<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000339-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Ulrich Stutz</persName> und <persName type="received">Elly Stutz, geb. Windelband</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>15.6.1902</date>, <note>2 S., hs. (dt. u. lat. Schrift im Wechsel)</note>, <bibl type="pubPlace">UA Zürich, PA 018</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0339" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000339-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1902-06-15">15.6.1902</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/1080249184">Elly Stutz, geb. Windelband</persName><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118757652">Ulrich Stutz</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116733330">Alexander Goette</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1183730527">Arthur Goette</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614258">Christoph Sigwart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1080249184">Elly Windelband</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118533401">Kuno Fischer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118615874">Martin Spahn</name><name>Meta Windelband</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Zürich</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Ulrich Stutz</persName> und <persName type="received">Elly Stutz, geb. Windelband</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>15.6.1902</date>, <note>2 S., hs. (dt. u. lat. Schrift im Wechsel)</note>, <bibl type="pubPlace">UA Zürich, PA 018</bibl></head></front><body><dateline>Str<add>[aßburg]</add> <abbr>iE.</abbr> 15/6 02</dateline><salute>Liebe Kinder,</salute><p>In Eile – wie Ihr Euch denken könnt – herzlichen Dank für Euer liebes Telegramm! Also Ihr habt’s <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2153"/>erwartet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2153"/>? natürlich Freiburg! Denkt Euch wie charakteristisch: hier hat’s Niemand gewußt und es platzt wie eine Bombe herein. Zuerst gestern Abend (ich bekam den Brief ½8 Uhr) in eine Gesellschaft <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2154"/>bei <name>Goette</name>’s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2154"/>. Was wird, ist noch ganz im Dunkeln. Die Tübinger, vor Allem <name>Sigwart</name>, haben sich sehr liebenswürdig angestrengt. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2155"/>Ruf glänzend<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2155"/>, Gehalt über mein hiesiges hinaus. Die Ablehnung also sehr schwer. Alles hängt an dem Benehmen der hiesigen Behörde. Collegen <pb/> natürlich sehr eifrig. Frage nur, wie es oben steht. Stoße ich auf klerikalisirende Kühle, so gehe ich. Darf ich annehmen, daß mein Hierbleiben der guten Sache dient und der feindlichen, wie bisher, verstärkte Hemmnisse bereitet, so ist es Pflicht zu bleiben. Diese Gesichtspunkte entscheiden. Alles andre ist nebensächlich und wird schließlich balanciren. Es wird also eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2156"/>politische Action<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2156"/>. Wenn ich hier bleiben soll, muß ich klar sehen und sicher sein, was die Zukunft bringt. Grüße die lieben Mäuschen vom Großpapa! Ich bin glücklich, daß es Dir, liebste <name>Elly</name>, so gut geht. <name>Meta</name> schreibt von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2157"/>beginnendem Unbehagen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2157"/>, also sicher!</p><p>Euer</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2158"/>P.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2158"/></signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2153"><lem>erwartet</lem><note>Windelbands Berufung nach Heidelberg,<abbr> vgl.</abbr> Windelband an <name>Kuno Fischer</name> vom 15.7.1902.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2154"><lem>bei <name>Goette</name>’s</lem><note>Familie von Windelbands Straßburger Fakultätskollegen <name>Alexander Goette</name>, dem Vater <name>Arthur Goette</name>s, der Schwiegersohn Windelbands war.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2155"><lem>Ruf glänzend</lem><note>den Ruf nach Tübingen lehnte Windelband ab, <abbr>vgl.</abbr> das Rundschreiben <abbr>ADBR</abbr> Strasbourg, 103 AL 794 (Personalakte Windelband), <abbr>Bl.</abbr> 4–5, <abbr>Ts.</abbr> mit eigenhändigen Unterschriften (in 3 Exemplaren; für jede der drei Fakultäten eine), Umlaufvermerke mit Namenszügen: </note><rdg>Strassburg, den 1. Juli 1902 | Herr Professor Dr. Windelband hat zu unserer Freude einen an ihn ergangenen Ruf abgelehnt. Andererseits gilt es, von unseren Kollegen H[errn] Prof. Dr. Heimberger und H[errn] Prof. Dr. Hoche, die Berufungen erhalten und angenommen haben, uns zu verabschieden. | Aus diesem Anlass soll zu Ehren der genannten drei Herren am Samstag, den 12. Juli 8 Uhr im Bäckehiesel ein gemeinsames Abendessen stattfinden. Das trockene Gedeck ist auf 3 Mark vereinbart. | Wir bitten diejenigen Herren, die an dem Essen teilnehmen werden, hier zu unterzeichnen.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2156"><lem>politische Action</lem><note>im Zusammenhang des Falles <name>Spahn</name>, <abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Rickert</name> vom 14.1.1901 und an <name>Kuno Fischer</name> vom 15.7.1902.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2157"><lem>beginnendem Unbehagen</lem><note>Anspielung auf beginnende Schwangerschaft, <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Karl Dilthey vom 22.10.1902.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2158"><lem>P.</lem><note>steht für „Papa“</note></app></listApp></back></text></TEI>