<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000499-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Hugo Münsterberg</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>2.2.1908</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, mit gedrucktem Briefkopf: </note><quote type="rdg">III. Internationaler Kongress | für Philosophie Heidelberg 1908 | Präsident: Dr. Windelband, | Landfriedstrasse 14. Heidelberg, den …</quote>, <bibl type="pubPlace">Boston Public Library, Hugo Münsterberg Collection, MS Acc 1501-2500: Series 7, Box 51, Folder 750</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0499" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000499-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1908-02-02">2.2.1908</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118785281">Hugo Münsterberg</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/173695159">Charles Augustus Strong</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118785281">Hugo Münsterberg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118750062">Josiah Royce</name></note><note type="repository">Boston Public Library</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Hugo Münsterberg</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>2.2.1908</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3098"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3098"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, mit gedrucktem Briefkopf: </note><quote type="rdg">III. Internationaler Kongress | für Philosophie Heidelberg 1908 | Präsident: Dr. Windelband, | Landfriedstrasse 14. Heidelberg, den …</quote>, <bibl type="pubPlace">Boston Public Library, Hugo Münsterberg Collection, MS Acc 1501-2500: Series 7, Box 51, Folder 750</bibl></head></front><body><dateline>Heidelberg, den 2 Febr<add>[uar]</add> 08</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College,</salute><p>Trotz des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3099"/>officielen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3099"/> Kopfes und Anlasses, womit ich Ihnen schreibe, habe ich doch zunächst das lebhafte Bedürfnis, Ihnen auf das herzlichste für das wertvolle Geschenk zu danken, mit dem Sie mich erfreut haben, und Ihnen den aufrichtigsten Glückwunsch zur Vollendung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3100"/>Ihres neuen Werkes<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3100"/> auszusprechen. Sie wissen, wie bedeutsam mir der Gegenstand ist, den Sie in grossen Linien aus dem innersten Wesen der Sache heraus untersucht haben, – wie ich darin den Kern der Aufgabe für unsre heutige Philosophie sehe. Sie vollenden damit, was nach Ihren <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3101"/>Grundzügen der Psychologie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3101"/> als Ihre philosophische Leistung zu erwarten war. Einen Teil Ihres Werks habe ich im Zusammenhang mit meiner <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3102"/>ethischen Vorlesung dieses Semesters<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3102"/> bereits genossen, – mit entschiedner Zustimmung zu Ihrem Aufbau der Wertschichten, aber zur Bewältigung des Ganzen bin ich leider unter dem Druck grosser Arbeitslast nicht gekommen.</p><p>Zu dieser Arbeitslast gehören nicht zum wenigsten die Vorbereitungen zu dem internationalen Kongress für Philosophie, der in der ersten Septemberwoche hier tagen soll. ich bin (<abbr>z. T.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3103"/>gegen Wunsch und Neigung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3103"/>) veranlasst worden, der Tagung in Genf 1904 beizuwohnen, und die Folge ist die Wahl Heidelbergs für 1908 gewesen. Für manches, was dabei schwierig ist, hoffe ich Entschädigung in dem Besuch bedeutender Menschen zu finden, und ich denke daran, dass es mir vielleicht vergönnt sein wird, auch Sie dabei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3104"/>wiederzusehen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3104"/>. Es ist ja eine gute Zeit für die transatlantischen Kollegen, und wir hoffen, dass unsre in den nächsten Tagen ausgehenden Einladungen gerade aus Ihrem Lande zahlreiche Annahme finden werden.</p><p>Und hierin möchte ich mir nun erlauben, Ihren gütigen Rat zu erbitten. Der Kongress hält 4 Hauptsitzungen ab mit allgemeinen Vorträgen je aus einer der vier Sprachen: deutsch, englisch, französisch, italienisch. Nun wäre es mir sehr sympathisch, wenn der englische Redner ein amerikanischer Kollege wäre, dem vielleicht ein ethisches Thema (man muss auch im Gegenstand für Abwechslung sorgen) am nächsten läge. Und so wende ich mich an Sie mit der Bitte, ob Sie mir einen Kollegen bezeichnen können, an den ich mit Vertrauen und der Aussicht auf Erfolg mich wenden könnte, um ihn für <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3105"/>einen dieser allgemeinen Vorträge<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3105"/> zu gewinnen. Am nächsten lag mir, Sie selbst zu bitten; aber es schien mir ein Akt der Höflichkeit gegen die genuinen Amerikaner zu sein, wenn ich einen von Ihnen auffordere; ich denke, Sie werden das verstehen und billigen, und ich hoffe wie ich bitte, dass Sie mich darin mit Ihrem Rate unterstützen. In Genf war, wenn ich mich recht entsinne, nur <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3106"/><name>Strong</name> von Columbia, New York<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3106"/>; sollte ich mich an ihn wenden? Und wie denken Sie überhaupt darüber? Eine freundliche Notiz würde mich sehr fördern und verbinden.</p><p>Mit aufrichtig ergebnem Gruss getreulich der Ihrige</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-3099"><lem>officielen</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3100"><lem>Ihres neuen Werkes</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Münsterberg: Philosophie der Werte. Grundzüge einer Weltanschauung. Leipzig: Barth 1908. Ein Exemplar befand sich in Windelbands Privatbibliothek.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3101"><lem>Grundzügen der Psychologie</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Münsterberg: Grundzüge der Psychologie <abbr>Bd.</abbr> 1. Allgemeiner Teil: Die Prinzipien der Psychologie Leipzig: Barth 1900.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3102"><lem>ethischen Vorlesung dieses Semesters</lem><note>Windelband hatte laut Heidelberger Vorlesungsverzeichnis im <abbr>WS</abbr> 1907/08 eine Vorlesung über Ethik (Moral-, Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie) angeboten.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3103"><lem>gegen Wunsch und Neigung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Heinrich Rickert</name> vom 27.6.1904</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3104"><lem>wiederzusehen</lem><note><name>Münsterberg</name> leitete die Sektion Psychologie, <abbr>vgl.</abbr> seine Eröffnungsansprache in: Bericht über den III. Internationalen Kongress für Philosophie zu Heidelberg 1. bis 5. September 1908. Hg. <abbr>v.</abbr> Th. Elsenhans. Heidelberg: C. Winter 1909, <abbr>S.</abbr> 544–545. Kein eigener Vortrag.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3105"><lem>einen dieser allgemeinen Vorträge</lem><note><name>Josiah Royce</name> trug vor, und zwar: The Problem of Truth in the light of recent discussion, <abbr>vgl.</abbr> Bericht über den III. Internationalen Kongress für Philosophie zu Heidelberg 1. bis 5. September 1908. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Th. Elsenhans. Heidelberg: C. Winter 1909, <abbr>S.</abbr> 62–90.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3106"><lem><name>Strong</name> von Columbia, New York</lem><note><name>C. A. Strong</name>, Columbia University, New York, mit Vortrag: Quelques considérations sur le Panpsychisme, <abbr>vgl.</abbr> Congrès international de Philosophie. IIme session tenue à Genève du 4 au 8 Septembre 1904. Rapports et comptes rendus. Publiés par les soins du Ed. Claparede. Avec 17 figures et 5 portraits hors texte. Genf: Henry Kündig 1905, <abbr>S.</abbr> 380–388.</note></app></listApp></back></text></TEI>