<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000467-5</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>5.10.1906</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0467" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000467-5"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1906-10-05">5.10.1906</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614258">Christoph Sigwart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733569X">Fritz Wichgraf</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116545844">Johannes von Kries</name><name>Marie Eugenie Elsbeth Wichgraf</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117400149">Wolfgang Windelband</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>5.10.1906</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2917"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2917"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline>Heidelberg, 5.10.06</dateline><signed>Sehr geehrter Herr Doctor,</signed><p>Mit bestem Danke für Ihr freundliches <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2918"/>Schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2918"/> spreche ich Ihnen meine Freude darüber aus, dass der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2919"/>Satz des Lehrbuchs<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2919"/> schon in Angriff genommen ist, – und zweitens darüber, dass auch die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2920"/>Praeludien einer neuen Auflage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2920"/> entgegenreifen. Es ist mir bei allem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2921"/>sonstigen Korrekturlesen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2921"/>, das mir für die nächste Zeit bevorsteht, ganz recht, wenn die Praeludien bis zum Frühjahr Zeit haben. Es wird dann auch zu erwägen sein, ob wir sie vermehren. Ein paar kleine Sachen, Vorträge über <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2922"/><name>Goethe</name> – Faust, Wahlverwandtschaften<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2922"/> – und auch Theoretisches, <abbr>z. B.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2923"/>Psychologie in Theorie und Praxis<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2923"/> hätte ich zur Hand. Aber der Band ist eigentlich gross genug; gerade noch eben handlich. Würde er stark vermehrt, so müsste man wohl, wie bei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2924"/><name>Sigwart</name>’s kleinen Schriften<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2924"/> an Zweiteilung denken. Wenn die Zeit heranrückt, haben Sie wohl die Güte, mir Ihre Meinung darüber mitzuteilen. ich halte meinerseits, nicht an der Vermehrung fest; wenn Sie aber sie im Interesse des Buchs für wünschenswert halten, bin ich gern bereit, noch das eine oder andre beizusteuern.</p><p>Morgen gehe ich nach Freiburg zur <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2925"/>Silberhochzeit von <name>Kries</name>’en<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2925"/>. Auf dem Rückwege werde ich noch vor einer Prüfung in Karlsruhe ein paar Tage mein altes Baden-Baden aufsuchen, aber jedenfalls zum Donnerstag (12 Oct<add>[ober]</add>) wieder hier sein. Das wird voraussichtlich zeitig genug für das Eintreffen der ersten Korrektur des Lehrbuchs sein. Für den Fall, dass Sie inzwischen die Güte hätten, die Honorarhälfte anzuweisen, erlaube ich mir zu bemerken, dass fortan, nachdem die Oberrheinische Bank, die mein Conto führt, eine Abteilung der Rheinischen Creditbank geworden ist, es für Sie vielleicht bequemer sein wird, den Betrag von Ihrem Freiburger Conto der Rheinischen Creditbank direkt an die hiesige Filiale für mich überweisen zu lassen. Sie sparen dann die Mühe der Ausfüllung eines Cheks: die Banken machen Einem ja mit ihrer Concentration die Sache jetzt immer bequemer.</p><p>Wenn ich aus den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2926"/>neuen Auflagen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2926"/>, die der Herbst von mir verlangt, glücklich herausgekommen bin, – ich rechne auch dabei stark auf die Hilfe meines Sohnes, der nun Historiker im 8. Semester ist und daran geht, seinen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2927"/>Doctor<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2927"/> zu bauen –, so steht vor mir die alte Sehnsucht nach der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2928"/>Niederschrift meiner Logik<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2928"/>: was meinen Sie, wenn wir für nächsten Sommer und Herbst sie endlich in Aussicht nähmen?