbarungen in allen wesentlichen Punkten festgehalten, und auch <name>Siebeck</name> ist mit Allem einverstanden. Am Besten kann ich Ihnen den Stand der Dinge klar machen, indem ich Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4002"/>zwei Briefe von <name>Ruge</name> beilege<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4002"/>. Es findet sich darin ein Satz, den Sie vielleicht nicht lesen sollten, aber Sie werden ihn wohl als nicht gelesen betrachten. Die Hauptsache ist mir, daß Sie <name>Ruge</name>s <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4003"/>freiwilligen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4003"/> Verzicht erkennen. Er selbst hat eingesehen, daß ein weiteres Zusammenarbeiten mit <name>Mehlis</name> und <name>Kroner</name> völlig <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4004"/>unmöglich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4004"/> ist. Leider kann ich Ihnen den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4005"/>„officiellen“ Brief <name>Ruge</name>s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4005"/>, der auch für Siebeck und die Russischen Redakteure bestimmt ist, nicht mitschicken, da er sich augenblicklich in Rußland befindet. Sobald ich ihn zurückerhalten habe, will ich ihn Ihnen vorlegen, da manches aus ihm noch deutlicher hervorgeht. <pb/></p><p>Die Angelegenheit in allen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4006"/>Einzelheiten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4006"/> klarzulegen, ist brieflich kaum möglich. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich darüber einmal mit Ihnen sprechen könnte, besonders liegt mir daran, daß das Verhalten von <name>Mehlis</name> Ihnen in einem etwas anderen Lichte erscheint. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4007"/>Sie schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4007"/>: „als er (<name>Ruge</name>) deshalb das gedruckte Titelblatt in die Hand bekam, und damit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4008"/>dahinterkam<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4008"/>, was gegen ihn im <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4009"/>Werke war<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4009"/> u. s. w.“ – daraus ersehe ich, daß Sie durch Ruge durchaus unrichtig informirt sind. Ich weiß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4010"/>jetzt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4010"/> sehr gut, daß <name>Ruge</name> in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4011"/>einem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4011"/> Punkte das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4012"/>juristische<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4012"/> Recht auf seiner Seite hatte, aber der Plan, ihn zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4013"/>hintergehen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4013"/>, hat nie bestanden. <name>Mehlis</name> hat stets vollkommen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4014"/>offen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4014"/> gegen <name>Ruge</name> gehandelt. <name>Ruge</name>s Meinung, daß es anders ist, kann ich nur als das Produkt seines geradezu krankhaften Mißtrauens bezeichnen. Ich habe alle Briefe gelesen, die <name>Ruge</name> in der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4015"/>„Titelfrage“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4015"/> an Mehlis und <name>Kroner</name> geschrieben hat. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4016"/><name>Ruge</name> wußte ganz genau, was beabsichtigt war.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4016"/> Also, so gern ich zugestehe, daß wir die formale Rechtslage nicht genug berücksichtigt haben, so entschieden muß ich bestreiten, daß wir gegen <name>Ruge</name> nicht <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4017"/>aufrichtig<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4017"/> gewesen sind. Ich sage ausdrücklich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4018"/>wir<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4018"/>, denn <name>Mehlis</name> hat hier in voller Übereinstimmung mit mir und <name>Kroner</name> gehandelt, und zwar liegt die Sache so, daß <name>Mehlis</name> sich nur schwer entschließen konnte, sich den Wünschen von mir zu fügen. Der einzige Fehler, den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4019"/>er<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4019"/> in dieser <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4020"/>Titelblattfrage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4020"/> gemacht hat, besteht darin, daß er es unterließ, R<add>[uge]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4021"/>von seiner Krankheit<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4021"/> Nachricht zu geben und damit die große Kürze seiner Briefe zu erklären. Für