<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000486-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>17.5.1907</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0486" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000486-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1907-05-17">17.5.1907</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116678666">Emil Heitz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614436">Georg Simmel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118597582">Gustav Radbruch</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118720724">Hermann Kantorowicz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118715860">Ludolf von Krehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118765140">Richard Siebeck</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>17.5.1907</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3046"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3046"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline>Heidelberg, 17.V.07.</dateline><salute>Hochgeehrter Herr Doctor,</salute><p>Nun hat <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3047"/>Herr<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3047"/> <name>Heitz</name> auch mir, auf meine Veranlassung erklärt, dass meine Rectoratsrede aus seinem Verlag <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3048"/>in den Ihrigen übergegangen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3048"/> ist und er nur noch den Rest der dritten Auflage verkaufen wird. Damit wird ja die Sache hoffentlich zu aller Teile Zufriedenheit erledigt sein. Unsre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3049"/>Druckerei<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3049"/> arbeitet ja auch schon sehr brav; sie soll es nur weiter tun; ich habe gerade in Baden vollauf Zeit zum Korrigieren und komme gern in der vorlesungsfreien Zeit damit weiter.</p><p>Heute möchte ich Ihnen, verehrter Herr Doctor, eine andersartige, allerdings noch ganz vorläufige Frage vorlegen. Es ist davon die Rede, eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3050"/>Zeitschrift für Rechtsphilosophie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3050"/> und allgemeine Rechtswissenschaft, etwa ein „Archiv für Rechtsphilosophie“ zu gründen. Meine Collegen meinen, dass gerade in den juristischen Kreisen lebhaftes Bedürfnis nach einer solchen bestehe. Man meint, <name>Jellinek</name> und ich sollten die Namen gebenden Herausgeber sein, während eine jüngere Kraft die Redactionsgeschäfte führen sollte. ich bin dem Plane im Allgemeinen nicht abgeneigt. Als Verlag dächten wir uns am liebsten den Ihrigen, und ich möchte deshalb Sie bitten, sich die Sache einmal in diesem noch ganz unvorgreiflichen Stadium zu überlegen, mir Ihre Meinung über ein solches Unternehmen im Allgemeinen freundlichst mitzuteilen, und zu erwägen, ob Sie geneigt wären, der Verwirklichung eines derartigen Planes näherzutreten. Alles Besondere würde dann weiterhin zu erörtern sein.</p><p>Gestern Abend hatten wir die Freude, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3051"/>Ihren Herrn Sohn<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3051"/> mit einigen andern Herren bei uns zu sehen, und ich glaubte mit Befriedigung zu bemerken, dass er sich in Heidelberg im Allgemeinen und auch in seiner Stellung wohlfühlt.</p><p>Mit herzlichem Gruss von Haus zu Haus ergebenst der Ihrige</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-3047"><lem>Herr</lem><rdg>Hr.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-3048"><lem>in den Ihrigen übergegangen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> den 2. Nachtrag zur 3. <abbr>Aufl.</abbr> zum Verlagsvertrag der </note><rdg>Präludien</rdg><note> vom 5.6.1907: </note><rdg>1) Das Buch wird erweitert durch 2 Vorträge und durch die Strassburger Rectoratsrede „Geschichte und Naturwissenschaft“, deren Verlagsrecht die Verlagsbuchhandlung von dem bisherigen Verleger der Rede, Herrn Ed. Heitz in Strassburg, käuflich erworben hat</rdg><note>; sowie die Abschrift des Bestätigungsschreibens <name>Siebeck</name>s an den Verlag Heitz &amp; Mündel, Straßburg, vom 11.5.1907: </note><rdg>Die Vorräte der 3. Auflage der Rektoratsrede des Herrn Geheimrat Windelband verkaufen Sie noch aus, während Sie mir das Verlagsrecht gegen eine einmalige Entschädigung von M. 240.- zum sofortigen Abdruck in den Präludien und für die Zukunft ganz abtreten</rdg><note>; ferner die Mitteilung der Firma J. H. Ed. Heitz an Siebeck vom 20.1.1914 (Abschrift): </note><rdg>Hierdurch benachrichtige ich Sie ergebenst, dass die Restauflage der Rede von W. Windelband Geschichte und Naturwissenschaft vergriffen ist und ich nunmehr unserem s. Zt. Abkommen gemäss keine Neuauflage mehr herstelle </rdg><note>(Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 B 1, 6, M. 1).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3049"><lem>Druckerei</lem><note>Firma Oscar Brandstetter in Leipzig</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3050"><lem>Zeitschrift für Rechtsphilosophie</lem><note><abbr>vgl.</abbr> auch <name>Georg Simmel</name> an <name>Gustav Radbruch</name> vom 8.7.1907: </note><rdg>Auf Ihr freundliches Schreiben von gestern erwiedre ich Ihnen ergebenst, daß ich prinzipiell bereit bin, an der geplanten Zeitschrift mitzuwirken.</rdg><note> Die Rede ist von <name>Radbruch</name>s Zeitschriftenprojekt, das er am 5.5.1907 gegenüber <name>Hermann Kantorowicz</name> brieflich zusammenfaßte unter dem Titelentwurf: </note><rdg>Rechtsphilosophische Zeitschrift. Unter ständiger Mitarbeit von Windelband, Simmel (?) und Jellinek herausgegeben von Herm. U. Kantorowicz u. Gustav Radbruch.</rdg><note> Das Projekt ist nicht zur Ausführung gelangt (<abbr>vgl.</abbr> Georg Simmel Gesamtausgabe <abbr>Bd.</abbr> 22, <abbr>S.</abbr> 591–592).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3051"><lem>Ihren Herrn Sohn</lem><note><name>Richard Siebeck</name> (1883–1965), Internist, 1907 in Heidelberg promoviert, 1908–14 Assistent bei <name>Ludolf Krehl</name>, 1918 <abbr>ao. Prof</abbr>. Heidelberg, 1924–31 <abbr>o. Prof.</abbr> in Bonn, 1931–34 in Heidelberg, 1934–41 Leiter der Berliner Charité, 1942–51 an der Heidelberger Klinik (<abbr>NDB</abbr>).</note></app></listApp></back></text></TEI>