<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000431-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Franz Böhm</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>4.10.1904</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Generallandesarchiv Karlsruhe, Abt. 52 Nr. 673</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0431" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000431-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Heidelberg</placeName><date when="1904-10-04">4.10.1904</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116219513">Franz Böhm</persName></correspAction><note type="repository">Generallandesarchiv Karlsruhe</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Franz Böhm</persName>, <placeName type="sent">Heidelberg</placeName>, <date>4.10.1904</date>, <note>3 S., hs. (lat. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Generallandesarchiv Karlsruhe, Abt. 52 Nr. 673</bibl></head></front><body><dateline>Heidelberg <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2710"/>4t. Oct<add>[ober]</add> 1904<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2710"/></dateline><salute>Hochgeehrter Herr Ministerialrat,</salute><p>Gestatten Sie mir gütigst, unter Bezugnahme auf unsre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2711"/>Unterredung im Frühjahr<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2711"/>, in Sachen des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2712"/>philosophischen Seminars<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2712"/> Ihren gütigen Rat nach zwei Richtungen zu erbitten.</p><p>Nachdem die Büchergestelle in dem vorläufig hergerichteten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2713"/>Raume<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2713"/> eingetroffen sind, habe ich die Lieferung der Bücher eingeleitet, die als Grundstock der Bibliothek zunächst unbedingt erforderlich sind. Die antiquarischen Sachen wird Jos. Baer in Frankfurt, die neueren hiesige Buchhandlungen liefern. Der Anschaffungspreis wird im Ganzen sich auf <abbr>ca.</abbr> 3000 <abbr>Mk</abbr> belaufen; mit Rücksicht auf die Lücken, die sich heraustellen werden, dürften dazu später noch 1–2000 <abbr>Mk</abbr> hinzukommen. Von der nächsten Budgetperiode an würde ich dann ein jährliches Aversum von 1000 <abbr>Mk</abbr> beantragen und hoffen, damit im Verlaufe einiger Jahre bei grosser Sparsamkeit in der Anschaffung neu erscheinender Litteratur den Bestand für <pb/> die Zwecke des Seminars ausreichend zu completieren.</p><p>Es fragt sich nun, an welcher Stelle ich die Rechnungen, für die im Universitätsbudget doch noch nichts vorgesehen ist, einzureichen habe und wie hoch ich damit für das laufende Jahr gehen darf. Mit den Buchhändlern könnte ja so abgeschlossen werden, dass ein Teil erst nach dem 1. Januar 1905 angewiesen würde; für beide Jahre zusammen muss ich, wie gesagt, die Bibliothekausgabe auf 4–5000 <abbr>M.</abbr> in Anschlag bringen; und ich wäre Ihnen dankbar für einen Rat, wie ich das in der dem Ministerium bequemsten Weise zu verteilen habe, <pb/> sowie für eine Anweisung, ob ich die Rechnungen direkt oder durch Vermittlungen des akademischen Senats <abbr>bzw.</abbr> der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2714"/>Universitätsquaestur<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2714"/> vorzulegen habe.</p><p>Die gleiche Anfrage gestatte ich mir hinsichtlich der kleinen Ausgaben, die jetzt bei <pb/> der Einrichtung erforderlich werden, – vom Kohleneinkauf, von Besen und Staubtüchern, Eimern <abbr>etc.</abbr> bis zu Tintenfässern, Fussdecken <abbr>u. s. w.</abbr> Auch hierfür weiss ich nicht, ob ich mich an den akademischen Requisitenfonds wenden darf, oder ob ich das zu den allgemeinen Einrichtungskosten für das philosophische Seminar zu rechnen habe, die direkt vom Grossherzoglichen Ministerium angewiesen werden.</p><p><abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren würden mich durch gütige Beantwortung dieser Fragen lebhaft verbinden. ich bedaure sehr, Sie damit bemühen zu müssen, sehe aber keinen einfacheren Weg.</p><p>Im voraus dankbar verbleibe ich in vorzüglicher Hochachtung <abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren ergebenster</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-2710"><lem>4t. Oct<add>[ober]</add> 1904</lem><note>darunter Vermerk von anderer Hand: </note><rdg>E[rhalten] 5.10.1904. B[eantwortet] 7.10.1904.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2711"><lem>Unterredung im Frühjahr</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Böhm vom 22.2.1904</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2712"><lem>philosophischen Seminars</lem><note>das zum Wintersemester seine Arbeit aufnahm, <abbr>vgl.</abbr> bereits die Notiz in Deutsche Literaturzeitung, <abbr>Nr.</abbr> 30 <abbr>v.</abbr> 30.7.1904, <abbr>Sp.</abbr> 1874: </note><rdg>An der Univ. Heidelberg wird im Winter-Semester ein philosophisches Seminar eingerichtet werden. Die Leitung wird der ord. Prof. Geh. Rat Dr. W. Windelband übernehmen.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2713"><lem>Raume</lem><note>das Heidelberger Philosophische Seminar im Gebäude in der Augustiner-Gasse 15 bestand aus zwei Räumen: dem kombinierten Bibliotheks- und Übungsraum mit anschließendem Direktorenzimmer. Zur Einrichtung dieser Räume zur Zeit Windelbands <abbr>vgl.</abbr> Hermann Glockner: Heidelberger Bilderbuch. Erinnerungen. Bonn: Bouvier 1969, <abbr>S.</abbr> 37.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2714"><lem>Universitätsquaestur</lem><note>Universitätskasse und Gebührenstelle</note></app></listApp></back></text></TEI>