Alles Andere trage <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4022"/>ich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4022"/> die Verantwortung, und ich trage insofern daran die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4023"/>Schuld<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4023"/>, als ich es versäumt habe, mir die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4024"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4025"/>juristische<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4024"/> Lage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4025"/> vollkommen klar zu machen. Ich hätte wissen sollen, daß R<add>[uge]</add> nach dem Vertrag mit <name>Siebeck</name> das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4026"/>Recht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4026"/> hatte, auf dem <pb/> Titelblatt zu stehen. <name>Siebeck</name> hat sich selbstverständlich sofort auf den Standpunkt des formalen Rechts gestellt, und er konnte garnicht anders. Sein Brief an <name>Mehlis</name> hat mich in dieser Hinsicht von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4027"/>unserm Unrecht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4027"/> vollkommen überzeugt. Ich hätte mich um die Fassung des Contraktes mit <name>Siebeck</name> mehr kümmern sollen, und ich bedaure es auf das lebhafteste, daß ich das nicht gethan habe. Diese meine Einsicht ist das Novum, das zwischen meinem letzten Briefe an Sie und jetzt liegt. Ich glaube mich aber nicht zu irren, wenn ich annehme, daß auch R<add>[uge]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4028"/>vor<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4028"/> seiner Unterredung mit <name>Siebeck</name> die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4029"/>Rechtslage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4029"/> nicht klar war, und, abgesehen von dieser Anerkennung des formalen Rechts, muß ich meine frühere Auffassung der Lage beibehalten. Ja, ich finde, daß zwischen Männern, die wissenschaftlich gemeinsam arbeiten wollen, diese Gemeinsamkeit, nicht juristisch aber faktisch, gerade dadurch aufgehoben wird, daß einer von ihnen mit dem „Strafgesetzbuch“ droht, und das, glaube ich, kann mich etwas entschuldigen, wenn ich die formal juristischen Gesichtspunkte nicht für die wesentlichen gehalten habe. Es war natürlich einem Manne wie <name>Ruge</name> gegenüber ein schwerer Fehler, das formale Recht zu verletzen, aber ich habe glücklicherweise bisher noch nie in meinem Leben mit Jemandem gemeinsam gearbeitet, der den Versuch macht, solche Gemeinsamkeit juristisch zu erzwingen, und ich muß dabei bleiben, gerade dadurch, daß <name>Ruge</name> die Sache auf das juristische Gebiet herüberspielte, daß er Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4030"/><name>Faust</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4030"/><name/> in die Sache hineinzog, (was auch <name>Siebeck</name> als eine „ganz unglückliche Idee“ bezeichnet, da <name>Faust</name> kein Recht habe, sich in die Angelegenheiten des Logos einzumischen) gerade durch diese juristische Behandlung hat R<add>[uge]</add> sich faktisch ins schwerste Unrecht gesetzt. Ich muß das mit aller Schroffheit aussprechen: Gemeinsame wissenschaftliche Arbeit ist mit einem Manne von den Charaktereigenschaften <name>Ruge</name>s ein Ding der Unmöglichkeit. Dazu gehört <pb/> die Fähigkeit der gegenseitigen Rücksichtnahme und des gegenseitigen Vertrauens. R<add>[uge]</add> ist im höchsten Grade rücksichtslos und mißtrauisch. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4031"/>Ich schrieb Ihnen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4031"/> schon neulich, daß es mir widerstrebt, R<add>[uge]</add> Ihnen gegenüber anzuklagen, aber ich sehe, daß es nothwendig ist, auch noch Folgendes zu sagen: <name>Ruge</name> hat von <name>Mehlis</name> in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4032"/>jeder<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4032"/> Woche einen detaillirten Bericht in allen Redaktionsangelegenheiten verlangt und durch fortwährendes Nörgeln und Kritteln an jeder Kleinigkeit die Redaktionsgeschäfte in einer auf die Dauer ganz unerträglichen Weise gestört. Er schrieb dauernd, daß er mit Arbeit überhäuft sei und garkeine Zeit habe, und dabei schrieb er unaufhörlich die überflüssigsten Briefe und lud <name>Mehlis</name> die überflüssigste Arbeit auf. <name>Mehlis</name> hat sich hierüber nie mit einem Wort bei mir beklagt. Ich bin durch einen Zufall hinter diese Dinge gekommen. