<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000530-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Eduard Schwartz</persName>, <placeName type="sent">Baden (Schweiz)</placeName>, <date>30.9.1908</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift), vereinzelt Textverluste durch Lochung</note>, <bibl type="pubPlace">Bayerische Staatsbibliothek München; Autographensammlung, Schwartziana II A</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0530" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000530-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Baden (Schweiz)</placeName><date when="1908-09-30">30.9.1908</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118795686">Eduard Schwartz</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116111585">Albrecht Dieterich</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116219513">Franz Böhm</name></note><note type="repository">Bayerische Staatsbibliothek München</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Eduard Schwartz</persName>, <placeName type="sent">Baden (Schweiz)</placeName>, <date>30.9.1908</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift), vereinzelt Textverluste durch Lochung</note>, <bibl type="pubPlace">Bayerische Staatsbibliothek München; Autographensammlung, Schwartziana II A</bibl></head></front><body><dateline>Baden/Schweiz 30/9 08</dateline><p>Vertraulich!</p><salute>Lieber Freund und Kollege,</salute><p>Ihr Brief trifft mich in dem Momente, wo ich von hier mit meiner Frau aufbrechen will, um nach der ziemlich scharfen Bade- und Massierkur, die wir beide hier durchgemacht haben, noch eine Woche an den Seen jenseits des Gotthard auszuruhen. Die Mahnung, die ich von mir aus in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3285"/>Ihrer Anfrage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3285"/> sehe, rührt stark an mein Gewissen: aber ich habe die ganze Zeit geschwankt, ob ich ein Recht hätte, Ihnen zu schreiben. ich will Ihnen nun ganz offen sagen: ich würde es sehr schmerzlich empfinden, wenn Sie uns nach Oesterreich entführt würden; ich möchte für den Fall, dass man Sie an der halben Bindung festhält, Ihnen das Herz nicht schwer machen. Aber, wenn ich einmal schreibe, so muss ich sagen, ich wünsche Ihnen Wien nicht. Andrerseits aber möchte ich Ihnen das nicht schreiben, <pb/> weil ich Ihnen garnichts Bestimmtes als <add>[G]</add>egengewicht mitzuteilen habe und bis auf den heutigen Tag mitzuteilen habe. Bei dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3286"/>Kongress in Heidelberg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3286"/> habe ich mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3287"/>unserm Referenten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3287"/> im Karlsr<add>[uher]</add> Ministerium darüber geredet, und ich habe mit aller Reserve und ohne bestimmte Namennennung ihm bedeutet, dass Gefahr im Verzuge sei und schon „von andrer Seite“ die Hand nach Ihnen ausgestreckt werde. Das durfte ich doch? Es scheint aber, dass die Freiburger Sache noch nicht formell <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3288"/>instradiert<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3288"/> ist. ich kann nicht einmal sagen, ob das betr<add>[effende]</add> Emeritierungsgesuch schon vorliegt. Andrerseits weiss ich, dass es sich in Freiburg – und nicht bloss in der philos<add>[ophischen]</add> Fakultät! – mächtig regt, dass man sie durchaus haben <pb/> müsse. Leider bin ich nun durch den Kongress und meine sich daran durchaus nötigerweise sofort anschliessende Badereise aus allem Kontakt gekommen, kann auch – was sie begreifen werden – nicht direkt anfragen. Aber ich komme am 10ten October (zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3289"/>theologischer Prüfung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3289"/>) nach Karlsruhe und werde im Ministerium vorsprechen. Da werde ich sicher den Stand der Sache erkunden können, ob sie so beschleunigt worden ist, wie ich dringend geraten habe; und dann werde ich Ihnen sofort schreiben, wie es steht. ich hoffe dringend, dass bis dahin das K. K. Ministerium weiter „zögert“. Wenn inzwischen irgend etwas geschehen sollte, worin ich irgend etwas tun könnte, so schreiben Sie mir bitte nach</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3290"/>Lugano<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3290"/>-Paradiso, Hôt<add>[el]</add> Reichmann au Lac. Donnerstag 8 Oct<add>[ober]</add> breche ich von da auf, bin Samstag in Karlsruhe und am Abend zu Hause.</p><p>Möchte doch mein innigster Wunsch in Erfüllung gehen, dass <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3291"/>Baden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3291"/> Sie gewönne!</p><p>Inzwischen mit den besten Grüssen meiner Frau an Sie und die Ihrige getreulich Ihr</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-3285"><lem>Ihrer Anfrage</lem><note>bezüglich der Nachfolge <name>Albrecht Dieterich</name>s in Heidelberg, <abbr>vgl.</abbr> für alles folgende Windelband an Schwartz vom 20.8.1908.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3286"><lem>Kongress in Heidelberg</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Bericht über den III. Internationalen Kongress für Philosophie zu Heidelberg 1. bis 5. September 1908. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Th. Elsenhans. Heidelberg: C. Winter 1909.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3287"><lem>unserm Referenten</lem><note><name>Franz Böhm</name></note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3288"><lem>instradiert</lem><note><abbr>d. h.</abbr> in die Wege geleitet</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3289"><lem>theologischer Prüfung</lem><note>Windelband war als Prüfer der Heidelberger Universität an den zentralen staatlichen Prüfungen für das Lehr- und Pfarramt in Karlsruhe beteiligt, <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Heinrich Rickert vom 23.6.1908.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3290"><lem>Lugano</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Hermann Diels vom 6.10.1908</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3291"><lem>Baden</lem><note>gemeint: die Universität Freiburg</note></app></listApp></back></text></TEI>