</p><p>Vorläufig grüsse ich Sie herzlich in alter und treuer Hochschätzung als Ihr ergebenster</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2918"><lem>Schreiben</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2919"><lem>Satz des Lehrbuchs</lem><note>zur 4. <abbr>Aufl.</abbr> von Windelbands Lehrbuch der Geschichte der Philosophie, 1907.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2920"><lem>Praeludien einer neuen Auflage</lem><note>Windelbands Präludien erschienen 1907 in 3., vermehrter <abbr>Aufl.</abbr> Die Teilung in 2 <abbr>Bde.</abbr> wurde erst ab der 4., vermehrten <abbr>Aufl.</abbr> 1911 vorgenommen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2921"><lem>sonstigen Korrekturlesen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Verlag Breitkopf &amp; Härtel vom 6.10.1906</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2922"><lem><name>Goethe</name> – Faust, Wahlverwandtschaften</lem><note>nicht in Präludien eingegangen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2923"><lem>Psychologie in Theorie und Praxis</lem><note>nicht in Präludien eingegangen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2924"><lem><name>Sigwart</name>’s kleinen Schriften</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Christoph Sigwart: Kleine Schriften. 2 <abbr>Bde.</abbr> Freiburg <abbr>i. B.</abbr>: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1881.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2925"><lem>Silberhochzeit von <name>Kries</name>’en</lem><note>von Windelbands Schwägerin <name>Marie Eugenie Elsbeth</name>, <abbr>geb.</abbr> <name>Wichgraf</name> (1859–1937) und <name>Johannes von Kries</name> (1853–1928; 1880 <abbr>ao. Prof.</abbr> für Physiologie in Freiburg, 1883 dort o. Prof.), verheiratet seit 6.10.1881 (<abbr>NDB</abbr>; <ref type="link">https://www.janecke.name/gaeste/wichgraf-in-potsdam</ref>; 10.3.2017).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2926"><lem>neuen Auflagen</lem><note>außer den im vorliegenden Schreiben genannten noch die 4. <abbr>Aufl.</abbr> von Windelbands Geschichte der neueren Philosophie, <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Breitkopf &amp; Härtel vom 6.10.1906.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2927"><lem>Doctor</lem><note><name>Wolfgang Windelband</name> promovierte mit einer Arbeit über: Badens Erwerbungen in den Koalitionskriegen (1795–1805). Tübingen: H. Laupp Jr. 1908. Vollständig erschienen <abbr>u. d. T.</abbr> Der Anfall des Breisgaus an Baden. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1908.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2928"><lem>Niederschrift meiner Logik</lem><note>vgl. über diesen nicht in einer Monographie ausgeführten Plan erstmals Windelband an <name>Jellinek</name> vom 9.10.1888; sowie Windelband an <name>Siebeck</name> vom 30.1.1888, 11.6.1888, 28.1.1889, 10.3.1902, 7.7.1904, 31.7.1904; sowie Siebeck an Windelband am 21.10.1906, wo das Erscheinungsdatum Sommer/Herbst 1907 avisiert wird. Zur Logik erschien von Windelband: Logik. In: Die Philosophie im Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Festschrift für Kuno Fischer … <abbr>hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> W. Windelband. 1. <abbr>Bd.</abbr> Heidelberg: C. Winter 1904, <abbr>S.</abbr> 163–186 (2. <abbr>Aufl.</abbr> 1907) und Die gegenwärtige Aufgabe der Logik und Erkenntnistheorie in Bezug auf Natur- und Kulturwissenschaft. In: Congrès international de Philosophie. IIme session tenue à Genève du 4 au 8 Septembre 1904. Rapports et comptes rendus. Publiés par les soins du Ed. Claparede. Avec 17 figures et 5 portraits hors texte. Genf: Henry Kündig 1905, <abbr>S.</abbr> 104–119. Erst 1912 erschien wieder eine Abhandlung von Windelband zur Logik bei J. C. B. Mohr: Die Prinzipien der Logik. In: Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> W. Windelband <abbr>u.</abbr> A. Ruge, 1. <abbr>Bd.</abbr> Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1912, <abbr>S.</abbr> 1–60.</note></app></listApp></back></text></TEI>