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4033"/>Mein Manuskript<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4033"/> sollte in die Druckerei geschickt werden. Da mußte <name>Mehlis</name> mir sagen, das ginge nicht, ehe R<add>[uge]</add> nicht dazu seine Zustimmung gegeben habe. Genau dasselbe wiederholte sich mit einem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4034"/>Manuskript von <name>Simmel</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4034"/>. Die Sache hatte Eile, da <name>Simmel</name> verreiste und möglichst schnell die Correktur erhalten sollte. R<add>[uge]</add> duldete nicht, daß <name>Simmel</name>s Manuskript gedruckt wurde, ehe es seine Censur passirt habe. Ich habe <name>Mehlis</name> erklärt, daß die Beiträge der auf dem Titelblatt als „Mitwirkenden“ <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4035"/>genannten Männer<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4035"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4036"/>unter allen Umständen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4036"/> aufgenommen werden müßten. <name>Ruge</name>s Verlangen sei einfach unsinnig. Wenn <name>Simmel</name> erführe, daß seine Beiträge der Censur <name>Ruge</name>s unterlägen, würde er sicher jede Mitwirkung am Logos ablehnen. <name>Mehlis</name> trat immer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4037"/>für<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4037"/> R<add>[uge]</add> ein, und sucht ihn nach allen Richtungen zu entschuldigen, und auf <name>Mehlis</name>’ dringenden Wunsch habe ich meinen Einspruch gegen die Anmaßungen <name>Ruge</name>s unterdrückt. <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4038"/>Aber<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4038"/> im Grunde genommen, war mir schon damals klar, daß <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4039"/>für mich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4039"/> ein weiteres Zusammenarbeiten mit R<add>[uge]</add> ausgeschlossen sei. Dann kam die Titelfrage. Wie ich sie aufgefaßt habe, wissen Sie, und ich kann auch hier meine Auffassung, abgesehen von der juristischen Seite der Sache, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4040"/>nicht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4040"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4041"/>ändern.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4041"/> Ich habe die Weigerung R<add>[uge]</add>’s, seinen Namen nicht als Herausgeber, sondern nur als Redakteur aufgeführt zu sehen, auf eine Stufe gestellt mit seiner Weigerung, Manuskripte von <name>Simmel</name> oder mir ohne seine Censur passiren zu lassen. <name>Mehlis</name> bat mich, da er krank war, schriftlich noch einmal dringend, ich möge meine Zustimmung dazu geben, daß auch R<add>[uge]</add>’s Name auf das Titelblatt käme. Ich hielt die Sache für etwas, was durch Majorität zu entscheiden sei, und schrieb <name>Mehlis</name>, die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4042"/>Entscheidung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4042"/> läge bei ihm und <name>Kroner</name>. Falle sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4043"/>für<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4043"/> <name>Ruge</name> aus, so müsse mein Verhältnis zum Logos sich ändern. Ich könne an der eigentlichen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4044"/>Leitung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4044"/> des Blattes nicht weiter theilnehmen, sondern müsse in eine Reihe mit den übrigen „Mitwirkenden“ zurücktreten. Daraufhin schrieb <name>Mehlis</name> an <name>Ruge</name>: es lägen schwerwiegende Gründe gegen seine Nennung als Herausgeber auf dem Titelblatte vor, und R<add>[uge]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4045"/>wußte ganz genau<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4045"/>, daß <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4046"/>ich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4046"/> seinen Namen nicht genannt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4047"/>wünschte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4047"/>. Daraufhin schrieb er einen ganze Reihe von Briefen, mit denen nun <name>Kroner</name> und <name>Mehlis</name> zu mir kamen und mir erklärten, daß ein weiterer persönlicher Verkehr mit R<add>[uge]</add> unmöglich sei. – Ich muß Ihnen dieses Alles schreiben, damit nicht ein falscher Schein auf <name>Mehlis</name> fällt. Ich wiederhole noch einmal, ich selbst habe das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4048"/>formale Recht<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4048"/> von R<add>[uge]</add> verletzt. Abgesehen davon aber würde ich immer wieder so handeln, denn mit R<add>[uge]</add> kann man nicht gemeinsam arbeiten. <name>Mehlis</name> hat für <name>Ruge</name> entschieden freundschaftliche Empfindungen gehabt und Alles versucht, um mit ihm auszukommen. R<add>[uge]</add> hat, nach seinen eigenen Erklärungen, <name>Mehlis</name> von vorne herein mißtraut und hält ihn für durch und durch unwahr, intrigant und kriecherisch. Es ist sicher, daß R<add>[uge]</add> sich irrt; es ist ebenso sicher, daß diese Ansicht, die R<add>[uge]</add> von <name>Mehlis</name> hat, auf jeden Fall zu unerträglichen Zuständen führen mußte. R<add>[uge]</add> behauptet, <name>Mehlis</name> habe von Anfang an den Plan gehabt, ihn aus dem Logos herauszudrängen. Das ist sicher unsinnig, aber es erklärt R<add>[uge]</add>ʼs Verhalten in den Redaktionsangelegenheiten. Er hat eben <name>Mehlis</name> einfach nicht über den Weg getraut und deswegen machte sein ganzes Verhalten den Eindruck, als gehe es darauf aus, <name>Mehlis</name> zu chicaniren und die <pb/> Redaktionsgeschäfte zu stören.