<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000244-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Heinrich Rickert</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>9.1.1896</date>, <note>2 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">UB Heidelberg, </bibl><ref type="link">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_17</ref></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0244" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000244-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1896-01-09">9.1.1896</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614258">Christoph Sigwart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555006">Edmund Husserl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117483931">Hugo Spitzer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118788175">Johannes Rehmke</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118627724">Johannes Volkelt</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11710454X">Martin Schanz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118629743">Max Weber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116389311">Richard Avenarius</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11862976X">Wilhelm Eduard Weber</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Heidelberg</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Heinrich Rickert</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>9.1.1896</date>, <note>2 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">UB Heidelberg, </bibl><ref type="link">http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_17</ref></head></front><body><dateline>Strassburg <abbr>iE.</abbr> 9.1.96</dateline><salute>Lieber Herr College,</salute><p>Wie ich zu meinem Bedauern vernehme, wird in dem unerquicklichen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1611"/>Streit über <name>Riehl</name>’s Nachfolger<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1611"/> auch die Frage erörtert, ob Sie seinerzeit in Würzburg bei <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1612"/><name>Volkelt</name>’s Fortgange<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1612"/> in Betracht gezogen worden sind. Was ich davon weiß, ist dies: ich selbst bin damals von einem Mitgliede der Commission, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1613"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Schanz</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1613"/>, um Rat befragt worden: Seine Briefe muß ich noch haben, habe aber augenblicklich keine Zeit sie zu suchen. Sie sind auch nicht erforderlich, da ich auch ohne diesen Anhalt sicher weiß, daß meine Correspondenz mit ihm sich wesentlich auf Sie bezogen hat. Man suchte dort nach „jüngeren Kräften“, und es verstand sich schon damals von selbst, daß darunter Sie in erster Linie standen. Ueber den Verlauf der Sache bin ich damals durch <abbr>Prof.</abbr> Sch<add>[anz]</add> nicht orien<pb/>tirt worden, glaube mich aber zu entsinnen, daß ich auf anderm Wege erfuhr, Sie seien schließlich nicht, wie ich erwartete, auf die Liste gekommen.</p><p>In Eile – spät Abends – mit herzlichem Gruß, auf Weiteres Ihr getreuer</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1611"><lem>Streit über <name>Riehl</name>’s Nachfolger</lem><note><name>Alois Riehl</name> verließ die Universität Freiburg zum Beginn des <abbr>SS</abbr> 1896. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls <abbr>Hd.</abbr>) vom 3.12.1896 lauteten: da <name>Rudolf Eucken</name> kaum zu gewinnen sei, 1. <name>Rickert</name>, 2. <name>Hugo Spitzer</name>, 3. <name>Edmund Husserl</name>. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von <name>Christoph Sigwart</name> an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: </note><rdg>Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt.</rdg><note> <name>Sigwart</name> habe <name>Rickert</name> als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete <name>Spitzer</name>, <name>Rickert</name>, <name>Husserl</name>; dazu 2 Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die <name>Rickert</name> überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen <name>Rickert</name>s zu geringer literarischer <abbr>bzw.</abbr> wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, solle keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch <name>Rickert</name> zugelassen werden. Dagegen tritt 2. am 7.12.1895 <name>Max Weber</name> auf, der <name>Rickert</name> an erster Stelle sehen will, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten (<abbr>v. a.</abbr> Windelbands!) seien überhaupt nicht angefordert worden. <name>Weber</name> konstatiert die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle man unbedingt <name>Rickert</name> überantworten. Auf diese Separatvoten hin wird die Berufungsliste vom Senat am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wird <name>Rickert</name> ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versucht in der darauf folgenden Zeit vergeblich, <name>Eucken</name> zu gewinnen und erbittet deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über <name>Rickert</name> und <name>Husserl</name>. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautet 1. <name>Richard Avenarius</name>, 2. <name>Johannes Rehmke</name>, 3. <name>Rickert</name>. Berufen wird <name>Rickert</name> zum 1.10.1896 (<abbr>vgl.</abbr> für sämtliche Nachweise <abbr>UA</abbr> Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1612"><lem><name>Volkelt</name>’s Fortgange</lem><note><name>Johannes Volkelt</name> (1848–1930) lehrte 1889–94 Philosophie in Würzburg, seitdem in Leipzig (<abbr>BEdPh</abbr>)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1613"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Schanz</name></lem><note><name>Martin Schanz</name> (1842–1914), Klassischer Philologe, nach Studium in München und Würzburg 1866 promoviert. Anschließend ein Jahr in Göttingen. 1867 in Würzburg habilitiert, 1870 <abbr>ao. Prof.</abbr>, 1874 <abbr>o. Prof.</abbr> der Klassischen Philologie (Rektor 1901/02, emeritiert 1912; <abbr>NDB</abbr>).</note></app></listApp></back></text></TEI>