<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000578-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Leo Koenigsberger</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>1.8.1909</date>, <note>2 S., hs., Briefkopf</note> <quote type="rdg">Der geschäftsführende Sekretär | der Akademie der Wissenschaften. | Heidelberg, den … 19</quote>, <bibl type="pubPlace">UA Heidelberg, HAW 662</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0578" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000578-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116293802">Leo Koenigsberger</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1909-08-01">1.8.1909</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116293802">Leo Koenigsberger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/101571410">Max Schinz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118629743">Max Weber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11862976X">Wilhelm Eduard Weber</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Heidelberg</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3628"/><persName type="sent">Leo Koenigsberger</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>1.8.1909</date><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3628"/>, <note>2 S., hs., Briefkopf</note> <quote type="rdg">Der geschäftsführende Sekretär | der Akademie der Wissenschaften. | Heidelberg, den … 19</quote>, <bibl type="pubPlace">UA Heidelberg, HAW 662</bibl></head></front><body><dateline>1t Aug<add>[ust]</add> 1909.</dateline><salute>Verehrte Magnificenz!</salute><p>Ich habe heute Vormittag Herrn Coll<add>[egen]</add> <name>Max Weber</name> telephonisch gebeten, mich zu besuchen, was er auch eine halbe Stunde später liebenswürdiger Weise that. Die Verhandlung dauerte 1½ Stunde; ich suchte ihn von der Grundlosigkeit aller seiner <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3629"/>Annahmen und Voraussetzungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3629"/> zu überzeugen, er kam aber immer wieder darauf zurück, dass eine moderne Akademie noch eine 3te Klasse für Nationaloekonomie und Staatsrecht haben müsse. Ich will Sie, verehrter College, nicht mit den recht aufregenden Einzelheiten unserer Unterhaltung langweilen – kurz ich forderte ihn auf, seinen Brief, der in schroffer Weise seine Wahl zum ausserord<add>[entlichen]</add> Mitgliede ablehnte, zurückzuziehen, da ich denselben sonst der Gesammtakademie, und eine Ablehnung dem Großherzog zu Kenntniss bringen müsste, nachdem ich vorher noch <pb/> mit Ihnen darüber Rücksprache genommen haben würde. Er ersuchte mich, seinen Brief noch 2–3 Tage zurückzuhalten, da er sich die Sache, nachdem er meine Einwendungen gehört, noch einmal <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3630"/>überlegen wolle<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3630"/>. Meine Hoffnung ist nur gering, dass er Vernunft annehmen wird.</p><p>So viel in Eile, um Sie verehrte Magnificenz, zu orientiren. Ein zweites, gestern von der Großherzogin erhaltendes <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3631"/>langes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3631"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3632"/>Schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3632"/> hat mir Recht viel Freude gemacht, sie war über alle Verhandlungen mit dem alten Großherzog orientirt – schließlich lud sie mich für den Winter zu sich ein. Die Summe der actuellen und potentiellen Energie bleibt constant, die hiesigen Collegen liefern meist negative Summanden! –</p><p>Nur noch herzliche Wünsche, dass Sie sich von all’ den Strapazen glücklich erholen und dass Sie den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3633"/>greisen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3633"/> geschäftsführ<add>[enden]</add> Secretär im October mit jugendlicher Kraft unterstützen.</p><p>In Verehrung Ihr</p><signed>Leo Koenigsberger.</signed><postscript><p>Wir verreisen am 7tn.</p></postscript></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-3629"><lem>Annahmen und Voraussetzungen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <name>Max Weber</name> an <name>Koenigsberger</name> und Windelband vom 30.7.1909</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3630"><lem>überlegen wolle</lem><note>vgl. Windelband an <name>Koenigsberger</name> vom 19.8.1909 sowie das achtseitige Schreiben <name>Max</name> <name>Weber</name>s an <name>Koenigsberger</name> vom 7.8.1909, Max Weber Gesamtausgabe <abbr>Abt.</abbr> II, <abbr>Bd.</abbr> 6, <abbr>S.</abbr> 212–221 mit der Wiederholung aller prinzipieller Bedenken gegen die Form der Heidelberger Akademiegründung. Weber hat seinen Verzicht auf die Mitgliedschaft schließlich mit Schreiben an Koenigsberger vom 27.10.1909 zurückgezogen (<abbr>vgl.</abbr> <abbr>ebd.</abbr>, <abbr>S.</abbr> 298).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-3631"><lem>langes</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3632"><lem>Schreiben</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3633"><lem>greisen</lem><note>Koenigsberger war zum Stichtag 71 Jahre alt.</note></app></listApp></back></text></TEI>