<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000346-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Strassburg</placeName>, <date>4.8.1902</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0346" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000346-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1902-08-04">4.8.1902</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118632477">Christoph Martin Wieland</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/140129421">Ernst Martin</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118551981">Friedrich Hölderlin</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117426024">Karl Trübner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1201508282">Rüdiger Kramme</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117426024">Trübner</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Strassburg</placeName>, <date>4.8.1902</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2211"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2211"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2212"/><add>[4.8.02]</add><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2212"/></dateline><salute>Adresse bis 8. Aug<add>[ust]</add> Strassburg</salute><salute>vom 11. Aug<add>[ust]</add> an Hotel Chalet des Praz. Chamonix</salute><salute>Hochgeehrter Herr Doctor,</salute><p>Verzeihen Sie, wenn ich Sie bis in Ihre Sommerfrische mit meinen Fragen verfolge: mögen Ihnen im Uebrigen schöne Tage an den wiegenden Ufern des Bodensee’s leuchten! Ich bin mehrmals, freilich immer nur kurz, in Ueberlingen gewesen und habe mich in dem schönen Badhotel sehr wohl befunden.</p><p>Ihrem Wunsch, den <name>Goethe</name>-Vortrag in die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2213"/>neue Auflage der Präludien<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2213"/> aufzunehmen, gebe ich gern Folge. Ich hatte nicht daran gedacht, weil er ja in dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2214"/>Bändchen der Vorträge<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2214"/> steht. Auf Ihre Anregung aber habe ich mit <abbr>Prof.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2215"/><name>Martin</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2215"/><name/> Rücksprache genommen, und er ist auch der Ansicht, daß ich darüber frei verfügen kann; und daß auch der Vertrieb jenes Bändchens, der überhaupt nach dem ersten Anlaß minimal ist, durch Aufnahme des einen Aufsatzes in mein Buch nicht beeinträchtigt wird. Der Höflichkeit halber habe ich auch noch eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2216"/>Briefkarte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2216"/> an <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2217"/><abbr>Dr.</abbr> <name>Trübner</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2217"/> geschrieben.</p><p>Der würde also <abbr>Nr.</abbr> 6 werden, das letzte von den historischen Stücken, nach <name>Hölderlin</name>. Außerdem schicke ich noch als 11. Stück, vor der Meditation einzuschieben, eine „Skizze zur Religionsphilosophie“, die schon fast geschrieben ist, also in ein paar Tagen abgeschlossen sein kann.</p><p>Unter diesen Umständen würde ich allerdings dafür sein, daß der Neudruck gleich in Angriff genommen würde. Die Revision des Drucks, welche keinerlei Bücher zur Vergleichung erfordert, ist gerade eine Arbeit, wie sie sich für den Aufenthalt in Chamonix vortrefflich eignet. Mein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2218"/>Handexemplar<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2218"/> steht mit seinen durchschossenen Aenderungen sogleich zur Verfügung. ich werde es in diesen Ferientagen, vor meiner Abreise – 8. od<add>[er]</add> 9. Aug<add>[ust]</add> – noch an die Buchhandlung in Tübingen absenden und stelle anheim, wann der Druck beginnen wird und in welchem Tempo er fortschreiten soll. Auch ein Exemplar des <name>Goethe</name>-Vortrags schicke ich gleich mit. Natürlich bin ich auch einverstanden damit, daß, wenn wir so mit der neuen Auflage schon auf den Weihnachtsmarkt kommen, die bis dahin noch unverkauften Exemplare der ersten Auflage für die zweite honorarfrei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2219"/>übergedruckt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2219"/> werden.</p><p>Die Beschleunigung wäre mir persönlich nicht unerwünscht. Denn es ist zwar durchaus unrichtig, was die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2220"/>Zeitungen von mir fabeln<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2220"/>, ich hätte einen Ruf nach Heidelberg erhalten und gar schon angenommen: aber richtig ist, wie ich Ihnen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2221"/>vertraulich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2221"/> mitteilen will, daß so etwas auf dem Wege ist. Für den Fall somit, der doch nicht absolut ausgeschlossen wäre, daß nämlich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2222"/>zu Ostern<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2222"/> mir eine Unterhandlung bevorstünde, würde ich gern mit den litterarischen Dingen vorher so weit wie möglich kommen; und zu diesem Zwecke nutze ich gern jetzt schon die Zeit zum Druck des Druckbaren aus. Aber dies, bitte, unter uns.</p><p>Mit besten Ferienwünschen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2223"/>und<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2223"/> herzlichen Empfehlungen von Haus zu Haus der Ihrige</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2212"><lem><add>[4.8.02]</add></lem><note>Datumsnachtrag stammt von <name>Rüdiger Kramme</name> nach Autopsie (<abbr>ca.</abbr> 1992) im Verlagsarchiv Mohr/Siebeck, damals noch in Tübingen am Verlagssitz.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2213"><lem>neue Auflage der Präludien</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Siebeck vom 25.7.1902</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2214"><lem>Bändchen der Vorträge</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband: Aus Goethes Philosophie. In: Straßburger Goethevorträge. Zum Besten des für Straßburg geplanten Denkmals des jungen Goethe. Straßburg: Karl J. Trübner 1899, <abbr>S.</abbr> 87–114.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2215"><lem><name>Martin</name></lem><note><name>Ernst Martin</name> (1841–1910), Germanist an der Universität Straßburg, <abbr>vgl.</abbr> Korrespondentenverzeichnis. Dekan der philosophischen Fakultät Straßburg im fraglichen Zeitraum.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2216"><lem>Briefkarte</lem><rdg>Br.te</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2217"><lem><abbr>Dr.</abbr> <name>Trübner</name></lem><note><name>Karl Trübner</name>, den Verleger der Straßburger Goethevorträge. Schreiben nicht ermittelt.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2218"><lem>Handexemplar</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an Paul Siebeck vom 25.7.1902</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2219"><lem>übergedruckt</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kommentar zu Windelband an Siebeck vom 6.9.1902. Überdrucken meint den Druck von Frei- und Rezensionsexemplaren einer Auflage über die vertraglich vereinbarte Zahl hinaus, <abbr>vgl.</abbr> Siebeck an Windelband vom 17.1.1914.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2220"><lem>Zeitungen von mir fabeln</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Heinrich Rickert</name> vom 2.8.1902</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2221"><lem>vertraulich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2222"><lem>zu Ostern</lem><note>12.4./13.4.1903</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2223"><lem>und</lem><rdg>d</rdg></app></listApp></back></text></TEI>