</p><p>Ich fürchte, daß auch diese Darstellung Sie nicht ganz überzeugen wird. Aber ich erkläre mich für unfähig, brieflich eine wirklich überzeugende Darlegung zu geben. Die Titelfrage ist nur ein Glied in einer langen Kette von Ereignissen, und ich hoffe wenigstens das eine zu erreichen, daß ich <name>Mehlis</name> etwas entlaste. Ich thue das auf die Gefahr hin, mich selbst zu belasten. Ich hoffe auch, Sie werden verstehen, daß ich <name>Mehlis</name>, nachdem, was vorgefallen ist, nicht zumuthen kann, R<add>[uge]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4049"/>eine Erklärung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4049"/> abzugeben. Er würde garnicht begreifen, was ich von ihm wollte. Er weiß jetzt leider, wie R<add>[uge]</add> seinen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4050"/>Charakter<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4050"/> beurteilt, u<add>[nd]</add> er ist mit Recht auf das Allertiefste darüber gekränkt. R<add>[uge]</add> hat übrigens auch mir gegenüber nicht die leiseste Andeutung gemacht, daß er eine Erklärung von <name>Mehlis</name> als Äquivalent für seine Erklärung verlange. Ich finde auch, man kann das Unrecht von <name>Mehlis</name> und das Unrecht von <name>Ruge</name> garnicht auf derselben Linie behandeln. R<add>[uge]</add> hat ohne jeden objektiven Grund die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4051"/>Ehre<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4051"/> von <name>Mehlis</name> auf das Schwerste angegriffen, und ich selbst habe es erlebt, daß R<add>[uge]</add> mit ehrenrührigen Behauptungen ganz außerordentlich schnell bei der Hand ist. Also, ich bitte Sie, mir zu erlauben, daß ich von Ihrem Wunsche <name>Mehlis</name> überhaupt nichts sage. Es würde das für ihn eine neue, vielleicht noch schwerere Kränkung bedeuten. Ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4052"/>kann<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4052"/> nicht anders als für <name>Mehlis</name> <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4053"/>Ehre<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4053"/> unbedingt eintreten. Ich habe auch R<add>[uge]</add> geschrieben, daß so lange er gegen <name>Mehlis</name> Vorwürfe erhebe, die dessen Ehre berührten, er damit zugleich mich verletze, denn ich müßte doch wohl von <name>Mehlis</name>ʼ Kriecherei etwas merken. Ich verstehe vollständig, daß Sie für <name>Ruge</name>s Rechte eintreten, aber ich bitte Sie zugleich, lieber Freund, auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4054"/>das<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4054"/> zu berücksichtigen. Allein durch R<add>[uge]</add> ist <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4055"/>der<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4055"/> Faktor in die Sache hineingetragen worden, der den Bruch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4056"/>unheilbar<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4056"/> gemacht hat. Sie mögen das Verhalten von M<add>[ehlis]</add> noch so ungünstig auffassen, so bleibt doch nichts, was seine Ehre auch nur im Geringsten berührt. Wenn R<add>[uge]</add> im Stande wäre, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich liegen, so wäre er M<add>[ehlis]</add> zu Dank verpflichtet für die Wärme und Güte, mit der M<add>[ehlis]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4057"/>immer für<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4057"/> R<add>[uge]</add> eingetreten ist, wenn Andere ihn angegriffen haben.</p><p>Doch lassen Sie mich für heute schließen. Ich denke, vom 2ten Logosheft wird auch der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4058"/>Name R<add>[uge]</add>s verschwinden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4058"/>. Ich brauche nicht zu sagen, daß ich Alles, was ich an <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4059"/>sympathischen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4059"/> Zügen bei R<add>[uge]</add> gefunden habe, heute ebenso klar sehe wie damals, als ich Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4060"/>darüber schrieb<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4060"/>. Auch ich bedaure, daß R<add>[uge]</add>ʼs Arbeitskraft dem Logos verloren geht. Aber ich sehe keinen andern Weg. Daß ich selbst den Logos herausgebe, ist für mich wegen meines Gesundheitszustandes ganz ausgeschlossen. Ich werde mich weiter um das Blatt kümmern, u<add>[nd]</add> wenn es nöthig ist, dafür sorgen, daß es in seiner <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4061"/>Gesammthaltung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4061"/> keine falschen Bahnen einschlägt. Ich werde das umso leichter können, als ich es jetzt nur noch mit <name>Mehlis</name> u<add>[nd]</add> <name>Kroner</name> zu thun habe, die beide mit einander vorzüglich harmoniren und sehr ruhige Menschen sind. Für jeden einzelnen Artikel aber kann ich nicht die Verantwortung übernehmen. Ich habe erst jetzt <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4062"/>gesehen, was für ein Maß von Arbeit eine solche Zeitschrift macht. Im Übrigen erweisen sich <name>Mehlis</name> u<add>[nd]</add> <name>Kroner</name>, soweit ich bis jetzt sehen kann, als sehr geeignet. <name>Mehlis</name> ist ungemein fleißig u<add>[nd]</add> hat sich in manchen Dingen auch als sehr geschickt gezeigt. Takt u<add>[nd]</add> Geschicklichkeit sind ja in seiner Stellung die geradezu entscheidenden <pb/> Eigenschaften. – Hoffentlich hat dieser Brief Ihre schwersten Sorgen zerstreut. Wenn Sie noch irgend welche Aufklärung möchten, so will ich sie sehr gern geben. Am Allerliebsten wäre es mir, um das nochmals zu wiederholen, ich könnte einmal mit Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4063"/>über die Sache sprechen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4063"/>. Dann würden wir uns leicht über Alles verständigen und gerade an dieser persönlichen Verständigung <pb/> mit Ihnen ist mir mehr als an allem anderen gelegen. Mit den herzlichsten Grüßen und Wünschen für Ihre Erholung bin ich in alter Treue Ihr</p><signed><name>Heinrich Rickert</name>.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4062"/></signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-3999"><lem>ausführlichen Brief</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 25.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4000"><lem>vollständig</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4001"><lem>der Russen</lem><note>gemeint ist die russische Redaktion des Logos (<name>Sergius Hessen</name>, <name>Fedor Stepun</name>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4002"><lem>zwei Briefe von <name>Ruge</name> beilege</lem><note>liegen nicht bei, darunter einer von Ruge an Rickert vom 21.3.1910, <abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Paul Siebeck an Windelband vom 15.3.1910.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4003"><lem>freiwilligen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4004"><lem>unmöglich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4005"><lem>„officiellen“ Brief <name>Ruge</name>s</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Siebeck an Windelband vom 19.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4006"><lem>Einzelheiten</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4007"><lem>Sie schreiben</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 25.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4008"><lem>dahinterkam</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4009"><lem>Werke war</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4010"><lem>jetzt</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4011"><lem>einem</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4012"><lem>juristische</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4013"><lem>hintergehen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4014"><lem>offen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4015"><lem>„Titelfrage“</lem><note>der Nennung der Redakteure auf dem Titel der Zeitschrift Logos, <abbr>vgl.</abbr> die im Vorliegenden edierten Briefwechsel vom März 1910.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4016"><lem>Ruge … war.</lem><note> unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4017"><lem>aufrichtig</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4018"><lem>wir</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4019"><lem>er</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4020"><lem>Titelblattfrage</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4021"><lem>von seiner Krankheit</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Kommentar zu Siebeck an Windelband vom 15.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4022"><lem>ich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4023"><lem>Schuld</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4024"><lem>juristische</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4025"><lem>juristische Lage</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Siebeck an Windelband vom 16.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4026"><lem>Recht</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4027"><lem>unserm Unrecht</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4028"><lem>vor</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4029"><lem>Rechtslage</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4030"><lem><name>Faust</name></lem><note>Heidelberger Verleger <name>Ruge</name>s, Inhaber der Weiß’schen Buchhandlung, <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 12.3./13.3.1910</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4031"><lem>Ich schrieb Ihnen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Rickert an Windelband nach 8.