<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000557-5</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Moses Rubinstein</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">ohne Ortsangabe (Moskau)</placeName>, <date>5.6.1909</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, vermutlich </note><note>Abschrift</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0557" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000557-5"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/114697678X">Moses Rubinstein</persName><placeName>o. O. [Moskau]</placeName><date when="1909-06-05">5.6.1909</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</name><name>Leonid Krumbugel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118629743">Max Weber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/114697678X">Moses Rubinstein</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</name><name>V. Neweschina, Übersetzerin in Heidelberg</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Moses Rubinstein</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">ohne Ortsangabe (Moskau)</placeName>, <date>5.6.1909</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3476"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3476"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, vermutlich </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3477"/><note>Abschrift</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3477"/>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3478"/>5.6.1909<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3478"/></dateline><salute>Sehr geehrter Herr Geheimrat!</salute><p>Ein hiesiger Verlag schlug mir vor Ihr neues Werk über „die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX Jahrhunderts“ <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3479"/>ins Russische zu übersetzen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3479"/>. Ich gab gern meine Einwilligung dazu, aber unter der Bedingung, dass ich zuerst Sie um Ihre Autorisation meiner Übersetzung anfrage. Ich habe schon <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3480"/>Ihr Buch „Über Willensfreiheit“ autorisirt ins Russische übersetzt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3480"/>, wie Sie sich wohl erinnern, und nehme mir jetzt wieder die Freiheit Sie zu ersuchen mir auch in diesem Falle Ihre Autorisation gütigst erteilen zu wollen. Wenn Sie mir gestatten darauf hinzuweisen, ich bin ein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3481"/>Schüler von Herrn <abbr>Prof.</abbr> <name>Rickert</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3481"/>, bei dem ich auch vor 4 Jahren mein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3482"/>Doktorexamen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3482"/> gemacht habe. Auch Herr <abbr>Prof.</abbr> <name>Max Weber</name> kennt mich aus meiner Arbeit in russ<add>[ischer]</add> Sprache <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3483"/>über <name>Rickert</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3483"/>. Ich ersuche Sie deshalb um Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3484"/>cr.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3484"/> Autorisation.</p><p>Mein Verleger ist gern bereit die Autorisation zu honoriren, aber ich möchte meinerseits hinzufügen, – dass das Honorar von Herrn <abbr>Dr.</abbr> <name>Siebeck</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3485"/>möglichst mässig<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3485"/> angeschlagen werden soll, damit mein Verleger dazu seine Zustimmung giebt. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3486"/>Da es zwischen Deutschland und Russland keine Konvention besteht, ist es schwer unsere Verleger dazu zu bestimmen das Recht der Autorisation anzuerkennen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3486"/></p><p>Indem ich Sie um Ihre Autorisation ersuche, bitte ich Sie mir Ihre Antwort an die folgende Adresse zugehen zu lassen:</p><p>Moskau</p><p>Herrn Dr. phil. <name>M. Rubinstein</name></p><p>Powarskaja, Trubnikowsky, Haus Baburin, Wohnung 6.</p><p>Mein Verleger ist Herr Krumbügel Moskau, B. Nikitskaja, Buchhandlung „Zweno“.</p><p>Hochachtungsvoll</p><signed>Dr. Rubinstein</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-3478"><lem>5.6.1909</lem><note><abbr>vgl.</abbr> das Antwortschreiben des Verlages: </note><rdg>W.-wz. 25. Juni 1909. Herrn Dr. M. Rubinstein in Powarskaja. Sehr geehrter Herr Doktor, von Herrn Geheimrat Windelband ist mir Ihr freundlicher Brief vom 5. übersandt worden, in welchem Sie die Absicht aussprechen, eine russische Uebersetzung seiner Schrift über die Philosophie im deutschen Geistesleben des XIX. Jahrhunderts zu veranstalten. Wie Herr Geheimrat Windelband, so bin auch ich im Prinzip bereit, die Autorisation zur Veranstaltung der Uebersetzung gegen Zahlung einer Entschädigung zu erteilen. Aus prinzipiellen Gründen erteile ich die Autorisation auch für solche Länder, in welchen deutsche Werke nicht geschützt sind, nur gegen eine angemessene Entschädigung. Was die Höhe der Entschädigung anbelangt, so möchte ich 150 M in Vorschlag bringen. Mit dieser bescheidenen Summe wird sich Ihr Verleger bei einer so hervorragenden Publikation, die in Deutschland eine glänzende Aufnahme gefunden hat, wohl einverstanden erklären können. Dieses Buch hat erfahrungsgemäss einen weiteren Leserkreis, als die „Willensfreiheit“. Ich sehe Ihrer bezw. Ihres Verlegers Rückäusserung mit Interesse entgegen und zeichne in vorzüglicher Hochachtung als Ihr ergebenster gez. Mohr (Paul Siebeck).</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-3479"><lem>ins Russische zu übersetzen</lem><note>die Übersetzung erschien 1910 in Moskau</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3480"><lem>Ihr … übersetzt</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> den Vertrag über das russische Übersetzungsrecht für Windelbands Buch: Über Willensfreiheit zwischen Paul Siebeck und Fräulein <name>V. Neweschina</name> (Heidelberg) und Herrn <abbr>cand. phil.</abbr> <name>Rubinstein</name> (Freiburg) vom 26.7.1904, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 B. 2, 1, M. 10.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3481"><lem>Schüler von Herrn <abbr>Prof.</abbr> <name>Rickert</name></lem><note><name>Moses Rubinstein</name> (Moisej Matveyevich Rubinštejn, 1878–1953) war Psychologe und Philosoph sowie Pädagoge. Nach Schulbildung in Russland Studium in Freiburg, 1905 bei <name>Rickert</name> promoviert. 1909 Dozent in Moskau, 1912 <abbr>PD</abbr> für Philosophie an der Universität Moskau, Mitglied der Psychologischen Gesellschaft. 1918 Eröffnung der Ostsibirischen Universität Irkutsk, Antritt von Rektorat und Lehramt, 1920 zurückgetreten (aus politischen Gründen?). 1923 Rückkehr nach Moskau, bis 1942 Dozent an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen (<ref type="link">https://ru.wikipedia.org/wiki/</ref>; 22.8.2018).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3482"><lem>Doktorexamen</lem><note>Dissertation: Die Logischen Grundlagen des Hegelschen Systems und das Ende der Geschichte. 1906.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3483"><lem>über <name>Rickert</name></lem><note><name>Rubinstein</name> veröffentlichte 1907: <span type="ru">Генрих Риккерт. Вопросы Философии и Психологии</span> (Heinrich Rickert (Henrik Rikkert). Fragen der Philosophie und Psychologie).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-3484"><lem>cr.</lem><note>womöglich Transkriptionsirrtum. Abkürzung kann nicht sinnvoll mit currentis (laufend) aufgelöst werden.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3485"><lem>möglichst mässig</lem><note>laut des Schreibens <name>Paul Siebeck</name>s an den Verleger <name>Leonid Krumbugel</name> vom 8.9.1909 über die Autorisierung der russischen Übersetzung von Windelbands Buch Die Philosophie im deutschen Geistesleben des 19. Jahrhunderts betrug das gezahlte Honorar wie vorgeschlagen (<abbr>s. o.</abbr>) 150 Mark (Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 B. 2, 1, M. 10).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-3486"><lem>Da … anzuerkennen.</lem><note> Satz verderbt, nicht feststellbar, ob bereits im Original.</note></app></listApp></back></text></TEI>