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4032"><lem>jeder</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4033"><lem>Mein Manuskript</lem><note>wahrscheinlich von Rickert: Vom Begriff der Philosophie. In: Logos 1 (1910/11), Heft 1 von April 1910, <abbr>S.</abbr> 1–34.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4034"><lem>Manuskript von <name>Simmel</name></lem><note>wahrscheinlich von Simmel: Zur Metaphysik des Todes. In: Logos 1 (1910/11), Heft 1 von April 1910, <abbr>S.</abbr> 57–70.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4035"><lem>genannten Männer</lem><note><name>Rudolf Eucken</name>, <name>Otto Gierke</name>, <name>Edmund Husserl</name>, <name>Friedrich Meinecke</name>, <name>Heinrich Rickert</name>, <name>Georg Simmel</name>, <name>Ernst Troeltsch</name>, <name>Max Weber</name>, Wilhelm Windelband, <name>Heinrich Wölfflin</name></note></app><app type="philological" corresp="#ED-4036"><lem>unter allen Umständen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4037"><lem>für</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4038"><lem>Aber</lem><note>Beginn zweiter Briefbogen mit gedrucktem Briefkopf wie oben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4039"><lem>für mich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4040"><lem>nicht</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4041"><lem>ändern.</lem><note>danach Anmerkungszeichen 1); am unteren Rand: </note><rdg>1) d. h. ich kann ihr keine so große Bedeutung beilegen, da immer feststand, daß Mehlis allein der eigentlich verantwortliche Herausgeber sein sollte. Davon habe ich in Ruges Gegenwart meine Mitwirkung abhängig gemacht.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-4042"><lem>Entscheidung</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4043"><lem>für</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4044"><lem>Leitung</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4045"><lem>wußte ganz genau</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4046"><lem>ich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4047"><lem>wünschte</lem><note>danach Anmerkungszeichen, am unteren Rand:</note><rdg> Mehlis hatte Ruge gebeten, er möge seine Weigerung in einem Briefe aussprechen, den er mir dann vorlegen werde. Diesen Brief hat Ruge geschrieben, und dieser Brief allein beweist, daß von einem Hintergehen Ruges keine Rede sein kann.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-4048"><lem>formale Recht</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4049"><lem>eine Erklärung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 25.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4050"><lem>Charakter</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4051"><lem>Ehre</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4052"><lem>kann</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4053"><lem>Ehre</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4054"><lem>das</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4055"><lem>der</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4056"><lem>unheilbar</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4057"><lem>immer für</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4058"><lem>Name Ruges verschwinden</lem><note><abbr> vgl.</abbr> die offizielle Version in Logos 1 (1910/11), Heft 3, <abbr>S.</abbr> 418 (Schluß von <abbr>Bd.</abbr> 1): </note><rdg>Redaktionelle Notiz. Herr Privatdozent Dr. Ruge tritt mit Beginn des neues Bandes aus der internationalen Kommission aus und damit von den redaktionellen Geschäften zurück. Die internationale Kommission bedauert, daß Herr Dr. Ruge durch vielfache Arbeiten so in Anspruch genommen ist, daß er der Redaktion des deutschen Logos seine Kräfte nicht weiter zur Verfügung stellen kann. Sie spricht ihm für seine bisherige Tätigkeit den herzlichsten Dank aus. Die deutsche Logos-Redaktion: Richard Kroner. Georg Mehlis.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-4059"><lem>sympathischen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4060"><lem>darüber schrieb</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Rickert an Windelband nach 8.3.1910</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4061"><lem>Gesammthaltung</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-4063"><lem>über die Sache sprechen</lem><note>zu einem Treffen Rickerts und Windelbands <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Rickert vom 2.5.1910.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4062"><lem>gesehen … Rickert.</lem><note> Briefschluß auf den linken Rand von S. 8, 7 <abbr>u.</abbr> 6 geschrieben</note></app></listApp></back></text></TEI>